Der Anbau von Meerrettich im eigenen Garten beginnt meist mit der Auswahl der richtigen Wurzelstecklinge, die im Fachjargon auch als Fechser bezeichnet werden. Da die Pflanze in unseren Breiten kaum keimfähige Samen bildet, ist die vegetative Vermehrung über diese Seitenwurzeln der gängige Weg zum Erfolg. Es ist ein faszinierender Prozess, aus einem unscheinbaren Wurzelstück innerhalb einer Saison eine stattliche, scharfe Nutzpflanze heranzuziehen. In diesem Artikel erfährst du, wie du beim Pflanzen und Vermehren am besten vorgehst, um kräftige Pflanzen zu erhalten.

Die vorbereitung der fechser für den anbau Als Fechser bezeichnet man die etwa bleistiftstarken Seitenwurzeln, die bei der Ernte der großen Hauptwurzeln abfallen. Diese sollten für die Vermehrung etwa 20 bis 30 Zentimeter lang sein und eine glatte Oberfläche ohne Beschädigungen aufweisen. Es ist wichtig, die Ober- und Unterseite der Wurzelstücke zu markieren, damit sie später nicht verkehrt herum in den Boden gesetzt werden. Traditionell schneidet man das obere Ende gerade und das untere Ende schräg an, um die Wuchsrichtung eindeutig zu kennzeichnen.

Vor dem pflanzen werden die mittleren Knospen der Fechser oft mit einem groben Tuch abgerieben. Man lässt nur am oberen und unteren Ende einige Augen stehen, damit die Pflanze später eine glatte Hauptwurzel ohne viele Verzweigungen bildet. Dieser Schritt erfordert etwas Fingerspitzengefühl, ist aber entscheidend für die Qualität der späteren Ernte. Wenn man diese Knospen stehen lässt, entwickeln sich dort viele kleine Seitenwurzeln, die die Hauptwurzel schwächen.

Die lagerung der stecklinge erfolgt bis zum Frühjahr an einem kühlen, frostfreien Ort in feuchtem Sand. So bleiben die Wurzeln vital und trocknen nicht aus, bevor sie im April in die Erde kommen. Man sollte die Fechser regelmäßig kontrollieren, um sicherzustellen, dass sich kein Schimmel bildet. Eine gute Belüftung des Lagerraums ist hierbei ebenso wichtig wie eine konstante, niedrige Temperatur.

Sobald der boden im frühjahr abgetrocknet und erwärmt ist, können die Vorbereitungen für das Auspflanzen beginnen. Der ideale Zeitpunkt ist meist Ende März bis Mitte April, je nach regionaler Witterung. Zu frühes Pflanzen in zu kalten und nassen Boden kann dazu führen, dass die Stecklinge faulen, bevor sie austreiben können. Geduld zahlt sich hier aus, da die Pflanzen bei wärmeren Temperaturen viel schneller anwachsen.

Die richtige pflanztechnik für gerade wurzeln Meerrettich wird im Gegensatz zu vielen anderen Wurzelgemüsen nicht senkrecht, sondern leicht schräg in den Boden gepflegt. Man verwendet dazu am besten einen speziellen Pflanzstock oder ein langes Holz, um tiefe Löcher vorzubohren. Die Fechser werden in einem Winkel von etwa 30 bis 45 Grad so in die Erde gelegt, dass das obere Ende etwa drei bis fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche liegt. Diese Schräglage erleichtert später das Freilegen der Wurzeln für die Sommerpflege.

Der abstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte etwa 40 bis 60 Zentimeter betragen, damit sich das ausladende Laub gut entfalten kann. Zwischen den Reihen ist ein Abstand von 60 bis 80 Zentimetern ratsam, um bequem im Beet arbeiten zu können. Meerrettich benötigt viel Platz, um sein volles Potenzial zu entfalten und ausreichend Licht einzufangen. Eine zu dichte Pflanzung fördert zudem die Entstehung von Pilzkrankheiten durch mangelnde Luftzirkulation.

Nachdem der fechser im loch platziert wurde, füllt man die Zwischenräume vorsichtig mit feiner Erde auf. Es ist wichtig, dass kein Hohlraum um die Wurzel verbleibt, da dies das Anwachsen behindern würde. Man drückt die Erde leicht an und wässert die Stelle anschließend gründlich, um den Bodenschluss zu gewährleisten. Eine Markierung der Pflanzstellen hilft dabei, das Beet bis zum Austrieb der ersten Blätter sauber zu halten.

Das erste grün zeigt sich meist nach wenigen Wochen, je nach Bodentemperatur und Feuchtigkeit. Sobald die jungen Triebe sichtbar sind, beginnt die eigentliche Wachstumsphase, in der die Pflanze viel Energie benötigt. In dieser Zeit sollte man darauf achten, dass die zarten Keimlinge nicht von Unkraut überwuchert werden. Ein vorsichtiges Hacken um die Pflanzstelle fördert die Erwärmung des Bodens und regt das Wachstum an.

Standortwahl und bodenansprüche beim pflanzen Der Erfolg beim Meerrettichanbau steht und fällt mit der Wahl des richtigen Standortes im Garten. Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz, an dem sie über viele Stunden des Tages Licht bekommt. Der Boden sollte tiefgründig locker sein, da die Wurzeln eine beachtliche Länge erreichen können. Schwere Lehmböden sollten vor dem Pflanzen mit Sand und Kompost aufgebessert werden, um die Struktur zu lockern.

Da meerrettich eine mehrjährige Pflanze ist, sollte man sich gut überlegen, wo man ihn ansiedelt. Einmal etabliert, ist es schwierig, ihn komplett wieder aus einem Beet zu entfernen, da jedes Wurzelstück neu austreiben kann. Ein separater Bereich oder eine Ecke am Rand des Gemüsegartens ist oft die beste Wahl. Manche Gärtner nutzen auch große Pflanzkübel, um die Ausbreitung im Zaum zu halten, was jedoch die Wurzelgröße einschränken kann.

Die nährstoffverfügbarkeit im Boden sollte bereits vor dem Pflanzen sichergestellt werden. Eine gründliche Einarbeitung von reifem Mist oder Kompost im Herbst des Vorjahres schafft ideale Bedingungen. Meerrettich gilt als Starkzehrer und entzieht dem Boden während der langen Standzeit viele Mineralstoffe. Eine gute Vorbereitung des Beetes erspart spätere intensive Düngemaßnahmen und schont die Umwelt.

Staunässe ist der größte feind der jungen Meerrettichwurzeln und sollte unbedingt vermieden werden. Ein guter Wasserabzug ist lebensnotwendig, damit die Wurzeln im Boden nicht ersticken oder zu faulen beginnen. Falls der Gartenboden zu Verdichtungen neigt, kann ein Hochbeet eine hervorragende Alternative für den Meerrettichanbau darstellen. Dort ist der Boden meist lockerer und erwärmt sich im Frühjahr zudem schneller.

Alternative vermehrungsmethoden und tipps Neben der klassischen Vermehrung über Fechser gibt es auch die Möglichkeit, Meerrettich über Wurzelkopfstecklinge zu vermehren. Dabei wird das obere Ende einer geernteten Wurzel, an dem die Blattansätze sitzen, wieder in die Erde gesetzt. Diese Methode ist besonders einfach und funktioniert meist sehr zuverlässig, führt aber oft zu weniger gleichmäßigen Wurzeln als die Verwendung von Fechsern. Für den Hausgebrauch ist dies jedoch eine schnelle Methode, um den Bestand zu sichern.

Auch das teilen von älteren stöcken ist möglich, um neue Pflanzen zu gewinnen. Man gräbt einen bestehenden Horst vorsichtig aus und teilt den Wurzelstock in mehrere Stücke, die jeweils mindestens eine Knospe besitzen sollten. Diese Teilstücke werden dann an einem neuen Standort wieder eingepflanzt. Dies empfiehlt sich besonders dann, wenn die alte Pflanze zu groß geworden ist oder an Vitalität verliert.

Wer keine eigenen fechser hat, kann diese im spezialisierten Gartenfachhandel oder bei Bio-Bauern erwerben. Es lohnt sich, auf gesunde und kräftige Ausgangsware zu achten, um Krankheiten im eigenen Garten zu vermeiden. Gekaufte Fechser sollten vor dem Einpflanzen kurz in Wasser gelegt werden, um ihre Zellspannung zu erhöhen. Dies gibt ihnen einen kleinen Startvorteil nach dem Einsetzen in die trockene Erde.

Man sollte stets daran denken, dass meerrettich ein Überlebenskünstler ist. Selbst wenn man meint, alle Wurzeln geerntet zu haben, tauchen im nächsten Jahr oft neue Pflanzen auf. Diese natürliche Regenerationskraft macht ihn zu einer sehr dankbaren Kultur für jeden Gärtner. Mit ein wenig Planung und der richtigen Technik wird die Vermehrung zum Kinderspiel.