Das Thema Schneiden ist beim Bergahorn eine sensible Angelegenheit, da dieser Baum einen sehr starken Saftstrom besitzt, der bei falschem Zeitpunkt zu Problemen führen kann. Du solltest wissen, dass der Bergahorn zu den „blutenden“ Baumarten gehört, was bedeutet, dass er bei Verletzungen im Frühjahr massiv Pflanzensaft verliert. Ein zu starker Saftverlust schwächt den Baum und kann die Wundheilung verzögern, weshalb der richtige Zeitpunkt für den Schnitt entscheidend ist. Grundsätzlich benötigt ein frei stehender Bergahorn jedoch nur selten einen korrigierenden Eingriff durch den Menschen.
Der beste Zeitpunkt für größere Schnittmaßnahmen ist der späte Sommer oder der frühe Herbst, wenn der Saftdruck bereits deutlich nachgelassen hat. Zu dieser Zeit können die Wunden noch vor dem Winterbeginn oberflächlich abtrocknen und das Infektionsrisiko durch Pilze wird minimiert. Du solltest dich beim Schneiden auf das Entfernen von totem, krankem oder sich kreuzendem Geäst beschränken, um die natürliche Form des Baumes zu erhalten. Ein radikaler Rückschnitt, wie man ihn von Kopfweiden kennt, ist beim Bergahorn absolut nicht zu empfehlen und zerstört seine ästhetische Silhouette dauerhaft. Gehe lieber behutsam vor und entferne jedes Jahr nur ein wenig, anstatt den Baum mit einem einzigen großen Eingriff zu schockieren.
Techniken für eine gesunde Krone
Beim Entfernen von Ästen ist es wichtig, den sogenannten Astring zu beachten und diesen nicht zu verletzen, damit der Baum die Wunde optimal überwallen kann. Du solltest immer saubere und scharfe Werkzeuge verwenden, um glatte Schnittflächen zu erzielen, die das Wasser gut ablaufen lassen und keine Angriffsfläche für Fäulnis bieten. Größere Äste solltest du stufenweise absägen, um ein unkontrolliertes Abreißen der Rinde am Stamm zu verhindern, was schwere Schäden verursachen würde. Eine gut ausgelichtete Krone lässt mehr Licht und Luft ins Innere, was die Blätter schneller abtrocknen lässt und somit Krankheiten vorbeugt. Wenn du dir unsicher bist, ist es oft besser, einen Ast stehen zu lassen, als zu viel wegzuschneiden und die Balance des Baumes zu stören.