Die erfolgreiche Kultivierung von Chicorée beginnt mit einer fundierten Planung der Aussaat und der Wahl des richtigen Standorts im Gemüsegarten. Da Chicorée eine tiefgehende Pfahlwurzel bildet, stellt er besondere Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit und die Tiefe der Lockerung. Es ist faszinierend zu beobachten, wie aus winzigen Samen innerhalb weniger Monate kräftige Wurzeln entstehen, die das Potenzial für eine winterliche Delikatesse bergen. Ein strukturierter Ansatz bei der Pflanzung ist der Schlüssel zu einer gleichmäßigen und qualitativ hochwertigen Ernte.

Zichoriensalat
Cichorium intybus var. foliosum
Pflegeleicht
Europa, Westasien
Zweijähriges Gemüse
Umgebung & Klima
Lichtbedarf
Volle Sonne
Wasserbedarf
Mäßig
Luftfeuchtigkeit
Mäßig (40-60%)
Temperatur
Kühl (15-20°C)
Frosttoleranz
Winterhart (-5°C)
Überwinterung
Im Freien (winterhart)
Wachstum & Blüte
Höhe
30-100 cm
Breite
20-30 cm
Wachstum
Schnell
Schnitt
Ernte der Blätter
Blütekalender
Juli - September
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Boden & Pflanzung
Bodenansprüche
Nährstoffreich, lehmig
Boden-pH
Neutral (6,5-7,5)
Nährstoffbedarf
Mittel (monatlich)
Idealer Standort
Gemüsebeet
Merkmale & Gesundheit
Zierwert
Gering
Laubwerk
Essbare grüne Blätter
Duft
Keiner
Toxizität
Ungiftig
Schädlinge
Schnecken, Blattläuse
Vermehrung
Samen

Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat liegt meist zwischen Mitte Mai und Mitte Juni, wenn der Boden bereits ausreichend erwärmt ist. Wenn du zu früh säst, besteht die Gefahr, dass die Pflanzen vernalisieren und bereits im ersten Jahr in die Blüte gehen, was die Wurzel unbrauchbar macht. Wartest du hingegen zu lange, haben die Wurzeln nicht genügend Zeit, die für das spätere Treiben notwendigen Reservestoffe einzulagern. Eine sorgfältige Abstimmung auf das regionale Klima ist daher für jeden Gärtner unerlässlich.

Bevor der Samen in die Erde kommt, solltest du den Boden mindestens zwei Spatenstiche tief lockern und von Steinen befreien. Chicorée liebt einen humosen, tiefgründigen Lehm- oder Sandboden, der gut drainiert ist und keine Staunässe zulässt. Eine übermäßige Düngung mit frischem organischem Material solltest du vermeiden, da dies die Wurzeln zur Verzweigung anregen kann. Ein gut vorbereitetes Saatbett ist die halbe Miete für einen gleichmäßigen Feldaufgang der empfindlichen Keimlinge.

Helena
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Das Saatgut wird in Reihen mit einem Abstand von etwa dreißig Zentimetern ausgebracht, um eine spätere Bearbeitung zu erleichtern. Die Saattiefe sollte etwa ein bis zwei Zentimeter betragen, damit die Samen genügend Bodenkontakt haben und vor dem Austrocknen geschützt sind. Nach dem Säen ist es wichtig, die Erde leicht anzudrücken, um den Kapillarschluss zum Bodenwasser herzustellen. Eine gleichmäßige Feuchtigkeit in den ersten zwei Wochen nach der Aussaat ist entscheidend für den Keimerfolg.

Standraumoptimierung und Keimungsphase

Nachdem die ersten grünen Spitzen aus der Erde schauen, beginnt eine kritische Phase für die Entwicklung des Chicorées. Du wirst feststellen, dass die Pflanzen oft viel zu dicht stehen, wenn du das Saatgut nicht extrem präzise ausgebracht hast. Ein zu dichter Stand führt zu Konkurrenz um Licht und Nährstoffe, was das Wachstum der einzelnen Wurzeln massiv beeinträchtigt. Daher ist das Vereinzeln der Jungpflanzen ein unumgänglicher Arbeitsschritt für jeden qualitätsbewussten Gärtner.

Sobald die Pflanzen etwa drei bis fünf Zentimeter groß sind und das erste richtige Laubblattpaar zeigen, solltest du mit dem Ausdünnen beginnen. Du ziehst dabei die schwächeren Pflanzen vorsichtig heraus, bis ein Abstand von etwa zehn bis fünfzehn Zentimetern zwischen den verbleibenden Pflanzen besteht. Dieser Raum ermöglicht es jeder Wurzel, sich ohne Behinderung durch Nachbarn in die Breite und Tiefe zu entwickeln. Ein gleichmäßiger Stand sorgt zudem für eine bessere Belüftung des Bestandes und beugt Krankheiten vor.

Während der Keimphase ist die Wasserversorgung das A und O, da die kleinen Keimlinge noch kein tiefes Wurzelsystem besitzen. Du solltest den Boden oberflächlich feucht halten, ohne ihn dabei zu verschlämmen oder eine harte Kruste entstehen zu lassen. Eine feine Brause eignet sich am besten, um die Erde sanft zu befeuchten und die Samen nicht freizuspülen. Sobald die Pfahlwurzel tiefer in den Boden dringt, wird die Pflanze unabhängiger von der oberflächlichen Feuchtigkeit.

Beobachte deine Jungpflanzen genau, um Schädlinge wie Schnecken oder Erdflöhe frühzeitig zu entdecken und abzuwehren. In dieser frühen Phase kann ein Kahlfraß durch Schädlinge den gesamten Bestand innerhalb einer Nacht vernichten. Du kannst mechanische Schutzmaßnahmen wie Schneckenzäune einsetzen oder die Vitalität der Pflanzen durch biologische Stärkungsmittel fördern. Gesunde und kräftige Jungpflanzen wachsen schneller aus dem gefährdeten Stadium heraus und bilden die Basis für eine reiche Ernte.

Methoden der Vermehrung und Saatgutgewinnung

Obwohl die meisten Gärtner Chicorée jährlich neu aus gekauftem Saatgut ziehen, ist die eigene Vermehrung ein spannendes Projekt für Fortgeschrittene. Da Chicorée eine zweijährige Pflanze ist, blüht er erst im zweiten Lebensjahr nach einer Kälteperiode. Wenn du eigenes Saatgut gewinnen möchtest, musst du einige der besten Wurzeln über den Winter retten und im Frühjahr wieder auspflanzen. Die Auswahl der Mutterpflanzen sollte nach strengen Kriterien bezüglich Form, Gesundheit und Wuchskraft erfolgen.

Im Frühjahr treiben die ausgepflanzten Wurzeln erneut aus und bilden einen hohen, verzweigten Blütenstand mit wunderschönen blauen Blüten. Diese Blüten ziehen zahlreiche Bestäuber an, was für eine erfolgreiche Befruchtung und Samenbildung essenziell ist. Du solltest beachten, dass Chicorée ein Fremdbefruchter ist und sich leicht mit wilder Wegwarte kreuzen kann, was die Sortenreinheit gefährden könnte. Eine räumliche Trennung zu wilden Verwandten ist daher für eine gezielte Vermehrung ratsam.

Die Samen reifen im Laufe des Sommers in kleinen Kapseln heran und können geerntet werden, sobald sie eine dunkle Färbung annehmen. Du schneidest die gesamten Samenträger ab und lässt sie an einem trockenen, luftigen Ort vollständig nachreifen und trocknen. Nach dem Dreschen und Reinigen des Saatguts solltest du es kühl und trocken lagern, um die Keimfähigkeit für das nächste Jahr zu erhalten. Eigenes Saatgut zu verwenden, gibt dir eine besondere Verbindung zum Kreislauf der Natur in deinem Garten.

Alternativ zur generativen Vermehrung über Samen gibt es theoretisch die Möglichkeit der vegetativen Vermehrung über Wurzelschnittlinge, was im Erwerbsanbau jedoch kaum eine Rolle spielt. Für den Hobbygärtner bleibt die Aussaat die zuverlässigste und effektivste Methode, um gesunde Bestände aufzubauen. Durch die gezielte Auswahl von Sorten kannst du zudem Einfluss auf den Geschmack und die Bitterkeit deines Chicorées nehmen. Experimentiere ruhig mit verschiedenen Züchtungen, um die für deinen Standort und Gaumen perfekte Pflanze zu finden.

Bodenvorbereitung und langfristige Fruchtfolge

Eine kluge Fruchtfolge ist für die langfristige Gesundheit deines Gartens und den Erfolg beim Chicorée-Anbau von großer Bedeutung. Du solltest Chicorée nicht unmittelbar nach anderen Korbblütlern wie Kopfsalat, Endivien oder Schwarzwurzeln anbauen, um die Übertragung bodenbürtiger Krankheiten zu vermeiden. Eine Anbaupause von mindestens drei bis vier Jahren an der gleichen Stelle hat sich in der gärtnerischen Praxis als sehr sinnvoll erwiesen. Gute Vorfrüchte sind hingegen Starkzehrer wie Kohl oder Tomaten, die den Boden in gutem Zustand hinterlassen.

Die Vorbereitung des Bodens kann bereits im Herbst des Vorjahres durch das Einbringen von reifem Kompost oder einer Gründüngung beginnen. Chicorée profitiert von einer stabilen Bodenstruktur, die reich an Mikroorganismen ist und Nährstoffe über einen langen Zeitraum gleichmäßig abgibt. Du solltest darauf verzichten, kurz vor der Pflanzung große Mengen an frischem Mist einzuarbeiten, da dies die Wurzelqualität negativ beeinflussen kann. Eine ausgewogene Versorgung mit Kalk hilft zudem, den pH-Wert im optimalen Bereich zwischen 6,0 und 7,0 zu halten.

Wenn du schwere Böden hast, kann das Anlegen von kleinen Dämmen, ähnlich wie beim Spargel- oder Kartoffelanbau, sehr vorteilhaft sein. Diese Dämme erwärmen sich im Frühjahr schneller und bieten der Wurzel mehr lockeren Raum für ein ungestörtes Tiefenwachstum. Zudem kann überschüssiges Regenwasser in den Furchen schneller abfließen, was das Risiko von Wurzelfäule deutlich reduziert. Ein wenig Mehraufwand bei der Bodengestaltung zahlt sich später durch perfekt geformte Wurzeln vielfach aus.

Abschließend solltest du die Pflanzung immer dokumentieren, um deine Erfahrungen für die kommenden Jahre nutzbar zu machen. Notiere dir den Aussaatzeitpunkt, die verwendete Sorte und die Wetterbedingungen während der Keimphase in einem Gartentagebuch. Diese Informationen helfen dir dabei, Fehler zu analysieren und deine Anbautechnik stetig zu verfeinern und zu optimieren. Gärtnern ist ein fortwährender Lernprozess, bei dem die Beobachtung der eigenen Pflanzen der beste Lehrmeister ist.

Häufig gestellte Fragen