Der weg zu einer beeindruckenden hortensienpracht im eigenen garten beginnt mit der sorgfältigen planung der pflanzung und der kenntnis über die verschiedenen möglichkeiten der vermehrung. Diese robusten schönheiten lassen sich mit etwas geduld und dem richtigen fachwissen erstaunlich unkompliziert vermehren, sodass man schnell einen ganzen bestand aufbauen kann. Es ist jedoch entscheidend, die biologischen rhythmen der pflanze zu beachten, um beim anwachsen oder bei der wurzelbildung keine rückschläge zu erleiden. In diesem beitrag erfährst du alles über die optimalen techniken, um deine hortensiensammlung erfolgreich zu vergrößern.

Gartenhortensie
Hydrangea macrophylla
Mäßiger Pflegeaufwand
Ostasien (Japan)
Laubabwerfender Strauch
Umgebung & Klima
Lichtbedarf
Halbschatten
Wasserbedarf
Hoch (Feucht halten)
Luftfeuchtigkeit
Mittel bis Hoch
Temperatur
Mäßig (15-25°C)
Frosttoleranz
Winterhart (-15°C)
Überwinterung
Im Freien (winterhart)
Wachstum & Blüte
Höhe
100-200 cm
Breite
100-200 cm
Wachstum
Mittel bis Schnell
Schnitt
Leichter Frühlingsschnitt
Blütekalender
Juni - September
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Boden & Pflanzung
Bodenansprüche
Nährstoffreich, feucht, gut durchlässig
Boden-pH
Sauer bis neutral (5.0-6.5)
Nährstoffbedarf
Hoch (wöchentlich während der Blüte)
Idealer Standort
Geschützter, halbschattiger Platz
Merkmale & Gesundheit
Zierwert
Große, prachtvolle Blütenstände
Laubwerk
Große, glänzende grüne Blätter
Duft
Gering bis keine
Toxizität
Giftig beim Verschlucken
Schädlinge
Blattläuse, Spinnmilben
Vermehrung
Stecklinge

Der richtige zeitpunkt für die pflanzung

Die wahl des passenden zeitpunkts ist entscheidend dafür, wie schnell und kräftig die junge pflanze an ihrem neuen standort im garten anwächst. Grundsätzlich bietet sich das zeitige frühjahr an, sobald der boden nicht mehr gefroren ist und die ersten warmen sonnenstrahlen das wachstum anregen. Zu diesem zeitpunkt hat der strauch die gesamte vegetationsperiode vor sich, um ein stabiles wurzelsystem zu etablieren, bevor der erste winter kommt. Man vermeidet so das risiko, dass die noch nicht eingewurzelte pflanze in einer kalten frostperiode schaden nimmt oder gar vollständig vertrocknet.

Alternativ kann die pflanzung auch im frühen herbst vorgenommen werden, wenn die sommerliche hitze abgeklungen ist und der boden noch eine angenehme restwärme speichert. In dieser phase konzentriert sich die pflanze nicht mehr auf die bildung von blüten oder neuen trieben, sondern leitet ihre energie primär in die wurzeln. Der herbstregen sorgt zudem für eine natürliche bewässerung, was den arbeitsaufwand für den gärtner reduziert und den anwuchsprozess unterstützt. Man sollte jedoch darauf achten, dass zwischen pflanzung und dem ersten bodenfrost genügend zeit für die feinen haarwurzeln bleibt, um sich mit dem boden zu verbinden.

Containerpflanzen, die im fachhandel in töpfen angeboten werden, können theoretisch das ganze jahr über gepflanzt werden, solange der boden offen und bearbeitbar ist. Im hochsommer ist jedoch äußerste vorsicht geboten, da die verdunstung über die großen blätter extrem hoch ist und die wasseraufnahme der neuen wurzeln oft noch nicht ausreicht. Wer während einer hitzeperiode pflanzt, muss eine konsequente bewässerung über mehrere wochen sicherstellen und für eine ausreichende schattierung sorgen. Die kühleren monate bleiben jedoch immer die erste wahl, um den pflanzstress für den organismus so gering wie möglich zu halten.

Man sollte vor der pflanzung auch den wetterbericht für die kommenden tage im auge behalten, um extreme wetterereignisse zu umgehen. Ein bedeckter himmel oder leichter nieselregen sind ideal, da die luftfeuchtigkeit hoch ist und die pflanze weniger wasser durch verdunstung verliert. Vermeide windige tage, da der luftstrom die großen blätter schnell austrocknen kann, bevor die wurzeln kontakt zum neuen substrat gefunden haben. Eine gute vorbereitung des zeitpunkts erhöht die erfolgschancen deutlich und sorgt für einen vitalen start in das gartenleben.

Vorbereitung des pflanzlochs

Ein gut vorbereitetes pflanzloch ist die wichtigste investition in die zukunft der hortensie, da sie hier viele jahre oder gar jahrzehnte verbringen wird. Das loch sollte etwa doppelt so breit und tief sein wie der wurzelballen der pflanze, um den jungen wurzeln den weg in das umliegende erdreich zu erleichtern. Festgestampfte oder sehr verdichtete böden müssen unbedingt tiefgründig gelockert werden, damit wasser gut abfließen kann und keine staunässe entsteht. Eine gute drainage am boden des lochs, zum beispiel aus einer schicht kies oder blähton, ist besonders bei schweren böden sehr ratsam.

Die anreicherung des aushubs mit hochwertigem substrat oder reifem kompost liefert der pflanze die nötigen nährstoffe für die erste wachstumsphase. Da hortensien ein saures milieu bevorzugen, kann man spezielle rhododendronerde oder torfersatzprodukte beimischen, um den ph-wert optimal einzustellen. Man sollte darauf achten, keinen frischen oder zu scharfen dünger direkt ins pflanzloch zu geben, da dies die empfindlichen wurzelspitzen verbrennen könnte. Eine mischung aus dem vorhandenen gartenboden und der neuen erde fördert einen sanften übergang für die wurzeln.

Bevor die pflanze in das loch gesetzt wird, sollte der wurzelballen in einem eimer mit wasser so lange untergetaucht werden, bis keine luftblasen mehr aufsteigen. Ein gut durchfeuchteter ballen hat einen deutlich besseren start und verbindet sich schneller mit dem umgebenden feuchten erdreich. Falls der ballen sehr stark durchwurzelt ist und die wurzeln bereits im kreis wachsen, sollte man sie vorsichtig mit einem scharfen messer oder den fingern anreißen. Dieser kleine reiz animiert die pflanze dazu, neue wurzeln in das frische substrat zu bilden und sich fest zu verankern.

Die pflanztiefe muss so gewählt werden, dass die oberkante des ballens bündig mit der erdoberfläche abschließt oder nur minimal mit erde bedeckt ist. Ein zu tiefes einpflanzen kann zu fäulnis am stamm führen, während ein zu hohes setzen die wurzeln austrocknen lässt. Nach dem auffüllen des lochs wird die erde vorsichtig mit den händen festgedrückt, um hohlräume zu beseitigen, ohne die bodenstruktur zu zerstören. Ein abschließendes, gründliches angießen mit einer brause verschließt die letzten lücken und stellt den direkten kontakt zwischen wurzel und erde her.

Vermehrung durch stecklinge

Die vermehrung durch stecklinge ist eine der effizientesten methoden, um identische kopien einer besonders schönen mutterpflanze zu gewinnen. Der beste zeitpunkt hierfür liegt im frühsommer, etwa im juni oder juli, wenn die triebe der laufenden saison noch weich, aber bereits leicht stabil sind. Man wählt gesunde triebe ohne blütenknospen aus, da diese ihre gesamte energie in die bildung von wurzeln statt in die blüte stecken können. Ein scharfer, sauberer schnitt unterhalb eines blattknotens ist entscheidend für den erfolg der bewurzelung.

Ein idealer steckling sollte etwa zwei bis drei blattpaare besitzen und eine länge von circa zehn bis fünfzehn zentimetern aufweisen. Das unterste blattpaar wird vorsichtig entfernt, und die verbleibenden großen blätter können zur reduktion der verdunstung um die hälfte eingekürzt werden. Den steckling setzt man dann in ein spezielles vermehrungssubstrat oder eine mischung aus torf und sand, die besonders locker und nährstoffarm sein sollte. Ein zu hoher nährstoffgehalt in der vermehrungserde würde die bildung der zarten haarwurzeln eher behindern als fördern.

Um eine hohe luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, stülpt man eine durchsichtige haube oder eine plastiktüte über den topf mit den stecklingen. Der standort sollte hell, aber keinesfalls direkt in der sonne liegen, um einen hitzestau unter der abdeckung zu vermeiden. Es ist wichtig, die abdeckung regelmäßig zu lüften, damit frische luft zirkulieren kann und sich kein schimmel auf der erde oder den blättern bildet. Nach etwa drei bis sechs wochen zeigen sich bei idealen bedingungen die ersten neuen blättchen als zeichen für eine erfolgreiche bewurzelung.

Sobald die jungpflanzen ein kräftiges wurzelsystem entwickelt haben, können sie vorsichtig in größere töpfe mit normaler blumenerde umgetopft werden. Im ersten winter sollten diese kleinen pflanzen noch frostfrei, aber kühl im haus oder im gewächshaus überwintert werden, da sie noch sehr empfindlich sind. Erst im darauffolgenden frühjahr sind sie stark genug, um an ihren endgültigen platz im gartenbeet ausgepflanzt zu werden. Diese methode erlaubt es, mit minimalem finanziellen aufwand eine große anzahl an neuen pflanzen für den eigenen garten zu ziehen.

Absenker und teilung der sträucher

Die vermehrung durch absenker ist eine sehr sichere methode, da der junge trieb während der gesamten wurzelbildung mit der mutterpflanze verbunden bleibt. Hierzu biegt man im frühjahr einen langen, flexiblen trieb aus dem unteren bereich vorsichtig zum boden nieder. An der stelle, die den boden berührt, kann man die rinde leicht einritzen, um die bildung von wundgewebe und wurzeln zu provozieren. Der trieb wird dann mit einem gebogenen draht oder einem stein fest im boden fixiert und mit einer schicht erde bedeckt.

Es dauert meist eine gesamte vegetationsperiode, bis der absenker ausreichend eigene wurzeln gebildet hat, um autark überleben zu können. Während dieser zeit muss die betreffende stelle im boden stets gleichmäßig feucht gehalten werden, damit die wurzelentwicklung nicht unterbrochen wird. Im nächsten frühjahr kann man die verbindung zur mutterpflanze mit einer scharfen schere kappen und die neue pflanze vorsichtig ausgraben. Diese technik ist besonders für anfänger geeignet, da das risiko eines verlusts der jungpflanze aufgrund der ständigen versorgung durch die mutterpflanze minimal ist.

Die teilung des wurzelstocks ist eine weitere möglichkeit, die vor allem bei älteren, sehr breit gewordenen sträuchern angewendet wird. Diese maßnahme führt man am besten im zeitigen frühjahr vor dem austrieb oder im herbst nach dem laubfall durch. Der gesamte strauch wird vorsichtig ausgegraben, wobei man darauf achten muss, den wurzelballen so weit wie möglich zu erhalten. Mit einem scharfen spaten oder einer säge wird der stock dann in zwei oder mehr teile zerlegt, wobei jedes teilstück über ausreichend triebe und gesunde wurzeln verfügen muss.

Die so gewonnenen teilstücke werden sofort wieder an den gewünschten stellen eingepflanzt und gründlich angegossen. Diese methode hat den vorteil, dass man sofort recht große pflanzen erhält, die oft schon im selben oder nächsten jahr wieder blühen. Zudem wirkt die teilung bei vergreisten hortensien oft wie eine verjüngungskur, da sie zu neuem, kräftigem wachstum angeregt werden. Es ist jedoch wichtig, die geteilten pflanzen im ersten jahr nach dem eingriff besonders aufmerksam zu wässern, da das wurzelsystem erst wieder vollständig regenerieren muss.