Die rechtzeitige Vorbereitung auf den Winter ist entscheidend für das Überleben dieser frostempfindlichen Exoten in unseren Breitengraden. Da die Pflanzen keinerlei Minusgrade vertragen, müssen sie rechtzeitig vor dem ersten Frost ins Haus geholt werden. Bereits leichte Nachtfröste können irreversible Schäden am Zellgewebe der Blätter und Stängel verursachen. Eine aufmerksame Beobachtung des Wetterberichts ab Mitte Oktober ist daher dringend ratsam.

Bouvardie
Bouvardia x domestica
Mittlerer Pflegeaufwand
Mexiko und Zentralamerika
Immergrüner Strauch
Umgebung & Klima
Lichtbedarf
Helles indirektes Licht
Wasserbedarf
Mäßig, feucht halten
Luftfeuchtigkeit
Hohe Luftfeuchtigkeit
Temperatur
Warm (18-24°C)
Frosttoleranz
Frostempfindlich (5°C)
Überwinterung
Heller Raum (10-15°C)
Wachstum & Blüte
Höhe
60-100 cm
Breite
40-60 cm
Wachstum
Moderat
Schnitt
Rückschnitt nach der Blüte
Blütekalender
Juni - November
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Boden & Pflanzung
Bodenansprüche
Gut durchlässiger, fruchtbarer Boden
Boden-pH
Leicht sauer (5.5-6.5)
Nährstoffbedarf
Hoch (wöchentlich während der Blüte)
Idealer Standort
Heller Innenraum oder Gewächshaus
Merkmale & Gesundheit
Zierwert
Auffällige duftende Blüten
Laubwerk
Dunkelgrüne lanzettliche Blätter
Duft
Starker, süßer Duft
Toxizität
Geringe Toxizität
Schädlinge
Blattläuse, Spinnmilben, Weiße Fliegen
Vermehrung
Stecklinge

Bevor die Pflanzen ihr Winterquartier beziehen, sollten sie einer gründlichen Reinigung und Inspektion unterzogen werden. Welkes Laub, vertrocknete Blütenstände und beschädigte Triebe werden mit einer scharfen Schere sauber entfernt. Diese Maßnahme verbessert die Luftzirkulation innerhalb der Pflanze während der engen Wintermonate spürbar. Zudem wird so verhindert, dass absterbende Pflanzenteile im Winterquartier als Nährboden für Grauschimmel dienen.

Eine intensive Kontrolle auf Schädlinge ist vor dem Einräumen in den geschlossenen Raum absolut unerlässlich. Werden Läuse oder Spinnmilben übersehen, können sie sich in der warmen, trockenen Raumluft rasant vermehren. Ein Einschleppen in das Winterquartier gefährdet zudem auch alle anderen dort überwinternden Pflanzenarten. Bei Entdeckung eines Befalls muss dieser noch vor dem Umzug konsequent bekämpft werden.

Das Substrat sollte vor dem Einräumen nicht mehr stark durchnässt, sondern lediglich mäßig feucht sein. Ein nasser Wurzelballen in Kombination mit kühleren Temperaturen im Winterquartier führt fast immer zu gefährlicher Wurzelfäule. Die Düngung wird bereits einige Wochen vor dem Umzug vollständig eingestellt, damit die Triebe ausreifen können. So vorbereitet wechselt die Pflanze optimal eingestellt in den wohlverdienten Winterschlaf.

Das ideale Winterquartier für die Pflanzen

Der gewählte Ort für die Überwinterung muss bestimmte klimatische Bedingungen erfüllen, um der Pflanze gerecht zu werden. Ein heller, aber kühler Raum ist die beste Wahl für eine erfolgreiche Ruheperiode. Temperaturen zwischen zehn und zwölf Grad Celsius gelten in der Fachliteratur als absoluter Optimalbereich. Geeignet sind beispielsweise schwach beheizte Wintergärten, kühle Schlafzimmer oder frostfreie Treppenhäuser.

Ein zu warmer Standort im Wohnzimmer in der Nähe einer Heizung ist für die Überwinterung gänzlich ungeeignet. Die hohen Temperaturen gaukeln der Pflanze Frühling vor, während gleichzeitig das natürliche Tageslicht im Winter viel zu schwach ist. Die Folge ist ein ungesunder Geilwuchs mit langen, dünnen und extrem instabilen Trieben. Zudem steigt das Risiko für einen massiven Befall mit Spinnmilben bei trockener Heizungsluft drastisch an.

Auch ein völlig dunkler Kellerraum ist für diese immergrüne Pflanze nicht als Winterquartier zu empfehlen. Ohne jegliches Licht verliert das Gewächs innerhalb kurzer Zeit alle Blätter und stirbt schließlich ab. Wenn kein heller Raum zur Verfügung steht, kann der Einsatz einer speziellen Pflanzenlampe Abhilfe schaffen. Diese LEDs liefern das nötige Lichtspektrum, um die Photosynthese auf Sparflamme aufrechtzuerhalten.

Der Stellplatz sollte zudem frei von kalter Zugluft beim Lüften des Raumes sein, um Stress zu vermeiden. Die Töpfe sollten idealerweise nicht direkt auf kaltem Steinboden oder Fensterbänken aus Marmor platziert werden. Eine Unterlage aus Styropor oder Holz schützt das empfindliche Wurzelsystem vor der aufsteigenden Kälte von unten. Eine konstante und geschützte Umgebung sichert das Überleben der Kultur bis zum Frühjahr.

Reduzierte Pflege während der Ruhephase

Während der Wintermonate schränkt die Pflanze ihre Lebensfunktionen auf ein absolutes Minimum ein. Dementsprechend muss auch der Pflegeaufwand durch den Besitzer drastisch zurückgefahren und angepasst werden. Das Motto für diese Zeit lautet eindeutig: Weniger ist mehr für die Pflanzengesundheit. Zu viel Fürsorge in Form von Wasser oder Dünger bewirkt im Winter genau das Gegenteil.

Gegossen wird in den Monaten von November bis Februar nur noch extrem sparsam und in großen Abständen. Die Erde sollte zwischen den Wassergaben tiefgründig abtrocknen, darf aber niemals völlig zu Staub werden. Ein kleiner Schluck lauwarmes Wasser alle zwei bis drei Wochen reicht in der Regel vollkommen aus. Der tatsächliche Bedarf lässt sich am besten durch das Anheben des Topfes ermitteln.

Das Düngen ist während der gesamten Überwinterung ein absolutes Tabu und muss strikt unterbleiben. Die Pflanze kann die Nährstoffe aufgrund des Lichtmangels und der Kälte überhaupt nicht in Wachstum umsetzen. Die Salze würden sich im Substrat anreichern und die empfindlichen Wurzeln irreparabel verbrennen. Die Nährstoffpause ist eine zwingende Voraussetzung für die Knospenbildung im nächsten Jahr.

Regelmäßiges Lüften des Winterquartiers an frostfreien Tagen sorgt für den notwendigen Luftaustausch im Raum. Die frische Luft senkt das Risiko von Pilzerkrankungen, die sich in stehender Luft schnell entwickeln. Ein kurzer Blick auf die Pflanze bei jedem Lüften sichert das rechtzeitige Erkennen von eventuellen Problemen. Mit dieser minimalen, aber gezielten Aufmerksamkeit übersteht die Kultur die dunkle Jahreszeit problemlos.

Die Rückkehr in den Frühlingsmodus

Ab Anfang März erwacht die Natur langsam wieder zum Leben, und die Tage werden spürbar länger. Dies ist das Signal, auch die überwinterten Pflanzen schrittweise wieder an wärmere Bedingungen zu gewöhnen. Die Kultur wird nun an einen etwas wärmeren und noch helleren Platz im Haus umgezogen. Temperaturen um die achtzehn Grad Celsius sind für den Übergang optimal geeignet.

Parallel zum Anstieg der Temperaturen wird auch die Wassermenge langsam und vorsichtig wieder erhöht. Die Pflanze beginnt nun wieder zu assimilieren und benötigt für den Neuaustrieb deutlich mehr Feuchtigkeit. Das Substrat sollte ab jetzt wieder gleichmäßig leicht feucht gehalten werden, ohne es zu übertreiben. Das erste vorsichtige Düngen mit schwacher Dosierung unterstützt den Start in die neue Saison.

Das zeitige Frühjahr ist auch der perfekte Moment für den jährlichen Formschnitt und das eventuelle Umtopfen. Die Triebe können kräftig zurückgeschnitten werden, um einen kompakten und buschigen Wuchs zu fördern. Ein frisches Substrat liefert die nötige Energie für die kommenden Monate des Wachstums und der Blüte. Nach diesen Maßnahmen zeigt sich meist schnell der erste frische Austrieb an den Ästen.

Nach den Eisheiligen im Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, darf die Pflanze wieder ins Freie umziehen. Der Wechsel vom Haus in den Garten sollte jedoch behutsam und schrittweise erfolgen, um Verbrennungen zu vermeiden. Die Pflanze wird anfangs für einige Tage an einen schattigen Platz gestellt, um sich an das ungefilterte UV-Licht zu gewöhnen. Nach dieser Akklimatisation kann sie ihren endgültigen Sommerplatz einnehmen.