Das Pflanzen einer japanischen Zierkirsche ist ein besonderer Moment für jeden Gartenbesitzer, da man damit einen langjährigen Begleiter setzt. Damit der Baum optimal anwachsen kann, ist eine gründliche Vorbereitung des Standorts und des Bodens absolut notwendig. Man sollte sich vorab genau überlegen, welche Endgröße die gewählte Sorte erreichen wird, um spätere Platzprobleme zu vermeiden. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über die korrekte Pflanztechnik und die Möglichkeiten der Vermehrung.
Der ideale Zeitraum für die Pflanzung liegt entweder im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb. Im Herbst gepflanzte Bäume nutzen die Restwärme des Bodens, um noch vor dem Winter erste Feinwurzeln zu bilden. Das Frühjahr bietet hingegen den Vorteil, dass die Pflanze direkt in die Wachstumsphase startet und man die Bewässerung besser kontrollieren kann. Man sollte jedoch darauf achten, dass der Boden zum Zeitpunkt der Pflanzung nicht gefroren oder vollkommen durchnässt ist.
Bevor der Baum in die Erde kommt, sollte man den Wurzelballen gründlich in einem Eimer mit Wasser tränken. Man lässt ihn so lange untertauchen, bis keine Luftblasen mehr an die Oberfläche steigen. Dies garantiert, dass das Wurzelwerk von Anfang an vollständig mit Feuchtigkeit versorgt ist. Ein trockener Ballen im Pflanzloch lässt sich nachträglich nur sehr schwer wieder komplett durchfeuchten.
Das Pflanzloch selbst sollte etwa doppelt so breit und tief sein wie der eigentliche Wurzelballen der Zierkirsche. Man lockert die Sohle des Lochs zusätzlich mit einer Grabgabel auf, um den Wurzeln das Eindringen in tiefere Schichten zu erleichtern. Diese Vorarbeit ist besonders bei verdichteten Gartenböden entscheidend für den späteren Erfolg. Eine gute Vorbereitung spart dem Baum in der sensiblen Anwachsphase viel wertvolle Energie.
Durchführung der Pflanzung im Detail
Beim Einsetzen des Baumes ist die richtige Pflanztiefe ein absolut kritischer Faktor für die spätere Gesundheit. Die Oberkante des Wurzelballens sollte bündig mit der Erdoberfläche abschließen oder nur minimal mit Erde bedeckt sein. Zu tief gepflanzte Bäume leiden oft unter Sauerstoffmangel im Stammgrund, was zu Fäulnisprozessen führen kann. Man kontrolliert die Tiefe am besten mit einem flach über das Loch gelegten Spatenstiel.
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Nachdem man die Zierkirsche mittig im Loch platziert hat, wird die ausgehobene Erde vorsichtig wieder eingefüllt. Man kann die Originalerde dabei mit etwas reifem Kompost mischen, um den Start zu erleichtern. Während des Verfüllens rüttelt man den Baum leicht an, damit die Erde auch in alle Zwischenräume der Wurzeln rutscht. Dies verhindert die Bildung von gefährlichen Hohlräumen, in denen die Wurzeln vertrocknen könnten.
Sobald das Loch gefüllt ist, wird die Erde mit dem eigenen Körpergewicht vorsichtig, aber bestimmt festgetreten. Man bildet dabei aus der restlichen Erde einen kleinen Gießrand um den Stamm herum, damit das Wasser später nicht ungenutzt abfließt. Dieser Wall sorgt dafür, dass das Gießwasser gezielt dorthin gelangt, wo es am dringendsten benötigt wird. Ein ordentlicher Gießrand erleichtert die Pflege in den ersten Wochen nach der Pflanzung ungemein.
Das abschließende Angießen ist der wichtigste Schritt, um den direkten Kontakt zwischen Wurzeln und Erde herzustellen. Man gibt dem Baum reichlich Wasser, auch wenn es vielleicht gerade regnet oder der Boden feucht erscheint. Nur durch das Einschlämmen werden die letzten Lufttaschen im Boden geschlossen und die Wurzeln fest umschlossen. Man sollte in den folgenden Tagen die Bodenfeuchtigkeit regelmäßig kontrollieren, um ein Austrocknen zu verhindern.
Vermehrung durch Stecklinge und Steckholz
Die Vermehrung der japanischen Zierkirsche durch Stecklinge ist eine gängige Methode, um genetisch identische Nachkommen zu ziehen. Man schneidet dafür im Frühsommer etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter lange Triebe, die bereits leicht verholzt sein sollten. Diese werden in ein spezielles Vermehrungssubstrat gesteckt, das sehr durchlässig und nährstoffarm sein muss. Eine hohe Luftfeuchtigkeit unter einer Abdeckhaube fördert dabei die Bildung der ersten Wurzeln.
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Steckholz ist eine weitere interessante Variante, die im Spätherbst oder Winter während der Ruhephase durchgeführt wird. Man schneidet hierbei kräftige, einjährige Triebe in Stücke von etwa zwanzig Zentimeter Länge. Diese werden fast vollständig in die Erde gesteckt, sodass nur die oberste Knospe noch aus dem Boden schaut. Über den Winter bilden diese Hölzer einen Kallus, aus dem im nächsten Frühjahr die Wurzeln austreten.
Man muss bei der Stecklingsvermehrung jedoch geduldig sein, da nicht jeder Versuch erfolgreich verläuft. Die Ausfallraten können je nach Sorte und Umgebungsbedingungen schwanken, weshalb man immer mehrere Versuche gleichzeitig starten sollte. Ein heller Standort ohne direkte Mittagssonne ist für die jungen Pflanzen in der ersten Zeit ideal. Man schützt sie so vor übermäßiger Verdunstung und Stress während der Wurzelbildung.
Sobald die jungen Pflanzen kräftige Triebe und ein stabiles Wurzelwerk zeigen, können sie in größere Töpfe umgesiedelt werden. Man verwendet dann eine nährstoffreichere Erde, um das weitere Wachstum aktiv zu unterstützen. Es dauert meist zwei bis drei Jahre, bis eine so gezogene Zierkirsche groß genug für die endgültige Auspflanzung ist. Der Stolz über einen selbstgezogenen Baum ist für viele Gärtner eine große Belohnung.
Methoden der Veredelung
Die Veredelung ist die professionellste Art der Vermehrung und wird vor allem in Baumschulen massenhaft angewendet. Hierbei wird ein Edelreis der gewünschten Sorte auf eine robuste Unterlage, meist eine Wildkirsche, aufgebracht. Diese Technik ermöglicht es, die positiven Eigenschaften beider Pflanzen in einem Individuum zu vereinen. Man erhält so Bäume, die einerseits die wunderschöne Blüte und andererseits ein sehr widerstandsfähiges Wurzelwerk besitzen.
Eine häufig angewandte Veredelungstechnik im Frühjahr ist das sogenannte Kopulieren. Dabei werden das Edelreis und die Unterlage mit einem speziellen, schrägen Schnitt so vorbereitet, dass sie perfekt aufeinanderpassen. Man fixiert die Verbindungsstelle fest mit Bast oder speziellem Veredelungsband und verschließt die Wunden mit Baumwachs. Die Kambiumschichten beider Partner müssen sich dabei präzise berühren, damit sie miteinander verwachsen können.
Im Sommer nutzt man oft die Okulation, bei der lediglich ein einzelnes Auge der Edelsorte unter die Rinde der Unterlage geschoben wird. Diese Methode ist sehr effizient und schont die Ressourcen des Mutterbaumes, da man nur wenig Material benötigt. Das Auge wächst über den restlichen Sommer an und treibt dann im folgenden Frühjahr kräftig aus. Man schneidet die Unterlage oberhalb der Veredelungsstelle ab, sobald der neue Trieb stabil genug ist.
Veredelte Zierkirschen sind meist langlebiger und blühfreudiger als solche aus Stecklingen. Man sollte jedoch darauf achten, dass keine Triebe aus der Unterlage unterhalb der Veredelungsstelle hervorwachsen. Diese sogenannten Wildtriebe sind oft wüchsiger und könnten die eigentliche Edelsorte mit der Zeit überwuchern. Man entfernt sie am besten sofort direkt am Stamm, um die Kraft des Baumes in die Krone zu lenken.