Das Einpflanzen eines Goldrohrbambus markiert den Beginn einer langfristigen Bereicherung für deinen persönlichen Außenbereich. Du musst dir darüber im Klaren sein, dass die richtige Vorbereitung des Standorts über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Ein Bambus verzeiht zwar viele Fehler, aber eine nachlässige Pflanzung führt oft zu Kümmerwuchs oder ungewolltem Ausbreiten. In dieser Anleitung erfährst du alles Wichtige, um deinen Bambus von Anfang an professionell zu etablieren.

Goldrohrbambus
Phyllostachys aurea
mittlerer Pflegeaufwand
China
Immergrüner Bambus
Umgebung & Klima
Lichtbedarf
Sonne bis Halbschatten
Wasserbedarf
Hoch (Boden feucht halten)
Luftfeuchtigkeit
Mittel bis hoch
Temperatur
Warm (15-25°C)
Frosttoleranz
Winterhart (-20°C)
Überwinterung
Im Freien (winterhart)
Wachstum & Blüte
Höhe
250-800 cm
Breite
200-500 cm
Wachstum
Sehr schnell
Schnitt
Auslichten alter Halme
Blütekalender
Blüht selten
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Boden & Pflanzung
Bodenansprüche
Nährstoffreich, durchlässig
Boden-pH
Leicht sauer (6.0-7.0)
Nährstoffbedarf
Hoch (monatlich in Wachstumszeit)
Idealer Standort
Garten mit Rhizomsperre
Merkmale & Gesundheit
Zierwert
Halme und Laub
Laubwerk
Grün, dicht, lanzettlich
Duft
Keiner
Toxizität
Ungiftig
Schädlinge
Blattläuse, Bambusmilben
Vermehrung
Rhizomteilung

Zuerst solltest du den gekauften Bambus in seinem Topf ausgiebig wässern, bevor du ihn überhaupt aus dem Gefäß nimmst. Ein ausgetrockneter Wurzelballen lässt sich nach dem Einpflanzen nur sehr schwer wieder komplett mit Feuchtigkeit durchdringen. Du kannst den Topf einfach in einen Eimer mit Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr nach oben steigen. Dieser Schritt stellt sicher, dass die Pflanze mit maximalen Kraftreserven in ihr neues Leben startet.

Das Pflanzloch sollte mindestens doppelt so groß sein wie der aktuelle Wurzelballen der Pflanze. Du musst den Boden am Grund des Lochs zusätzlich lockern, um den Wurzeln das Eindringen in tiefere Schichten zu erleichtern. Wenn du schwere Böden hast, ist eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton am Boden des Lochs sehr empfehlenswert. Diese Vorsichtsmaßnahme verhindert, dass sich bei starkem Regen Wasser im Pflanzloch staut und die Wurzeln schädigt.

Helena
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Beim Einsetzen der Pflanze musst du darauf achten, dass der Ballen bündig mit der Erdoberfläche abschließt oder nur minimal tiefer sitzt. Du füllst die Zwischenräume mit einer Mischung aus Aushub und hochwertiger Pflanzerde sorgfältig auf. Tritt die Erde anschließend leicht fest, aber vermeide es, den Boden zu stark zu verdichten, damit die Luftzirkulation erhalten bleibt. Ein kleiner Gießrand aus Erde um die Pflanze herum hilft dabei, das Wasser direkt an die Wurzeln zu leiten.

Standortvorbereitung vor dem einsetzen

Bevor du den ersten Spatenstich machst, solltest du den gesamten Bereich von tiefwurzelnden Unkräutern befreien. Giersch oder Quecke können innerhalb der späteren Rhizomsperre zu einem Problem werden, das sich kaum noch lösen lässt. Du schaffst so eine saubere Grundlage, auf der dein Bambus ohne Konkurrenz um Nährstoffe wachsen kann. Eine gründliche Bodenreinigung spart dir in den kommenden Jahren viel mühsame Arbeit bei der Unkrautbekämpfung.

Die Planung der Rhizomsperre muss abgeschlossen sein, bevor du mit dem eigentlichen Ausheben des Pflanzlochs beginnst. Du solltest den Verlauf der Sperre mit einer Schnur oder Markierungsspray auf dem Boden genau skizzieren. Achte darauf, dass der eingeschlossene Bereich groß genug ist, damit der Bambus auch in zehn Jahren noch genug Platz hat. Ein zu kleiner Bereich führt dazu, dass die Pflanze schneller altert und weniger kräftige Halme hervorbringt.

Wenn du den Boden für den Goldrohrbambus vorbereitest, kannst du bereits jetzt Langzeitdünger in das Substrat mischen. Hornspäne oder spezieller Bambusdünger liefern die notwendigen Nährstoffe für die erste Phase des Anwachsens. Du solltest den Dünger jedoch nicht direkt an die Wurzeln geben, sondern ihn gut mit der Erde vermischen. So verhinderst du Verbrennungen an den empfindlichen neuen Wurzelhaaren und förderst ein gleichmäßiges Wachstum.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Vorbereitung ist die Prüfung des Wasserablaufs am gewählten Standort. Du kannst einfach ein Testloch graben, es mit Wasser füllen und beobachten, wie schnell die Flüssigkeit versickert. Wenn das Wasser nach einer Stunde immer noch steht, musst du unbedingt eine tiefere Drainage installieren oder den Standort überdenken. Ein Bambus an einem nassen Standort wird niemals seine charakteristischen goldenen Halme in voller Pracht entwickeln.

Der eigentliche pflanzvorgang

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen sind, hebst du den Bambus vorsichtig aus seinem Liefercontainer. Falls die Wurzeln bereits sehr dicht im Kreis gewachsen sind, solltest du sie mit einem Messer an den Seiten leicht einritzen. Dies regt die Bildung neuer Feinwurzeln an, die sich schneller in das umgebende Erdreich ausbreiten können. Gehe dabei behutsam vor, um die Hauptwurzeln nicht unnötig zu beschädigen oder die Pflanze zu sehr zu stressen.

Setze den Bambus mittig in das vorbereitete Loch und richte ihn so aus, dass die schönsten Halme zur Hauptblickrichtung zeigen. Du kannst jetzt die Rhizomsperre um den Ballen herum installieren, falls du dies nicht schon vorher getan hast. Achte darauf, dass die Sperre glatt anliegt und keine Knicke aufweist, an denen sich Rhizome verfangen könnten. Die korrekte Positionierung der Pflanze entscheidet maßgeblich über die spätere ästhetische Wirkung im Gartenbild.

Während du das Loch mit Erde auffüllst, solltest du zwischendurch immer wieder etwas Wasser zugeben, um Hohlräume zu schließen. Dieser sogenannte Einschlämmvorgang sorgt für einen optimalen Kontakt zwischen den Wurzeln und dem neuen Bodenmaterial. Du kannst die Erde mit den Händen leicht andrücken, um der Pflanze einen ersten stabilen Halt zu geben. Vermeide es jedoch, den Boden wie Beton festzutreten, da die Wurzeln atmen müssen.

Zum Abschluss der Pflanzung solltest du eine Mulchschicht aus Pinienrinde oder gehäckseltem Stroh aufbringen. Diese Schicht bewahrt die Feuchtigkeit im Boden und schützt die frischen Wurzeln vor extremen Temperaturen. Du solltest den Bambus in den ersten Wochen täglich kontrollieren, ob er genügend Wasser erhält, ohne im Sumpf zu stehen. Eine erfolgreiche Pflanzung legt den Grundstein für einen imposanten Bambus, der deinen Garten aufwertet.

Vermehrung durch wurzelteilung

Die Vermehrung des Goldrohrbambus durch Teilung ist die sicherste und effektivste Methode für Hobbygärtner. Am besten führst du diese Arbeit im zeitigen Frühjahr durch, bevor der neue Austrieb der Halme beginnt. Du benötigst dafür ein scharfes Werkzeug, wie einen stabilen Spaten oder eine alte Handsäge, um die festen Rhizome zu durchtrennen. Ein Teilstück sollte mindestens drei bis fünf gesunde Halme und ausreichend Wurzelmasse besitzen, um erfolgreich anzuwachsen.

Zuerst legst du die Rhizome im Randbereich der Mutterpflanze vorsichtig mit einer Grabgabel frei. Du suchst dir eine Stelle aus, an der die Halme besonders vital aussehen und die Wurzeln kräftig entwickelt sind. Durchtrenne die verbindenden Rhizome mit einem kräftigen Stoß oder einem gezielten Schnitt, ohne die verbleibende Pflanze zu lockern. Es ist wichtig, dass das Teilstück so schnell wie möglich wieder in frische Erde gesetzt wird, um ein Austrocknen zu vermeiden.

Das abgetrennte Stück setzt du sofort in ein vorbereitetes Pflanzloch oder in einen ausreichend großen Container. Du behandelst das neue Exemplar genau wie eine frisch gekaufte Pflanze und achtest auf eine gute Wasserversorgung. In den ersten Monaten braucht der neue Bambus viel Energie, um seine Wurzeln im neuen Substrat zu verankern. Wenn du alles richtig gemacht hast, wird er bereits im nächsten Jahr seine ersten eigenen Halme aus dem Boden schieben.

Die Teilung ist auch eine hervorragende Möglichkeit, einen zu groß gewordenen Bestand zu verjüngen und zu kontrollieren. Du kannst die gewonnenen Pflanzen an Freunde verschenken oder an anderen Stellen in deinem Garten ein neues Highlight setzen. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus einem kleinen Teilstück innerhalb weniger Jahre ein stattlicher Bambushain entsteht. Diese Art der Vermehrung schont den Geldbeutel und macht dich unabhängiger von Gärtnereien.

Startpflege für junge pflanzen

In den ersten zwei Jahren nach der Pflanzung benötigt der Goldrohrbambus eine erhöhte Aufmerksamkeit des Gärtners. Du musst sicherstellen, dass die Pflanze niemals komplett austrocknet, da junge Rhizome sehr empfindlich auf Wassermangel reagieren. Auch im Winter, an frostfreien Tagen, darf das Gießen nicht vergessen werden, da die immergrünen Blätter weiterhin Wasser verdunsten. Eine gleichmäßige Feuchtigkeit fördert die Etablierung des Wurzelssystems und stärkt die gesamte Pflanze.

Ein leichter Winterschutz ist für junge Exemplare in den ersten Wintern sehr ratsam, auch wenn die Sorte als winterhart gilt. Du kannst den Wurzelbereich mit einer dicken Schicht aus trockenem Laub oder Stroh abdecken und diese mit Reisig fixieren. Die oberirdischen Halme lassen sich bei extremer Kälte mit einem Vlies umwickeln, um kalte Winde abzuhalten. Mit zunehmendem Alter wird der Bambus immer robuster und kommt dann meist ohne diese zusätzlichen Maßnahmen aus.

Mit der ersten Düngung solltest du warten, bis du merkst, dass die Pflanze sicher angewachsen ist und neue Triebe bildet. Verwende zunächst nur geringe Mengen eines organischen Düngers, um das Wurzelwachstum nicht zu hemmen. Zu viel Stickstoff am Anfang kann dazu führen, dass die Pflanze zwar schnell wächst, aber instabile Halme entwickelt. Eine moderate Nährstoffzufuhr unterstützt eine gesunde Entwicklung und verhindert einen stressbedingten Schädlingsbefall.

Beobachte das Wachstum deiner jungen Pflanze genau und achte auf die Färbung der Blätter und Halme. Ein sattes Grün der Blätter zeigt dir, dass der Standort und die Pflegebedingungen optimal gewählt wurden. Wenn du erste Anzeichen von Stress bemerkst, solltest du sofort reagieren und die Ursache, wie zum Beispiel Staunässe, beheben. Eine liebevolle Startpflege zahlt sich später durch einen besonders prächtigen und langlebigen Bambus aus.

Häufig gestellte Fragen