Das Pflanzen und Vermehren des Grünblütigen Milchsterns gelingt zuverlässig, wenn die Zwiebeln gesund sind und ein luftiger, rasch abtrocknender Wurzelraum vorbereitet wird. Besonders empfindlich reagiert die Pflanze auf tiefe Pflanzung, verdichtete Erde und übermäßiges Gießen unmittelbar nach dem Einsetzen. Für eine erfolgreiche Vermehrung stehen vor allem Tochterzwiebeln zur Verfügung, während die Aussaat mehr Geduld und kontrollierte Bedingungen verlangt. Jede frisch gepflanzte Zwiebel sollte zunächst ausreichend Zeit erhalten, neue Wurzeln zu bilden, bevor sie stärker bewässert oder gedüngt wird.
Pflanzzeit und Vorbereitung der Zwiebeln
Der günstigste Pflanzzeitpunkt liegt kurz vor dem erwarteten Austrieb oder am Ende der ausgeprägten Ruhephase. Zu diesem Zeitpunkt kann sich die Zwiebel in frischem Substrat etablieren, ohne lange in feuchter Erde zu liegen. Bereits deutlich austreibende Exemplare lassen sich ebenfalls pflanzen, müssen dabei aber besonders vorsichtig behandelt werden. Junge Triebe brechen leicht und sollten beim Einsetzen nicht gedrückt oder verbogen werden.
Vor der Pflanzung wird jede Zwiebel sorgfältig kontrolliert. Gesunde Zwiebeln fühlen sich fest an und besitzen keine großflächigen weichen oder dunkel verfärbten Stellen. Trockene äußere Häute sind meist unproblematisch, solange das darunterliegende Gewebe intakt ist. Ein fauliger Geruch, austretende Flüssigkeit oder ein matschiger Zwiebelboden deutet dagegen auf eine ernste Schädigung hin.
Abgestorbene Wurzelreste können vorsichtig entfernt werden, während feste und helle Wurzeln möglichst erhalten bleiben. Kleine oberflächliche Verletzungen sollten vor dem Pflanzen an einem luftigen, trockenen Ort abheilen. Stark beschädigte Bereiche lassen sich mit einem desinfizierten Messer bis ins gesunde Gewebe zurückschneiden. Die Schnittfläche muss anschließend vollständig abtrocknen, bevor die Zwiebel mit Substrat in Berührung kommt.
Das Pflanzgefäß wird passend zur Größe der Zwiebel gewählt. Ein zu großer Topf enthält viel unbewurzeltes Substrat, das nach dem Gießen lange nass bleiben kann. Das Gefäß sollte stabil stehen und über freie Abzugslöcher verfügen. Untersetzer und Übertöpfe müssen so verwendet werden, dass sich darin kein Wasser dauerhaft sammelt.
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Pflanztiefe und Substrataufbau
Für den Grünblütigen Milchstern eignet sich eine mineralisch aufgelockerte Pflanzmischung. Strukturstabile Erde kann mit Bims, Lava, grobem Sand oder vergleichbaren porösen Bestandteilen vermischt werden. Die Mischung sollte auch nach mehreren Wassergaben locker bleiben und nicht zu einer dichten Masse zusammensacken. Gleichzeitig muss sie genügend Feuchtigkeit speichern, damit feine neue Wurzeln nicht sofort austrocknen.
Die Zwiebel wird so eingesetzt, dass ihr Wurzelboden guten Kontakt zum Substrat erhält. Der obere Zwiebelbereich oder zumindest der Zwiebelhals darf leicht über der Erdoberfläche liegen. Eine vollständig tiefe Pflanzung erhöht besonders bei Zimmerkultur das Risiko, dass Feuchtigkeit am Hals stehen bleibt. Nach dem Einsetzen wird das Substrat nur leicht angedrückt und nicht fest verdichtet.
Zwischen mehreren Zwiebeln sollte ausreichend Abstand bleiben. Eine enge Gruppenpflanzung wirkt zwar schnell üppig, erschwert aber die Kontrolle von Feuchtigkeit und Fäulnis. Außerdem konkurrieren die Pflanzen früher um Wurzelraum und Nährstoffe. In breiten Schalen muss besonders sorgfältig gegossen werden, da die Randbereiche oft schneller trocknen als die Mitte.
Unmittelbar nach dem Pflanzen ist eine vollständige Durchtränkung nur sinnvoll, wenn bereits aktive Wurzeln und deutlicher Austrieb vorhanden sind. Ruhende oder frisch geschnittene Zwiebeln werden zunächst sehr sparsam angegossen. Das Substrat darf lediglich leicht feucht sein, bis neue Wurzelaktivität erkennbar wird. Mit zunehmendem Blattwachstum kann die Wassermenge schrittweise angepasst werden.
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Vermehrung durch Tochterzwiebeln
Ältere Pflanzen bilden unter guten Bedingungen seitlich kleine Tochterzwiebeln. Diese können beim Umtopfen von der Mutterzwiebel getrennt werden, sobald sie ausreichend entwickelt sind. Besonders gut wachsen Tochterzwiebeln weiter, die bereits eigene Wurzeln besitzen. Sehr kleine, wurzellose Zwiebeln sollten nur abgenommen werden, wenn sie sich ohne Verletzung lösen lassen.
Die Trennung erfolgt mit den Fingern oder einem scharfen, sauberen Messer. Gewaltsames Abbrechen kann tiefe Wunden an Mutter- und Tochterzwiebel verursachen. Größere Schnittstellen werden vor dem Einpflanzen mehrere Stunden oder länger trocknen gelassen. In dieser Zeit bildet sich eine trockene Schutzschicht, die das Eindringen von Krankheitserregern erschwert.
Jede Tochterzwiebel kann einzeln in einen kleinen Topf gesetzt werden. Ein angepasstes Gefäß ermöglicht eine bessere Kontrolle der Bodenfeuchtigkeit als ein großer Gemeinschaftstopf. Das Substrat sollte besonders locker und hygienisch sein, weil junge Wurzeln empfindlich auf Sauerstoffmangel reagieren. In den ersten Wochen ist ein warmer, heller Standort ohne extreme Mittagshitze günstig.
Junge Pflanzen dürfen nicht durch starke Düngung zu schnellem Wachstum gezwungen werden. Zunächst müssen sie ein stabiles Wurzelsystem und mehrere gesunde Blätter aufbauen. Eine schwach dosierte Nährstoffgabe ist erst sinnvoll, wenn ein aktiver Zuwachs sichtbar wird. Bis zur ersten Blüte können je nach Größe und Kulturbedingungen mehrere Wachstumsperioden vergehen.
Aussaat und Pflege der Jungpflanzen
Eine Vermehrung aus Samen ist möglich, dauert jedoch deutlich länger als die Teilung von Tochterzwiebeln. Verwendet werden möglichst frische, vollständig ausgereifte Samen, da die Keimfähigkeit bei ungünstiger Lagerung abnehmen kann. Das Saatgefäß muss sauber sein und über einen zuverlässigen Wasserabzug verfügen. Eine feine, aber luftige Mischung verhindert, dass die kleinen Keimwurzeln in verdichtetem Substrat ersticken.
Die Samen werden auf dem angefeuchteten Substrat verteilt und nur dünn bedeckt. Eine zu tiefe Aussaat erschwert das Auflaufen und kann Fäulnis begünstigen. Gleichmäßige Feuchtigkeit ist wichtig, doch die Oberfläche darf nicht dauerhaft nass oder luftlos sein. Abgestandenes Wasser in einer geschlossenen Abdeckung sollte regelmäßig entfernt werden.
Nach dem Keimen benötigen die Sämlinge viel Licht, aber zunächst keine brennende Mittagssonne. Zu wenig Licht führt zu langen, instabilen Keimblättern und schwacher Zwiebelbildung. Die Belüftung wird schrittweise erhöht, damit sich die Jungpflanzen an normale Raumluft gewöhnen. Plötzliche starke Austrocknung muss dennoch vermieden werden.
Vereinzelt werden die jungen Pflanzen erst, wenn sie gut greifbar sind und eine kleine Zwiebelbasis entwickelt haben. Die feinen Wurzeln dürfen dabei nicht unnötig lange der Luft ausgesetzt sein. Nach dem Pikieren wird nur vorsichtig angegossen und zunächst nicht gedüngt. Mit Geduld entwickeln sich aus den Sämlingen robuste Pflanzen, die sich an die vorhandenen Kulturbedingungen gut anpassen können.