Die erfolgreiche Kultivierung von Kichererbsen beginnt bereits lange vor dem eigentlichen Einsetzen der Samen in die Erde. Als Gärtner musst du verstehen, dass diese Pflanze eine lange Vegetationsperiode benötigt und sehr empfindlich auf Frost reagiert. Daher ist der richtige Zeitpunkt der Aussaat ebenso entscheidend wie die Qualität des verwendeten Saatguts. Mit der richtigen Vorbereitung und einer Portion Geduld schaffst du die Grundlage für vitale Pflanzen, die sich im Laufe des Sommers prächtig entwickeln werden.
Der optimale Zeitpunkt der Aussaat
In unseren Breitengraden ist die Wärme der limitierende Faktor für die Kichererbse. Du solltest mit der Aussaat unbedingt warten, bis der Boden eine konstante Temperatur von mindestens 10 bis 12 Grad erreicht hat. Dies ist meist ab Mitte Mai der Fall, wenn die Gefahr von Spätfrösten weitgehend vorüber ist. Ein zu früher Start in kalter, nasser Erde führt oft dazu, dass die Samen verfaulen, bevor sie überhaupt keimen können.
Falls du in einer Region mit kürzeren Sommern lebst, ist die Vorzucht in Töpfen eine Überlegung wert. Ab Mitte April kannst du die Samen in kleinen Töpfen auf einer hellen Fensterbank oder im beheizten Gewächshaus säen. Dabei ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, da Kichererbsen das Umpflanzen aufgrund ihrer empfindlichen Pfahlwurzeln nicht besonders gut vertragen. Verwende am besten biologisch abbaubare Töpfe, die du später direkt mit in die Erde setzen kannst.
Die Direktsaat im Freiland bleibt jedoch die bevorzugte Methode für kräftige und standfeste Pflanzen. Wähle für die Aussaat einen Tag, an dem der Boden zwar feucht, aber nicht nass ist, damit die Samen guten Kontakt zur Erde bekommen. Wenn du die Samen etwa 24 Stunden vor der Aussaat in lauwarmem Wasser einweichst, kannst du den Keimprozess beschleunigen. Dies gibt den Keimlingen einen wertvollen Zeitvorteil gegenüber konkurrierenden Unkräutern im Beet.
Beobachte den Wetterbericht genau, bevor du die Samen in die Erde bringst. Ein plötzlicher Kälteeinbruch unmittelbar nach der Aussaat kann die Keimrate drastisch senken. Die Kichererbse ist ein Kind der Sonne und braucht Beständigkeit, um ihre Lebensgeister zu wecken. Sobald die ersten grünen Spitzen aus der Erde schauen, hat die Pflanze die kritischste Phase ihrer Jugend meist schon überstanden.
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Die Technik des Pflanzens
Beim Pflanzen der Kichererbse ist die richtige Tiefe ein wesentlicher Erfolgsfaktor für eine gute Keimung. Die Samen sollten etwa 3 bis 5 Zentimeter tief in die Erde gelegt werden, um sie vor Austrocknung und hungrigen Vögeln zu schützen. In leichteren Sandböden darf es ruhig etwas tiefer sein, während in schwereren Böden die flachere Variante vorzuziehen ist. Drücke die Erde nach dem Bedecken der Samen leicht an, damit ein optimaler Kapillareffekt für die Wasserversorgung entsteht.
Der Pflanzabstand ist ein weiterer Aspekt, den du nicht unterschätzen solltest, um Konkurrenz um Licht und Nährstoffe zu vermeiden. Zwischen den einzelnen Samen in der Reihe solltest du einen Abstand von 10 bis 15 Zentimetern einhalten. Die Reihen selbst sollten etwa 30 bis 40 Zentimeter voneinander entfernt sein, um dir später die Pflege und Ernte zu erleichtern. Dieser Platzbedarf mag anfangs groß erscheinen, aber die Pflanzen entwickeln im Laufe der Zeit einen beachtlichen buschigen Wuchs.
Solltest du dich für die Vorzucht entschieden haben, ist beim Auspflanzen höchste Sanftheit gefragt. Das Pflanzloch sollte tief genug sein, damit die Wurzeln nicht umknicken oder gequetscht werden. Setze die Jungpflanze exakt so tief ein, wie sie zuvor im Topf gestanden hat, um Stängelfäule zu vermeiden. Ein vorsichtiges Angießen unmittelbar nach dem Setzen hilft den Wurzeln, sich mit der neuen Umgebung zu verbinden.
Eine interessante Methode zur Steigerung der Vitalität ist die Impfung des Saatguts mit speziellen Rhizobien-Präparaten. Diese Bakterien unterstützen die Pflanze von Anfang an dabei, Stickstoff aus der Luft zu binden. Besonders wenn auf der betreffenden Fläche noch nie Leguminosen gewachsen sind, kann dies das Wachstum spürbar fördern. Das Pulver wird einfach kurz vor der Aussaat mit den leicht angefeuchteten Samen vermischt.
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Die Vermehrung durch eigenes Saatgut
Die Kichererbse ist eine selbstbefruchtende Pflanze, was die Gewinnung von eigenem Saatgut für das nächste Jahr sehr einfach macht. Du musst lediglich einige der kräftigsten und gesündesten Pflanzen im Bestand auswählen und deren Schoten vollständig ausreifen lassen. Diese Pflanzen sollten nicht vorzeitig abgeerntet werden, damit die Samen ihre volle Reife und Keimfähigkeit erreichen können. Die Schoten werden an der Pflanze gelassen, bis sie pergamentartig trocken und braun sind.
Nachdem du die reifen Schoten geerntet hast, solltest du die Samen an einem trockenen Ort nochmals gründlich nachreifen lassen. Erst wenn die Kerne steinhart sind, kannst du sie aus den Schoten lösen und sortieren. Achte darauf, nur die makellosen und großen Samen für die nächste Aussaat zu behalten. Samen mit Flecken, Löchern oder Verformungen sollten aussortiert werden, da sie oft schwächere Pflanzen hervorbringen.
Die Lagerung deines gewonnenen Saatguts muss unbedingt kühl, trocken und dunkel erfolgen. Papiertüten oder kleine Stoffbeutel sind ideal, da sie eine minimale Luftzirkulation ermöglichen und Restfeuchtigkeit entweichen lassen. Beschrifte die Beutel unbedingt mit der Sorte und dem Erntejahr, um den Überblick zu behalten. Kichererbsensamen behalten unter guten Bedingungen etwa drei bis fünf Jahre lang eine hohe Keimrate.
Ein großer Vorteil der eigenen Vermehrung ist die Anpassung der Pflanze an dein spezifisches Mikroklima über die Jahre. Durch die Auswahl der Pflanzen, die in deinem Garten am besten gedeihen, entwickelst du mit der Zeit einen eigenen „Hausstamm“. Dieser ist oft robuster gegenüber lokal auftretenden Krankheiten oder Wetterkapriolen als neu gekauftes Saatgut. Es ist ein faszinierender Kreislauf, der dich unabhängiger macht und die Verbundenheit zum eigenen Garten stärkt.
Standortwahl und Bodenvorbereitung
Der Erfolg beim Pflanzen steht und fällt mit der Wahl des richtigen Standorts in deinem Garten. Die Kichererbse benötigt volle Sonne, also mindestens sechs bis acht Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag. Ein Platz, der durch hohe Gebäude oder Bäume verschattet wird, führt zu kümmerlichem Wachstum und geringem Ertrag. Suche dir den wärmsten und hellsten Fleck aus, den dein Garten zu bieten hat.
Bevor du zum Spaten greifst, solltest du den Boden von allen mehrjährigen Unkräutern und Steinen befreien. Eine gründliche Lockerung bis in eine Tiefe von etwa 20 bis 30 Zentimetern ist vorteilhaft, da Kichererbsen tiefe Pfahlwurzeln bilden. Wenn dein Boden sehr fest ist, kannst du etwas gut verrotteten Kompost einarbeiten, aber übertreibe es nicht mit der Düngung. Zu viel Stickstoff im Boden führt dazu, dass die Pflanze viel Laub bildet, aber kaum Blüten ansetzt.
Achte bei der Vorbereitung auch auf den Wasserabfluss im Beet, um böse Überraschungen bei Starkregen zu vermeiden. Gegebenenfalls kannst du die Kichererbsen auf kleinen Dämmen anbauen, wenn dein Garten zu Staunässe neigt. Dies sorgt dafür, dass die Wurzelhälse trocken bleiben und die Erde sich im Frühjahr schneller erwärmt. Eine gute Struktur des Bodens ist für den schnellen Start der Keimlinge unerlässlich.
Wenn du mehrere Sorten anbauen möchtest, solltest du diese räumlich etwas trennen, um die Sortenreinheit bei der Samengewinnung zu gewährleisten. Obwohl die Selbstbefruchtung überwiegt, kann es in seltenen Fällen durch Insekten zu Kreuzungen kommen. Für den reinen Verzehr spielt das keine Rolle, aber für die gezielte Vermehrung ist Vorsicht geboten. Ein gut geplanter Garten macht die Arbeit effizienter und erhöht die Freude am gärtnerischen Erfolg.