Das einpflanzen und vermehren der japanischen myrte ist ein faszinierendes projekt für jeden hobbygärtner, der seine pflanzensammlung erweitern möchte. Da diese pflanze recht unkompliziert ist, gelingen sowohl der start mit einer jungpflanze als auch die eigene nachzucht meist ohne größere probleme. Es gibt verschiedene methoden, um neue exemplare zu gewinnen, wobei die stecklingsvermehrung oft am schnellsten zum ziel führt. In den folgenden abschnitten erfährst du schritt für schritt, worauf es ankommt.
Vorbereitung des richtigen pflanzplatzes
Bevor du deine japanische myrte in die erde setzt, solltest du dir gedanken über den perfekten standort machen. Sie bevorzugt einen platz, der hell und sonnig ist, aber vor der prallen mittagshitze im hochsommer geschützt wird. Ein windgeschützter ort ist ebenfalls von vorteil, da die feinen zweige bei starken böen austrocknen oder knicken könnten. Wenn du sie im garten auspflanzen möchtest, achte darauf, dass der boden dort niemals zur staunässe neigt.
Die bodenbeschaffenheit spielt eine zentrale rolle für das erfolgreiche anwachsen deiner neuen pflanze. Ein lockerer, gut durchlässiger boden mit einem hohen anteil an organischer substanz ist ideal für die feinen wurzeln. Falls dein gartenboden sehr lehmig und schwer ist, solltest du das pflanzloch großzügig ausheben und die erde mit sand aufbereiten. Eine handvoll reifer kompost im pflanzloch gibt der myrte einen perfekten startschuss für das erste wachstum.
Beim pflanzen im kübel ist die wahl des gefäßes mindestens genauso wichtig wie die erde selbst. Der topf muss unbedingt über ausreichend große abzugslöcher verfügen, damit überschüssiges wasser abfließen kann. Wähle ein material, das feuchtigkeit gut reguliert, wie zum beispiel unglasierte terrakotta oder hochwertigen kunststoff. Achte darauf, dass der topf stabil steht, damit er bei wind nicht mitsamt der zierlichen pflanze umkippt.
Setze die pflanze vorsichtig in das vorbereitete loch und fülle es mit der erdmischung auf, wobei du darauf achtest, keine hohlräume zu lassen. Drücke die erde rund um den stamm sanft fest, um einen guten bodenschluss für die wurzeln zu gewährleisten. Nach dem einpflanzen ist ein gründliches angießen unerlässlich, um die wurzeln zu aktivieren und die erde zu setzen. Eine dünne mulchschicht kann helfen, die feuchtigkeit im boden zu halten und unkrautwuchs zu unterdrücken.
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Die methode der stecklingsvermehrung
Die vermehrung über stecklinge ist die gängigste und sicherste methode, um identische kopien deiner lieblingspflanze zu erhalten. Der beste zeitpunkt hierfür ist das späte frühjahr oder der frühe sommer, wenn die pflanze voll im saft steht. Wähle gesunde, etwa fünf bis zehn zentimeter lange triebspitzen aus, die noch nicht verholzt, aber schon stabil sind. Verwende ein sehr scharfes, sauberes messer, um den schnitt direkt unter einem blattknoten zu setzen.
Entferne die unteren blätter des stecklings, damit diese im feuchten substrat nicht zu faulen beginnen. Du kannst das untere ende des stecklings in bewurzelungspulver tauchen, um den prozess zu beschleunigen, aber es geht oft auch ohne. Stecke die vorbereiteten zweige in ein spezielles vermehrungssubstrat oder eine mischung aus torf und sand. Es ist wichtig, dass das substrat während der gesamten bewurzelungszeit gleichmäßig feucht, aber nicht nass gehalten wird.
Um eine hohe luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, kannst du eine durchsichtige plastiktüte oder eine glashaube über die stecklinge stülpen. Achte jedoch darauf, das ganze täglich kurz zu lüften, um schimmelbildung an den empfindlichen trieben zu vermeiden. Ein heller platz ohne direkte sonne und temperaturen um die zwanzig grad bieten die optimalen bedingungen für die wurzelbildung. Nach etwa drei bis sechs wochen zeigen sich meist die ersten neuen blättchen als zeichen für den erfolg.
Sobald die stecklinge einen kräftigen wurzelballen entwickelt haben, können sie vorsichtig in kleine einzeltöpfe umgetopft werden. Verwende hierfür bereits die normale pflanzerde, damit sich die jungen pflanzen an die nährstoffe gewöhnen können. Sei beim umtopfen besonders vorsichtig, da die jungen wurzeln noch sehr brüchig und empfindlich sind. In den ersten monaten sollten die jungpflanzen weiterhin geschützt stehen und langsam an die normale umgebung gewöhnt werden.
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Aussaat und keimung der samen
Die vermehrung aus samen ist zwar zeitaufwendiger, bietet aber die möglichkeit, viele pflanzen gleichzeitig zu ziehen. Du kannst die samen entweder im fachhandel erwerben oder von deinen eigenen pflanzen ernten, wenn die kleinen kapseln reif sind. Die aussaat sollte im zeitigen frühjahr in schalen mit feiner aussaaterde erfolgen, die nur leicht angedrückt wird. Da die samen der japanischen myrte lichtkeimer sind, solltest du sie gar nicht oder nur hauchdünn mit erde bedecken.
Halte die aussaat konstant feucht, am besten mit einer sprühflasche, um die feinen samen nicht wegzuspülen. Eine abdeckung mit einer transparenten folie hilft dabei, die nötige wärme und feuchtigkeit für den keimprozess zu halten. Stelle die schalen an einen warmen platz auf der fensterbank, aber vermeide auch hier die pralle mittagssonne. Die keimung kann je nach temperatur und frische des saatguts zwischen zwei und vier wochen dauern.
Wenn die kleinen sämlinge das erste echte blattpaar nach den keimblättern gebildet haben, ist es zeit zum pikieren. Hebe die pflänzchen vorsichtig mit einem holzstäbchen aus der erde, ohne die feinen wurzeln zu verletzen. Setze sie in kleine töpfe mit nährstoffarmer erde, damit sie gezwungen sind, ein kräftiges wurzelsystem auszubilden. Achte darauf, dass die sämlinge genug licht bekommen, damit sie nicht zu dünn und schwach in die höhe schießen.
Die pflege der jungen sämlinge erfordert etwas mehr aufmerksamkeit als die von erwachsenen pflanzen. Sie dürfen niemals völlig austrocknen, reagieren aber extrem empfindlich auf zu viel nässe in der erde. Dünger sollte erst sehr sparsam eingesetzt werden, wenn die pflanzen eine gewisse größe und stabilität erreicht haben. Nach dem ersten jahr sind die aus samen gezogenen myrten meist kräftig genug, um wie ausgewachsene exemplare behandelt zu werden.
Etablierung und wachstum junger pflanzen
In der ersten wachstumsphase ist es wichtig, den jungen pflanzen eine stabile basis für ihre zukünftige form zu geben. Du solltest die triebspitzen frühzeitig einkürzen, um von anfang an eine gute verzweigung zu fördern. Eine junge myrte, die nicht geschnitten wird, neigt dazu, eher spärlich und unregelmäßig in die höhe zu wachsen. Durch konsequentes stutzen in den ersten monaten legst du den grundstein für einen dichten und kompakten busch.
Die nährstoffversorgung sollte bei jungpflanzen vorsichtig gesteigert werden, sobald sie sich im neuen topf etabliert haben. Ein flüssiger volldünger in halber konzentration alle zwei wochen ist in der regel völlig ausreichend für den anfang. Achte auf die farbe der blätter, um festzustellen, ob die pflanze genug nährstoffe bekommt oder ob du die dosis anpassen musst. Ein gesundes, tiefes grün ist immer das beste zeichen für eine optimale versorgung mit allen mineralien.
Schütze deine jungen pflanzen vor extremen wetterbedingungen wie starkregen, hagel oder plötzlichen hitzewellen. Da ihr wurzelsystem noch nicht so tief und verzweigt ist, können sie schwankungen in der umwelt weniger gut ausgleichen. Ein halbschattiger platz auf der terrasse oder im gewächshaus ist in dieser phase meist die sicherste wahl für eine gesunde entwicklung. Wenn sie die erste saison gut überstanden haben, sind sie meist robust genug für fast jeden standort.
Beobachte das wachstum genau und topfe die jungen myrten rechtzeitig um, wenn der platz im aktuellen gefäß zu knapp wird. Ein regelmäßiger check der wurzeln gibt dir aufschluss darüber, wie vital die pflanze unter der erdoberfläche ist. Mit ein wenig geduld und liebevoller pflege wirst du bald stolzer besitzer von selbst gezogenen japanischen myrten sein. Diese pflanzen werden dich über jahre hinweg begleiten und dich immer an deine erfolgreichen vermehrungsversuche erinnern.