Das erfolgreiche Einpflanzen dieser Gewächse hängt maßgeblich von der Wahl des richtigen Zeitpunktes im Gartenjahr ab. Das zeitige Frühjahr, idealerweise in den Monaten März oder April, bietet dafür die allerbesten Voraussetzungen. In dieser Phase erwacht die Natur aus der Winterruhe, und die Säfte beginnen wieder intensiv zu fließen. Die steigenden Temperaturen und das zunehmende Tageslicht regen die Neubildung von feinen Wurzelhaaren stark an.
Ein Einpflanzen im Spätherbst oder Winter ist hingegen mit erheblichen Risiken für die Pflanzengesundheit verbunden. In dieser Zeit befindet sich das Gewächs in einer Ruhephase und besitzt kaum regenerative Kräfte. Beschädigte Wurzeln können in der kalten Jahreszeit nur sehr schlecht heilen und neigen schnell zur Fäulnis. Zudem fehlt das nötige Licht, um das Anwachsen am neuen Standort ausreichend zu unterstützen.
Wer junge Pflanzen im Fachhandel erwirbt, sollte diese nicht zu lange in den kleinen Transporttöpfen belassen. Diese Gefäße sind meist komplett durchwurzelt und bieten keinerlei Nährstoffreserven mehr für eine gesunde Weiterentwicklung. Das vorsichtige Lockern des dichten Wurzelballens vor dem Einpflanzen erleichtert den Kontakt zum neuen Substrat. So finden die Wurzeln schneller den Weg in die frische Erde und etablieren sich zügiger.
Nach dem eigentlichen Pflanzvorgang ist eine gründliche Versorgung mit lauwarmem Wasser unerlässlich für den Erfolg. Das Angießen sorgt dafür, dass sich die Erde setzt und Hohlräume im Topf geschlossen werden. Dadurch bekommen die feinen Wurzeln direkten Erdkontakt, der für die Wasseraufnahme lebensnotwendig ist. In den ersten Wochen nach dem Pflanzen sollte der Standort hell, aber ohne pralle Sonne gewählt werden.
Die Wahl des passenden Pflanzgefäßes
Das richtige Pflanzgefäß muss sowohl funktionellen als auch ästhetischen Ansprüchen genügen, um langfristig Freude zu bereiten. Ein ausreichend großes Bodenloch ist das wichtigste Kriterium bei der Auswahl des neuen Topfes. Ohne diese Abflussmöglichkeit kann überschüssiges Wasser nicht entweichen, was unweigerlich zu Staunässe führt. Tonschalen oder Kunststofftöpfe ohne Löcher sollten daher niemals direkt für die Bepflanzung genutzt werden.
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Materialien wie Ton oder Terrakotta bieten aufgrund ihrer porösen Struktur einige entscheidende Vorteile für das Wurzelklima. Sie erlauben eine gewisse Atmungsaktivität, wodurch Sauerstoff an die Wurzeln gelangt und Feuchtigkeit gleichmäßig verdunstet. Kunststoffgefäße hingegen speichern die Feuchtigkeit deutlich länger, was bei Gießfehlern schneller zu Problemen führen kann. Dafür sind sie leichter zu reinigen und schränken die Verdunstung über die Topfwand komplett ein.
Die Größe des Topfes sollte immer im Verhältnis zur aktuellen Größe des Wurzelballens gewählt werden. Ein zu riesiges Gefäß führt oft dazu, dass die überschüssige Erde zu lange nass bleibt und versauert. Der neue Topf sollte im Durchmesser etwa zwei bis drei Zentimeter größer sein als der alte. So haben die Wurzeln genügend Platz zum Wachsen, ohne im nassen Substrat zu ertrinken.
Am Bodengrund des Gefäßes sollte stets eine zuverlässige Drainageschicht aus stabilen Materialien eingerichtet werden. Grober Blähton, Kies oder Tonscherben eignen sich hervorragend für diesen Zweck und verhindern Verstopfungen. Diese Schicht sorgt dafür, dass das Wasser schnell von den Wurzeln weggeleitet wird. Erst über diese Drainage wird das eigentliche Pflanzsubstrat eingefüllt und leicht angedrückt.
Stecklingsvermehrung im Detail
Die Vermehrung über Kopfstecklinge ist die gängigste und erfolgreichste Methode, um neue Exemplare dieser Art zu gewinnen. Dafür werden im Frühsommer gesunde, halbreife Triebe ohne Blütenknospen von der Mutterpflanze sauber abgeschnitten. Die Stecklinge sollten eine Länge von etwa acht bis zehn Zentimetern aufweisen und mehrere Blattpaare besitzen. Ein glatter Schnitt direkt unterhalb eines Blattknotens erhöht die Chancen auf eine schnelle Wurzelbildung.
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Die unteren Blätter des Stecklings werden vorsichtig entfernt, um die Verdunstungsfläche des Triebes zu minimieren. Nur die oberen zwei bis drei Blätter verbleiben am Steckling, um die Photosynthese aufrechtzuerhalten. Die Verwendung eines speziellen Bewurzelungspulvers kann den Prozess der Wurzelneubildung zusätzlich beschleunigen und absichern. Anschließend werden die vorbereiteten Triebe in ein mageres, feuchtes Vermehrungssubstrat gesteckt.
Ein Mini-Gewächshaus oder eine einfache Plastikhaube über dem Topf sorgt für die notwendige hohe Luftfeuchtigkeit. Unter dieser Abdeckung entsteht ein gespanntes Klima, welches das Austrocknen der wurzellosen Triebe effektiv verhindert. Die Abdeckung muss jedoch täglich kurz gelüftet werden, um Schimmelbildung und Fäulnisprozesse zu unterbinden. Der Standort für die Anzucht sollte warm und hell, aber absolut schattig sein.
Nach etwa drei bis vier Wochen zeigen sich meist die ersten Zeichen einer erfolgreichen Bewurzelung. Die Stecklinge beginnen, neue, hellgrüne Blättchen an der Spitze zu treiben und stehen fester im Substrat. Nun kann die schützende Abdeckung schrittweise immer länger weggelassen werden, um die Pflanzen abzuhärten. Sobald der kleine Topf gut durchwurzelt ist, erfolgt das erste vorsichtige Umtopfen in normales Substrat.
Pflege der Jungpflanzen nach der Bewurzelung
Junge Pflanzen benötigen in den ersten Monaten eine besonders aufmerksame Pflege und gezielte Maßnahmen zur Formgebung. Um einen buschigen und reich verzweigten Wuchs zu erzielen, müssen die Triebspitzen regelmäßig entspitzt werden. Dieses sogenannte Entspitzen oder Pinzieren regt die Bildung von Seitentrieben aus den Blattachseln an. Wer darauf verzichtet, erhält oft nur einzelne, lange Stängel, die kaum Blüten ansetzen.
Die Wasserversorgung der jungen Gewächse muss sehr gleichmäßig erfolgen, da die zarten Wurzeln empfindlich reagieren. Ein völliges Austrocknen des Bodens kann die Entwicklung der Jungpflanzen nachhaltig stören oder zum Absterben führen. Ebenso schädlich ist jedoch ein Übergießen, da das kleine Wurzelsystem noch nicht viel Wasser aufnehmen kann. Fingerspitzengefühl und tägliche Kontrollen sind in dieser Phase der Aufzucht der beste Ratgeber.
Mit der ersten Gabe von Düngemitteln sollte gewartet werden, bis die Pflanzen ein kräftiges Wachstum zeigen. Zu frühes Düngen kann die noch empfindlichen Salzstrukturen der jungen Wurzeln dauerhaft verbrennen und schädigen. Wenn die Pflanze gut etabliert ist, reicht eine schwach dosierte wöchentliche Flüssigdüngung vollkommen aus. Die Nährstoffe unterstützen den Aufbau einer stabilen Zellstruktur und bereiten auf die erste Blüte vor.
Der Standort für die heranwachsenden Pflanzen wird schrittweise an die Bedingungen für erwachsene Exemplare angepasst. Mehr Licht promoviert ein kompaktes Wachstum und verhindert, dass die Triebe unschön in die Länge schießen. Ein geschützter Platz auf der Terrasse oder dem Balkon im Spätsommer tut den Jungpflanzen ebenfalls sehr gut. Vor den ersten herbstlichen Nachtfrösten müssen die empfindlichen Gewächse jedoch unbedingt wieder ins Haus geholt werden.