Der sommerliche Formschnitt der Wunderblume ist eine hervorragende Möglichkeit, die Wuchsform der Pflanze gezielt zu lenken und zu verschönern. Da dieses Gewächs unter optimalen Bedingungen extrem schnell wächst, kann es im Beet leicht ausufernde Formen annehmen. Ein regelmäßiges Einkürzen der jungen Triebspitzen im Frühsommer fördert eine dichte, buschige Verzweigung an der Basis. Dadurch bleibt der gesamte Busch kompakter und kippt auch bei starkem Regen nicht so leicht auseinander.
Das gezielte Herausschneiden von quer wachsenden oder zu dicht stehenden Ästen im Inneren des Busches ist ebenfalls sehr sinnvoll. Diese Maßnahme sorgt für eine deutlich bessere Belüftung der gesamten Pflanze im heißen Hochsommer. Wenn die Luft frei zwischen den Blättern zirkulieren kann, trocknet Feuchtigkeit nach einem Schauer wesentlich schneller ab. Dies ist der beste und einfachste Schutz vor dem gefürchteten Befall mit Echtem Mehltau.
Beim Formschnitt solltest du immer vorsichtig vorgehen und lieber mehrmals wenig als einmal zu viel wegschneiden. Setze den Schnitt idealerweise kurz oberhalb eines Blattknotens an, aus dem zwei neue Triebe sprießen können. So verdoppelst du an dieser Stelle die Anzahl der potenziellen Blütenansätze für die kommenden Wochen. Die Pflanze reagiert auf diesen sanften Reiz meist innerhalb weniger Tage mit frischem, grünem Austrieb.
Verwende für diesen sommerlichen Schnitt eine kleine, handliche Gartenschere, die gut in der Hand liegt und scharf ist. Quetsche die weichen, krautigen Stängel auf keinen Fall, da verletztes Gewebe eine offene Pforte für Bakterien darstellt. Wenn du den Wuchs von Anfang an konsequent kontrollierst, behält die Wunderblume ihre elegante Form. Ein harmonisches Erscheinungsbild im Beet belohnt dich den ganzen Sommer über.
Radikaler Rückschnitt vor dem Einlagern im Herbst
Wenn sich das Gartenjahr dem Ende neigt und die ersten Nachtfröste drohen, steht ein radikaler Rückschnitt an. Sobald das Laub nach der ersten frostigen Nacht schwarz und unansehnlich geworden ist, hat die oberirdische Pflanze ihre Schuldigkeit getan. Das Gewächs signalisiert damit unmissverständlich, dass es sich komplett in die schützende unterirdische Wurzelknolle zurückgezogen hat. Nun ist es Zeit, Platz für das Winterquartier zu schaffen und die Pflanze sauber einzukürzen.
Weitere Artikel zu diesem Thema
Schneide alle Triebe der Wunderblume mutig etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter über dem Erdboden komplett ab. Dieser tiefe Schnitt erleichtert das anschließende Ausgraben des mächtigen Wurzelstocks mit der Grabgabel ungemein. Die verbleibenden Stängelstümpfe dienen dir in den nächsten Tagen zudem als praktischer Griff beim Transport und der Reinigung. Sie schützen zudem das empfindliche Auge der Knolle vor mechanischen Beschädigungen beim Einlagern.
Entsorge die riesigen Mengen an abgeschnittenem, krautigem Material am besten über die städtische Biotonne oder den Heißkompost. Da das Laub nach dem Frost schnell matschig wird, bietet es im Beet keinen schönen Anblick mehr und lockt nur Schnecken an. Ein sauber aufgeräumtes Beet im Spätherbst sieht nicht nur ordentlicher aus, sondern beugt auch Krankheiten im nächsten Frühjahr vor. Der radikale Schnitt reinigt den Gartenplatz gründlich.
Lass die Knollen nach dem Rückschnitt für ein paar Tage an der Luft abtrocknen, bevor sie in die Kisten wandern. Die Schnittflächen an den verbliebenen Stängeln müssen gut abheilen und eine trockene Schicht bilden, um Fäulnis im Keller zu verhindern. Dieser herbstliche Rückschnitt ist der offizielle Schlusspunkt unter eine erfolgreiche und farbenfrohe Gartensaison. Deine Pflanze ruht nun sicher und sammelt Kraft für das nächste Jahr.
Das richtige Werkzeug und saubere Schnitttechniken anwenden
Die Wahl des passenden Werkzeugs ist für den Erfolg jeder Schnittmaßnahme an der Wunderblume von zentraler Bedeutung. Da die Stängel der Pflanze sehr saftig und weich sind, benötigst du eine scharfe Bypass-Gartenschere. Diese Schere besitzt zwei aneinander vorbeigleitende Klingen, die einen absolut sauberen und glatten Schnitt garantieren. Eine stumpfe Schere würde die Triebe nur quetschen, was das Abheilen der Wunde unnötig verlängert.
Weitere Artikel zu diesem Thema
Bevor du mit der Arbeit im Beet beginnst, solltest du die Klingen deiner Schere gründlich reinigen und desinfizieren. Pflanzliche Krankheitserreger wie Viren oder Pilzsporen werden extrem leicht über schmutzige Werkzeuge von Pflanze zu Pflanze übertragen. Ein kurzer Wisch mit einem alkoholgetränkten Tuch reicht völlig aus, um maximale Hygiene zu gewährleisten. Diese kleine Gewohnheit rettet im Laufe eines Gärtnerlebens unzähligen Pflanzen das Leben.
Führe den Schnitt immer in einem leicht schrägen Winkel von etwa fünfundvierzig Grad knapp über einem Auge aus. Die Schräge sorgt dafür, dass Regen- oder Gießwasser schnell von der Schnittfläche ablaufen kann und nicht auf der Wunde stehen bleibt. Stehendes Wasser auf frischen Schnitten ist ein idealer Nährboden für Schimmelpilze und gefährliche Fäulniserreger. Eine korrekte Schnitttechnik unterstützt die Pflanze aktiv bei der schnellen Wundheilung.
Größere Schnittwunden am dicken Hauptstamm im Herbst können bei Bedarf mit etwas natürlichem Wundverschlusshaltmittel bestrichen werden. Bei der Wunderblume ist dies aufgrund der schnellen Geweberegeneration im trockenen Winterlager jedoch meist nicht zwingend erforderlich. Achte einfach auf Sauberkeit, scharfes Werkzeug und den richtigen Zeitpunkt für deine Arbeit. Mit diesem Expertenwissen gelingt dir jeder Schnitt an deinen geliebten Wunderblumen absolut perfekt.