Der ideale zeitpunkt für das pflanzen von rhabarber ist entweder das zeitige frühjahr oder der herbst, wenn der boden feucht ist. Da rhabarber eine sehr langlebige kultur ist, muss die vorbereitung des standortes mit größter sorgfalt und fachkenntnis erfolgen. Einmal etabliert, benötigt die pflanze viel platz, weshalb man den pflanzabstand großzügig bemessen sollte, um konkurrenz zu vermeiden. Die richtige pflanztiefe ist dabei entscheidend für den späteren erfolg und die gesundheit des austriebs im frühling.
Bevor der rhabarber in die erde kommt, sollte der boden tiefgründig gelockert und von allen wurzelunkräutern befreit werden. Da die pflanze ein starkzehrer ist, empfiehlt es sich, eine große menge an gut verrottetem mist oder kompost einzuarbeiten. Der optimale standort bietet einen humosen, nährstoffreichen boden, der keine staunässe zulässt, aber dennoch ausreichend feuchtigkeit speichert. Ein sonniger platz fördert die frühe ernte, während halbschattige lagen das wachstum im sommer unterstützen.
Techniken der vegetativen vermehrung
Die vermehrung durch teilung des wurzelstocks ist die effektivste methode, um sortenechte und vitale neue rhabarberpflanzen zu gewinnen. Hierzu hebt man im zeitigen frühjahr einen gesunden, mindestens fünf jahre alten stock vorsichtig mit dem spaten aus der erde. Der wurzelballen wird dann mit einem scharfen messer oder dem spaten so geteilt, dass jedes teilstück mindestens eine kräftige knospe besitzt. Diese knospen sind die garantie für einen erfolgreichen neuaustrieb und eine schnelle etablierung am neuen standort.
Nach der teilung sollten die schnittflächen kurz an der luft antrocknen, um das risiko von fäulnis nach dem einpflanzen zu minimieren. Die gewonnenen teilstücke müssen so schnell wie möglich wieder in die vorbereitete erde gesetzt werden, damit die feinwurzeln nicht austrocknen. Es ist ratsam, die jungen pflanzen direkt nach dem setzen kräftig anzugießen, um den bodenschluss zu fördern. Eine schicht mulch hilft dabei, die feuchtigkeit in den ersten kritischen wochen nach der pflanzung im boden zu halten.
Die kunst der richtigen pflanzung
Beim einsetzen der rhabarberstücke ist die tiefe der wichtigste faktor für eine gesunde entwicklung der jungen staude. Die knospen sollten nur etwa zwei bis drei zentimeter unter der erdoberfläche liegen, damit sie leicht austreiben können. Wenn man den rhabarber zu tief pflanzt, besteht die gefahr, dass die triebe verfaulen, bevor sie das licht der welt erblicken. Zu flaches pflanzen hingegen kann dazu führen, dass die empfindlichen knospen austrocknen oder durch frost geschädigt werden.
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Der abstand zwischen den einzelnen pflanzen sollte mindestens einen meter betragen, da rhabarber im laufe der jahre enorm in die breite wächst. Ein zu dichter stand fördert die ausbreitung von pilzkrankheiten, da die luft zwischen den großen blättern nicht mehr ausreichend zirkulieren kann. In den ersten zwei jahren nach der pflanzung sollte man auf eine ernte verzichten, damit die pflanze ihre gesamte kraft in den wurzelaufbau stecken kann. Diese geduld zahlt sich langfristig durch deutlich höhere erträge und eine robustere gesundheit der stauden aus.
Generative vermehrung über aussaat
Obwohl die vermehrung über samen möglich ist, wird sie im professionellen anbau aufgrund der genetischen variabilität seltener praktiziert als die teilung. Wer dennoch rhabarber säen möchte, sollte dies im frühjahr in anzuchtschalen unter glas oder direkt im frühbeet tun. Die sämlinge benötigen konstante feuchtigkeit und moderate temperaturen, um sich gleichmäßig zu entwickeln und kräftige wurzeln zu bilden. Erst wenn die jungpflanzen kräftig genug sind, werden sie an ihren endgültigen platz im garten oder auf dem feld verpflanzt.
Ein nachteil der aussaat ist, dass die eigenschaften der mutterpflanze nicht exakt auf die nachkommen übertragen werden, was zu unterschiedlichen qualitäten führen kann. Zudem dauert es bei gesäten pflanzen meist ein jahr länger, bis eine erste nennenswerte ernte der stiele möglich ist. Für die züchtung neuer sorten ist die generative vermehrung jedoch der einzige weg, um neue genetische kombinationen zu testen. Im hausgarten bleibt die teilung jedoch die sicherste und schnellste methode, um den bestand an lieblingssorten zu vergrößern.