Das Portulakröschen ist aufgrund seiner tropischen Herkunft in unseren mitteleuropäischen Breiten nicht winterhart und wird daher überwiegend als einjährige Sommerblume kultiviert. Die Pflanzen sterben beim ersten starken Frost unweigerlich ab und müssen im folgenden Frühjahr neu ausgesät oder gepflanzt werden. Dennoch ist eine Überwinterung bestimmter, besonders schöner Exemplare oder seltener Sorten im Haus grundsätzlich möglich, wenn auch mit einigem Aufwand und spezifischen Anforderungen an das Winterquartier verbunden. Eine erfolgreiche Überwinterung erfordert vor allem einen sehr hellen und kühlen, aber absolut frostfreien Standort.
Die Entscheidung für eine Überwinterung sollte gut überlegt sein, da die einjährige Kultur durch Aussaat oft einfacher und weniger arbeitsintensiv ist. Die Überwinterung lohnt sich vor allem dann, wenn du eine spezielle Züchtung mit gefüllten Blüten besitzt, die sich nicht sortenecht aus Samen vermehren lässt, oder wenn du im nächsten Frühjahr bereits große, kräftige Pflanzen zur Verfügung haben möchtest. Bedenke jedoch, dass überwinterte Pflanzen im zweiten Jahr manchmal nicht mehr so vital und blühfreudig sind wie junge, aus Samen gezogene Exemplare.
Der kritischste Faktor für eine erfolgreiche Überwinterung ist das Licht. Portulakröschen sind extreme Lichtanbeter und benötigen auch während der Winterruhe so viel Helligkeit wie möglich. Ein Mangel an Licht führt zu einem langen, dünnen und schwachen Wuchs, dem sogenannten Vergeilen, was die Pflanze anfällig für Schädlinge macht und ihre Überlebenschancen drastisch reduziert. Ohne einen sehr hellen Standort, wie einen Südfensterplatz in einem kühlen Raum oder einen Wintergarten, ist das Vorhaben kaum erfolgversprechend.
Neben dem Licht ist die Temperatur im Winterquartier entscheidend. Ideal sind kühle Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius. Wärmere Bedingungen, wie sie in den meisten Wohnräumen herrschen, regen die Pflanze zu einem verfrühten Austrieb an, der aufgrund des winterlichen Lichtmangels schwach und krankheitsanfällig ausfällt. Ein kühler Standort hingegen veranlasst die Pflanze, in eine echte Ruhephase überzugehen, in der sie kaum wächst und ihre Energiereserven schont, um im Frühjahr kräftig neu austreiben zu können.
Grundsätzliches zur überwinterung
Die Überwinterung des Portulakröschens ist eine Methode, um die Pflanze über die kalte Jahreszeit zu bringen, anstatt sie dem Frost preiszugeben. Dies geschieht, indem man die Pflanze rechtzeitig vor dem ersten Frost aus dem Gartenbeet oder dem Balkonkasten nimmt und in ein geschütztes Winterquartier verbringt. Dieser Prozess erfordert eine sorgfältige Vorbereitung sowohl der Pflanze als auch des Überwinterungsortes, um die Überlebenschancen zu maximieren. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Pflanze während des Winters in einen Ruhezustand versetzt werden soll, nicht zu aktivem Wachstum angeregt.
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Nicht jede Pflanze eignet sich gleich gut für eine Überwinterung. Wähle nur die gesündesten, kräftigsten und kompaktesten Exemplare aus deinem Bestand aus. Pflanzen, die bereits Anzeichen von Krankheiten, Schädlingsbefall oder allgemeiner Schwäche zeigen, werden den Stress der Überwinterung wahrscheinlich nicht überstehen. Eine robuste Pflanze hat die besten Voraussetzungen, die reduzierten Licht- und Wasserbedingungen des Winters zu tolerieren und im Frühjahr wieder vital zu starten.
Die Überwinterung kann auf zwei Arten erfolgen: Entweder du überwinterst die gesamte Pflanze in einem Topf, oder du nimmst im Spätsommer Stecklinge von der Mutterpflanze und überwinterst nur diese kleinen Jungpflanzen. Die Überwinterung von Stecklingen hat den Vorteil, dass sie weniger Platz im Winterquartier benötigen und im Frühjahr oft vitaler und wüchsiger sind als eine alte, überwinterte Pflanze. Beide Methoden erfordern jedoch die gleichen Bedingungen hinsichtlich Licht und Temperatur.
Bedenke, dass eine Überwinterung im Haus immer ein gewisses Risiko birgt, Schädlinge mit ins Haus zu schleppen. Spinnmilben und Blattläuse können sich in der trockenen Heizungsluft im Winter rasant vermehren und auch auf andere Zimmerpflanzen übergreifen. Eine gründliche Inspektion und vorbeugende Behandlung der Pflanzen vor dem Einräumen ist daher unerlässlich, um böse Überraschungen im Laufe des Winters zu vermeiden und den Erfolg des Vorhabens nicht zu gefährden.
Vorbereitung der pflanzen auf den winter
Die Vorbereitung auf die Überwinterung beginnt bereits im Spätsommer, lange vor dem ersten Frost. Wähle die Pflanzen aus, die du überwintern möchtest, und grabe sie vorsichtig aus dem Beet aus, falls sie nicht bereits in einem Topf wachsen. Achte darauf, den Wurzelballen so weit wie möglich intakt zu lassen, um den Umpflanzstress zu minimieren. Setze die Pflanze in einen sauberen Topf mit frischer, gut durchlässiger Sukkulentenerde, der nur wenig größer ist als der Wurzelballen.
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Nach dem Umtopfen solltest du die Pflanze kräftig zurückschneiden. Kürze alle Triebe um etwa die Hälfte oder sogar zwei Drittel ein. Dieser Rückschnitt hat mehrere Vorteile: Er reduziert die Blattmasse und damit die Wasserverdunstung, was der Pflanze hilft, sich nach dem Umpflanzen zu erholen. Zudem fördert er einen kompakten Wuchs und verringert den Platzbedarf im Winterquartier. Entferne bei dieser Gelegenheit auch alle alten, vergilbten Blätter und verblühten Blüten.
Der wichtigste Schritt vor dem Einräumen ins Haus ist eine gründliche Untersuchung auf Schädlinge. Inspiziere die Pflanze akribisch, insbesondere die Blattunterseiten und die Triebspitzen, auf Anzeichen von Blattläusen, Spinnmilben oder der Weißen Fliege. Am besten ist es, die Pflanze vorbeugend mit einer Seifenlösung oder einem Neemöl-Präparat zu behandeln, selbst wenn du keine Schädlinge entdeckst. Tauche die gesamte Pflanze kopfüber in die Lösung oder besprühe sie von allen Seiten sehr gründlich.
Der Zeitpunkt für das Einräumen ist entscheidend: Die Pflanze muss ins Haus, bevor die Nachttemperaturen unter 5 Grad Celsius fallen und definitiv vor dem ersten angekündigten Frost. Lasse die vorbereitete Pflanze nach dem Umtopfen und Zurückschneiden noch einige Tage an einem geschützten Ort im Freien stehen, damit sie sich erholen kann. Bringe sie dann an ihren endgültigen Platz im Winterquartier, wo sie bis zum nächsten Frühjahr verbleiben wird.
Das ideale winterquartier
Die Wahl des richtigen Winterquartiers ist der alles entscheidende Faktor für den Erfolg der Überwinterung. Das Quartier muss zwei grundlegende Bedingungen erfüllen: Es muss so hell wie möglich und gleichzeitig kühl sein. Diese Kombination ist in modernen, gut isolierten und beheizten Wohnungen oft schwer zu finden, weshalb die Überwinterung eine Herausforderung sein kann. Ein Standort, der nur eine dieser beiden Bedingungen erfüllt, wird wahrscheinlich nicht zum Erfolg führen.
Ein idealer Ort ist ein unbeheizter Wintergarten, ein frostfreies Gewächshaus oder ein sehr helles, nach Süden ausgerichtetes Fenster in einem kühlen Raum wie einem Schlafzimmer, einem Treppenhaus oder einem Keller. Die optimale Temperatur liegt konstant zwischen 5 und 10 Grad Celsius. Bei diesen Temperaturen reduziert die Pflanze ihren Stoffwechsel auf ein Minimum und geht in eine echte Winterruhe über, was ihr hilft, die lichtarmen Monate ohne kräftezehrendes Wachstum zu überstehen.
Vermeide unbedingt warme Wohnräume als Winterquartier. Temperaturen über 15 Grad Celsius, insbesondere in Kombination mit dem geringen Tageslicht im Winter, zwingen die Pflanze zu einem ungesunden Wachstum. Sie bildet lange, dünne, blasse Triebe, die als „Geiltriebe“ bezeichnet werden. Diese Triebe sind extrem schwach, anfällig für Krankheiten und Schädlinge und kosten die Pflanze sehr viel Energie, die sie für den Austrieb im Frühjahr benötigen würde.
Sorge im Winterquartier auch für eine ausreichende Luftzirkulation, um die Gefahr von Pilzkrankheiten zu reduzieren. Stelle die Töpfe nicht zu eng aneinander und lüfte den Raum an frostfreien Tagen regelmäßig. Wenn kein ausreichend heller natürlicher Standort zur Verfügung steht, kann eine Überwinterung auch unter speziellen Pflanzenlampen gelingen. Diese müssen jedoch eine hohe Lichtintensität bieten und täglich für 10 bis 12 Stunden eingeschaltet sein, was mit entsprechenden Stromkosten verbunden ist.
Pflege während der winterruhe und das auswintern
Während der Wintermonate benötigt das Portulakröschen nur ein absolutes Minimum an Pflege. Die wichtigste Aufgabe ist die Kontrolle der Feuchtigkeit. Da die Pflanze bei kühlen Temperaturen kaum wächst und wenig Wasser verdunstet, ist der Wasserbedarf extrem gering. Gieße nur so viel, dass der Wurzelballen nicht vollständig zu Staub zerfällt. Ein kleiner Schluck Wasser alle vier bis sechs Wochen ist in einem kühlen Quartier in der Regel völlig ausreichend. Zu viel Wasser führt unweigerlich zu Fäulnis.
Eine Düngung ist während der Winterruhe von Oktober bis März absolut tabu. Die Pflanze befindet sich in einer Ruhephase und kann die Nährstoffe nicht verwerten. Eine Düngung würde nur zu einer schädlichen Anreicherung von Salzen im Substrat führen, die die Wurzeln schädigen können. Kontrolliere die Pflanze stattdessen regelmäßig alle paar Wochen auf einen eventuellen Schädlingsbefall, da sich Schädlinge auch im Winterquartier vermehren können, und greife bei Bedarf sofort ein.
Ab März, wenn die Tage merklich länger werden und die Lichtintensität zunimmt, kannst du die Pflanze langsam aus ihrem Winterschlaf wecken. Erhöhe die Wassergaben allmählich und stelle sie, wenn möglich, an einen etwas wärmeren, aber immer noch sehr hellen Platz. Dies regt den neuen Austrieb an. Sobald die Pflanze beginnt, neue Triebe zu bilden, kannst du ihr die erste, sehr schwach dosierte Düngergabe verabreichen, um das neue Wachstum zu unterstützen.
Der Zeitpunkt für das Ausräumen ins Freie ist gekommen, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, also nach den Eisheiligen Mitte Mai. Gewöhne die Pflanze schrittweise wieder an die Bedingungen im Freien, insbesondere an die direkte Sonneneinstrahlung. Stelle sie für die erste Woche an einen halbschattigen, geschützten Platz und verlängere die Zeit in der Sonne täglich. Ein plötzliches Aussetzen in die pralle Sonne würde zu einem Sonnenbrand auf den Blättern führen. Nach dieser Abhärtungsphase kann die Pflanze an ihren endgültigen sonnigen Sommerstandort.