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Rotes Lungenkraut sicher überwintern

David
07.07.2026 5 Min. Lesedauer 0 Kommentare

Das rote Lungenkraut ist eine winterharte Staude, die in Mitteleuropa normalerweise ohne aufwendigen Schutz im Freiland überdauert. Die oberirdischen Pflanzenteile können während strenger Frostperioden teilweise einziehen, während die Erneuerungsknospen geschützt im bodennahen Bereich verbleiben. Größere Risiken entstehen weniger durch Kälte als durch Staunässe, Frosttrocknis und ungünstig gesetzte Jungpflanzen. Eine gute Vorbereitung im Herbst hilft der Staude, im folgenden Frühjahr kräftig auszutreiben.

Winterhärte und natürliche Ruhephase

Eingewachsene Pflanzen vertragen gewöhnlich auch stärkere Fröste. Ihre bodennahen Knospen und Rhizome sind durch Erde, Laub und abgestorbenes Pflanzenmaterial geschützt. In milden Wintern bleibt ein Teil des Laubs grün. Bei strengem Frost kann das Blattwerk vollständig absterben, ohne dass die Pflanze verloren ist.

Der natürliche Rückzug beginnt im Herbst mit sinkenden Temperaturen und kürzer werdenden Tagen. Die Pflanze verlagert Nährstoffe aus älteren Blättern in die unterirdischen Speicherorgane. Deshalb sollte gesundes Laub nicht zu früh abgeschnitten werden. Erst abgestorbene, faulende oder deutlich kranke Blätter werden entfernt.

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Eine geschlossene Schneedecke bietet einen hervorragenden Frostschutz. Problematischer sind schneearme Winter mit häufigem Wechsel zwischen Frost und Tauwetter. Solche Bedingungen können den Boden wiederholt anheben und flach sitzende Wurzeln freilegen. Eine lockere Mulchdecke gleicht Temperaturschwankungen aus.

Die regionale Winterhärte hängt auch vom Standort ab. Geschützte Gartenbereiche mit humosem Boden sind günstiger als offene, windige Flächen. Kalte Ostwinde erhöhen die Gefahr der Austrocknung. Unter laubabwerfenden Gehölzen entsteht meist ein besonders ausgeglichenes Winterklima.

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Vorbereitung im Herbst

Ab Spätsommer wird nicht mehr stickstoffreich gedüngt. Neue, weiche Triebe würden vor dem Winter nicht ausreichend ausreifen. Eine dünne Schicht reifer Kompost oder Laubhumus kann dagegen im Herbst aufgebracht werden. Sie schützt den Boden und wird langsam von Bodenorganismen umgesetzt.

Die Wasserversorgung bleibt bis zum Einsetzen anhaltender Fröste wichtig. Besonders neu gepflanzte Exemplare dürfen im Herbst nicht vollständig austrocknen. Vor einer trockenen Frostperiode ist gründliches Gießen sinnvoll. Das Wasser muss anschließend aber vollständig in den Boden einsickern können.

Abgefallenes Laub kann als natürlicher Winterschutz genutzt werden. Feine, locker liegende Blätter isolieren den Boden und fördern die Humusbildung. Dicke, nasse Laubschichten werden jedoch ausgedünnt, damit die Pflanzenkrone nicht fault. Sehr große Blätter lassen sich vor dem Aufbringen zerkleinern.

Das Beet sollte vor dem Winter auf Schneckenverstecke und krankes Material kontrolliert werden. Faulende Pflanzenreste werden entfernt, während gesundes Laub teilweise liegen bleiben darf. Eine vollständig blank geräumte Fläche verliert schneller Wärme und Feuchtigkeit. Naturnahe Sauberkeit bedeutet daher nicht, jedes organische Material zu beseitigen.

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Schutz junger Pflanzen und Topfkulturen

Frisch gesetztes Lungenkraut ist im ersten Winter empfindlicher als ein etablierter Bestand. Die Wurzeln haben den umliegenden Boden noch nicht vollständig erschlossen. Eine lockere Abdeckung aus Laub und Reisig schützt vor starken Temperaturschwankungen. Das Material darf die Pflanze nicht luftdicht zusammendrücken.

Bei spät erfolgter Herbstpflanzung besteht die Gefahr, dass Frost den Wurzelballen anhebt. Nach Tauwetter wird kontrolliert, ob die Pflanze noch fest im Boden sitzt. Hochgedrückte Ballen werden vorsichtig wieder angedrückt. Ein anschließendes Abdecken stabilisiert die Bodentemperatur.

Im Topf friert der Wurzelballen deutlich schneller durch als im Gartenboden. Das Gefäß sollte frostfest sein und über große Abzugslöcher verfügen. Es wird an eine geschützte Hauswand gestellt und mit Jute, Kokosmatten oder einem anderen isolierenden Material umwickelt. Der Topf darf nicht direkt auf kaltem, nassem Boden stehen.

Auch im Winter benötigt eine Topfpflanze gelegentlich Wasser. Gegossen wird an frostfreien Tagen, sobald das Substrat deutlich abgetrocknet ist. Staunässe im Untersetzer muss vermieden werden. Ein vollständiges Austrocknen des Wurzelballens kann ebenso schädlich sein wie dauerhaft nasse Erde.

Pflege im Spätwinter und Frühjahr

Gegen Ende des Winters wird der Bestand auf Frostschäden kontrolliert. Schwarze, matschige oder stark geschädigte Blätter werden vorsichtig entfernt. Gesunde grüne Blätter dürfen stehen bleiben, solange sie die neuen Triebe nicht bedrängen. Der Rückschnitt sollte erfolgen, bevor die jungen Blütenstiele weit ausgetrieben sind.

Die Winterschutzschicht wird schrittweise gelockert. Eine dünne Lage aus verrottendem Laub kann als Mulch verbleiben. Dicke Reisigpakete werden entfernt, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Zu frühes vollständiges Freilegen macht die jungen Triebe anfällig für Spätfrost.

Bei trockener Frühjahrswitterung wird rechtzeitig gegossen. Wintersonne und Wind können den Oberboden stark austrocknen, obwohl tiefere Schichten noch kalt sind. Die Wassergabe erfolgt langsam und direkt auf den Boden. Sehr kaltes Wasser sollte nicht über junge Triebe gegossen werden.

Eine leichte Kompostgabe unterstützt den beginnenden Austrieb. Starke Düngung unmittelbar nach dem Winter ist nicht notwendig. Zunächst muss sich der Boden erwärmen und das Wurzelsystem wieder aktiv werden. Mit vorsichtiger Pflege beginnt das rote Lungenkraut schon früh, neue Blätter und Blütenstiele zu entwickeln.

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