Die richtige Pflanzung legt den Grundstein für kompakte, widerstandsfähige und blühfreudige Gazanien. Entscheidend sind ein warmer Zeitpunkt, ein sonniger Platz und ein Substrat, das überschüssiges Wasser schnell ableitet. Bei der Vermehrung kommen sowohl die Aussaat als auch Stecklinge infrage. Welche Methode günstiger ist, hängt davon ab, ob eine bestimmte Sorte erhalten oder eine größere Zahl junger Pflanzen herangezogen werden soll.
Vorbereitung des Pflanzplatzes
Gazanien dürfen erst nach dem Ende der Frostgefahr dauerhaft ins Freie gesetzt werden. In vielen Regionen ist dies ab der zweiten Maihälfte der Fall. Entscheidend sind jedoch die tatsächlichen Nachttemperaturen und nicht allein der Kalender. Bereits Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt können frisch gepflanzte Exemplare deutlich schwächen.
Der vorgesehene Standort sollte vor dem Pflanzen gründlich gelockert werden. Verdichtete Bodenschichten müssen aufgebrochen werden, damit Regenwasser zuverlässig versickern kann. Bei schwerer Erde werden grober Sand, feiner Kies oder mineralisches Pflanzgranulat eingearbeitet. Frischer Stallmist und große Mengen unreifen Komposts sind ungeeignet.
Vor dem Einsetzen sollten die Wurzelballen gut durchfeuchtet sein. Sehr trockene Ballen lassen sich nach der Pflanzung oft nur langsam gleichmäßig bewässern. Die Pflanzen können deshalb für einige Minuten in einen Behälter mit Wasser gestellt werden. Sobald keine Luftblasen mehr aufsteigen, ist der Ballen ausreichend durchtränkt.
Der Pflanzabstand richtet sich nach der Wuchsstärke der Sorte. Für kompakte Sorten reichen meist etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Zentimeter. Kräftiger wachsende Gazanien benötigen etwas mehr Raum. Ein ausreichender Abstand verbessert die Luftbewegung und erleichtert später das Entfernen verwelkter Blüten.
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Pflanzung im Beet und im Gefäß
Das Pflanzloch sollte etwas breiter als der Wurzelballen sein. Die Gazanie wird ungefähr so tief eingesetzt, wie sie zuvor im Anzuchttopf gestanden hat. Eine zu tiefe Pflanzung hält den empfindlichen Wurzelhals unnötig feucht. Nach dem Einsetzen wird die Erde vorsichtig angedrückt, ohne sie stark zu verdichten.
Unmittelbar nach der Pflanzung wird gründlich angegossen. Das Wasser schließt größere Hohlräume zwischen Wurzelballen und umgebender Erde. Danach sollte der Boden oberflächlich abtrocknen dürfen. Dauerhaftes Nachgießen ohne vorherige Kontrolle ist auch in der Anwachsphase zu vermeiden.
Für Gefäße sollten standfeste Töpfe mit großen Abzugslöchern gewählt werden. Flache Schalen sind geeignet, wenn sie nicht zu schnell austrocknen und zuverlässig entwässert werden. Mehrere Gazanien können mit anderen trockenheitsverträglichen Sonnenpflanzen kombiniert werden. Stark wuchernde Partner würden ihnen jedoch Licht und Wurzelraum nehmen.
Nach der Pflanzung im Balkonkasten ist ein vorübergehend geschützter Platz sinnvoll. Dort können sich die Wurzeln etablieren, ohne gleichzeitig starkem Wind und intensiver Mittagshitze ausgesetzt zu sein. Nach wenigen Tagen werden die Pflanzen schrittweise an volle Sonne gewöhnt. Diese Abhärtung reduziert Blattverbrennungen und Wachstumsstockungen.
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Vermehrung durch Aussaat
Die Aussaat erfolgt je nach gewünschtem Blühbeginn meist zwischen Februar und April. Frühe Aussaaten benötigen einen sehr hellen Platz oder eine geeignete Zusatzbeleuchtung. Bei Lichtmangel entwickeln sich lange, instabile Keimlinge. Eine spätere Aussaat wächst unter natürlichen Lichtverhältnissen oft kompakter.
Als Aussaatsubstrat eignet sich eine feine, nährstoffarme und gut durchlässige Mischung. Die Samen werden gleichmäßig verteilt und nur dünn mit Substrat bedeckt. Anschließend wird die Oberfläche vorsichtig mit einem feinen Sprühstrahl befeuchtet. Starkes Gießen könnte die Samen verschwemmen oder zu tief in die Erde drücken.
Für eine gleichmäßige Keimung sind Temperaturen von ungefähr achtzehn bis zweiundzwanzig Grad günstig. Eine transparente Abdeckung hält die Feuchtigkeit im Keimgefäß. Sie muss jedoch täglich kurz geöffnet werden, damit verbrauchte Luft und überschüssige Feuchtigkeit entweichen können. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, wird die Abdeckung entfernt.
Nach der Ausbildung mehrerer echter Blätter werden die Jungpflanzen einzeln pikiert. Dabei fasst man sie möglichst an den Blättern und nicht am empfindlichen Stängel an. Nach dem Pikieren brauchen sie viel Licht und mäßige Temperaturen. Vor dem Auspflanzen werden sie über ein bis zwei Wochen schrittweise an Außenbedingungen gewöhnt.
Vermehrung durch Stecklinge und Teilung
Stecklinge eignen sich besonders, wenn die Eigenschaften einer bestimmten Gazanie erhalten bleiben sollen. Bei einer Aussaat können sich Blütenfarbe, Zeichnung und Wuchsform der Nachkommen unterscheiden. Stecklinge sind dagegen genetisch identisch mit der Mutterpflanze. Sie werden bevorzugt von gesunden, kräftigen und schädlingsfreien Exemplaren gewonnen.
Geeignet sind junge Seitentriebe ohne Blütenknospen. Sie werden mit einem sauberen Messer unterhalb eines Blattansatzes abgeschnitten. Die unteren Blätter werden entfernt, damit sie nicht im Substrat faulen. Anschließend steckt man die Triebe in eine lockere Mischung aus Anzuchterde und mineralischen Bestandteilen.
Während der Bewurzelung muss das Substrat gleichmäßig leicht feucht bleiben. Stauende Nässe führt schnell zu Fäulnis an der Schnittstelle. Ein heller Platz ohne harte Mittagssonne ist ideal. Sobald sich neuer Austrieb zeigt, haben sich in der Regel ausreichend Wurzeln gebildet.
Ältere, mehrtriebige Pflanzen können beim Umtopfen vorsichtig geteilt werden. Jeder Teil sollte mehrere gesunde Triebe und einen ausreichend großen Wurzelanteil besitzen. Verletzte oder abgestorbene Wurzeln werden mit einem sauberen Werkzeug entfernt. Die Teilstücke werden anschließend in frisches, durchlässiges Substrat gesetzt und zunächst zurückhaltend gegossen.