Der cambridge-storchschnabel ist für seine hervorragende winterhärte bekannt und trotzt selbst strengen frostperioden ohne größere probleme. In den meisten regionen europas übersteht die staude den winter im freien, ohne dass aufwendige schutzmaßnahmen erforderlich sind. Dennoch gibt es einige aspekte, die du beachten solltest, um sicherzustellen, dass deine pflanzen im nächsten frühjahr wieder mit voller kraft austreiben. In diesem ratgeber erfährst du alles über die richtige vorbereitung und pflege während der kalten jahreszeit.

Cambridge-Storchschnabel
Geranium x cantabrigiense
Pflegeleicht
Gartenhybrid (SO-Europa)
Stauden-Bodendecker
Umgebung & Klima
Lichtbedarf
Sonne bis Halbschatten
Wasserbedarf
Mäßig (trockenheitstolerant)
Luftfeuchtigkeit
Niedrig bis normal
Temperatur
Mäßig (15-25°C)
Frosttoleranz
Winterhart (-25°C)
Überwinterung
Im Freien (winterhart)
Wachstum & Blüte
Höhe
20-30 cm
Breite
40-60 cm
Wachstum
Mittel bis schnell
Schnitt
Nach der Blüte (Rückschnitt)
Blütekalender
Mai - Juli
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Boden & Pflanzung
Bodenansprüche
Gut durchlässig, Lehm
Boden-pH
Neutral (6,0-7,5)
Nährstoffbedarf
Niedrig (einmal jährlich)
Idealer Standort
Bodendecker, Steingarten
Merkmale & Gesundheit
Zierwert
Blüten und Duftlaub
Laubwerk
Duftend, halbimmergrün
Duft
Leicht duftende Blätter
Toxizität
Ungiftig
Schädlinge
Resistent (Schnecken selten)
Vermehrung
Teilung

Winterhärte

Diese hybride gehört zu den besonders robusten vertretern ihrer gattung und verträgt temperaturen bis weit unter den gefrierpunkt. Die rhizome liegen geschützt im boden und bilden das überlebensorgan, aus dem die staude im frühjahr neu erwacht. Du musst dir also keine sorgen machen, wenn die oberirdischen teile bei starkem frost braun werden oder leicht zurückfrieren. Diese natürliche reaktion dient dem schutz der wichtigeren wurzelbereiche vor dem austrocknen.

Die tatsächliche winterhärte hängt jedoch auch von der bodenbeschaffenheit und der feuchtigkeit während der wintermonate ab. In sehr nassen böden besteht die gefahr, dass die rhizome durch die kombination aus kälte und feuchtigkeit zu faulen beginnen. Du solltest daher schon bei der pflanzung auf eine gute drainage achten, damit überschüssiges wasser schnell abfließen kann. Ein gut vorbereiteter boden ist der beste winterschutz, den du deinen pflanzen bieten kannst.

Auch die exponiertheit des standorts spielt eine rolle dabei, wie die pflanze durch den winter kommt. An sehr windigen stellen kann das laub durch den kalten wind stärker austrocknen, was jedoch meist nur ein optisches problem darstellt. Der cambridge-storchschnabel regeneriert sich im frühjahr sehr schnell aus den schlafenden augen an der basis. Wenn du in einer besonders rauen lage wohnst, kannst du die staude durch eine strategische platzierung etwas schützen.

In milden wintern behält der storchschnabel oft einen teil seines laubs, das sich dann dekorativ rötlich verfärbt. Dieser wintergrüne aspekt ist ein großer vorteil für die gestaltung, da das beet nie völlig kahl wirkt. Du solltest dieses laub nicht entfernen, da es einen natürlichen schutz für das herz der pflanze bietet. Erst wenn der neue austrieb im märz beginnt, ist es zeit für aufräumarbeiten im beet.

Vorbereitung

Die vorbereitung auf den winter beginnt eigentlich schon im späten sommer durch das einstellen der düngung. Du solltest ab august auf stickstoffbetonte dünger verzichten, damit das pflanzengewebe rechtzeitig ausreifen und fest werden kann. Weiche, schnell gewachsene triebe würden den ersten frost nicht überstehen und könnten eintrittspforten für krankheiten sein. Eine gabe von kaliumbetontem dünger im herbst kann hingegen die frostresistenz der zellen erhöhen.

Ein vorsichtiger rückschnitt im herbst ist möglich, aber kein muss für die erfolgreiche überwinterung. Viele gärtner lassen das vertrocknete laub lieber stehen, um kleintieren und nützlingen einen unterschlupf während der kalten monate zu bieten. Zudem schützt die abgestorbene blattmasse den boden vor zu schnellem einfrieren und bewahrt die feuchtigkeit. Wenn du ordnung im garten bevorzugst, kannst du die stauden leicht einkürzen, solltest aber eine kleine schicht als schutz belassen.

Du solltest vor dem ersten dauerfrost noch einmal kontrollieren, ob die pflanzen fest in der erde sitzen. Manchmal werden flach wurzelnde stauden durch das gefrieren und auftauen des bodens leicht nach oben gedrückt. Wenn du solche exemplare entdeckst, solltest du sie vorsichtig wieder andrücken und gegebenenfalls mit etwas erde bedecken. Dies verhindert, dass die empfindlichen rhizome direkt dem kalten wind ausgesetzt sind.

Eine letzte gründliche bewässerung vor dem gefrieren des bodens ist besonders in trockenen herbstmonaten sinnvoll. Die pflanze benötigt eine gewisse grundfeuchtigkeit im gewebe, um die verdunstung an sonnigen wintertagen ausgleichen zu können. Du schaffst so die besten startbedingungen für eine stressfreie ruhephase deiner bodendecker. Mit diesen einfachen schritten bereitest du deine stauden optimal auf die kommende kälte vor.

Winterschutz

In den meisten fällen benötigt der cambridge-storchschnabel keinen künstlichen winterschutz durch den menschen. Die natur hat ihn so ausgestattet, dass er mit den hiesigen bedingungen wunderbar zurechtkommt. Solltest du jedoch in einer region mit sehr kahlfrösten ohne schneedecke leben, kann eine leichte abdeckung hilfreich sein. Eine dünne schicht aus fichtenreisig oder trockenem laub reicht vollkommen aus, um die temperaturspitzen abzumildern.

Vermeide es, die pflanzen mit luftundurchlässigen folien oder zu dicken mulchschichten abzudecken. Unter solchen abdeckungen kann sich feuchtigkeit stauen, was wiederum die gefahr von fäulnis und schimmelbildung drastisch erhöht. Der storchschnabel braucht auch im winter eine gewisse luftzirkulation rund um die rhizome. Eine natürliche schneehaube ist ohnehin der beste und isolierendste schutz, den sich ein gärtner für seine pflanzen wünschen kann.

Kübelpflanzen hingegen benötigen etwas mehr aufmerksamkeit, da die erde im topf deutlich schneller durchfriert als im gewachsenen boden. Du solltest die gefäße an eine geschützte hauswand stellen und eventuell mit vlies oder einer kokosmatte umwickeln. Ein styroporblock oder eine holzplatte unter dem topf verhindert, dass die kälte direkt vom boden her in den wurzelballen kriecht. Achte bei kübelhaltung auch im winter auf eine minimale feuchtigkeit der erde an frostfreien tagen.

Sobald die tage im spätwinter wieder wärmer werden, solltest du eventuell angebrachte schutzmaterialien rechtzeitig wieder entfernen. Ein zu langes verbleiben unter der abdeckung könnte den austrieb zu früh anregen, der dann durch spätestfrost gefährdet wäre. Du solltest die pflanzen langsam an das steigende lichtangebot und die wechselnden temperaturen gewöhnen. Deine aufmerksamkeit in dieser übergangszeit wird mit einem gesunden start in die neue saison belohnt.

Frühlingsstart

Der frühlingsstart ist die spannendste zeit, wenn die ersten kleinen grünen spitzen aus dem boden schauen. Du solltest nun das alte, vertrocknete laub des vorjahres vorsichtig entfernen, um platz und licht für das neue wachstum zu schaffen. Eine scharfe gartenschere ist dabei hilfreich, um die alten stiele knapp über dem boden abzutrennen. Sei dabei achtsam, damit du die frischen triebe nicht beschädigst, die oft schon direkt unter der alten blattmasse warten.

Nach dem säubern ist der ideale zeitpunkt für eine erste leichte düngung mit kompost oder einem organischen langzeitdünger. Dies gibt der pflanze die nötigen nährstoffe, um nach der winterruhe zügig grüne masse und bald darauf die ersten blütenknospen aufzubauen. Du kannst den boden rund um die stauden vorsichtig lockern, um die belüftung der wurzeln zu fördern und das einsickern von regenwasser zu erleichtern. Ein frischer start sorgt für eine vitale entwicklung während des gesamten frühjahrs.

Kontrolliere die pflanzen nun auch auf eventuelle schäden, die durch wühlmäuse oder andere winteraktive tiere entstanden sein könnten. Falls wurzeln freiliegen, bedecke sie umgehend wieder mit erde und drücke sie leicht an. Wenn du feststellst, dass eine pflanze den winter nicht überlebt hat, kannst du die lücke durch die teilung eines benachbarten, kräftigen exemplars schnell wieder schließen. Der cambridge-storchschnabel ist in dieser hinsicht sehr dankbar und regenerationsfreudig.

Die zunehmende sonnenintensität und die steigenden temperaturen führen nun zu einem fast täglichen fortschritt beim wachstum. Du wirst sehen, wie sich innerhalb weniger wochen aus den kleinen spitzen wieder ein geschlossener grüner teppich entwickelt. Freue dich auf die kommende blütezeit, die den lohn für deine aufmerksame pflege über das jahr darstellt. Der gartenzyklus beginnt von neuem und dein storchschnabel ist bereit für ein weiteres prachtvolles jahr.