Eine bedarfsgerechte wasserversorgung ist das a und o für das gedeihen der alpen-aster in unseren gärten. Man muss sich immer vor augen führen, dass diese pflanze in ihrer heimat oft mit sehr kargen und trockenen bedingungen konfrontiert ist. Daher hat sie strategien entwickelt, um mit wenig wasser auszukommen, was sie für steingärten prädestiniert. Im gartenalltag bedeutet das für uns, dass wir eher zurückhaltend mit der gießkanne umgehen sollten, um die pflanze nicht zu verweichlichen.

Während der anwachsphase nach der neupflanzung ist die situation jedoch ein wenig anders zu bewerten. Hier benötigt die alpen-aster eine regelmäßige feuchtigkeit, damit sich die neuen wurzeln schnell mit dem umgebenden boden verbinden können. Man sollte die erde in den ersten zwei bis drei wochen nie vollständig austrocknen lassen, aber dennoch staunässe strikt vermeiden. Sobald die pflanze deutliche zeichen von neuem wachstum zeigt, kann man die intervalle zwischen den gaben langsam vergrößern.

Etablierte pflanzen kommen erstaunlich gut mit längeren trockenperioden im hochsommer zurecht, ohne schaden zu nehmen. Man erkennt den bedarf an wasser oft daran, dass die blätter leicht an spannkraft verlieren und etwas schlaff wirken. In solchen fällen sollte man am frühen morgen oder späten abend gießen, um die verdunstung so gering wie möglich zu halten. Das wasser sollte direkt an die basis der pflanze gegeben werden, wobei man das benetzen der blätter nach möglichkeit vermeidet.

Im herbst reduziert sich der wasserbedarf der alpen-aster ganz natürlich mit sinkenden temperaturen und kürzeren tagen. Die pflanze bereitet sich auf die ruhephase vor und stellt ihr aktives wachstum ein, weshalb zusätzliche wassergaben nun meist überflüssig sind. Lediglich in extrem trockenen herbsten ohne nennenswerte niederschläge kann eine gelegentliche wässerung sinnvoll sein. Man sollte immer im hinterkopf behalten, dass ein zu nasser herbstboden die winterhärte der pflanze beeinträchtigen kann.

Die richtige bewässerungstechnik im detail

Die art und weise, wie man gießt, hat einen großen einfluss auf die gesundheit der empfindlichen blattrosetten. Es ist viel effektiver, seltener, aber dafür durchdringend zu wässern, als täglich nur kleine mengen zu geben. Durch die tiefe wässerung werden die wurzeln animiert, in tiefere bodenschichten vorzudringen, wo sie besser vor austrocknung geschützt sind. Man erreicht so eine deutlich höhere stabilität der pflanze gegenüber wetterextremen.

Man sollte unbedingt darauf achten, kein eiskaltes wasser direkt aus der leitung auf die sonnenaufgeheizten pflanzen zu schütten. Dies kann zu einem temperaturshock führen, der das wachstum kurzzeitig stocken lässt oder das gewebe schädigt. Ideal ist abgestandenes regenwasser aus der tonne, das bereits die umgebungstemperatur angenommen hat. Zudem ist regenwasser kalkarm, was der alpen-aster sehr entgegenkommt und die bodenstruktur schont.

Ein gießrand aus erde rund um die pflanzstelle kann dabei helfen, das wasser gezielt zu den wurzeln zu leiten. So verhindert man, dass das kostbare nass ungenutzt oberflächlich abfließt, besonders wenn der boden durch hitze verkrustet ist. Man lässt das wasser langsam einsickern, damit die kapillaren im boden es gut aufnehmen und speichern können. Nach dem gießen kann man die oberfläche ganz leicht aufharken, um die verdunstung durch die bodenporen zu unterbrechen.

Wer in regionen mit sehr kalkhaltigem leitungswasser wohnt, sollte bei der bewässerung besonders vorsichtig sein. Auf dauer kann sich der kalk im boden anreichern und den ph-wert in bereiche verschieben, die für die nährstoffaufnahme ungünstig sind. In solchen fällen ist das sammeln von regenwasser fast schon eine notwendigkeit für den langfristigen erfolg. Man merkt den unterschied oft nach kurzer zeit an einer gesünderen blattfarbe und kräftigeren blüten.

Nährstoffbedarf und zeitpunkt der düngung

Die alpen-aster ist eine eher genügsame staude, die in der natur auf nährstoffarmen böden hervorragend zurechtkommt. Eine übermäßige düngung führt oft zu einem mastigen wuchs, bei dem die pflanze ihre typische kompakte form verliert. Das gewebe wird weich, was die aster anfälliger für krankheiten und frostschäden macht, weshalb man hier mit bedacht vorgehen muss. Eine einmalige gabe von nährstoffen im zeitigen frühjahr ist für das ganze jahr meist vollkommen ausreichend.

Der ideale zeitpunkt für die düngung ist der moment, in dem die ersten grünen triebe aus der rosette hervorlugen. Man nutzt die feuchtigkeit des frühjahrsbodens, damit die nährstoffe gelöst und zu den wurzeln transportiert werden können. Es empfiehlt sich, einen langsam wirkenden dünger zu verwenden, der die elemente über einen längeren zeitraum gleichmäßig abgibt. So vermeidet man nährstoffspitzen, die das gleichgewicht der pflanze stören könnten.

Man sollte darauf achten, den dünger nicht direkt auf die blätter oder in das herz der rosette zu streuen. Die empfindlichen pflanzenteile können bei direktem kontakt mit düngesalzen verbrennungen erleiden, die dauerhafte schäden hinterlassen. Man verteilt das material stattdessen gleichmäßig im bereich der wurzelzone und arbeitet es ganz leicht in die oberste bodenschicht ein. Ein anschließendes leichtes wässern beschleunigt den lösungsprozess und bringt die nährstoffe dorthin, wo sie gebraucht werden.

Im laufe des sommers sollte man von weiteren düngergaben absehen, besonders wenn es sich um stickstoffbetonte mittel handelt. Die pflanze muss im spätsommer die möglichkeit haben, ihr gewebe ausreifen zu lassen, um für den winter gerüstet zu sein. Eine zu späte düngung würde das wachstum erneut anregen und die winterhärte drastisch reduzieren. Man vertraut hier am besten auf die natürlichen reserven der pflanze und des bodens.

Wahl des richtigen düngemittels

Bei der wahl des düngers sollte man organische produkte den rein mineralischen vorziehen, da sie die bodenbiologie fördern. Ein gut gereifter kompost, den man in einer dünnen schicht um die pflanzen verteilt, ist oft das beste mittel. Er liefert nicht nur nährstoffe, sondern verbessert auch die wasserhaltefähigkeit und das bodenleben in der unmittelbaren umgebung. Man sollte jedoch darauf achten, dass der kompost nicht zu nährstoffreich ist, um die pflanze nicht zu überfordern.

Alternativ können auch hornspäne oder hornmehl verwendet werden, die stickstoff sehr langsam und über einen langen zeitraum freisetzen. Dies entspricht dem natürlichen rhythmus der alpen-aster und verhindert ein unkontrolliertes wachstum des laubes. Auch organische flüssigdünger auf pflanzenbasis sind möglich, sollten aber nur in schwacher konzentration angewendet werden. Man hat so eine gute kontrolle über die nährstoffmenge, die man der pflanze zuführt.

Wer mineralische dünger bevorzugt, sollte zu einem speziellen staudendünger mit einem hohen anteil an kalium und einem moderaten stickstoffgehalt greifen. Kalium ist besonders wichtig für die festigkeit des gewebes und die widerstandsfähigkeit gegen trockenheit und frost. Man sollte die auf der packung angegebene dosierung jedoch halbieren, um den bedürfnissen einer alpinen pflanze gerecht zu werden. Ein überangebot an mineralien kann die empfindlichen wurzelhaare schädigen und das wachstum hemmen.

Zuletzt ist auch die verwendung von urgesteinsmehl eine wunderbare ergänzung zur herkömmlichen düngung. Es enthält eine vielzahl von spurenelementen, die in normalen düngern oft fehlen, aber für die gesundheit wichtig sind. Man kann es einfach über das beet stäuben, wobei es gleichzeitig eine leicht abwehrende wirkung gegen manche schädlinge haben kann. So schafft man eine solide basis für ein langes und blütenreiches pflanzenleben.

Erkennung von mangel und überschuss

Es ist wichtig, die sprache der pflanze zu lernen, um rechtzeitig auf probleme bei der versorgung reagieren zu können. Ein mangel an nährstoffen zeigt sich oft durch eine blasse verfärbung der blätter oder einen sehr kümmerlichen wuchs. Wenn die blütenbildung über jahre hinweg ausbleibt, obwohl der standort sonnig genug ist, kann dies ein indiz für erschöpfte bodenreserven sein. In diesem fall hilft eine vorsichtige aufbesserung des bodens mit organischem material.

Ein überschuss an stickstoff hingegen äußert sich durch extrem große, dunkelgrüne blätter und sehr weiche, lange stiele. Die pflanze wirkt dann oft „aufgeblasen“ und fällt bei regen oder wind leicht auseinander, was absolut unnatürlich ist. Zudem siedeln sich auf solchen überdüngten pflanzen besonders gerne blattläuse an, da das gewebe leicht zu durchstechen ist. Hier sollte man die düngung für die nächsten ein bis zwei jahre komplett einstellen.

Vergilbte blätter bei gleichzeitig feuchtem boden sind fast immer ein zeichen für staunässe und die damit verbundene wurzelfäule. In diesem fall hilft meist keine düngung, sondern nur eine verbesserung der bodendrainage oder ein umsetzen an einen trockeneren platz. Man sollte die betroffenen pflanzen ausgraben, verfaulte wurzeln entfernen und sie in sehr sandige erde neu einpflanzen. Oft erholen sie sich nach einem solchen radikalen schritt wieder, wenn man danach mit wasser vorsichtiger ist.

Manchmal treten auch chlorosen auf, bei denen die blattadern grün bleiben, während das restliche blatt gelb wird. Dies kann auf einen eisenmangel oder einen zu hohen ph-wert des bodens hindeuten, der die aufnahme von spurenelementen blockiert. Ein test des bodenwertes kann hier klarheit schaffen und gezielte gegenmaßnahmen ermöglichen. Mit ein wenig beobachtungsgabe findet man schnell heraus, was der alpen-aster fehlt, um wieder in vollem glanz zu erstrahlen.