Obwohl der Elfenspiegel in seiner Heimat Südafrika mehrjährig wächst, wird er in unseren Breitengraden meist nur einjährig kultiviert. Das liegt vor allem an seiner starken Empfindlichkeit gegenüber Frost und den dunklen, feuchten Wintermonaten in Mitteleuropa. Mit etwas Geschick und den richtigen Bedingungen ist es jedoch durchaus möglich, die Pflanzen erfolgreich zu überwintern. Dies lohnt sich besonders bei seltenen oder besonders schön gewachsenen Exemplaren.
Der ideale Zeitpunkt für den Umzug in das Winterquartier ist gekommen, bevor die ersten richtigen Nachtfröste auftreten. Sobald die Temperaturen dauerhaft unter fünf Grad Celsius fallen, stellt die Pflanze ihr Wachstum nahezu vollständig ein. Du solltest die Pflanzen dann vorsichtig aus dem Beet heben oder die Töpfe an einen geschützten Ort bringen. Eine rechtzeitige Reaktion verhindert Kälteschäden an den weichen Trieben und den Wurzeln.
Bevor die Pflanze nach drinnen darf, solltest du sie gründlich auf Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben untersuchen. In der warmen und trockenen Luft der Innenräume vermehren sich diese Schädlinge sonst explosionsartig und schwächen die Pflanze. Ein leichter Rückschnitt der langen Triebe erleichtert der Pflanze den Übergang in die Ruhephase erheblich. Entferne dabei auch alle vertrockneten Blätter und die verbliebenen Blütenreste.
Das Winterquartier sollte hell, aber vor allem sehr kühl sein, wobei Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad ideal sind. Ein unbeheiztes Treppenhaus, ein heller Kellerraum oder ein frostfreies Gewächshaus eignen sich hervorragend für diesen Zweck. Zu viel Wärme im Winter führt dazu, dass die Pflanze versucht auszutreiben, was zu schwachen Geiltrieben führt. Dunkelheit hingegen lässt die Pflanze langsam absterben, da sie keine Photosynthese betreiben kann.
Die richtige Pflege während der Ruhephase
Während der Wintermonate benötigt der Elfenspiegel nur sehr wenig Wasser, da sein Stoffwechsel stark verlangsamt ist. Du solltest die Erde lediglich so feucht halten, dass der Wurzelballen niemals komplett zu Staub austrocknet. Ein kurzes Fühlen der Bodenfeuchtigkeit mit dem Finger einmal pro Woche ist in der Regel völlig ausreichend. Zu viel Wasser führt im kühlen Winterquartier fast unweigerlich zu schädlicher Wurzelfäule.
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Dünger ist während der gesamten Überwinterungszeit absolut tabu und würde der Pflanze mehr schaden als nützen. Die zusätzliche Energie könnte die Pflanze nicht verarbeiten und die Wurzeln könnten durch die Salze geschädigt werden. Erst im Frühjahr, wenn das Licht wieder zunimmt, wird die Nährstoffzufuhr langsam wieder aufgenommen. Die Pflanze soll im Winter wirklich ruhen und keine neuen Triebe oder gar Blüten bilden.
Regelmäßiges Lüften des Winterquartiers an frostfreien Tagen sorgt für einen nötigen Luftaustausch und senkt das Risiko für Pilzbefall. Stickige und feuchte Luft ist der größte Feind der Pflanzen während der kalten Jahreszeit in Innenräumen. Achte jedoch darauf, dass die Pflanzen dabei nicht direkt im kalten Luftzug stehen, was Stress verursachen könnte. Eine gesunde Luftzirkulation hält die Pflanze auch im Winter vital und widerstandsfähig.
Kontrolliere die Pflanzen auch im Winterquartier regelmäßig auf Anzeichen von Krankheiten oder einen späten Schädlingsbefall. Spinnmilben treten besonders gerne auf, wenn die Raumluft durch Heizungen in der Nähe zu trocken wird. Ein gelegentliches Besprühen mit kalkfreiem Wasser kann die Luftfeuchtigkeit direkt an der Pflanze leicht erhöhen. Je aufmerksamer du im Winter bist, desto besser startet die Pflanze in das neue Jahr.
Vorbereitung auf die neue Gartensaison
Ab März kannst du den Elfenspiegel langsam wieder an wärmere Temperaturen und mehr Licht im Haus gewöhnen. Ein Platz auf einer hellen Fensterbank bei etwa fünfzehn bis achtzehn Grad regt die Bildung neuer Triebe an. Du wirst bemerken, wie das frische Grün langsam aus den alten Stängeln oder der Basis hervorbricht. Zu diesem Zeitpunkt darfst du auch die Wassergaben vorsichtig wieder etwas steigern.
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Ein kräftiger Rückschnitt im frühen Frühjahr hilft der Pflanze, wieder eine kompakte und buschige Form zu entwickeln. Schneide alle langen, überwinterten Triebe auf etwa fünf bis zehn Zentimeter zurück, um den Neuaustrieb zu fördern. Die Pflanze verzweigt sich dadurch an der Basis viel besser und wird später deutlich mehr Blüten tragen. Hab keine Angst vor dem radikalen Schnitt, der Elfenspiegel ist in dieser Phase sehr regenerationsfreudig.
Sobald der neue Austrieb kräftig wächst, kannst du mit einer leichten Düngung beginnen, um das Wachstum zu unterstützen. Verwende zunächst nur die halbe Konzentration des Düngers, um die jungen Wurzeln nicht zu überfordern. Die Pflanze benötigt nun Energie, um die verlorene Biomasse aus dem Rückschnitt schnell wieder aufzubauen. Mit jedem Tag, an dem das Licht zunimmt, wird die Pflanze sichtlich kräftiger und vitaler werden.
Das Umtopfen in frisches Substrat ist nach der Überwinterung dringend zu empfehlen, um neue Nährstoffe bereitzustellen. Alte Erde ist oft verbraucht, verdichtet oder durch Gießwasser im Winter mit Kalk und Salzen angereichert. Ein etwas größeres Gefäß gibt den Wurzeln zudem wieder Raum für eine Ausbreitung in der neuen Saison. Frische Erde wirkt oft wie eine Verjüngungskur für die gesamte Pflanze nach der langen Pause.
Auswintern und Gewöhnung an das Freiland
Der Umzug nach draußen sollte schrittweise erfolgen, um die Pflanze nicht durch den plötzlichen Klimawechsel zu schocken. Stelle die Töpfe zunächst nur tagsüber an einen schattigen und windgeschützten Platz im Freien auf. Die direkte UV-Strahlung der Sonne kann die weichen Blätter, die nur Innenlicht gewohnt sind, sonst sofort verbrennen. Nach einigen Tagen im Halbschatten kann die Pflanze dann langsam in die volle Sonne rücken.
Nachtfröste im April und Mai sind die größte Gefahr für die frisch ausgewinterten und zarten Pflanzen im Garten. Behalte den Wetterbericht genau im Auge und bringe die Töpfe im Zweifel lieber noch einmal für eine Nacht nach drinnen. Alternativ kann ein dickes Vlies oder eine Decke kurzfristig Schutz vor leichten Minusgraden in der Nacht bieten. Erst nach den Eisheiligen ist die Gefahr meist endgültig gebannt und die Pflanze sicher.
Wenn du den Elfenspiegel im Beet überwintert hast, was in sehr milden Regionen möglich ist, solltest du den Winterschutz vorsichtig entfernen. Mulchschichten oder Reisig haben die Wurzeln vor dem Durchfrieren bewahrt und müssen nun weichen. Lockere den Boden vorsichtig auf, ohne die oberflächennahen Wurzeln der Pflanze dabei zu verletzen. Ein früher Start mit etwas Kompost gibt der Pflanze im Freiland den nötigen Wachstumsimpuls.
Überwinterte Pflanzen blühen oft deutlich früher und üppiger als neu gekaufte Jungpflanzen aus dem Gartencenter. Die bereits etablierte Wurzelmasse ermöglicht einen schnellen Start in den Sommer ohne lange Etablierungsphase. Du wirst mit einer Pracht belohnt, die zeigt, dass sich die Mühe der Überwinterung gelohnt hat. Der Elfenspiegel dankt dir die Pflege mit unzähligen farbenfrohen Blüten bis zum nächsten Herbst.