Die Harlekinblume stammt aus einem deutlich milderen Klima und verträgt anhaltenden Frost nur sehr schlecht. In den meisten mitteleuropäischen Regionen sollten ihre Knollen deshalb vor dem Winter aus dem Boden genommen und frostfrei gelagert werden. Wichtig ist dabei, dass die Pflanze ihr Laub zunächst auf natürliche Weise einziehen kann. Eine trockene, luftige und regelmäßig kontrollierte Lagerung erhält die Knollen bis zur nächsten Pflanzzeit gesund.
Vorbereitung auf die Ruhephase
Nach dem Ende der Blüte bleibt das grüne Laub zunächst vollständig an der Pflanze. Über die Blätter werden weiterhin Reservestoffe gebildet und in den Knollen gespeichert. Diese Energie benötigt die Harlekinblume für den Austrieb und die Blütenbildung im folgenden Jahr. Ein sofortiger Rückschnitt würde die Knollen unnötig schwächen.
Die Wassergaben werden nach der Blüte langsam reduziert. Das Substrat darf nun zwischen den Gießvorgängen stärker abtrocknen, solange die Blätter nicht plötzlich welk werden. Gleichzeitig wird nicht mehr gedüngt, da neuer weicher Austrieb vor der Ruhephase unerwünscht ist. Die allmählich trockenere Haltung unterstützt den natürlichen Einziehprozess.
Sobald das Laub vollständig gelb oder braun geworden ist, kann es bodennah abgeschnitten werden. Grüne Blattbereiche sollten dabei nicht entfernt werden, weil sie noch aktiv sind. In regenreichen Herbstwochen kann eine Abdeckung den Boden vor übermäßiger Nässe schützen. Sie muss jedoch offen genug bleiben, damit Luft zirkulieren kann.
Der richtige Zeitpunkt zum Aufnehmen liegt vor den ersten stärkeren Frösten. Ein leichter oberflächlicher Kältereiz ist meist weniger gefährlich als ein tief gefrorener Boden. Wer in einer rauen Region gärtnert, sollte die Wetterentwicklung ab September aufmerksam verfolgen. Topfpflanzen lassen sich bei einer angekündigten Frostnacht leichter kurzfristig schützen.
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Knollen ausgraben und trocknen
Zum Ausgraben eignet sich eine Grabegabel besser als ein schmaler Spaten. Sie wird mit ausreichendem Abstand zur Pflanze in den Boden gesetzt, damit die Knollen nicht durchtrennt werden. Anschließend wird der gesamte Wurzelbereich vorsichtig angehoben. Kleine Tochterknollen können leicht übersehen werden und sollten behutsam aus der lockeren Erde gesammelt werden.
Nach der Aufnahme wird grobe Erde abgeschüttelt, ohne die Knollen zu schlagen oder zu quetschen. Fest anhaftende Erde darf zunächst antrocknen und wird später mit einer weichen Bürste entfernt. Das Abwaschen mit Wasser ist nur bei besonderer Verschmutzung sinnvoll. Feuchte Knollen müssen vor der Lagerung vollständig trocknen.
Die Trocknung erfolgt an einem schattigen, luftigen und vor Regen geschützten Ort. Direkte Sonne kann das Gewebe stark erwärmen und kleine Knollen austrocknen. Je nach Witterung dauert die oberflächliche Trocknung einige Tage bis etwa zwei Wochen. Die Knollen werden währenddessen gelegentlich gewendet und kontrolliert.
Beschädigte, weiche oder sichtbar kranke Exemplare werden aussortiert. Kleine oberflächliche Verletzungen können nach dem Abtrocknen eine feste Schutzschicht bilden. Größere faule Stellen stellen dagegen ein Risiko für das gesamte Lager dar. Gesunde und verdächtige Knollen dürfen deshalb nicht gemeinsam verpackt werden.
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Geeignete Lagerbedingungen schaffen
Die Knollen werden kühl, trocken und frostfrei gelagert. Temperaturen von ungefähr fünf bis zehn Grad sind in vielen Fällen günstig. Ein unbeheizter, frostgeschützter Kellerraum, eine kühle Speisekammer oder eine geeignete Garage kann verwendet werden. Warme Wohnräume fördern vorzeitigen Austrieb und erhöhen den Feuchtigkeitsverlust.
Als Behälter eignen sich flache Holzkisten, Kartons mit Luftöffnungen oder Papiertüten. Die Knollen können locker in trockenem Sand, Holzspänen oder einem anderen trockenen, luftdurchlässigen Material eingebettet werden. Dadurch berühren sie sich weniger und kleine Feuchtigkeitsschwankungen werden abgepuffert. Luftdichte Kunststoffbehälter sind wegen der Gefahr von Kondenswasser ungeeignet.
Der Lagerraum sollte dunkel oder zumindest vor direktem Licht geschützt sein. Licht und Wärme können den Beginn des Austriebs beschleunigen. Gleichzeitig darf die Luft nicht dauerhaft feucht sein, weil sonst Schimmel entsteht. Eine leichte Luftbewegung ist vorteilhaft, starke Zugluft kann kleine Knollen jedoch austrocknen.
Mindestens einmal im Monat werden die eingelagerten Knollen kontrolliert. Weiche, schimmelige oder faulende Exemplare müssen sofort entfernt werden. Stark schrumpfende Knollen weisen auf eine zu warme oder zu trockene Lagerung hin. Eine leichte Runzelung ist dagegen während der langen Ruhephase meist unproblematisch.
Überwinterung im Topf und im Freiland
Harlekinblumen in Töpfen können nach dem Einziehen des Laubes im Gefäß verbleiben. Der Topf wird trocken, kühl und frostfrei aufgestellt. Während der Ruhezeit wird nur in Ausnahmefällen sehr sparsam gegossen. Das Substrat darf nicht vollständig zu staubigem Pulver zerfallen, sollte aber keinesfalls feucht bleiben.
Die Überwinterung im Gefäß erspart das Ausgraben, erschwert jedoch die Kontrolle der Knollen. Unbemerkte Fäulnis oder Schädlinge können sich im alten Substrat ausbreiten. Deshalb ist es sinnvoll, die Knollen spätestens alle zwei bis drei Jahre herauszunehmen und zu sortieren. Bei dieser Gelegenheit wird verbrauchtes oder verdichtetes Substrat ersetzt.
Im Freiland ist eine Überwinterung nur in sehr milden, geschützten Regionen einen Versuch wert. Der Boden muss außergewöhnlich gut drainiert sein, da winterliche Nässe oft gefährlicher als kurze Kälteperioden ist. Eine dicke Abdeckung aus trockenem Laub, Reisig oder Vlies kann die Pflanzstelle schützen. Eine zuverlässige Garantie gegen Frostschäden bietet diese Methode dennoch nicht.
Im Frühjahr werden die Knollen wieder an wärmere Bedingungen gewöhnt. Vorgetriebene Pflanzen dürfen erst nach einer schrittweisen Abhärtung dauerhaft ins Freie. Eingelagerte Knollen werden erneut auf Festigkeit und Gesundheit geprüft. Sobald Boden und Witterung ausreichend warm sind, beginnt mit der Pflanzung ein neuer Wachstumszyklus.