Die Kichererbse hat sich in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten Kulturen in der nachhaltigen Landwirtschaft und im heimischen Garten entwickelt. Diese Hülsenfrucht stellt zwar keine extrem hohen Ansprüche an den Gärtner, verlangt jedoch ein gewisses Maß an Fachwissen, um optimale Erträge zu erzielen. Wer sich für den Anbau entscheidet, profitiert nicht nur von den gesunden Früchten, sondern auch von der bodenverbessernden Wirkung dieser Pflanze. Eine sorgfältige Planung und die Berücksichtigung standortspezifischer Faktoren sind die Grundpfeiler für eine erfolgreiche Ernte im Spätsommer.

Kichererbse
Cicer arietinum
Pflegeleicht
Naher Osten
Einjährige Hülsenfrucht
Umgebung & Klima
Lichtbedarf
Volle Sonne
Wasserbedarf
Niedrig (Trockenheitsresistent)
Luftfeuchtigkeit
Niedrig bis mäßig
Temperatur
Warm (18-30°C)
Frosttoleranz
Frostempfindlich (0°C)
Überwinterung
Keine (Einjährig)
Wachstum & Blüte
Höhe
20-50 cm
Breite
20-40 cm
Wachstum
Moderat
Schnitt
Nicht erforderlich
Blütekalender
Juni - Juli
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Boden & Pflanzung
Bodenansprüche
Wohl drainiert, sandig-lehmig
Boden-pH
Neutral bis alkalisch (6.0-8.0)
Nährstoffbedarf
Gering (Stickstofffixierend)
Idealer Standort
Gemüsegarten / Feld
Merkmale & Gesundheit
Zierwert
Gering
Laubwerk
Kleine, gefiederte Blättchen
Duft
Keine
Toxizität
Ungiftig (Essbare Samen)
Schädlinge
Hülsenfruchtbohrer, Blattläuse
Vermehrung
Samen

Die Bedeutung der Bodenbeschaffenheit

Ein lockerer und gut durchlässiger Boden ist für das Wachstum der Kichererbse absolut entscheidend. Da die Pflanzen empfindlich auf Staunässe reagieren, solltest du schwere Lehmböden unbedingt meiden oder diese durch die Beigabe von Sand deutlich auflockern. Ein sandiger Lehmboden bietet die ideale Mischung aus Belüftung und minimaler Feuchtigkeitsspeicherung, die das Wurzelsystem benötigt. Es ist ratsam, den Boden bereits einige Wochen vor der Aussaat tiefgründig zu lockern, damit die Pfahlwurzeln ungehindert in die Tiefe wachsen können.

Zusätzlich spielt der pH-Wert des Bodens eine wesentliche Rolle für die Nährstoffaufnahme der Pflanzen. Ein neutraler bis leicht alkalischer Bereich zwischen 6,5 und 8,0 ist für die Kichererbse am vorteilhaftesten. Du kannst den Wert deines Bodens mit einfachen Testkits bestimmen und bei Bedarf durch Kalkung korrigieren. Ein zu saurer Boden würde die Aktivität der wichtigen Knöllchenbakterien hemmen, die für die Stickstofffixierung verantwortlich sind.

Helena
Premium-Tipps des Autors

Besondere Tipps zu diesem Thema

Teile diesen Artikel auf Facebook, um die zusätzlichen Tipps und praktischen Tricks des Autors freizuschalten.

Die Vorbereitung des Beetes sollte auch die Entfernung von tiefwurzelnden Unkräutern beinhalten. Da die Kichererbse in der Anfangsphase eher langsam wächst, ist sie eine schwache Konkurrentin gegenüber Wildkräutern. Ein sauber vorbereitetes Saatbett reduziert den späteren Pflegeaufwand erheblich und gibt den jungen Keimlingen den nötigen Vorsprung. Achte darauf, dass der Boden fein krümelig ist, um einen guten Bodenschluss der Samen zu gewährleisten.

Abschließend ist zu beachten, dass die Kichererbse eine sehr gute Vorfrucht für viele andere Kulturen darstellt. Durch ihre Symbiose mit Rhizobien reichert sie den Boden auf natürliche Weise mit Stickstoff an. Du solltest daher den Standort deiner Pflanzen jährlich wechseln, um Bodenmüdigkeit und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Eine Anbaupause von mindestens drei bis vier Jahren an derselben Stelle hat sich in der fachlichen Praxis bewährt.

Die regelmäßige Unkrautkontrolle

In den ersten Wochen nach der Keimung ist die Kichererbse besonders auf deine Unterstützung angewiesen. Da das Wachstum zunächst bodennah und eher verhalten stattfindet, können schnellwachsende Unkräuter die Kulturpflanzen leicht überlagern. Regelmäßiges Hacken zwischen den Reihen ist daher eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen in dieser Phase. Dabei solltest du jedoch vorsichtig vorgehen, um die flach verlaufenden Seitenwurzeln nicht zu beschädigen.

Mulchen kann eine hervorragende Methode sein, um den Unkrautdruck dauerhaft niedrig zu halten. Eine dünne Schicht aus angetrocknetem Rasenschnitt oder Stroh verhindert, dass Licht an die Unkrautsamen gelangt. Gleichzeitig hilft der Mulch dabei, die Bodenfeuchtigkeit gleichmäßiger zu halten, was besonders in trockenen Phasen von Vorteil ist. Achte darauf, dass das Mulchmaterial nicht direkt am Stängel der Kichererbse anliegt, um Fäulnis zu vermeiden.

Wenn die Pflanzen eine Höhe von etwa 20 Zentimetern erreicht haben, verbessert sich ihre Konkurrenzkraft gegenüber Beikräutern deutlich. Zu diesem Zeitpunkt schließen sich die Reihen langsam, und der Boden wird durch das Laub der Kichererbsen beschattet. Dennoch solltest du regelmäßig durch die Reihen gehen und größere Unkräuter von Hand entfernen. Ein sauberer Bestand fördert die Luftzirkulation und senkt damit das Risiko für Pilzerkrankungen nach Regenfällen.

Die mechanische Unkrautbekämpfung sollte immer bei trockenem Wetter durchgeführt werden. Wenn der Boden zu feucht ist, können herausgehackte Unkräuter schnell wieder anwachsen und die Arbeit war umsonst. Zudem ist das Risiko der Bodenverdichtung bei feuchten Bedingungen deutlich höher, was die Kichererbse gar nicht schätzt. Ein lockerer Oberboden nach dem Hacken fördert zudem den Gasaustausch und regt das Wurzelwachstum an.

Die Unterstützung des Pflanzenwachstums

Obwohl Kichererbsen meist eine buschige Wuchsform haben und keine klassischen Kletterpflanzen sind, können sie von einer leichten Stütze profitieren. Besonders in windigen Lagen oder bei sehr hohem Fruchtansatz neigen die Pflanzen dazu, sich zur Seite zu neigen. Kleine Reisigäste oder ein niedriger Maschendrahtzaun entlang der Reihen können hier Wunder wirken. Dies hält die Schoten vom Boden fern und schützt sie vor Verschmutzung und Fäulnis.

Das Anhäufeln der Pflanzen ist eine traditionelle Technik, die auch bei Kichererbsen gute Ergebnisse liefert. Wenn die Pflanzen etwa 15 Zentimeter hoch sind, ziehst du vorsichtig etwas Erde um den unteren Stängelbereich zusammen. Dies fördert die Bildung zusätzlicher Wurzeln und verbessert die Standfestigkeit der gesamten Pflanze. Zudem wird durch diesen Vorgang erneut Unkraut unterdrückt, das gerade erst zu keimen beginnt.

Eine regelmäßige Kontrolle der allgemeinen Pflanzengesundheit gehört zur täglichen Routine eines passionierten Gärtners. Achte auf Verfärbungen der Blätter oder ungewöhnliche Flecken, die auf einen Nährstoffmangel oder beginnenden Schädlingsbefall hindeuten könnten. Je früher du Probleme erkennst, desto einfacher lassen sie sich mit biologischen Mitteln beheben. Eine gesunde Pflanze ist von Natur aus widerstandsfähiger und liefert am Ende die schmackhaftesten Früchte.

Es ist zudem wichtig, die Pflanzen nicht zu dicht stehen zu lassen. Wenn du feststellst, dass die Reihen zu gedrängt sind, solltest du einige Pflanzen vorsichtig entfernen, um Platz zu schaffen. Eine gute Luftzirkulation ist der beste Schutz gegen Mehltau und andere Pilze, die sich in feucht-warmem Mikroklima wohlfühlen. Ein Abstand von etwa 10 bis 15 Zentimetern zwischen den einzelnen Pflanzen in der Reihe hat sich als ideal herausgestellt.

Das Management des Mikroklimas

Kichererbsen lieben Wärme und vertragen Hitze weitaus besser als kühle Temperaturen. In Regionen mit wechselhaftem Wetter kann es sinnvoll sein, die Pflanzen mit einem Vlies zu schützen, wenn die Nächte noch kühl sind. Wärme fördert nicht nur das Wachstum, sondern ist auch entscheidend für die Befruchtung der Blüten. Ein sonniger, windgeschützter Standort ist daher die halbe Miete für eine reiche Ernte.

Sollte es während der Blütezeit zu langanhaltenden Regenperioden kommen, ist besondere Vorsicht geboten. Nässe auf den Blüten kann die Bestäubung behindern und zu einem vorzeitigen Abfallen der Fruchtansätze führen. In kleinen Gärten kann ein temporäres Regendach den entscheidenden Unterschied machen. Sobald die Sonne wieder scheint, sollte die Abdeckung jedoch sofort entfernt werden, um einen Hitzestau zu vermeiden.

Die Reflexion der Sonnenwärme durch helle Steine oder eine Mauer im Rücken der Pflanzen kann das Wachstum beschleunigen. Solche Wärmespeicher geben die Energie auch nach Sonnenuntergang noch an die Umgebung ab und halten die Bodentemperatur stabil. Die Kichererbse stammt ursprünglich aus wärmeren Regionen und dankt es dir mit einer schnelleren Reifung der Schoten. Ein warmes Mikroklima verbessert zudem die Qualität der enthaltenen Proteine in den Samen.

Achte darauf, dass keine großen Bäume oder Sträucher die Kichererbsen während des Tages zu stark beschatten. Schatten führt oft zu einem vergeilten Wuchs, bei dem die Stängel lang und instabil werden. Solche Pflanzen bilden weniger Blüten und sind anfälliger für Schädlinge wie Blattläuse. Die volle Mittagssonne ist genau das, was die Kichererbse braucht, um ihre volle Kraft zu entfalten.

Die Bedeutung der Fruchtfolge

In der professionellen Landwirtschaft ist die Stellung der Kichererbse in der Fruchtfolge ein zentrales Thema. Du solltest sie niemals direkt nach anderen Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Linsen anbauen. Dies erhöht das Risiko für spezialisierte Bodenpilze, die über Jahre im Erdreich überdauern können. Eine geschickte Planung sorgt dafür, dass die Kichererbse von den Nährstoffreserven der Vorfrucht profitiert, ohne deren Krankheiten zu übernehmen.

Gute Vorfrüchte sind Starkzehrer wie Kohl oder Getreide, die den Boden zwar beanspruchen, aber wenig gemeinsame Krankheitserreger teilen. Nach der Ernte der Kichererbsen ist der Boden wiederum ideal für Kulturen, die viel Stickstoff benötigen. Blattgemüse wie Spinat oder Salate gedeihen auf einem ehemaligen Kichererbsenbeet meist prächtig. So nutzt du den natürlichen Düngungseffekt optimal aus und hältst deinen Garten im biologischen Gleichgewicht.

Die Einhaltung der Anbaupausen ist auch für den Schutz vor Nematoden wichtig. Diese winzigen Bodenbewohner können sich bei einseitiger Fruchtfolge stark vermehren und die Wurzeln schädigen. Durch den jährlichen Wechsel des Standortes unterbrichst du ihren Lebenszyklus effektiv. Ein gesunder Boden ist die wichtigste Ressource, die du als Gärtner besitzt, und die Kichererbse hilft dir aktiv bei dessen Erhaltung.

Wenn du nur wenig Platz im Garten hast, kannst du auch mit Mischkulturen experimentieren. Kichererbsen vertragen sich gut mit einjährigen Sommerblumen oder bestimmten Kräutern wie Bohnenkraut. Diese Nachbarn können helfen, Schädlinge durch ihren Duft fernzuhalten oder Nützlinge anzulocken. Eine vielfältige Bepflanzung ist nicht nur optisch ansprechend, sondern schafft auch ein robusteres Ökosystem in deinem Garten.

Die Reifephase und Erntevorbereitung

Gegen Ende der Vegetationsperiode ändert sich der Pflegebedarf der Kichererbse merklich. Die Pflanzen beginnen langsam gelb zu werden, was ein natürlicher Prozess der Reifung ist und kein Grund zur Sorge. Zu diesem Zeitpunkt solltest du die zusätzliche Pflege auf ein Minimum reduzieren, um die Pflanze beim Abtrocknen nicht zu stören. Die Samen in den Schoten entziehen der Pflanze nun die restlichen Nährstoffe für ihre finale Ausbildung.

Es ist wichtig, die Schoten regelmäßig auf ihre Festigkeit zu prüfen. Wenn du die Samen für den Trockenverzehr verwenden möchtest, sollten die Schoten komplett braun und trocken sein. Beim Schütteln einer reifen Schote solltest du ein leises Klappern hören, was anzeigt, dass der Samen lose darin liegt. Eine zu frühe Ernte würde die Lagerfähigkeit beeinträchtigen und den Geschmack mindern.

Falls du die Kichererbsen frisch verzehren möchtest, erfolgt die Ernte deutlich früher, solange die Schoten noch grün und prall sind. Diese grünen Samen ähneln im Geschmack frischen Erbsen und sind eine Delikatesse, die man im Handel kaum findet. In diesem Fall solltest du die Pflanzen jedoch kontinuierlich beobachten, da das Zeitfenster für die „Grünreife“ recht kurz ist. Sobald die Schoten zu faserig werden, ist dieser Zeitpunkt überschritten.

Die Ernte sollte idealerweise an einem trockenen Vormittag stattfinden, nachdem der Morgentau abgetrocknet ist. Feuchtigkeit während der Ernte kann die Lagerung erschweren und zu Schimmelbildung führen. Du kannst entweder die gesamte Pflanze herausziehen und kopfüber an einem luftigen Ort nachreifen lassen oder die Schoten einzeln pflücken. Die Methode mit der ganzen Pflanze ist oft effizienter, wenn du eine größere Menge angebaut hast.

Lagerung und Nachbereitung

Nachdem die Kichererbsen geerntet und aus den Schoten gelöst wurden, ist eine gründliche Trocknung unerlässlich. Breite die Samen in einer dünnen Schicht auf einem Sieb oder einem Tuch aus und lasse sie an einem schattigen, luftigen Ort für einige Tage liegen. Sie sollten so hart werden, dass man sie mit dem Fingernagel nicht mehr eindrücken kann. Erst dann sind sie bereit für die langfristige Lagerung in Gläsern oder Stoffbeuteln.

Die Lagergefäße sollten sauber und absolut trocken sein, um Verderb zu vermeiden. Ein kühler, dunkler Vorratsraum ist der ideale Ort, um die Qualität der Kichererbsen über viele Monate zu erhalten. Es empfiehlt sich, die Gläser gelegentlich zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass sich keine Feuchtigkeit im Inneren niedergeschlagen hat. Gut gelagerte Kichererbsen behalten ihre Keimfähigkeit und ihren Nährwert für mindestens zwei Jahre.

Die Reste der Pflanzen musst du nach der Ernte nicht wegwerfen, da sie wertvolles Material für den Kompost liefern. Die Wurzeln solltest du idealerweise im Boden belassen, da sich dort die wertvollen Stickstoffknoten befinden. Diese zersetzen sich über den Winter und setzen den Stickstoff für die Folgekulturen im nächsten Frühjahr frei. Die oberirdischen Pflanzenteile bringen Struktur in den Komposthaufen und fördern die Humusbildung.

Abschließend lohnt es sich, die Erfahrungen des Jahres zu dokumentieren. Notiere dir, welche Sorte besonders gut gewachsen ist und wie das Wetter den Ertrag beeinflusst hat. Solches Wissen ist für die zukünftige Planung unbezahlbar und macht dich von Jahr zu Jahr zu einem erfahreneren Spezialisten für Kichererbsen. Jede Saison bietet neue Erkenntnisse, die dir helfen, die Pflege dieser faszinierenden Pflanze weiter zu perfektionieren.

Häufig gestellte Fragen