Auch wenn die Kichererbse als vergleichsweise robuste Kultur gilt, ist sie nicht gänzlich immun gegen die Herausforderungen der Natur. Im Laufe einer Vegetationsperiode können verschiedene Erreger und hungrige Insekten versuchen, deinen Ernteerfolg zu schmälern. Als aufmerksamer Gärtner ist es deine Aufgabe, die ersten Anzeichen von Problemen zu erkennen und besonnen zu reagieren. Vorbeugung ist dabei oft die effektivste Waffe, um die Pflanzen gesund durch das Jahr zu bringen.

Kichererbse
Cicer arietinum
Pflegeleicht
Naher Osten
Einjährige Hülsenfrucht
Umgebung & Klima
Lichtbedarf
Volle Sonne
Wasserbedarf
Niedrig (Trockenheitsresistent)
Luftfeuchtigkeit
Niedrig bis mäßig
Temperatur
Warm (18-30°C)
Frosttoleranz
Frostempfindlich (0°C)
Überwinterung
Keine (Einjährig)
Wachstum & Blüte
Höhe
20-50 cm
Breite
20-40 cm
Wachstum
Moderat
Schnitt
Nicht erforderlich
Blütekalender
Juni - Juli
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Boden & Pflanzung
Bodenansprüche
Wohl drainiert, sandig-lehmig
Boden-pH
Neutral bis alkalisch (6.0-8.0)
Nährstoffbedarf
Gering (Stickstofffixierend)
Idealer Standort
Gemüsegarten / Feld
Merkmale & Gesundheit
Zierwert
Gering
Laubwerk
Kleine, gefiederte Blättchen
Duft
Keine
Toxizität
Ungiftig (Essbare Samen)
Schädlinge
Hülsenfruchtbohrer, Blattläuse
Vermehrung
Samen

Pilzerkrankungen erkennen und behandeln

Die Ascochyta-Blattfleckenkrankheit ist eine der gefürchtetsten Pilzerkrankungen bei Kichererbsen weltweit. Du erkennst sie an kleinen, dunklen Flecken auf Blättern, Stängeln und Schoten, die sich bei feuchtem Wetter schnell ausbreiten. Dieser Pilz liebt kühle und regnerische Perioden und kann bei starkem Befall zum Absterben ganzer Pflanzenteile führen. Um das Risiko zu minimieren, solltest du unbedingt auf einen ausreichenden Pflanzabstand achten, damit das Laub nach Regen schnell abtrocknen kann.

Echter Mehltau kann ebenfalls ein Thema sein, besonders wenn die Tage heiß und die Nächte feucht sind. Ein weißlicher, mehliger Belag auf den Blattoberseiten ist das klassische Symptom für diesen Schönwetterpilz. Er entzieht der Pflanze Energie und kann die Photosyntheseleistung stark einschränken. Ein bewährtes Hausmittel ist das Spritzen mit einer Mischung aus Wasser und Magermilch im Verhältnis 9:1, was die Ausbreitung der Sporen biologisch hemmt.

Helena
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Wurzelfäule tritt vor allem dann auf, wenn der Boden zu fest ist oder Staunässe herrscht. Die betroffenen Pflanzen wirken plötzlich welk, obwohl der Boden feucht ist, und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. In solchen Fällen sind die Wurzeln meist braun oder schwarz verfärbt und weich. Da gegen Bodenpilze im Nachhinein wenig getan werden kann, ist die Wahl eines gut durchlässigen Standorts die einzig wirksame Prophylaxe.

Solltest du befallene Pflanzenteile entdecken, ist schnelles Handeln gefragt, um eine Epidemie zu verhindern. Schneide betroffene Bereiche großzügig ab und entsorge sie niemals auf dem Kompost, sondern im Hausmüll. Reinige deine Werkzeuge nach dem Schnitt gründlich mit Alkohol, um die Sporen nicht auf gesunde Pflanzen zu übertragen. Ein wachsames Auge während deines täglichen Gartenrundgangs erspart dir oft größere Verluste am Ende der Saison.

Schädlinge im Überblick

Blattläuse sind die häufigsten tierischen Gäste auf Kichererbsen und sammeln sich meist an den zarten Triebspitzen. Sie saugen nicht nur Pflanzensaft, sondern können auch gefährliche Viruserkrankungen übertragen. Ein leichter Befall lässt sich oft schon mit einem harten Wasserstrahl abspülen, während bei stärkerem Aufkommen Schmierseifenlösungen helfen können. Fördere Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegen in deinem Garten, denn sie sind die natürlichsten und effektivsten Gegenspieler der Läuse.

In manchen Jahren können auch Raupen von Eulenmotten oder dem Baumwollkapselwurm an den Blättern und Schoten fressen. Du erkennst ihren Fraß an unregelmäßigen Löchern in den Blättern oder sogar angebohrten Schoten. Das regelmäßige Absammeln der Raupen per Hand ist bei kleineren Beständen die schonendste Methode. Auch das Anbringen von Schutznetzen kann verhindern, dass die Falter ihre Eier überhaupt erst auf den Pflanzen ablegen.

Spinnmilben können vor allem in sehr trockenen und heißen Sommern zum Problem werden. Ein feines Gespinst zwischen den Blättern und winzige helle Punkte auf der Oberseite deines Grüns deuten auf diese Plagegeister hin. Da Spinnmilben trockene Luft lieben, hilft oft schon ein regelmäßiges Einnebeln der Pflanzen mit Wasser, um sie zu vertreiben. Achte jedoch darauf, dass die Pflanzen danach wieder gut abtrocknen können, um nicht die nächste Pilzerkrankung heraufzubeschwören.

Im Boden können Drahtwürmer oder die Larven von verschiedenen Käfern an den Wurzeln nagen. Dies führt zu einem allgemeinen Kümmerwuchs, den man oft erst spät bemerkt. Eine gute Bodenbearbeitung vor der Aussaat bringt diese Larven an die Oberfläche, wo sie von Vögeln gefressen werden können. Auch eine weite Fruchtfolge hilft dabei, die Populationen dieser bodenbürtigen Schädlinge dauerhaft auf einem niedrigen und unbedenklichen Niveau zu halten.

Viruserkrankungen und ihre Überträger

Viren sind tückisch, da sie meist keine eindeutigen Symptome zeigen und gegen sie keine Heilmittel existieren. Infizierte Kichererbsen zeigen oft Deformationen an den Blättern, Zwergwuchs oder seltsame Mosaikmuster in verschiedenen Grüntönen. Da Viren fast immer durch Insekten wie Blattläuse oder Zikaden übertragen werden, ist die Kontrolle dieser Vektoren der einzige Weg zum Schutz. Einmal infizierte Pflanzen sollten sofort komplett entfernt werden, um die restliche Kultur nicht zu gefährden.

Ein typisches Zeichen für eine Virusinfektion ist auch eine plötzliche Vergilbung, die nicht mit Nährstoffmangel erklärt werden kann. Wenn die Pflanze trotz guter Pflege und ausreichend Wasser kümmert, solltest du misstrauisch werden. Viren verändern den Stoffwechsel der Pflanze so stark, dass sie kaum noch Blüten bildet oder die Samen ungenießbar werden. Sauberkeit im Garten und die Verwendung von gesundem, zertifiziertem Saatgut sind hier die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen.

Manche Unkräuter in der Nähe deines Beetes können als Zwischenwirt für Viren dienen. Es lohnt sich daher, das direkte Umfeld der Kichererbsen halbwegs frei von Wildkräutern zu halten, die als Reservoir für Krankheitserreger fungieren könnten. Eine vielfältige Mischkultur mit Kräutern kann hingegen helfen, die Überträgerinsekten zu verwirren und den Befall zu mindern. Natürliche Barrieren wie Blühstreifen ziehen zudem Nützlinge an, die die Schädlingspopulationen regulieren.

Vermeide es, mit schmutzigen Händen oder Werkzeugen von kranken zu gesunden Pflanzen zu gehen. Der Saft einer infizierten Pflanze kann an deinen Fingern haften und beim Berühren der nächsten Pflanze über kleinste Verletzungen eindringen. Diese mechanische Übertragung wird oft unterschätzt, spielt aber im Gartenalltag eine wesentliche Rolle. Hygiene ist im Umgang mit Pflanzenkrankheiten ebenso wichtig wie in der menschlichen Medizin.

Vorbeugung durch Kulturmaßnahmen

Die beste Verteidigung gegen Krankheiten ist eine kräftige und stressfreie Pflanze. Ein optimaler Standort mit viel Sonne und ein gut vorbereiteter Boden bilden das Immunsystem deiner Kichererbsen. Pflanzen, die zu viel Stickstoff erhalten haben, entwickeln weiches Gewebe, das für Pilze und Insekten viel leichter zu durchdringen ist. Eine ausgewogene Düngung ist daher nicht nur eine Frage des Ertrags, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Pflanzenschutz.

Achte bei der Sortenwahl auf Resistenzen, die von Züchtern für bestimmte Regionen entwickelt wurden. Es gibt mittlerweile viele moderne Sorten, die eine natürliche Widerstandsfähigkeit gegen die Ascochyta-Welke oder Mehltau besitzen. Solche Informationen findest du meist auf der Saatgutpackung oder bei spezialisierten Fachhändlern. Ein kleiner Mehraufwand bei der Recherche vor der Saison kann dir später viel Ärger im Garten ersparen.

Ein regelmäßiger Wechsel des Anbauortes verhindert, dass sich krankheitserregende Keime im Boden anreichern. Diese sogenannte Anbaupause ist das älteste und wirksamste Mittel der Landwirtschaft gegen bodenbürtige Krankheiten. Du solltest Kichererbsen frühestens nach vier Jahren wieder auf derselben Fläche anbauen. In der Zwischenzeit kannst du das Beet für Kulturen nutzen, die völlig andere Ansprüche haben und andere Erreger anziehen.

Die Entfernung von Pflanzenresten nach der Ernte ist ebenfalls ein wichtiger Punkt der Hygiene. Viele Pilze überwintern auf alten Blättern oder Stängeln und warten nur auf das nächste Frühjahr. Wenn du die oberirdischen Teile der Kichererbse gründlich abräumst, entziehst du den Erregern ihre Basis für die nächste Saison. Ein sauberer Garten ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Maßnahme für die dauerhafte Gesundheit deiner Pflanzen.

Biologische Stärkungsmittel

Du kannst deine Kichererbsen aktiv dabei unterstützen, sich selbst gegen Feinde zu wehren. Ackerschachtelhalmbrühe ist ein Klassiker im Bio-Garten, da die enthaltene Kieselsäure die Zellwände der Pflanzen stärkt. Eine regelmäßige Spritzung alle zwei Wochen, besonders in feuchten Perioden, legt einen schützenden Film über das Laub. Dies erschwert es Pilzsporen ungemein, in das Innere des Blattes einzudringen und dort Schaden anzurichten.

Auch Brennnesseljauche wirkt nicht nur als Dünger, sondern kräftigt durch ihre Inhaltsstoffe das gesamte Pflanzengewebe. Eine gut versorgte Pflanze ist weniger attraktiv für saugende Insekten und regeneriert sich schneller nach einem Angriff. Du kannst diese Jauche in starker Verdünnung direkt über den Boden oder als Blattdünger geben. Achte jedoch darauf, dies nicht während der prallen Mittagssonne zu tun, um Verbrennungen auf den Blättern zu vermeiden.

Knoblauchbrühe hat eine abschreckende Wirkung auf viele Insekten und kann zudem das Wachstum von Pilzen hemmen. Wenn du bereits früh in der Saison präventiv sprühst, kannst du viele Schädlinge davon abhalten, sich überhaupt auf deinen Kichererbsen niederzulassen. Der Geruch verfliegt für uns Menschen schnell, bleibt aber für die empfindlichen Sinnesorgane der Insekten lange Zeit unangenehm. Es sind diese kleinen, natürlichen Kniffe, die einen ökologisch geführten Garten auszeichnen.

Zuletzt solltest du auch den Wert einer vielfältigen Fauna in deinem Garten nicht unterschätzen. Vögel, Igel und Erdkröten sind fleißige Helfer, die unzählige Schädlinge vertilgen, bevor diese zum Problem werden. Schaffe Nischen wie Totholzhaufen oder wilde Ecken, in denen sich diese Nützlinge wohlfühlen können. Ein funktionierendes biologisches Gleichgewicht ist der beste Garant für gesunde Kichererbsen und eine reiche Ernte ohne chemische Keule.