Das Pflanzen der Gelenkblume ist ein entscheidender Schritt, der die Basis für eine jahrelange Gartenfreude legt. Da es sich um eine sehr anpassungsfähige Staude handelt, gelingt das Anwachsen in der Regel ohne größere Schwierigkeiten. Dennoch gibt es einige fachliche Details zu beachten, um der Pflanze den bestmöglichen Start zu ermöglichen. Ein gut geplanter Pflanzvorgang spart später viel Zeit bei der Nachbesserung und Pflege.
Die beste Zeit für die Pflanzung ist entweder das zeitige Frühjahr oder der frühe Herbst, wenn die Temperaturen moderat sind. Im Frühjahr hat die Pflanze die gesamte Wachstumsperiode vor sich, um ein kräftiges Wurzelsystem zu entwickeln. Der Herbst bietet hingegen den Vorteil, dass der Boden noch warm ist und die Herbstregen das Anwachsen unterstützen. Du solltest jedoch darauf achten, dass die Pflanzen vor den ersten harten Frösten ausreichend fest im Boden verwurzelt sind.
Bevor du mit dem eigentlichen Pflanzen beginnst, muss der Boden gründlich vorbereitet und von tiefwurzelndem Unkraut befreit werden. Lockere die Erde tiefgründig auf und arbeite bei Bedarf etwas reifen Kompost oder organischen Langzeitdünger ein. Ein gut vorbereitetes Beet erleichtert den jungen Wurzeln die Ausbreitung in der neuen Umgebung erheblich. Achte darauf, dass keine großen Steine oder harten Schollen den Weg der zarten Rhizome behindern.
Stelle die Töpfe mit den Pflanzen vor dem Einsetzen für etwa zehn Minuten in ein Wasserbad, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Ein wassergesättigter Wurzelballen ist die beste Versicherung gegen den gefürchteten Pflanzschock nach dem Umsetzen. Hebe das Pflanzloch so tief aus, dass der Ballen gerade mit der Erdoberfläche abschließt oder minimal tiefer sitzt. Zu flach gepflanzte Stauden trocknen im Sommer zu schnell aus und verlieren an Standfestigkeit.
Pflanztechnik und Abstände
Beim Einsetzen der Pflanze solltest du den Wurzelballen vorsichtig mit den Fingern lockern, falls dieser sehr stark durchwurzelt ist. Dieser kleine Trick regt die Pflanze dazu an, ihre Wurzeln aktiv in das umgebende Erdreich auszustrecken. Fülle das Loch mit der ausgehobenen Erde auf und drücke diese mit den Händen gleichmäßig, aber nicht zu fest an. Ein zu starkes Festtreten mit den Füßen kann die Bodenstruktur zerstören und die Luftzufuhr einschränken.
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Der Pflanzabstand ist ein kritischer Faktor, da die Gelenkblume durch ihre unterirdischen Ausläufer recht schnell in die Breite geht. Ein Abstand von etwa 30 bis 40 Zentimetern zwischen den einzelnen Pflanzen hat sich in der Praxis bewährt. Dies entspricht etwa sechs bis neun Pflanzen pro Quadratmeter, je nach Sorte und gewünschter Dichte. Zu eng gepflanzte Bestände leiden später oft unter Lichtmangel und einer schlechteren Luftzirkulation im unteren Bereich.
Nach dem Pflanzen ist ein kräftiges Angießen obligatorisch, um einen guten Kontakt zwischen Wurzeln und Erde herzustellen. Selbst wenn es regnet, solltest du diesen Schritt nicht überspringen, da das Wasser die Erde in die Zwischenräume schwemmt. In den ersten zwei Wochen nach der Pflanzung muss der Boden konstant feucht gehalten werden, ohne ihn zu ertränken. Du kannst die Verdunstung minimieren, indem du eine dünne Schicht aus Mulch oder Grasschnitt ausbringst.
Markiere die Stelle der Neupflanzung am besten mit einem kleinen Stab oder einem Etikett, damit du sie beim Jäten nicht übersiehst. Im jungen Stadium können die Austriebe der Gelenkblume leicht mit manchen Wildkräutern verwechselt werden. Eine klare Kennzeichnung schützt dein Investment vor versehentlichem Entfernen bei der Beetpflege. Wenn du in Gruppen pflanzt, achte auf eine natürliche Anordnung, um ein starres Schachbrettmuster zu vermeiden.
Vermehrung durch Teilung
Die einfachste und effektivste Methode zur Vermehrung dieser Staude ist die Teilung des Wurzelstocks im Frühjahr oder Herbst. Hierbei nutzt du den natürlichen Ausbreitungsdrang der Pflanze, um neue, vitale Exemplare für andere Gartenbereiche zu gewinnen. Grabe den gesamten Horst vorsichtig mit einem Spaten aus und schüttle die lose Erde von den Wurzeln ab. Du wirst sehen, dass sich der Wurzelstock meist ganz leicht in mehrere Teilstücke zerlegen lässt.
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Jedes Teilstück sollte mindestens zwei bis drei kräftige Triebknospen und ausreichend Wurzelmasse besitzen, um eigenständig überleben zu können. Zu kleine Stücke brauchen oft sehr lange, bis sie wieder zu einer ansehnlichen Größe heranwachsen und reichlich blühen. Verwende ein scharfes Messer oder den Spatenrand, um saubere Trennschnitte an den Rhizomen vorzunehmen. Vertrocknete oder faule Stellen am Wurzelstock sollten bei dieser Gelegenheit großzügig entfernt werden.
Pflanze die gewonnenen Teilstücke sofort wieder an ihrem neuen Bestimmungsort ein, damit die feinen Faserwurzeln nicht austrocknen. Falls du die Stücke transportieren oder verschenken möchtest, schlage sie in feuchtes Zeitungspapier oder ein Tuch ein. Die Vermehrung durch Teilung dient gleichzeitig der Verjüngung der Mutterpflanze, die danach oft wieder mit frischer Energie austreibt. Es ist eine der nachhaltigsten Arten, den eigenen Pflanzenbestand kostengünstig und sicher zu vergrößern.
Besonders erfolgreich ist die Teilung im zeitigen Frühjahr, kurz bevor der neue Austrieb richtig an Fahrt aufnimmt. Die Pflanzen befinden sich dann noch in einer Art Startlöchern und stecken ihre gesamte Kraft in die neue Wurzelbildung. Innerhalb weniger Wochen wirst du sehen, wie die neu gesetzten Teile kräftig durchtreiben und sich etablieren. Diese Methode garantiert dir zudem, dass die neuen Pflanzen exakt dieselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze besitzen.
Aussaat und Stecklinge
Die Vermehrung über Samen ist ebenfalls möglich, erfordert jedoch etwas mehr Geduld und Aufmerksamkeit als die einfache Teilung. Du kannst die Samen im Spätsommer direkt von den verblühten Ähren sammeln, sobald diese braun und trocken sind. Die Aussaat erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr in Schalen mit feiner Anzuchterde bei Zimmertemperatur oder im Gewächshaus. Da die Gelenkblume ein Kaltkeimer sein kann, ist eine kurze Kühlperiode des Saatguts oft förderlich für die Keimquote.
Pikiere die jungen Sämlinge in kleine Töpfe, sobald sie das zweite echte Blattpaar entwickelt haben, um ihnen mehr Platz zu geben. In diesem Stadium reagieren die jungen Pflanzen sehr empfindlich auf pralle Mittagssonne oder plötzliche Trockenheit im Substrat. Ein heller Platz ohne direkte Bestrahlung ist ideal für die ersten Wochen der Entwicklung auf der Fensterbank. Erst wenn sie stabil genug sind und keine Nachtfröste mehr drohen, dürfen sie langsam an das Außenklima gewöhnt werden.
Alternativ lassen sich im Frühsommer auch Stecklinge von noch nicht blühenden Trieben schneiden, die in einem Sand-Torf-Gemisch wurzeln. Schneide dazu etwa 10 Zentimeter lange Triebspitzen ab und entferne die unteren Blätter, um die Verdunstung zu reduzieren. Unter einer Folienhaube oder in einem Minigewächshaus herrscht die nötige Luftfeuchtigkeit, damit die Stecklinge nicht welken. Nach drei bis vier Wochen zeigen sich meist die ersten Wurzeln an der Basis der Stecklinge.
Beachte bei der Vermehrung durch Samen, dass die Nachkommen farblich von der Mutterpflanze abweichen können, falls verschiedene Sorten im Garten stehen. Diese genetische Vielfalt kann zu interessanten neuen Farbnuancen führen, ist aber bei streng geplanten Farbbeeten oft unerwünscht. Stecklinge und Teilung hingegen liefern dir immer identische Kopien deiner Lieblingspflanze, was für eine einheitliche Optik sorgt. Probiere verschiedene Methoden aus, um herauszufinden, welche am besten zu deinem gärtnerischen Alltag passt.