Die Pflanzung des grauen Spierstrauchs erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr oder im späten Herbst. In diesen Phasen befindet sich die Pflanze in der Ruheperiode, was den Stress beim Umsetzen minimiert. Wenn du im Herbst pflanzt, hat der Strauch genügend Zeit, vor dem ersten Frost Wurzeln zu schlagen. Das sorgt für einen kräftigen Austrieb, sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen den Boden erwärmen.
Eine Frühjahrspflanzung ist besonders in Regionen mit sehr harten Wintern empfehlenswert. Du solltest jedoch darauf achten, dass der Boden bereits frostfrei und nicht mehr allzu nass ist. Sobald die Erde im März oder April abgetrocknet ist, bietet sie ideale Bedingungen. Achte darauf, die Pflanze nach dem Setzen ausreichend zu wässern, da das Frühjahr oft trocken sein kann.
Containerpflanzen, die du in einer Gärtnerei kaufst, können theoretisch das ganze Jahr über gesetzt werden. Du musst dann allerdings im Sommer extrem auf die Wasserversorgung achten. Die jungen Wurzeln können die Hitze ohne fremde Hilfe noch nicht gut kompensieren. Daher bleibt die Empfehlung für Herbst oder Frühjahr für den Hobbygärtner am sichersten.
Bevor du den Strauch kaufst, solltest du dir den Wurzelballen genau ansehen. Er sollte fest durchwurzelt sein, aber keine Drehwurzeln am Topfrand gebildet haben. Gesunde Pflanzen erkennst du an kräftigen Trieben ohne Anzeichen von Schädlingen. Eine gute Qualität beim Kauf ist die Basis für einen langlebigen Strauch in deinem Garten.
Vorbereitung des Pflanzloches
Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so groß und tief wie der Wurzelballen der Pflanze sein. Nur so haben die jungen Wurzeln genug lockere Erde vor sich, in die sie leicht vordringen können. Du solltest die Seitenwände des Lochs mit einer Grabegabel etwas aufrauen. Glatte Wände durch den Spaten können wie eine Barriere wirken, die das Wurzelwachstum hemmt.
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Mische den Aushub mit etwas reifem Kompost oder hochwertiger Pflanzerde. Das verbessert die Nährstoffverfügbarkeit von der ersten Minute an erheblich. Falls dein Boden sehr lehmig ist, hilft eine Handvoll Sand im unteren Bereich des Lochs. Dies dient als Drainage und verhindert gefährliche Staunässe direkt an den Wurzeln.
Setze den Strauch so tief in das Loch, wie er zuvor im Topf gestanden hat. Zu tiefes Einpflanzen kann die Rinde am Stamm schädigen und zu Fäulnis führen. Wenn die Pflanze zu hoch steht, trocknen die oberen Wurzeln zu schnell aus. Richte den Strauch gerade aus, bevor du beginnst, das Loch wieder mit Erde zu füllen.
Trete die Erde nach dem Verfüllen vorsichtig mit dem Fuß fest, um Hohlräume zu schließen. Du solltest dabei nicht zu viel Kraft anwenden, um den Boden nicht wieder zu stark zu verdichten. Ein Gießrand aus Erde hilft dabei, dass das Gießwasser direkt zum Wurzelballen sickert. Schließe den Vorgang mit einer großzügigen Wassergabe ab, um den Bodenkontakt der Wurzeln zu optimieren.
Vermehrung durch Stecklinge im Sommer
Die Vermehrung durch Stecklinge ist eine einfache Methode, um neue Exemplare deines Lieblingsstrauchs zu gewinnen. Der beste Zeitpunkt hierfür sind die Monate Juni und Juli, wenn die Triebe halbverholzt sind. Wähle kräftige, gesunde Zweige ohne Blütenansätze für dieses Vorhaben aus. Die Stecklinge sollten eine Länge von etwa zehn bis fünfzehn Zentimetern haben.
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Entferne die unteren Blätter des Stecklings, sodass nur das obere Blattpaar stehen bleibt. Dies reduziert die Verdunstung und hilft dem Zweig, seine Energie in die Wurzelbildung zu stecken. Du kannst die Basis des Stecklings in Bewurzelungspulver tauchen, um den Prozess zu beschleunigen. Setze den Trieb anschließend in einen Topf mit spezieller Anzuchterde.
Halte die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeide ständige Nässe im Topf. Eine Plastiktüte über dem Topf kann ein Kleinklima schaffen, das die Bewurzelung fördert. Achte darauf, die Tüte täglich kurz zu lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden. Der ideale Standort für die Anzucht ist hell, aber ohne direkte Mittagssonne.
Nach einigen Wochen zeigen sich meist die ersten neuen Blättchen als Zeichen für Erfolg. Sobald der Steckling gut durchwurzelt ist, kannst du ihn in einen größeren Topf umpflanzen. Im ersten Winter sollten die jungen Pflanzen an einem geschützten Ort überwintern. Im darauffolgenden Frühjahr sind sie stark genug für einen festen Platz im Gartenbeet.
Absenker als einfache Methode der Vermehrung
Die Vermehrung durch Absenker ist besonders für Anfänger sehr gut geeignet. Dabei nutzt du einen langen, biegsamen Zweig, der sich nahe am Boden befindet. Du ziehst diesen Zweig vorsichtig zur Erde und markierst die Stelle der Berührung. An diesem Punkt entfernst du die Blätter und ritzt die Rinde ganz leicht an.
Grabe an der markierten Stelle eine kleine Rinne und lege den Zweig hinein. Fixiere den Trieb mit einem Haken oder einem Stein, damit er festen Bodenkontakt behält. Die Spitze des Zweiges sollte wieder aus der Erde ragen und senkrecht nach oben zeigen. Du kannst das Ende an einem kleinen Holzstab festbinden, um die Wuchsrichtung zu unterstützen.
Decke den fixierten Teil des Zweiges mit Erde ab und halte diese Stelle immer feucht. Die ständige Verbindung zur Mutterpflanze versorgt den Absenker weiterhin mit Nährstoffen und Wasser. In der Erde bilden sich an der verletzten Stelle nach und nach neue Wurzeln. Dieser Vorgang kann einige Monate oder sogar ein ganzes Jahr dauern.
Wenn der Absenker eigene Wurzeln entwickelt hat, kannst du ihn von der Mutterpflanze trennen. Grabe die neue Pflanze vorsichtig aus, ohne die frischen Wurzeln zu beschädigen. Du kannst sie nun an einen anderen Ort in deinem Garten verpflanzen. Diese Methode ist sehr sicher, da die Jungpflanze während der kritischen Phase nicht auf sich allein gestellt ist.