Obwohl die süßkartoffel in unseren regionen als vergleichsweise robust gilt, gibt es dennoch einige krankheiten und schädlinge, die den ertrag mindern können. Ein gesundes ökologisches gleichgewicht im garten ist die beste prävention, um massenhafte vermehrungen von schädlingen von vornherein zu unterbinden. Es ist wichtig, die pflanzen regelmäßig auf erste anzeichen von veränderungen an den blättern oder stängeln zu kontrollieren. Je früher ein problem erkannt wird, desto einfacher und schonender lässt es sich meistens wieder in den griff bekommen.

Süßkartoffel
Ipomoea batatas
Mittlerer Pflegeaufwand
Mittel- und Südamerika
Knollenbildende ausdauernde Rankpflanze
Umgebung & Klima
Lichtbedarf
Volle Sonne
Wasserbedarf
Regelmäßig, gleichmäßige Feuchtigkeit
Luftfeuchtigkeit
Hohe Luftfeuchtigkeit
Temperatur
Warm (20-30°C)
Frosttoleranz
Frostempfindlich (0°C)
Überwinterung
Trockene Lagerung (12-15°C)
Wachstum & Blüte
Höhe
15-30 cm
Breite
100-300 cm
Wachstum
Schnell
Schnitt
Minimal, zur Ausbreitungskontrolle
Blütekalender
Juli - September
J
F
M
A
M
J
J
A
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O
N
D
Boden & Pflanzung
Bodenansprüche
Sandiger, gut durchlässiger Lehm
Boden-pH
Leicht sauer (5.5-6.5)
Nährstoffbedarf
Hoch (alle 2-4 Wochen)
Idealer Standort
Sonniges Gartenbeet oder großer Kübel
Merkmale & Gesundheit
Zierwert
Laub und essbare Knollen
Laubwerk
Herzförmig oder handförmig
Duft
Keiner
Toxizität
Ungiftig (essbar)
Schädlinge
Blattläuse, Weiße Fliegen, Rüsselkäfer
Vermehrung
Stecklinge oder Knollen

Pilzkrankheiten stellen oft die größte gefahr dar, insbesondere wenn das wetter über längere zeit feucht und kühl ist. Der echte mehltau kann sich als weißlicher belag auf den blättern zeigen und die photosynthesefähigkeit der pflanze stark einschränken. Auch verschiedene bodenbürtige fäulniserreger können die wurzeln angreifen, wenn der boden zu verdichtet ist oder staunässe herrscht. Eine gute drainage und eine weite pflanzung zur besseren belüftung sind hier die wichtigsten gegenmaßnahmen für jeden gärtner.

Bei den schädlingen sind es vor allem bodenbewohnende larven, die es auf die süßkartoffelknollen abgesehen haben und große schäden anrichten können. Drahtwürmer bohren gänge in die knollen, was nicht nur unappetitlich ist, sondern auch fäulnisbakterien den weg ins innere ebnet. Auch wühlmäuse schätzen die süßen wurzeln sehr und können ganze beete innerhalb kurzer zeit systematisch von unten her leerräumen. Der schutz der unterirdischen pflanzenteile erfordert daher oft besondere aufmerksamkeit und manchmal auch mechanische barrieren.

Viren können ebenfalls auftreten und zeigen sich meist durch mosaikartige verfärbungen oder verkrüppelungen der blätter während der vegetationszeit. Da viren nicht direkt bekämpft werden können, ist die verwendung von zertifiziertem, gesundem pflanzgut der einzig wirksame weg zur vermeidung. Blattläuse fungieren oft als überträger dieser viren und sollten daher im auge behalten werden, um eine ausbreitung zu verhindern. Eine vitale pflanze mit guter nährstoffversorgung kann jedoch meist besser mit einem leichten virusbefall umgehen als eine geschwächte.

Bodenbürtige schädlinge erkennen

Der drahtwurm, die larve des schnellkäfers, gehört zu den gefürchtetsten gegnern beim anbau von wurzel- und knollengemüse im hausgarten. Diese gelblichen, harten larven leben mehrere jahre im boden und ernähren sich bevorzugt von stärkehaltigen pflanzenteilen wie der süßkartoffel. Befallene knollen weisen kleine, saubere bohrlöcher auf, die tief in das fleisch der frucht hineinreichen können. Besonders auf flächen, die zuvor als rasen oder wiese genutzt wurden, ist der druck durch drahtwürmer oft sehr hoch.

Um den befall durch drahtwürmer zu reduzieren, hilft ein häufiges auflockern des bodens, da die larven empfindlich auf störungen reagieren. Auch das auslegen von ködern, wie zum beispiel halbierten kartoffeln, kann dabei helfen, die population vor der eigentlichen pflanzung zu dezimieren. Vögel und laufkäfer sind natürliche feinde dieser larven und sollten durch eine naturnahe gartengestaltung aktiv gefördert werden. Eine konsequente fruchtfolge verhindert zudem, dass sich die schädlinge über jahre hinweg auf derselben fläche anreichern.

Engerlinge, die larven von maikäfern oder junikäfern, können ebenfalls an den wurzeln der süßkartoffel fressen und die pflanze massiv schwächen. Im gegensatz zu drahtwürmern sind diese larven deutlich größer, weißlich gefärbt und meist c-förmig gekrümmt im boden zu finden. Ein starker befall führt oft zum plötzlichen welken einzelner pflanzen, da die hauptwurzeln komplett durchtrennt werden können. Beim umgraben im frühjahr solltest du daher aufmerksam auf diese larven achten und sie gegebenenfalls absammeln.

Nematoden oder fadenwürmer sind mikroskopisch kleine schädlinge, die gallenbildungen an den wurzeln verursachen und den wasserfluss stören können. Ein befall zeigt sich oft durch einen kümmerlichen wuchs trotz scheinbar optimaler pflegebedingungen und ausreichender wasserversorgung. Der anbau von tagetes oder ringelblumen als mischkultur oder vorkultur kann die nematodenpopulation im boden auf natürliche weise reduzieren. Diese pflanzen sondern stoffe über die wurzeln ab, die für viele schädliche nematodenarten tödlich oder zumindest abschreckend wirken.

Umgang mit wühlmäusen

Wühlmäuse sind für viele süßkartoffel-anbauer das größte ärgernis, da sie die knollen als bevorzugte nahrungsquelle im herbst ansehen. Man bemerkt den befall oft erst, wenn die ranken plötzlich schlaff werden oder sich ganze pflanzen ohne widerstand aus dem boden ziehen lassen. Die nagetiere legen komplexe tunnelsysteme direkt unter den pflanzreihen an, um ungestört an die nahrhaften knollen zu gelangen. Im gegensatz zum maulwurf werfen wühlmäuse nur flache, unregelmäßige erdhaufen auf, was die unterscheidung der beiden tiere erleichtert.

Eine wirksame methode zum schutz der pflanzen ist das einlegen von feinmaschigem drahtgitter in den boden vor der pflanzung. Dieser „wühlmausschutz“ muss die gesamte unterseite des beetes abdecken und an den seiten etwa zwanzig zentimeter hochgezogen werden. Dies ist zwar mit einem gewissen arbeitsaufwand verbunden, bietet aber eine fast hundertprozentige sicherheit für die wertvolle ernte. Besonders in gärten, die an felder oder wiesen grenzen, ist diese mechanische barriere oft die einzige dauerhafte lösung.

Es gibt auch verschiedene geruchsstoffe und pflanzen, die wühlmäuse vertreiben sollen, deren wirksamkeit jedoch oft von der individuellen situation abhängt. Kaiserkronen oder wolfsmilchgewächse im garten verteilt können eine abschreckende wirkung auf die empfindlichen nase der nager haben. Auch das einbringen von knoblauchzehen in die gänge wird oft als hausmittel empfohlen, um die tiere zum abwandern zu bewegen. Diese biologischen methoden sollten jedoch eher als ergänzung zu anderen schutzmaßnahmen gesehen werden.

Fallen stellen ist eine weitere option, erfordert aber viel erfahrung und geduld, um erfolgreich zu sein, da die tiere sehr vorsichtig sind. Die fallen müssen in die aktiven gänge gesetzt und so abgedeckt werden, dass kein licht oder zugluft eindringen kann. Achte darauf, beim hantieren mit den fallen handschuhe zu tragen, um keinen menschlichen geruch zu hinterlassen, der die wühlmäuse warnen könnte. Ein konsequentes management ist notwendig, wenn man in einem wühlmausreichen gebiet erfolgreich süßkartoffeln ernten möchte.

Blattkrankheiten und ihre behandlung

Der echte mehltau tritt bevorzugt bei warmen temperaturen und hoher luftfeuchtigkeit auf, was oft im spätsommer der fall ist. Die pilzsporen werden durch den wind verbreitet und siedeln sich auf der oberseite der süßkartoffelblätter an, wo sie einen mehligen belag bilden. Unbehandelt kann der pilz das gesamte blattwerk befallen, was die assimilation stört und zu kleineren knollen bei der ernte führt. Eine spritzbrühe aus milch und wasser im verhältnis eins zu acht kann helfen, die ausbreitung des pilzes auf biologische weise zu stoppen.

Blattfleckenkrankheiten, verursacht durch verschiedene pilze wie cercospora, zeigen sich durch kleine, dunkle punkte mit hellem zentrum auf den blättern. Diese krankheit breitet sich meist von den älteren blättern im inneren der pflanze nach außen hin aus, besonders bei dichter pflanzung. Um das risiko zu minimieren, solltest du darauf achten, dass die pflanzen nach regen schnell abtrocknen können, indem du für genügend abstand sorgst. Befallene blätter sollten vorsichtig entfernt und über den hausmüll entsorgt werden, um die infektionskette im beet zu unterbrechen.

Die weiße fliege und blattläuse sind die häufigsten saugenden insekten, die sich an der unterseite der süßkartoffelblätter ansiedeln können. Sie entziehen der pflanze wertvollen saft und scheiden honigtau aus, auf dem sich wiederum rußtaupilze ansiedeln können. Ein starker befall schwächt die pflanze sichtlich und kann zudem die bereits erwähnten viruskrankheiten von einer pflanze zur nächsten übertragen. Ein kräftiger wasserstrahl oder die behandlung mit einer milden schmierseifenlösung sind oft ausreichend, um die population unter kontrolle zu halten.

Natürliche feinde wie marienkäfer, schwebfliegenlarven und florfliegen sind deine besten verbündeten im kampf gegen schädlinge an den blättern. Durch das anlegen von blühstreifen und das verzichten auf chemische pflanzenschutzmittel förderst du diese nützlinge nachhaltig in deinem garten. In einem gesunden gartenökosystem regelt sich der befall durch blattläuse oft von selbst, bevor ein nennenswerter schaden an den pflanzen entsteht. Geduld und beobachtung sind hier oft effektiver als ein voreiliger einsatz von giftstoffen, die auch nützlinge schädigen.

Präventive maßnahmen für die pflanzengesundheit

Die wahl des richtigen standorts ist der erste und wichtigste schritt, um krankheiten an der süßkartoffel von vornherein zu vermeiden. Ein sonniger, luftiger platz sorgt dafür, dass die blätter nach tau oder regen schnell trocknen, was vielen pilzen die lebensgrundlage entzieht. Vermeide senken, in denen sich kalte und feuchte luft sammeln kann, da dies die infektionsgefahr für das laub deutlich erhöht. Ein gesunder boden mit guter struktur und ausreichendem nährstoffangebot stärkt zudem das immunsystem der pflanzen massiv.

Die konsequente einhaltung der fruchtfolge ist unerlässlich, um die anreicherung von bodenbürtigen krankheitserregern und schädlingen zu verhindern. Baue süßkartoffeln niemals nach anderen windengewächsen oder direkt nach frisch umgebrochenem rasen an, um das risiko zu minimieren. Eine pause von mindestens drei bis vier jahren zwischen dem anbau von süßkartoffeln auf derselben fläche ist eine goldene regel für jeden profi-gärtner. In dieser zeit kann sich der boden regenerieren und die spezifischen schaderreger sterben mangels wirtsplanzen ganz natürlich ab.

Hygiene im garten spielt eine oft unterschätzte rolle bei der vermeidung von krankheitsübertragungen während der täglichen arbeit im beet. Reinige deine gartengeräte regelmäßig, besonders wenn du von einem beet zum nächsten wechselst oder an kranken pflanzen gearbeitet hast. Auch die hände können viren übertragen, weshalb vorsicht beim hantieren mit verschiedenen kulturen geboten ist, um keine infektionen zu verschleppen. Die entsorgung von krankem pflanzenmaterial sollte niemals auf dem eigenen kompost erfolgen, um den kreislauf nicht zu schließen.

Schließlich ist die verwendung von robusten und für deine region geeigneten sorten ein wesentlicher baustein für einen stressfreien anbau im eigenen garten. Informiere dich vor dem kauf über die spezifischen resistenzen und erfahrungen anderer gärtner mit bestimmten süßkartoffelvarietäten in deinem klima. Manche sorten kommen besser mit kühleren temperaturen zurecht, während andere eine höhere toleranz gegenüber bestimmten blattkrankheiten aufweisen. Mit einer klugen sortenwahl und aufmerksamer pflege steht einer gesunden entwicklung deiner süßkartoffeln nichts mehr im weg.