Die Pflanzung der Harlekinblume entscheidet wesentlich darüber, wie schnell sie austreibt und wie reich sie später blüht. Ihre Sprossknollen benötigen einen warmen, lockeren Boden und dürfen nach dem Setzen nicht dauerhaft nass bleiben. In mitteleuropäischen Gärten werden sie gewöhnlich im Frühjahr gepflanzt, sobald stärkere Fröste nicht mehr zu erwarten sind. Durch Tochterknollen und gelegentlich auch durch Aussaat lässt sich ein gesunder Bestand über mehrere Jahre vermehren.
Pflanzzeit und Vorbereitung
Im Freiland beginnt die geeignete Pflanzzeit meist im April oder Mai. Entscheidend ist nicht allein das Kalenderdatum, sondern vor allem die Temperatur des Bodens. In kalter, nasser Erde treiben die Knollen nur langsam aus und sind stärker durch Fäulnis gefährdet. In rauen Lagen ist es daher sinnvoll, bis nach den letzten deutlichen Nachtfrösten zu warten.
Wer die Blüte vorziehen möchte, kann die Knollen einige Wochen früher in Töpfe setzen. Die Gefäße werden anschließend an einem hellen und frostfreien Platz aufgestellt. Temperaturen von ungefähr zwölf bis achtzehn Grad fördern einen gleichmäßigen Austrieb, ohne übermäßig weiche Triebe entstehen zu lassen. Nach einer schrittweisen Abhärtung dürfen die Pflanzen ins Freie umziehen.
Vor dem Pflanzen sollten alle Knollen sorgfältig kontrolliert werden. Gesunde Exemplare fühlen sich fest an und zeigen keine fauligen, schimmeligen oder stark eingesunkenen Stellen. Vollständig vertrocknete oder weiche Knollen werden aussortiert, damit sie keine Krankheitserreger in den Bestand eintragen. Kleine trockene Hüllblätter dürfen an der Knolle verbleiben, solange darunter gesundes Gewebe erkennbar ist.
Das Pflanzbeet wird tiefgründig gelockert und von Wurzelunkräutern befreit. Bei schweren Böden sollte grober Sand oder feiner Splitt eingearbeitet werden, damit Niederschlagswasser schneller versickert. Reifer Kompost verbessert die Bodenstruktur und liefert eine milde Grundversorgung mit Nährstoffen. Frische, stark zersetzungsaktive organische Materialien gehören nicht direkt in das Pflanzloch.
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Knollen fachgerecht setzen
Die Sprossknollen werden meist etwa fünf bis acht Zentimeter tief gepflanzt. In sehr leichten Böden können sie etwas tiefer sitzen, während in schweren Substraten eine flachere Pflanzung günstiger ist. Die Spitze beziehungsweise die erkennbare Austriebsseite zeigt nach oben. Ist die Wuchsrichtung nicht eindeutig, kann die Knolle leicht seitlich eingesetzt werden.
Zwischen den einzelnen Knollen ist ein Abstand von ungefähr fünf bis zehn Zentimetern sinnvoll. Für eine natürliche Wirkung werden sie bevorzugt in lockeren Gruppen statt in geraden Reihen angeordnet. Zu große Abstände lassen die filigranen Pflanzen vereinzelt wirken und schwächen den farblichen Gesamteindruck. Eine sehr dichte Pflanzung kann dagegen die Luftzirkulation beeinträchtigen.
Nach dem Einsetzen wird die Erde vorsichtig angedrückt, ohne sie stark zu verdichten. Anschließend erhält die Pflanzstelle eine mäßige Wassergabe, damit Bodenteilchen an die Knolle und die späteren Wurzeln angeschlossen werden. Bis zum sichtbaren Austrieb bleibt das Substrat nur leicht feucht. Bei häufigem Regen ist zusätzliches Gießen in dieser Phase meist nicht erforderlich.
Im Topf können die Knollen etwas dichter stehen als im Gartenbeet. Das Gefäß muss jedoch tief genug für die Wurzelbildung sein und über sichere Abzugslöcher verfügen. Eine lockere Substratmischung verhindert, dass sich Wasser im unteren Topfbereich sammelt. Mehrere Sorten können kombiniert werden, wobei ähnliche Wuchshöhen ein harmonisches Bild ergeben.
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Vermehrung durch Tochterknollen
Die einfachste und zuverlässigste Vermehrungsmethode ist die Teilung der im Laufe der Saison gebildeten Tochterknollen. Diese kleinen Knollen sitzen seitlich oder unterhalb der ursprünglichen Mutterknolle. Sie werden am besten nach dem Einziehen des Laubes und dem vorsichtigen Ausgraben getrennt. Dabei sollten Verletzungen und Quetschungen möglichst vermieden werden.
Nach der Aufnahme lässt man die Knollen an einem luftigen, schattigen Ort oberflächlich abtrocknen. Anhaftende Erde kann anschließend vorsichtig mit den Fingern oder einer weichen Bürste entfernt werden. Waschen ist meist unnötig und verlängert die Trocknungszeit. Beschädigte Stellen müssen vollständig abtrocknen, bevor die Knollen eingelagert werden.
Große Tochterknollen können im folgenden Frühjahr wie ausgewachsene Knollen gepflanzt werden. Sehr kleine Exemplare benötigen häufig ein oder zwei Wachstumsperioden, bevor sie kräftig blühen. Sie sollten zunächst in einem separaten Anzuchtgefäß kultiviert werden, damit sie nicht mit größeren Pflanzen konkurrieren. Eine gleichmäßige, aber zurückhaltende Nährstoffversorgung unterstützt ihr Wachstum.
Die regelmäßige Teilung verhindert zugleich, dass ältere Bestände zu dicht werden. Eng stehende Knollen bringen oft mehr Blätter, aber kleinere oder weniger zahlreiche Blüten hervor. Durch das Sortieren nach Größe lassen sich kräftige Blühgruppen und separate Jungpflanzenbestände anlegen. Auf diese Weise kann eine kleine Ausgangsmenge im Laufe der Jahre deutlich vermehrt werden.
Vermehrung durch Samen
Eine Aussaat ist möglich, dauert jedoch erheblich länger als die Vermehrung über Tochterknollen. Samen entstehen nur, wenn verblühte Blütenstände an der Pflanze ausreifen dürfen. Die Kapseln werden geerntet, sobald sie trocken werden, sich aber noch nicht vollständig geöffnet haben. Anschließend lassen sich die dunklen Samen vorsichtig herauslösen und trocken aufbewahren.
Die Aussaat erfolgt in einer lockeren, feinkrümeligen und möglichst keimarmen Anzuchterde. Die Samen werden flach verteilt und nur dünn mit Substrat bedeckt. Eine gleichmäßige Temperatur und vorsichtige Feuchtigkeit fördern die Keimung. Staunässe muss vermieden werden, da junge Keimlinge besonders empfindlich auf Fäulniserreger reagieren.
Nach dem Auflaufen benötigen die Sämlinge viel Licht, aber zunächst keine brennende Mittagssonne. Sie werden sparsam gegossen und erst nach der Bildung mehrerer Blätter sehr schwach gedüngt. Sobald sie kräftig genug sind, können sie mit etwas Abstand pikiert werden. Die kleinen Knollen müssen während ihrer ersten Ruheperiode besonders sorgfältig trocken und frostfrei aufbewahrt werden.
Aus Samen gezogene Pflanzen blühen oft erst nach zwei oder drei Jahren. Außerdem können ihre Blütenfarben von der Mutterpflanze abweichen, weil viele Gartensorten nicht sortenecht aus Samen fallen. Gerade diese Unterschiede machen die Aussaat für experimentierfreudige Gärtner interessant. Für eine schnelle und farblich zuverlässige Vermehrung bleiben Tochterknollen dennoch die bessere Wahl.