Der prozess der neupflanzung beginnt immer mit der wahl des richtigen zeitpunktes im jahr. Da die buntnessel frostempfindlich ist, sollte man mit der pflanzung im freien warten, bis die nächte sicher warm sind. Eine bodentemperatur von mindestens fünfzehn grad ist ideal, damit die wurzeln sofort aktiv werden können. Wer zu früh pflanzt, riskiert kälteschäden, die die pflanze nachhaltig schwächen oder sogar abtöten könnten.
Bei der pflanzung in töpfe ist man etwas flexibler, da man diese bei kälteeinbrüchen ins haus holen kann. Man sollte jedoch auch hier darauf achten, dass das substrat hochwertig und gut strukturiert ist. Eine mischung aus kompost, torfersatz und etwas sand hat sich in der praxis bewährt. Dies stellt sicher, dass die jungen pflanzen von anfang an alle nötigen nährstoffe zur verfügung haben.
Das pflanzloch sollte groß genug sein, damit die wurzeln ohne biegen und knicken platz finden. Man setzt die pflanze etwa so tief ein, wie sie zuvor im anzuchttopf gestanden hat. Ein zu tiefes einpflanzen kann zu fäulnis am stammgrund führen, was unbedingt vermieden werden muss. Nach dem einsetzen drückt man die erde leicht an, um hohlräume zu schließen und den kontakt zum boden herzustellen.
Ein kräftiges angießen direkt nach der pflanzung ist unerlässlich, um das anwachsen zu fördern. Das wasser hilft dabei, die erde um die wurzeln herum zu verdichten und die feuchtigkeitsversorgung sicherzustellen. In den ersten tagen nach der pflanzung sollte man die buntnessel vor praller sonne schützen. Dies gibt ihr die chance, sich ohne übermäßigen verdunstungsstress zu akklimatisieren.
Die vermehrung durch stecklinge
Die vermehrung über stecklinge ist die einfachste und sicherste methode, um neue pflanzen zu gewinnen. Man schneidet dafür etwa zehn zentimeter lange triebspitzen mit einem sauberen messer ab. Diese stecklinge sollten mindestens zwei blattpaare besitzen, wobei man das untere paar entfernt. So wird die verdunstungsfläche reduziert und die energie kann in die wurzelbildung fließen.
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Man kann die stecklinge entweder direkt in ein leichtes substrat stecken oder sie in einem wasserglas bewurzeln lassen. Die methode im wasserglas ist besonders für anfänger spannend, da man den wurzeln beim wachsen zusehen kann. Nach etwa ein bis zwei wochen zeigen sich die ersten weißen wurzelspitzen am unteren ende. Sobald diese ein paar zentimeter lang sind, können sie in erde eingetopft werden.
Wählt man die direkte bewurzelung in erde, sollte man eine transparente abdeckung nutzen, um die luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Ein einfaches glas oder eine plastiktüte über dem topf wirkt wie ein kleines gewächshaus. Man muss jedoch täglich lüften, um schimmelbildung an den jungen trieben zu verhindern. Die temperatur sollte für eine erfolgreiche bewurzelung konstant bei etwa zwanzig grad liegen.
Stecklinge haben den großen vorteil, dass sie exakte kopien der mutterpflanze sind und deren eigenschaften behalten. Wenn man eine besonders schöne farbvariante hat, lässt sich diese so unendlich oft vervielfältigen. Es ist ratsam, im spätsommer stecklinge zu nehmen, um junge pflanzen für den winter zu haben. Diese lassen sich leichter auf der fensterbank überwintern als große, sperrige mutterpflanzen.
Die aussaat von samen
Die vermehrung durch samen ist ebenfalls möglich und bietet oft überraschende farbkombinationen bei den nachkommen. Man sät die feinen samen im frühen frühjahr auf eine feuchte anzuchterde aus. Da die buntnessel ein lichtkeimer ist, dürfen die samen nicht mit erde bedeckt werden. Es reicht aus, sie ganz leicht anzudrücken, damit sie guten bodenkontakt haben.
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Eine konstante temperatur von zweiundzwanzig bis vierundzwanzig grad ist für die keimung optimal. Man deckt die schale mit einer glasplatte ab, um die feuchtigkeit konstant hoch zu halten. Schon nach wenigen tagen zeigen sich die ersten winzigen keimlinge, die anfangs noch sehr fragil sind. Sobald sich das erste richtige blattpaar zeigt, kann man mit dem pikieren beginnen.
Beim pikieren werden die kleinen pflanzen vorsichtig mit einem holzstab aus der erde gehoben und in einzeln töpfe gesetzt. Dabei muss man sehr behutsam vorgehen, um die feinen wurzelhaare nicht zu beschädigen. Man sollte die pflänzchen am besten an den blättern und nicht am empfindlichen stiel anfassen. Danach brauchen sie viel helles licht, damit sie nicht vergeilen und instabil werden.
Samenmischungen aus dem handel bieten eine tolle vielfalt und machen jedes aufgehende pflänzchen zu einer überraschung. Man kann so innerhalb kürzester zeit eine große anzahl an pflanzen für den garten produzieren. Die sämlinge entwickeln ihre endgültige farbe oft erst nach einigen wochen unter gutem licht. Es ist ein lohnenswerter prozess für jeden passionierten gärtner.
Vorbereitung auf das beet
Bevor die jungen buntnesseln ins freie dürfen, müssen sie langsam an die außenbedingungen gewöhnt werden. Dieser prozess, das sogenannte abhärten, dauert etwa eine woche und verhindert einen pflanzschock. Man stellt die töpfe tagsüber an einen geschützten, schattigen platz im freien. Abends holt man sie wieder ins haus, um sie vor nächtlicher kühle zu bewahren.
Nach und nach steigert man die verweildauer im freien und gewöhnt sie an etwas mehr sonne. Man sollte jedoch die pralle mittagssonne während der ersten tage unbedingt vermeiden. Die blätter von zimmerpflanzen haben noch keine ausreichende schutzschicht gegen UV-strahlung entwickelt. Ein sonnenbrand zeigt sich durch weiße, papierartige flecken auf dem laub.
Wenn die pflanzen schließlich ins beet gesetzt werden, sollte der boden gut vorbereitet sein. Man lockert die erde tiefgründig auf und arbeitet gegebenenfalls etwas reifen kompost ein. Ein pflanzabstand von zwanzig bis dreißig zentimetern ist ideal, damit sich die pflanzen nicht gegenseitig bedrängen. So hat jedes exemplar genügend licht und raum, um seine volle pracht zu entfalten.
Nach der pflanzung im beet ist eine mulchschicht aus rindenmulch oder grasverschnitt sehr vorteilhaft. Sie hält die feuchtigkeit im boden und unterdrückt gleichzeitig das wachstum von unkraut. Man sollte darauf achten, dass der mulch nicht direkt den stamm der buntnessel berührt. So bleibt die pflanze auch im sommer vital und der pflegeaufwand reduziert sich spürbar.