Da die Wunderblume aus warmen Regionen stammt, verträgt ihr oberirdisches Gewebe absolut keine frostigen Temperaturen im Winter. Sobald die ersten herbstlichen Nachtfröste das Land streifen, fallen die Blätter zusammen und werden innerhalb kurzer Zeit schwarz. Dies ist der unmissverständliche Startschuss für den Gärtner, aktiv zu werden und die wertvollen Knollen zu sichern. Ein zu langes Zögern könnte dazu führen, dass der Frost tiefer in den Boden eindringt und die Wurzeln zerstört.
Beobachte den Wetterbericht im Oktober und November daher sehr aufmerksam, um den perfekten Moment abzupassen. Es ist völlig in Ordnung und sogar ratsam, den allerersten leichten Frost abzuwarten, der das Laub oberflächlich abtötet. Die Pflanze signalisiert dadurch, dass sie alle verbliebenen Nährstoffe erfolgreich in das unterirdische Speicherorgan verlagert hat. Die Knolle ist nun prall gefüllt mit Energie und optimal auf den Winterschlaf vorbereitet.
Grabe die Knollen an einem trockenen Tag aus, da sich die Erde dann wesentlich leichter von den Wurzeln lösen lässt. Verwende für diese Arbeit am besten eine stabile Grabgabel statt eines scharfen Spatens. Mit einer Grabgabel ist das Risiko deutlich geringer, die empfindliche Haut der Knollen versehentlich zu durchtrennen. Gehe mit ausreichend Abstand zum Stängel in den Boden, um das weitverzweigte System nicht zu beschädigen.
Hebe den gesamten Wurzelstock vorsichtig mit kreisenden Bewegungen aus dem Pflanzloch heraus und schüttle die lose Erde sachte ab. Du wirst staunen, wie massiv und schwer die Knollen einer einzigen Pflanze im Laufe des Sommers geworden sind. Wenn du die Knollen sicher in den Händen hältst, ist der erste wichtige Schritt zur erfolgreichen Überwinterung getan. Nun folgt die Vorbereitung auf das dunkle Winterquartier.
Die Vorbereitung und Reinigung des Wurzelstocks für den Winter
Nach dem erfolgreichen Ausgraben müssen die Knollen der Wunderblume gründlich für die monatelange Lagerung vorbereitet werden. Schneide als Erstes die erfrorenen, matschigen Stängel mit einer scharfen Gartenschere ab. Lass dabei ein etwa zehn Zentimeter langes Stück des Stängelansatzes als praktischen Griff an der Knolle stehen. Dieser Rest trocknet im Winter komplett ein und schützt das Herz der Knolle vor Keimen.
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Die anhaftende Erde sollte nur grob mit den Händen oder einer weichen Bürste entfernt werden. Wasche die Knollen niemals mit Wasser ab, da die Feuchtigkeit tief in die Ritzen eindringen und Fäulnis verursachen kann. Eine dünne Schicht aus trockener Erde schadet überhaupt nicht, sondern dient im Winterquartier sogar als natürlicher Verdunstungsschutz. Nimm dir Zeit für diese Reinigung, um verletzte Stellen sofort zu entdecken.
Untersuche jede einzelne Knolle ganz genau auf weiche Stellen, Schimmel oder Verletzungen durch die Grabgabel. Beschädigte oder faule Exemplare müssen konsequent aussortiert werden, da sie im Lager gesunde Knollen infizieren würden. Kleinere Schnittwunden können mit etwas Holzkohlepulver desinfiziert werden, um das Eindringen von Pilzen zu verhindern. Nur absolut gesundes Material hat eine echte Chance, das Frühjahr unbeschadet zu erreichen.
Lass die gereinigten Knollen vor dem endgültigen Einlagern für zwei bis drei Tage an einem luftigen, schattigen Ort abtrocknen. Ein trockener Schuppen oder eine überdachte Terrasse sind dafür im Herbst absolut ideal geeignet. Die äußere Haut der Knolle festigt sich in dieser Zeit und bildet eine stabile Schutzbarriere. Nach dieser kurzen Trocknungsphase sind die Speicherorgane bereit für den Umzug in ihr Winterquartier.
Das ideale Winterquartier mit optimalen Temperaturen finden
Der Raum, in dem die Wunderblume ihren Winterschlaf verbringt, muss ganz bestimmte klimatische Bedingungen erfüllen. Die absolute Idealtemperatur liegt konstant zwischen fünf und zehn Grad Celsius. Wenn es im Raum dauerhaft zu warm ist, treiben die Knollen viel zu früh aus und vergeilen im Dunkeln. Ist es hingegen zu kalt und es droht Frost, sterben die Zellen der Knolle unwiderruflich ab.
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Ein kühler, dunkler und gut belüfteter Kellerraum ist für die Überwinterung in den meisten Häusern die beste Wahl. Auch eine frostfreie Garage oder ein ungeheizter Dachboden können unter Umständen als Winterquartier genutzt werden. Wichtig ist, dass der Raum absolut dunkel ist, um den natürlichen Keimreiz der Pflanze zu unterdrücken. Licht signalisiert der Knolle, dass es Zeit zum Wachsen ist, was im Winter Kraft kostet.
Für die eigentliche Lagerung eignen sich flache Holzkisten oder stabile Obststiegen aus Kunststoff ganz hervorragend. Lege den Boden der Kisten mit etwas Zeitungspapier aus, um herabfallende Erdreste sauber aufzufangen. Bette die Knollen nebeneinander in die Kiste ein, ohne dass sie sich allzu stark berühren. Ein kleiner Sicherheitsabstand verhindert, dass sich eventuell entstehende Fäulnis unbemerkt ausbreitet.
Um die Knollen vor dem endgültigen Austrocknen zu schützen, kannst du sie mit trockenem Sand, Torf oder Sägespänen abdecken. Diese Materialien regulieren die Feuchtigkeit um das Gewebe herum auf eine sehr sanfte Art und Weise. Schütze das Winterquartier zudem unbedingt vor gefräßigen Nagetieren wie Mäusen, die die stärkehaltigen Knollen als Winternahrung lieben. Mit diesen Vorkehrungen schläft deine Wunderblume sicher bis zum nächsten Frühling.
Pflege der Knollen im Winter und die Kontrolle auf Fäulnis
Der Winterschlaf der Wunderblume bedeutet für den aufmerksamen Gärtner nicht, dass die Pflanzen komplett vergessen werden dürfen. Ein regelmäßiger Kontrollgang alle zwei bis drei Wochen ist absolut notwendig, um den Zustand der Knollen zu überwachen. Bei diesen Rundgängen tastest du die Knollen vorsichtig ab, um beginnende Fäulnisprozesse rechtzeitig aufzuspüren. Je früher du ein Problem erkennst, desto mehr Pflanzen kannst du retten.
Solltest du eine Knolle entdecken, die sich matschig anfühlt oder einen unangenehmen Geruch verströmt, entferne sie sofort aus der Kiste. Schneide faule Stellen großzügig weg, falls die Knolle sehr groß ist und der Rest noch gesund wirkt. Desinfiziere die Wunde gründlich und lagere dieses Exemplar fortan getrennt von den anderen. Die restlichen, gesunden Knollen in der Kiste sollten bei dieser Gelegenheit ebenfalls kurz belüftet werden.
Wenn du bemerkst, dass die Knollen stark schrumpfen und runzelig werden, ist die Luft im Winterquartier vermutlich zu trocken. In diesem Fall hilft es, die Abdeckschicht aus Sand oder Spänen mit einem feinen Wasserzerstäuber ganz leicht anzufeuchten. Übertreibe es dabei aber keinesfalls, denn ein Zuviel an Feuchtigkeit ist im kühlen Keller brandgefährlich. Ein minimaler Hauch von Feuchtigkeit reicht völlig aus, um das Gewebe prall zu halten.
Gegen Ende des Winters, etwa ab März, regt sich das Leben in den Knollen oft ganz von alleine wieder. Du erkennst dies an kleinen, hellen Triebspitzen, die vorsichtig aus der Krone der Knolle hervorschauen. Das ist das Zeichen, dass der Winterschlaf beendet ist und die Vorbereitungen für das neue Gartenjahr beginnen können. Die Knollen haben die kalte Jahreszeit erfolgreich überstanden und sind bereit für das Licht.