Das erfolgreiche pflanzen und die gezielte vermehrung dieser drachenbaumart sind spannende aufgaben für jeden hobbygärtner, der seine sammlung erweitern möchte. Es erfordert zwar etwas geduld und die richtige technik, doch die erfolgserlebnisse sind bei dieser robusten pflanze fast garantiert. Du kannst entweder durch stecklinge neue exemplare herstellen oder deine bestehende pflanze durch einen fachgerechten umtopfvorgang stärken. In diesem artikel erfährst du alles wissenswerte über die besten methoden und den idealen zeitpunkt für diese wichtigen schritte.
Die wahl des gefäßes und der erde
Bevor du mit dem pflanzen beginnst, musst du ein passendes gefäß auswählen, das der größe deiner pflanze entspricht. Ein zu großer topf führt oft dazu, dass die erde zu lange nass bleibt, was die wurzeln schädigen kann. Wähle lieber ein gefäß, das nur etwa zwei bis drei zentimeter breiter ist als der aktuelle wurzelballen. Das material des topfes spielt ebenfalls eine rolle für den wasserhaushalt und die atmungsaktivität.
Tontöpfe sind sehr beliebt, da sie überschüssige feuchtigkeit durch ihre wände verdunsten lassen und so staunässe vorbeugen. Kunststofftöpfe hingegen speichern die feuchtigkeit länger, was bei trockener raumluft ein vorteil sein kann, aber mehr vorsicht beim gießen erfordert. Wichtig ist in jedem fall, dass der topf über ausreichend große abzugslöcher verfügt. Ohne diese löcher kann das wasser nicht abfließen, was unweigerlich zu fäulnisprozessen führt.
Die erde sollte eine spezielle mischung sein, die sowohl strukturstabil als auch nährstoffreich ist. Du kannst eine hochwertige zimmerpflanzenerde verwenden und diese mit etwas sand oder kies auflockern. Eine gute drainage-schicht aus blähton oder grobem kies am boden des topfes ist absolut empfehlenswert. Diese schicht verhindert, dass die wurzeln direkt im wasser stehen, falls du einmal zu viel gegossen hast.
Achte beim befüllen darauf, dass keine hohlräume im topf entstehen, die die wurzeln austrocknen lassen könnten. Drücke die erde vorsichtig mit den fingern fest, aber vermeide es, sie zu stark zu verdichten. Die wurzeln benötigen einen gewissen anteil an luftporen, um gesund atmen und wachsen zu können. Eine gut vorbereitete pflanzumgebung ist die halbe miete für ein schnelles anwachsen und gedeihen.
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Der prozess des umtopfens
Der beste zeitpunkt für das umtopfen deiner pflanze ist das frühe frühjahr, wenn die neue wachstumsperiode beginnt. Du merkst, dass es zeit ist, wenn die wurzeln bereits aus den abzugslöchern wachsen oder die pflanze den topf fast sprengt. Bereite alle materialien vor, damit der vorgang zügig abläuft und die wurzeln nicht zu lange an der luft liegen. Ein vorsichtiger umgang ist hierbei entscheidend, um den stress für die pflanze zu minimieren.
Nimm die pflanze vorsichtig aus ihrem alten gefäß, indem du den topf leicht zusammendrückst oder gegen die seiten klopfst. Schüttle die alte erde behutsam von den wurzeln ab, ohne die feinen haarwurzeln dabei zu verletzen. Wenn du vertrocknete oder matschige wurzelteile entdeckst, schneide diese mit einer scharfen, sauberen schere ab. Ein gesunder wurzelballen sollte hell und kräftig aussehen, was auf eine gute vitalität hinweist.
Setze die pflanze nun mittig in den neuen topf und fülle die ränder gleichmäßig mit frischem substrat auf. Die pflanztiefe sollte in etwa der alten tiefe entsprechen, damit der stamm nicht zu tief in der erde vergraben wird. Ein zu tiefer sitz kann dazu führen, dass der stammansatz fault, besonders wenn das wasser dort länger stehen bleibt. Klopfe den topf zwischendurch leicht auf den boden, damit sich die erde gut zwischen den wurzeln verteilt.
Nach dem umtopfen solltest du die pflanze mäßig angießen, um den kontakt zwischen wurzeln und erde herzustellen. Stelle sie für die nächsten zwei wochen an einen hellen platz ohne direkte sonneneinstrahlung, damit sie sich regenerieren kann. Düngen ist in den ersten sechs bis acht wochen nach dem umtopfen nicht notwendig, da das frische substrat bereits genügend nährstoffe enthält. Beobachte in dieser phase genau, wie die pflanze auf die veränderung reagiert.
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Vermehrung durch kopfstecklinge
Die vermehrung durch kopfstecklinge ist die gängigste und erfolgreichste methode, um neue pflanzen zu gewinnen. Du benötigst dafür einen gesunden trieb, den du mit einem scharfen messer unterhalb eines blattknotens abschneidest. Der steckling sollte etwa zehn bis fünfzehn zentimeter lang sein und über mehrere blätter verfügen. Entferne die untersten blätter, damit diese später nicht in der erde oder im wasser verfaulen.
Es ist ratsam, die schnittstelle für einige stunden an der luft antrocknen zu lassen, bevor du den steckling weiterverarbeitest. Dies verhindert, dass krankheitserreger direkt in das offene gewebe eindringen und fäulnis verursachen. Du kannst die schnittstelle auch kurz in bewurzelungspulver tauchen, um den prozess zu beschleunigen und die wurzelbildung anzuregen. Danach hast du die wahl zwischen einer bewurzelung in wasser oder direkt in einem speziellen anzuchtsubstrat.
Wenn du dich für die wassermethode entscheidest, stelle den steckling in ein dunkles glas mit kalkfreiem wasser. Das dunkle glas verhindert das algenwachstum und simuliert die dunkle umgebung im boden, was die wurzeln bevorzugen. Wechsle das wasser alle paar tage aus, um es frisch und sauerstoffreich zu halten. Sobald die wurzeln einige zentimeter lang sind, kann der steckling vorsichtig in erde eingepflanzt werden.
Bei der direkten pflanzung in substrat solltest du eine mischung aus sand und torf verwenden, die sehr locker ist. Halte die erde gleichmäßig feucht, aber niemals klatschnass, damit der kleine steckling nicht fault. Eine plastikhaube über dem topf kann die luftfeuchtigkeit erhöhen und die bewurzelung zusätzlich fördern. Lüfte die haube jedoch täglich, um schimmelbildung durch zu viel angestaute feuchtigkeit zu vermeiden.
Etablierung der jungpflanzen
Sobald deine neuen stecklinge erste wurzeln gebildet haben und fest in der erde sitzen, beginnt die phase der etablierung. Diese jungen pflanzen sind anfangs noch sehr empfindlich gegenüber direktem sonnenlicht und starken temperaturschwankungen. Du solltest sie daher an einem sehr hellen, aber geschützten ort platzieren, wo sie sich langsam entwickeln können. Die luftfeuchtigkeit sollte in dieser zeit besonders hoch gehalten werden, um das wachstum zu unterstützen.
Das erste neue blatt ist ein sicheres zeichen dafür, dass die bewurzelung erfolgreich abgeschlossen wurde und die pflanze nährstoffe aufnimmt. Du kannst nun langsam damit beginnen, die jungpflanze an normale raumbedingungen zu gewöhnen, falls sie unter einer haube stand. Reduziere die luftfeuchtigkeit schrittweise über mehrere tage, damit der schock nicht zu groß für das junge gewebe ist. Ein vorsichtiger umgang zahlt sich hier langfristig durch gesunde pflanzen aus.
Mit dem düngen solltest du warten, bis die jungpflanze ein deutlich sichtbares wachstum zeigt und mehrere neue blätter gebildet hat. Verwende anfangs nur eine sehr schwache konzentration eines flüssigdüngers, um die jungen wurzeln nicht zu schädigen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie aus einem kleinen steckling innerhalb weniger monate eine eigenständige pflanze heranwächst. Die pflege entspricht ab diesem zeitpunkt der einer ausgewachsenen pflanze, wobei du immer ein auge auf die bodenfeuchte haben solltest.
Sei nicht enttäuscht, wenn nicht jeder steckling sofort anwächst, da dies ein natürlicher prozess ist. Manchmal braucht die natur einfach etwas länger oder die bedingungen waren nicht ganz optimal für den kleinen trieb. Probiere es einfach erneut und lerne aus den beobachtungen, die du beim ersten mal gemacht hast. Die vermehrung der weißrandigen drachenbäume ist eine wunderbare möglichkeit, dein grünes wissen zu vertiefen und freunden ein schönes geschenk zu bereiten.