Die Schokoladenblume ist in mitteleuropäischen Gärten nicht zuverlässig winterhart und braucht deshalb einen frostfreien Schutz. Ihre knollenartigen Speicherorgane können bei Minusgraden schwer geschädigt werden, besonders wenn der Boden zusätzlich nass ist. Erfolgreiches Überwintern bedeutet, die Pflanze rechtzeitig vorzubereiten, trocken und kühl zu lagern und Fäulnis konsequent zu vermeiden. Mit der richtigen Methode treibt sie im Frühjahr wieder kräftig aus und kann erneut viele duftende Blüten bilden.

Der richtige Zeitpunkt zum Einräumen

Die Vorbereitung auf die Überwinterung beginnt bereits im Spätsommer. Ab dieser Zeit wird die Düngung reduziert, damit die Pflanze nicht mehr zu stark in weiches Wachstum geht. Das Laub darf so lange stehen bleiben, wie es grün und gesund ist. Es versorgt die Speicherorgane weiterhin mit Energie.

Vor dem ersten stärkeren Frost müssen Kübelpflanzen ins Winterquartier gebracht werden. Kurzzeitige kühle Nächte werden manchmal toleriert, doch Frost sollte nicht riskiert werden. Besonders nasse Erde erhöht die Gefahr von Schäden. Deshalb ist rechtzeitiges Handeln besser als spätes Reagieren.

Beetpflanzen werden im Herbst vorsichtig ausgegraben. Dabei sollte möglichst viel von den Speicherorganen erhalten bleiben. Beschädigungen sind Eintrittsstellen für Fäulniserreger und sollten vermieden werden. Eine Grabegabel ist oft schonender als ein scharfer Spaten.

Nach dem Ausgraben lässt man die Pflanze zunächst abtrocknen. Erde wird nur locker entfernt und nicht mit Wasser abgewaschen. Feuchte Knollen lagern schlechter und schimmeln leichter. Erst nach dem Antrocknen wird entschieden, welche Teile gesund genug für die Einlagerung sind.

Lagerung von Knollen und ruhenden Pflanzen

Die Knollen der Schokoladenblume überwintern am besten kühl, dunkel und frostfrei. Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt bis etwa zehn Grad sind meist geeignet. Zu warme Räume fördern vorzeitigen Austrieb und schwächen die Pflanze. Zu kalte Räume bergen dagegen Frostgefahr.

Als Lagermaterial eignen sich trockener Sand, Sägespäne, Kokosfaser oder leicht trockenes Substrat. Das Material soll die Knollen vor völligem Austrocknen schützen, darf aber nicht feucht sein. Eine lockere Einbettung verhindert Druckstellen. Wichtig ist, dass Luft zirkulieren kann und sich keine Nässe sammelt.

Kübelpflanzen können auch im Topf überwintert werden. Dabei wird die Erde nur minimal feucht gehalten. Der Topf steht kühl und hell bis halbdunkel, abhängig davon, ob noch Laubreste vorhanden sind. Sobald die Pflanze vollständig eingezogen ist, spielt Licht eine geringere Rolle.

Während der Ruhezeit wird nicht gedüngt. Die Pflanze befindet sich in einer natürlichen Pause und benötigt keine Wachstumsimpulse. Zu viel Wasser oder Nährstoffe würde den Rhythmus stören. Ruhe, Kühle und Trockenheit sind jetzt die wichtigsten Pflegefaktoren.

Kontrolle im Winterquartier

Auch im Winter sollte die Schokoladenblume nicht völlig vergessen werden. Eine gelegentliche Kontrolle verhindert, dass Fäulnis unbemerkt auf gesunde Teile übergreift. Weiche oder schimmelige Stellen werden sofort entfernt. Sauberes Werkzeug ist dabei besonders wichtig.

Wenn Knollen stark schrumpfen, ist die Lagerung möglicherweise zu trocken. In diesem Fall kann das Lagermaterial minimal angefeuchtet werden. Es darf aber niemals nass werden. Ein sehr feiner Feuchtigkeitsausgleich reicht meist aus.

Vorzeitiger Austrieb zeigt an, dass das Winterquartier zu warm oder zu hell sein kann. Lange, blasse Triebe sind schwach und brechen leicht. Dann sollte die Pflanze kühler gestellt werden, sofern frostfreie Bedingungen erhalten bleiben. Starker Austrieb kurz vor dem Frühjahr kann jedoch als Start in die neue Saison genutzt werden.

Schädlinge treten im Winterquartier seltener auf, können aber bei Topfüberwinterung vorkommen. Blattläuse oder Trauermücken erscheinen vor allem bei zu warmer und feuchter Haltung. Eine trockene, kühle Kultur senkt dieses Risiko deutlich. Befallene Pflanzen sollten getrennt von anderen überwinternden Arten stehen.

Neustart im Frühjahr

Im Frühjahr wird die Schokoladenblume langsam wieder aktiviert. Die Knollen werden kontrolliert und in frisches, lockeres Substrat gesetzt. Anfangs wird nur sehr sparsam gegossen, bis sichtbarer Austrieb erscheint. Erst mit wachsender Blattmasse steigt der Wasserbedarf.

Ein heller, frostfreier Platz ist für den Start ideal. Direkte starke Mittagssonne hinter Glas kann junge Triebe jedoch belasten. Deshalb ist eine schrittweise Gewöhnung sinnvoll. Sobald die Temperaturen stabil sind, kann die Pflanze tagsüber ins Freie gestellt werden.

Nach den letzten Frostnächten darf die Schokoladenblume endgültig nach draußen. Vorher wird sie abgehärtet, damit Blätter und Triebe Wind, Sonne und Temperaturschwankungen vertragen. Diese Übergangsphase reduziert Wachstumsstockungen. Gut abgehärtete Pflanzen starten kräftiger in die Blühsaison.

Die erste Düngung erfolgt erst, wenn die Pflanze aktiv wächst. Eine zu frühe Nährstoffgabe bringt ruhenden Knollen keinen Vorteil. Frisches Substrat enthält meist genügend Startnährstoffe. Mit zunehmendem Wachstum wird die normale Sommerpflege wieder aufgenommen.