Licht ist der motor für jedes pflanzliche leben und bestimmt maßgeblich die qualität der blüte. Der armenische storchschnabel hat klare vorlieben, was die intensität und dauer der sonneneinstrahlung betrifft. Wer den optimalen lichtstandort wählt, wird mit einer staude belohnt, die kompakt wächst und reichlich blüten ansetzt. In diesem kapitel untersuchen wir die auswirkungen unterschiedlicher lichtverhältnisse auf diese faszinierende pflanze.
Die intensität der sonne beeinflusst nicht nur die photosynthese, sondern auch die gesamte statik der pflanze. Viel licht führt in der regel zu kürzeren internodien und damit zu einem stabileren und standfesten wuchs. Im schatten hingegen neigt die staude zum „vergeilen“, wobei die stängel lang und dünn werden, um nach dem licht zu suchen. Man sollte daher die lichtverhältnisse im garten über den tag genau beobachten, bevor man den endgültigen platz festlegt.
Ein sonniger platz bedeutet jedoch nicht, dass die pflanze extremer hitze ohne ausreichend wasser ausgesetzt sein sollte. Licht und wasserbedarf stehen in einem direkten verhältnis zueinander und müssen vom gärtner ausbalanciert werden. In vollsonnigen lagen ist die verdunstung am höchsten, was eine konsequente bewässerung unbedingt erforderlich macht. Wer diese balance meistert, kann die staude in ihrer vollen pracht und farbintensität erleben.
Auch die qualität des lichts spielt eine rolle, da morgensonne oft milder ist als die aggressive mittagssonne im sommer. Manche pflanzen kommen mit einem wechsel aus licht und schatten über den tag verteilt am besten zurecht. Der storchschnabel zeigt durch seine blattfarbe und wuchsform sehr schnell an, ob er mit dem gewählten lichtangebot zufrieden ist. Mit den folgenden informationen lässt sich der perfekte platz für dieses gartenjuwel zielsicher finden.
Sonnige standorte für intensive farben
Ein vollsonniger platz im garten ist für den armenischen storchschnabel oft die beste wahl für eine reichhaltige blüte. In der prallen sonne entwickeln sich die farbpigmente in den blütenblättern besonders intensiv und leuchtend. Die magenta farbe, für die diese art so berühmt ist, kommt erst durch ausreichend uv-strahlung richtig zur geltung. Man sollte daher plätze wählen, die mindestens sechs bis acht stunden direktes sonnenlicht pro tag erhalten.
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In sonnigen lagen wächst die pflanze oft kompakter und bildet einen dichteren busch aus vielen blättern. Dies ist von vorteil, da die staude dadurch weniger anfällig für das auseinanderfallen bei starkem regen oder wind ist. Die feste struktur des gewebes ist ein direktes resultat der hohen lichtintensität und der damit verbundenen photosyntheseleistung. Man spart sich so oft das aufwendige stützen der langen blütentriebe während der sommerlichen hauptsaison.
Ein weiterer vorteil der sonne ist das schnelle abtrocknen der blätter nach morgentau oder einem regenschauer. Wie bereits erwähnt, ist dies die beste natürliche prävention gegen pilzkrankheiten wie den echten mehltau. Die sonne wirkt desinfizierend auf die blattoberflächen und reduziert den druck durch schädliche mikroorganismen erheblich. Eine staude in der sonne ist daher oft gesünder und langlebiger als ihr pendant an einem dunklen ort.
Man muss jedoch bedenken, dass ein vollsonniger platz auch höhere anforderungen an die bodenqualität stellt. Die erde sollte humusreich sein, um die feuchtigkeit auch unter direkter bestrahlung lange genug speichern zu können. Eine mulchschicht ist in sonnigen beeten fast unverzichtbar, um den wurzelraum kühl und feucht zu halten. Wer diese bedingungen erfüllt, wird mit einer beeindruckenden blütenwand belohnt, die den ganzen sommer über anhält.
Halbschatten als alternative lösung
Wenn kein vollsonniger platz zur verfügung steht, kommt der storchschnabel auch mit halbschattigen bedingungen gut zurecht. Als halbschatten bezeichnet man plätze, die etwa drei bis fünf stunden sonne pro tag bekommen, meist am morgen oder abend. Die pflanze zeigt hier oft ein etwas üppigeres blattwachstum, da sie weniger stress durch direkte hitze ausgesetzt ist. Die blütenanzahl kann zwar etwas geringer ausfallen, ist aber meist immer noch sehr beachtlich.
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In halbschattigen lagen bleibt die blütezeit oft etwas länger erhalten, da die einzelnen blüten in der kühleren luft langsamer verblühen. Die farben wirken im lichten schatten oft etwas weicher und weniger grell als unter direkter sonneneinstrahlung. Dies kann in einem harmonisch gestalteten beet durchaus ein gewünschter gestalterischer effekt für den gartenplaner sein. Man sollte jedoch darauf achten, dass der platz nicht zu dunkel wird, damit die staude nicht instabil wächst.
Ein großer vorteil des halbschattens ist der deutlich geringere wasserbedarf der pflanze im vergleich zu vollsonnigen standorten. Der boden trocknet weniger schnell aus, was dem gärtner an heißen tagen einiges an gießarbeit ersparen kann. Dennoch sollte man auch hier die feuchtigkeit regelmäßig kontrollieren, besonders unter großen bäumen, die konkurrenz um das wasser bieten. Die pflanze zeigt durch ein kräftiges grün, dass sie mit den lichtverhältnissen und der wassergabe gut klarkommt.
Halbschattige plätze unter lichten gehölzen simulieren den natürlichen lebensraum vieler storchschnabel-arten im waldrandbereich. Hier fühlt sich die staude besonders wohl, wenn der boden waldähnliche eigenschaften mit viel laubhumus aufweist. Man kann den storchschnabel dort wunderbar mit farnen oder hostas kombinieren, die ähnliche ansprüche an licht und boden stellen. So entsteht ein ruhiges und natürliches bild, das wenig pflegeaufwand über das jahr hinweg benötigt.
Auswirkungen von zu viel schatten
Wird der standort zu dunkel gewählt, leidet die vitalität des armenischen storchschnabels sichtlich unter dem lichtmangel. Die pflanze versucht den mangel auszugleichen, indem sie ihre stängel extrem in die länge streckt, um hellere bereiche zu erreichen. Dies führt zu einer sehr instabilen wuchsform, bei der die staude oft schon bei geringstem wind am boden liegt. Zudem werden die blätter oft blasser und verlieren ihr charakteristisches, gesundes dunkelgrün.
Die blühfreudigkeit geht bei massivem lichtmangel fast vollständig zurück, da die energie für die blütenbildung fehlt. Man sieht dann oft nur noch vereinzelte, blasse blüten, die weit oben an den langen trieben hängen. Die pflanze investiert ihre gesamte kraft in das überleben und das längenwachstum, anstatt in die fortpflanzung durch samenbildung. Dies ist ein klares zeichen dafür, dass der gewählte standort für diese spezielle staude nicht geeignet ist.
In tiefem schatten steigt zudem das risiko für fäulnis und einen starken befall mit verschiedenen schneckennarten massiv an. Da der boden und die blätter nie richtig abtrocknen, finden diese schädlinge ideale lebensbedingungen vor. Die pflanze hat in ihrem geschwächten zustand zudem kaum abwehrkräfte, um den fraßschäden oder pilzinfektionen etwas entgegenzusetzen. Oft führt ein zu dunkler standort langfristig zum kompletten verlust der pflanze im beet.
Sollte man feststellen, dass der storchschnabel an seinem platz verkümmert, ist ein umzug an einen helleren ort die einzige lösung. Man kann den storchschnabel im frühjahr oder herbst problemlos ausgraben und an eine sonnigere stelle versetzen. Meist erholt sich die staude innerhalb einer wachstumsperiode und zeigt wieder ihren typischen, kräftigen wuchs. Ein aufmerksamer gärtner erkennt diese bedürfnisse rechtzeitig und handelt im interesse der pflanzengesundheit.