Der Erfolg bei der Ansiedlung der Spierstrauch im eigenen Garten beginnt bereits mit der sorgfältigen Planung des Pflanzvorgangs. Nur wenn die jungen Gewächse von Anfang an optimale Bedingungen vorfinden, können sie sich zu stattlichen und blühfreudigen Exemplaren entwickeln. Die Vermehrung dieser Pflanzen ist zudem ein spannendes Projekt, das auch Anfängern im Gartenbereich meist problemlos gelingt. Mit den richtigen Handgriffen lassen sich aus einer einzigen Mutterpflanze viele neue Setzlinge für weitere Gartenprojekte gewinnen.
Die richtige Pflanzzeit
Die beste Zeit für die Pflanzung dieser Sträucher ist entweder der frühe Herbst oder das zeitige Frühjahr, bevor der Austrieb beginnt. Im Herbst gepflanzte Exemplare profitieren von der noch restwarmen Erde, was die Wurzelbildung vor dem Wintereinbruch enorm beschleunigt. Wenn du dich für das Frühjahr entscheidest, hat die Pflanze die gesamte Wachstumsperiode Zeit, um sich fest am Standort zu etablieren. Beide Zeitpunkte bieten den Vorteil, dass die Verdunstungsrate über die Blätter gering ist und die Pflanze weniger Stress erleidet.
Containerpflanzen, die du in Gärtnereien kaufst, können theoretisch das ganze Jahr über in den Boden gesetzt werden. Du solltest jedoch die extrem heißen Hochsommerwochen meiden, da der Bewässerungsaufwand in dieser Zeit sehr hoch und riskant ist. Bei einer Pflanzung im Sommer muss der Wurzelballen mehrmals täglich kontrolliert werden, um ein Austrocknen sicher zu verhindern. Daher bleibt die Empfehlung bestehen, die gemäßigten Übergangszeiten für solche Arbeiten im Garten bevorzugt zu nutzen.
Bevor du den Strauch einsetzt, solltest du den Wurzelballen für etwa zehn bis zwanzig Minuten in einen Eimer mit Wasser stellen. Erst wenn keine Luftblasen mehr aufsteigen, ist das Substrat komplett gesättigt und die Pflanze bereit für den Umzug. Dieser kleine Trick hilft dem Strauch, die ersten Tage im neuen Boden ohne Feuchtigkeitsmangel zu überstehen. Trockene Wurzelballen nehmen nach der Pflanzung das Gießwasser oft nur sehr schwer an, was zu Anwachsschwierigkeiten führen kann.
Achte bei der Wahl des Pflanztages auch auf das aktuelle Wetter, wobei ein bedeckter Himmel ideal für die jungen Pflanzen ist. Direkte, aggressive Sonneneinstrahlung unmittelbar nach dem Einsetzen kann die Blätter welken lassen und das Gewebe unnötig schwächen. Ein leichter Nieselregen ist hingegen perfekt, da er die Luftfeuchtigkeit erhöht und den Boden natürlich einschlämmt. So findet die Pflanze einen sanften Übergang in ihre neue Umgebung und kann sich schneller regenerieren.
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Vorbereitung des Bodens
Ein großzügig bemessenes Pflanzloch ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sich die Wurzeln schnell und ungehindert ausbreiten können. Das Loch sollte mindestens doppelt so breit und tief sein wie der eigentliche Wurzelballen der Pflanze. Durch das Auflockern der Seitenwände und des Bodens im Loch ermöglichst du den feinen Haarwurzeln ein leichtes Eindringen in das umliegende Erdreich. Verdichtete Wände im Pflanzloch wirken oft wie eine Barriere, die das Wurzelwachstum im Kreis führt und die Pflanze instabil macht.
Die ausgehobene Erde kann mit hochwertigem Kompost oder gut verrottetem Mist aufgewertet werden, um die Nährstoffbasis zu verbessern. Diese organische Anreicherung fördert die biologische Aktivität im Boden und verbessert die Wasserspeicherkapazität nachhaltig. Falls der Untergrund sehr lehmig ist, hilft die Zugabe von grobem Sand, um die Drainage zu optimieren und Staunässe vorzubeugen. Eine gute Bodenmischung ist wie ein Starterpaket, das dem Strauch den bestmöglichen Beginn in deinem Garten ermöglicht.
Beim Einsetzen ist es wichtig, dass der Strauch nicht tiefer steht als er zuvor im Topf oder in der Baumschule gewachsen ist. Wenn der Stamm zu tief eingegraben wird, besteht die Gefahr von Rindenfäule am Wurzelhals, was die Pflanze dauerhaft schädigen kann. Richte den Strauch mittig im Loch aus und fülle die vorbereitete Erdmischung schrittweise ein, während du die Pflanze leicht rüttelst. So schließen sich Hohlräume im Wurzelbereich, und der Kontakt zwischen Wurzeln und Erde wird maximiert.
Nachdem das Loch gefüllt ist, solltest du die Erde vorsichtig mit dem Fuß festtreten, um dem Strauch die nötige Stabilität zu geben. Ein kleiner Erdwall rund um die Pflanzstelle hilft dabei, das Gießwasser direkt im Wurzelbereich zu halten und ein seitliches Abfließen zu verhindern. Das anschließende kräftige Angießen ist unerlässlich, um die restliche Luft aus dem Boden zu verdrängen und den Boden an die Wurzeln zu pressen. Diese erste Wassergabe sollte sehr reichlich ausfallen, auch wenn es am Pflanztag bereits geregnet hat.
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Stecklingsvermehrung im Sommer
Die Vermehrung durch Stecklinge ist eine der einfachsten Methoden, um identische Kopien deines Lieblingsstrauches zu erzeugen. Hierfür schneidest du im Frühsommer etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter lange Triebe ab, die bereits leicht verholzt, aber noch biegsam sind. Diese Triebstücke sollten gesund sein und keine Blütenansätze tragen, damit die Kraft vollständig in die Wurzelbildung fließen kann. Der ideale Zeitpunkt ist der frühe Morgen, wenn die Triebe noch prall mit Feuchtigkeit gefüllt sind.
Entferne die unteren Blätter des Stecklings, sodass nur das obere Blattpaar oder zwei Paare erhalten bleiben. Der untere Schnitt sollte schräg direkt unter einem Blattknoten erfolgen, da sich dort die meisten teilungsfähigen Zellen befinden. Um die Verdunstung weiter zu reduzieren, kannst du die verbleibenden großen Blätter bei Bedarf um die Hälfte einkürzen. Diese Vorbereitung minimiert den Stress für den Steckling und erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Bewurzelung erheblich.
Stecke die vorbereiteten Triebe in ein Gefäß mit einem lockeren Gemisch aus Torfersatz und Sand oder spezieller Anzuchterde. Eine Abdeckung aus Klarsichtfolie oder eine aufgeschnittene Plastikflasche schafft ein feucht-warmes Mikroklima, das die Wurzelbildung begünstigt. Achte darauf, das Substrat gleichmäßig feucht zu halten, aber vermeide stauende Nässe, die zu Fäulnis führen würde. An einem hellen Ort ohne direkte Mittagssonne entwickeln sich nach wenigen Wochen die ersten kleinen Wurzeln.
Sobald du einen Widerstand spürst, wenn du ganz vorsichtig am Steckling ziehst, hat die Bewurzelung begonnen. Jetzt kannst du die Abdeckung schrittweise entfernen, um die jungen Pflanzen an die normale Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen. Nach einigen weiteren Wochen sind sie bereit, in größere Töpfe mit nährstoffreicherer Erde umgepflanzt zu werden. Bevor sie in den Garten kommen, sollten sie jedoch noch einen Winter an einem geschützten Ort verbringen, um ausreichend abzuhärten.
Teilung des Wurzelstocks
Größere und ältere Sträucher lassen sich hervorragend durch die Teilung des Wurzelstocks vermehren und gleichzeitig verjüngen. Dieser Eingriff wird am besten im zeitigen Frühjahr durchgeführt, bevor die Pflanze mit dem neuen Austrieb beginnt. Du musst den gesamten Strauch vorsichtig ausgraben, wobei du darauf achtest, so viele Wurzeln wie möglich zu erhalten. Mit einem scharfen Spaten oder einer Säge wird der Wurzelballen dann in zwei oder mehr lebensfähige Stücke zerlegt.
Jedes Teilstück muss über genügend Wurzelmasse und mindestens einen kräftigen Trieb oder eine schlafende Knospe verfügen. Achte darauf, die Schnittflächen sauber zu halten und vertrocknete oder beschädigte Wurzelteile sofort zu entfernen. Die Teilung bietet zudem die Gelegenheit, das Innere des Strauches von altem, abgestorbenem Holz zu befreien. So erhältst du nicht nur neue Pflanzen, sondern förderst auch die Vitalität der ursprünglichen Mutterpflanze durch den radikalen Rückschnitt.
Pflanze die gewonnenen Teilstücke so schnell wie möglich an ihren neuen Standorten wieder ein, damit die Wurzeln nicht austrocknen. Die Vorbereitung der neuen Pflanzlöcher erfolgt nach dem gleichen Prinzip wie bei der Erstpflanzung eines jungen Strauches. Drücke die Erde gut an und wässere die neuen Pflanzen intensiv, um den Schock des Umsetzens abzumildern. In den ersten Wochen nach der Teilung ist eine regelmäßige Kontrolle der Bodenfeuchtigkeit besonders wichtig.
Oft blühen die geteilten Sträucher bereits im ersten oder zweiten Jahr nach dem Eingriff wieder sehr üppig. Durch die Teilung wird der Strauch gezwungen, sein Wurzelsystem neu zu strukturieren und frisches Gewebe aufzubauen. Diese Methode ist besonders effektiv bei Sorten, die mit der Zeit dazu neigen, in der Mitte kahl zu werden. Du schlägst also zwei Fliegen mit einer Klappe: Du verschönerst deinen Bestand und gewinnst kostengünstig neues Pflanzenmaterial für deinen Garten.