Die Aschenblume wird häufig nur für eine Blühsaison gehalten, kann unter geeigneten Bedingungen aber weiterkultiviert und über den Winter gebracht werden. Ihre Überwinterung unterscheidet sich von jener wärmeliebender Zimmerpflanzen, denn sie benötigt einen sehr hellen und kühlen Platz. Zu hohe Temperaturen führen zu schwachem Wachstum, Schädlingsbefall und einer verkürzten späteren Blüte. Eine erfolgreiche Überwinterung verlangt daher vor allem Temperaturkontrolle, zurückhaltendes Gießen und regelmäßige Gesundheitsprüfungen.
Ob sich die Überwinterung lohnt, hängt vom Zustand der Pflanze ab. Ein gesundes, kräftiges Exemplar ohne Schädlingsbefall besitzt deutlich bessere Chancen als eine bereits geschwächte Pflanze. Stark vergeilte, faulende oder massiv befallene Aschenblumen sollten nicht in den Winterbestand übernommen werden. Sie könnten andere Pflanzen gefährden und benötigen unverhältnismäßig viel Pflege.
Nach der Hauptblüte verändert sich der Wasser- und Nährstoffbedarf. Die Pflanze wächst langsamer und verbraucht weniger Feuchtigkeit. Gleichzeitig soll der Wurzelballen nicht vollständig austrocknen. Eine kontrollierte Ruhe- und Aufbauphase ist wichtiger als eine dauerhafte Förderung mit Dünger.
Für die spätere Knospenbildung sind kühle Bedingungen von großer Bedeutung. In einem warmen Wohnzimmer entstehen meist lange, schwache Triebe, aber kaum hochwertige Blüten. Ein frostfreies Gewächshaus, ein heller Wintergarten oder ein unbeheiztes Treppenhaus kann geeigneter sein. Der Platz muss dennoch ausreichend Licht bieten.
Vorbereitung nach der Hauptblüte
Zunächst werden alle verwelkten Blütenstände entfernt. Schwache, beschädigte und nach innen wachsende Triebe können ebenfalls zurückgeschnitten werden. Ein vollständiger radikaler Rückschnitt ist nur bei kräftigen Pflanzen sinnvoll. Einige gesunde Blätter müssen erhalten bleiben, damit weiterhin Photosynthese stattfinden kann.
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Nach dem Schnitt wird die Pflanze gründlich auf Schädlinge untersucht. Blattläuse, Weiße Fliegen und Spinnmilben dürfen nicht mit ins Winterquartier gelangen. Ein leichter Befall wird vor dem Einräumen vollständig behandelt. Die Pflanze bleibt anschließend noch einige Zeit getrennt, um den Behandlungserfolg zu kontrollieren.
Ist der Topf stark durchwurzelt, kann vorsichtig umgetopft werden. Der neue Topf sollte nur geringfügig größer sein und zuverlässige Abzugslöcher besitzen. Frisches, lockeres Substrat verbessert die Belüftung des Wurzelbereichs. Ein Umtopfen unmittelbar vor einer kalten Ruhephase wird jedoch vermieden, wenn es nicht notwendig ist.
Die Düngung wird nach der Blüte deutlich reduziert. Ein Überangebot an Stickstoff würde weiches Wachstum fördern, das im Winter besonders anfällig ist. Erst bei erkennbarem Neuaustrieb kann eine schwache Nährstoffgabe erfolgen. Geschwächte oder frisch umgetopfte Pflanzen bleiben zunächst ungedüngt.
Das geeignete Winterquartier
Der Überwinterungsplatz sollte sehr hell und möglichst kühl sein. Temperaturen zwischen etwa acht und fünfzehn Grad Celsius sind in vielen Fällen günstig. Kurzfristig niedrigere Werte werden vertragen, solange kein Frost auftritt. Dauerhaft warme Bedingungen über zwanzig Grad sind ungeeignet.
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Ein Platz direkt an einer hellen Fensterscheibe kann ausreichend Licht bieten. Die Blätter dürfen die kalte Scheibe jedoch nicht berühren, da lokaler Kälteschaden möglich ist. Bei sehr geringer Wintersonne kann eine Pflanzenleuchte ergänzend eingesetzt werden. Die Beleuchtungsdauer muss einen klaren Tag-Nacht-Rhythmus erhalten.
Das Winterquartier sollte regelmäßig gelüftet werden. Dabei wird die Pflanze vor direkter kalter Zugluft geschützt. Stehende, feuchte Luft begünstigt Grauschimmel und andere Pilzkrankheiten. Ein kleiner Abstand zwischen den Pflanzen verbessert die Luftbewegung erheblich.
Über einem Heizkörper darf die Aschenblume nicht stehen. Warme, trockene Luft fördert Spinnmilben und beschleunigt die Austrocknung des Topfballens. Starke Temperaturschwankungen belasten die Pflanze zusätzlich. Ein gleichmäßig kühles Raumklima ist deutlich günstiger als ein Wechsel zwischen kalten Nächten und sehr warmen Tagen.
Pflege während der Wintermonate
Im Winter wird zurückhaltender gegossen als während der vollen Blüte. Die oberste Substratschicht darf leicht antrocknen, der Wurzelballen soll aber nie völlig trocken werden. Vor jeder Wassergabe wird die Feuchtigkeit kontrolliert. Ein fester Wochenrhythmus ist auch im Winter ungeeignet.
Gegossen wird vorzugsweise am Vormittag. So kann überschüssige Feuchtigkeit bis zum Abend besser abtrocknen. Wasser in Untersetzern und Übertöpfen wird sofort entfernt. An kalten Standorten verursacht Staunässe besonders schnell Wurzelfäule.
Die Pflanze wird regelmäßig gedreht, damit alle Seiten gleichmäßig Licht erhalten. Eine häufige Veränderung des Standortes ist dagegen nicht notwendig. Lange, dünne Triebe deuten auf Lichtmangel oder zu hohe Temperaturen hin. In diesem Fall muss der Standort verbessert werden, bevor ein starker Rückschnitt erwogen wird.
Schädlingskontrollen bleiben während des gesamten Winters wichtig. Besonders trockene Perioden können Spinnmilben begünstigen, während warme Räume Blattläuse fördern. Verwelkte Blätter werden sofort entfernt. Graue Beläge, klebrige Stellen oder ungewöhnliche Flecken müssen frühzeitig behandelt werden.
Übergang in die neue Wachstumsphase
Mit zunehmender Tageslänge beginnt die Aschenblume wieder stärker zu wachsen. Die Wassergaben werden allmählich erhöht, ohne das Substrat dauerhaft zu vernässen. Eine schwache Düngung kann beginnen, sobald mehrere neue Blätter sichtbar sind. Plötzliche hohe Nährstoffgaben sind weiterhin zu vermeiden.
Junge Triebspitzen können vorsichtig eingekürzt werden, um eine buschigere Verzweigung anzuregen. Zu spätes Entspitzen kann jedoch die Blütenbildung verzögern. Sobald sich Knospen zeigen, werden keine formierenden Schnitte mehr vorgenommen. Dann konzentriert sich die Pflege auf gleichmäßige Feuchtigkeit und kühle Temperaturen.
Soll die Pflanze im Frühjahr ins Freie, muss sie langsam abgehärtet werden. Zunächst steht sie nur stundenweise an einem geschützten, schattigen Platz. Direkte Sonne und kalter Wind werden vermieden. Nach einigen Tagen kann die Aufenthaltsdauer schrittweise verlängert werden.
Nicht jede überwinterte Aschenblume entwickelt erneut einen kompakten Flor. Manche Pflanzen wachsen lockerer und bilden weniger Blüten als im ersten Jahr. Eine erfolgreiche zweite Blüte ist deshalb ein gärtnerischer Zusatzgewinn und kein sicher planbares Ergebnis. Der dekorative Wert kann dennoch hoch sein, wenn die Pflanze gesund und gut verzweigt bleibt.