Der richtige zeitpunkt für den rückschnitt bestimmt die blütenpracht des sommers. Der beste moment dafür ist das frühe frühjahr vor dem austrieb der pflanze. In den monaten februar oder märz erwacht das gewächs langsam aus der winterruhe. Ein schnitt zu dieser zeit regt die verzweigung optimal an.

Ein schnitt im herbst vor dem einzug ins winterquartier ist zwar möglich, aber nicht ideal. Er sollte nur bei akutem platzmangel im haus durchgeführt werden. Die wunden heilen in der kalten jahreszeit wesentlich langsamer als im frühling. Zudem besteht im winter ein höheres risiko für infektionen an den schnittstellen.

Während der sommerlichen blütezeit wird auf größere schnittmaßnahmen komplett verzichtet. Man entfernt lediglich verblühte teile oder störende, einzelne ranken. Ein radikaler schnitt im sommer würde die blütenproduktion sofort stoppen. Genieße lieber die pracht und verschiebe die arbeit auf das frühjahr.

Achte beim schneiden immer auf die aktuelle wetterlage an diesem tag. Ein frostfreier, trockener tag ist ideal für diese gärtnerische arbeit. Zu hohe luftfeuchtigkeit verzögert das abtrocknen der frischen wunden. Ein sauberer start im frühjahr legt den grundstein für ein erfolgreiches gartenjahr.

Technik für den erhaltungsschnitt

Für den erhaltungsschnitt wird ein scharfes und sauberes werkzeug zwingend benötigt. Eine stumpfe schere quetscht die triebe und hinterlässt unsaubere wunden. Diese quetschungen sind ideale eintrittspforten für pilze und gefährliche bakterien. Desinfiziere die klingen vorab gründlich mit hochprozentigem alkohol.

Der schnitt erfolgt immer leicht schräg kurz oberhalb eines blattknotens. Aus diesen augen treibt die pflanze nach dem schnitt willig wieder aus. Zu lange, kahle triebe können um bis zu zwei drittel eingekürzt werden. Dies fördert einen kompakten und schön buschigen wuchs der kletterpflanze.

Schwache, dünne oder vertrocknete äste werden direkt an der basis vollständig entfernt. Sie kosten die pflanze nur unnötige energie, die sie für blüten benötigt. Auch nach innen wachsende triebe sollten konsequent herausgeschnitten werden. Das sorgt für mehr licht und luft im inneren des busches.

Beim schneiden tritt oft ein weißer, klebriger milchsaft aus den wunden aus. Dieser saft ist giftig und kann hautreizungen beim menschen verursachen. Das tragen von gartenhandschuhen ist daher bei dieser arbeit dringend ratsam. Wische austretenden saft bei bedarf vorsichtig mit einem tuch ab.

Radikaler verjüngungsschnitt bei bedarf

Wenn die pflanze über die jahre völlig verkahlt ist, hilft oft nur ein verjüngungsschnitt. Dieser radikale schritt wird ebenfalls im frühen frühjahr konsequent durchgeführt. Dabei werden alle haupttriebe kräftig auf etwa zwanzig zentimeter länge eingekürzt. Keine sorge, die pflanze verträgt diesen harten eingriff in der regel sehr gut.

Nach einem solchen schnitt benötigt die pflanze besonders viel wärme und licht. Das gießen wird vorübergehend reduziert, da kaum noch blattmasse vorhanden ist. Sobald der neuaustrieb einsetzt, wird die wassermenge langsam wieder angepasst. Ein frisches substrat unterstützt den neustart der pflanze zusätzlich.

Die neuen triebe wachsen nach dem radikalschnitt meist besonders kräftig heran. Sie müssen von anfang an wieder an der kletterhilfe sauber geführt werden. Durch gezieltes entspitzen der neuen triebe wird eine perfekte verzweigung erzielt. Schon bald erstrahlt das gewächs in völlig neuem glanz.

Ein verjüngungsschnitt sollte jedoch nicht jedes jahr durchgeführt werden. Er bedeutet trotz aller vorteile einen großen stress für das gewächs. Alle drei bis vier jahre reicht dieses vorgehen völlig aus. So bleibt dein jasmin dauerhaft jung, vital und überaus blühfreudig.