Die Überwinterung des Grünblütigen Milchsterns richtet sich weniger nach einem festen Datum als nach dem sichtbaren Entwicklungszustand der Pflanze. Wenn das Laub nach der Wachstums- und Blütezeit vergilbt, beginnt die Zwiebel ihre Ruhephase vorzubereiten. In dieser Zeit werden Wassergaben schrittweise reduziert und die Düngung vollständig beendet. Die Zwiebel muss frostfrei, trocken und gut belüftet bleiben, damit sie im nächsten Wachstumszyklus gesund austreibt.
Die Ruhephase richtig einleiten
Nach der Blüte bleibt die Pflanze zunächst in normaler Pflege, solange die Blätter kräftig grün sind. Das Laub produziert weiterhin Reservestoffe, die in der Zwiebel gespeichert werden. Ein sofortiger Wasserentzug würde diesen wichtigen Prozess zu früh unterbrechen. Die Bewässerung wird daher erst reduziert, wenn eine natürliche Vergilbung deutlich erkennbar ist.
Mit zunehmendem Einziehen der Blätter verlängern sich die Abstände zwischen den Wassergaben. Das Substrat darf nun stärker austrocknen als während des aktiven Wachstums. Vollständig grüne Blätter sollten jedoch nicht durch absichtliche extreme Trockenheit zum Absterben gezwungen werden. Ein langsamer Übergang unterstützt eine gleichmäßige Reife der Zwiebel.
Die Düngung endet bereits zu Beginn der sichtbaren Vergilbung. Zusätzliche Nährstoffe können in dieser Phase nicht mehr sinnvoll in neues Wachstum umgesetzt werden. Sie verbleiben im Substrat und erhöhen dort die Salzkonzentration. Während der gesamten Ruheperiode ist keine weitere Düngung erforderlich.
Vollständig trockene Blätter lassen sich vorsichtig entfernen. Sie sollten sich ohne starken Zug von der Zwiebel lösen. Noch feuchte oder teilweise grüne Blattreste bleiben stehen, bis sie weiter eingetrocknet sind. Gewaltsames Herausziehen kann das empfindliche Gewebe am Zwiebelhals verletzen.
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Der geeignete Winterstandort
Der Winterstandort muss zuverlässig frostfrei sein. Bereits kurze Frostperioden können das wasserreiche Zwiebelgewebe schwer schädigen. Ein unbeheiztes Gewächshaus eignet sich nur, wenn die Mindesttemperatur kontrolliert und gegebenenfalls abgesichert wird. Sicherer ist häufig ein kühler Raum innerhalb des Hauses.
Während vollständiger Ruhe ist intensives Licht weniger wichtig als während des Blattwachstums. Der Standort sollte dennoch trocken, sauber und gut belüftet sein. Ein feuchter Keller ohne Luftaustausch ist ungeeignet, weil dort Schimmel und Fäulnis begünstigt werden. Auch direkt neben stark erwärmten Heizungsanlagen sollte die Zwiebel nicht lagern.
Die Temperatur darf mäßig kühl sein, sollte aber möglichst gleichmäßig bleiben. Starke Wechsel zwischen Wärme und Kälte können einen vorzeitigen Austrieb auslösen. Treibt die Zwiebel an einem dunklen Standort aus, entstehen schwache, blasse Blätter. In diesem Fall muss sie sofort heller und etwas wärmer gestellt werden.
Der Topf kann während der Ruhephase am Standort verbleiben. Ein Ausgraben ist nur sinnvoll, wenn das Substrat gewechselt, die Zwiebel kontrolliert oder Platz gespart werden soll. Frei gelagerte Zwiebeln müssen trocken, luftig und vor Druckstellen geschützt aufbewahrt werden. Geschlossene Kunststoffbehälter ohne Belüftung sind dafür ungeeignet.
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Pflege während der Winterruhe
Während der Ruhephase wird äußerst sparsam gegossen. Bei kühler Haltung kann das Substrat über längere Zeit vollständig trocken bleiben. Kleine Wassergaben sind nur erforderlich, wenn die Zwiebel stark schrumpft oder bereits neue Wurzeln bildet. Jede unnötige Feuchtigkeit erhöht das Risiko von Fäulnis.
Trotz geringer Pflege wird die Pflanze regelmäßig kontrolliert. Die Zwiebel sollte fest bleiben und keine weichen, dunklen Stellen entwickeln. Auch Wollläuse können sich während der Ruhezeit zwischen trockenen Zwiebelschuppen verbergen. Eine frühe Entdeckung erleichtert die Bekämpfung erheblich.
Ein geringfügiges Schrumpfen der Zwiebel ist während einer längeren Trockenphase normal. Starkes Einsinken oder eine papierartig leichte Konsistenz kann jedoch auf zu große Austrocknung oder innere Schäden hinweisen. Vor einer Wassergabe wird geprüft, ob der Zwiebelboden noch gesund ist. Eine faulende Zwiebel darf nicht durch zusätzliches Gießen behandelt werden.
Der Topf wird während der Winterruhe nicht gedüngt und möglichst nicht unnötig bewegt. Mechanische Beschädigungen am trockenen Zwiebelhals können Eintrittsstellen für Krankheitserreger schaffen. Abgefallene Blattreste werden aus hygienischen Gründen entfernt. Der Standort bleibt sauber und frei von dauerhaft feuchten Materialien.
Den neuen Austrieb begleiten
Der neue Wachstumsbeginn zeigt sich durch eine frische Blattspitze oder neue Wurzelaktivität. Sobald diese Zeichen sichtbar sind, wird die Pflanze an einen sehr hellen Standort gebracht. Die Temperatur darf nun allmählich ansteigen. Ein plötzlicher Wechsel von kühler Lagerung zu starker Hitze sollte vermieden werden.
Die ersten Wassergaben fallen klein aus. Zu diesem Zeitpunkt besitzt die Zwiebel oft noch kein vollständig aktives Wurzelsystem. Starkes Durchfeuchten kann deshalb mehr Schaden als Nutzen verursachen. Mit jedem weiteren Blatt und zunehmender Durchwurzelung wird die Bewässerung vorsichtig gesteigert.
Falls das Substrat verbraucht, stark verdichtet oder versalzen ist, bietet der beginnende Austrieb eine gute Gelegenheit zum Umtopfen. Dabei werden Wurzeln und Zwiebelboden auf Schäden kontrolliert. Das frische Substrat muss locker und nur leicht feucht sein. Nach größeren Wurzelverletzungen wird mit dem Gießen einige Tage gewartet.
Gedüngt wird erst, wenn das Wachstum deutlich eingesetzt hat. Eine zu frühe Nährstoffgabe belastet junge Wurzeln und kann Salzschäden verursachen. Zunächst nutzt die Pflanze die in der Zwiebel gespeicherten Reserven. Später unterstützt eine schwache, regelmäßige Düngung den Aufbau von Blättern und Blütenstand.