Die richtige Pflanzung und eine erfolgreiche Vermehrung sind die Basis für eine dauerhaft gesunde Sammlung dieser wunderbaren Zimmerpflanzen. Viele Hobbygärtner unterschätzen die Bedeutung des Substrats und der Topfgröße, dabei entscheiden diese Faktoren über Gedeih und Verderb der Wurzeln. Wenn man versteht, wie die Vermehrung über Blattstecklinge funktioniert, kann man leicht eigene Jungpflanzen herziehen und diese an Freunde verschenken. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über den richtigen Start und die Vervielfältigung deiner afrikanischen Veilchen.
Die Wahl des richtigen Substrats ist von entscheidender Bedeutung, da die Wurzeln der afrikanischen Veilchen sehr fein und empfindlich sind. Man sollte eine lockere, gut durchlässige Erdmischung verwenden, die genügend Luft an die Wurzeln lässt und gleichzeitig Feuchtigkeit speichert. Eine Mischung aus Torf oder Kokosfaser mit einem hohen Anteil an Perlit oder Vermiculit hat sich in der Fachwelt bestens bewährt. Man sollte darauf achten, dass der pH-Wert der Erde leicht im sauren Bereich zwischen 5,8 und 6,2 liegt.
Der Pflanzvorgang im Detail
Beim Einpflanzen sollte man darauf achten, dass die Blattrosette genau auf der Höhe der Erdoberfläche sitzt, um Fäulnis zu vermeiden. Man füllt den Topf zunächst locker mit Substrat und setzt die Pflanze vorsichtig in die Mitte der Öffnung. Die Erde sollte nur leicht angedrückt werden, damit die feinen Wurzeln nicht zerdrückt werden und die Struktur locker bleibt. Nach dem Pflanzen wässert man am besten von unten, damit sich das Substrat gleichmäßig mit Feuchtigkeit vollsaugen kann.
Es ist ratsam, Plastiktöpfe zu verwenden, da diese die Feuchtigkeit länger halten und die Wurzeln weniger schnell austrocknen lassen. Die Größe des Topfes sollte etwa ein Drittel des Durchmessers der Blattrosette betragen, um ein optimales Verhältnis zu gewährleisten. Ein zu großer Topf birgt immer das Risiko, dass die Erde versauert oder zu viel Wasser speichert, was die Wurzeln schädigt. Man sieht an einem gesunden Neuaustrieb in der Mitte der Pflanze, ob das Umtopfen erfolgreich verlaufen ist.
Vermehrung durch Blattstecklinge
Die einfachste und faszinierendste Methode zur Vermehrung ist das Ziehen neuer Pflanzen aus einem einzelnen, gesunden Blatt der Mutterpflanze. Man wählt ein kräftiges Blatt aus der mittleren Reihe der Rosette aus und schneidet es mit einem scharfen Messer ab. Der Stiel sollte etwa zwei bis drei Zentimeter lang bleiben und in einem schrägen Winkel abgeschnitten werden, um die Fläche zu vergrößern. Man steckt den Stiel dann in ein feuchtes Vermehrungssubstrat oder stellt ihn alternativ in ein kleines Glas mit Wasser.
Weitere Artikel zu diesem Thema
Wenn man sich für die Erdmethode entscheidet, sollte man das Gefäß mit einer durchsichtigen Haube abdecken, um die Luftfeuchtigkeit hochzuhalten. Nach etwa vier bis acht Wochen erscheinen am Fuß des Blattstiels winzige neue Blätter, die sogenannten Kindel. Man lässt diese kleinen Pflanzen groß genug werden, bis sie mindestens vier eigene Blätter entwickelt haben, bevor man sie trennt. Dieser Prozess ist eine wunderbare Möglichkeit, die genetischen Eigenschaften einer besonders schönen Pflanze exakt zu kopieren.
Teilung der Mutterpflanze
Manchmal entwickeln afrikanische Veilchen mit der Zeit mehrere Kronen in einem Topf, was das optische Erscheinungsbild stören kann. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Mutterpflanze vorsichtig in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen und diese separat einzutopfen. Man nimmt die Pflanze aus dem Topf und zieht die einzelnen Rosetten sanft mit den Händen oder einem Messer auseinander. Jedes Teilstück sollte dabei über ein eigenes kleines Wurzelsystem verfügen, um das Anwachsen im neuen Topf zu sichern.
Nach der Teilung setzt man die neuen Pflanzen in frisches Substrat und behandelt sie in den ersten Wochen besonders schonend. Man sollte direkte Sonne meiden und für eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit sorgen, damit sich die Wunden schnell schließen können. Diese Methode führt sofort zu größeren Pflanzen als die Vermehrung über Blattstecklinge und verjüngt gleichzeitig die alte Pflanze. Eine regelmäßige Teilung sorgt dafür, dass die Pflanzen ihre symmetrische Form behalten und weiterhin reichlich Blüten produzieren.