Das Pflanzen und die gezielte Vermehrung der Efeutute gehören zu den spannendsten Aufgaben für jeden begeisterten Zimmergärtner. Da diese Pflanze äußerst regenerationsfähig ist, gelingt die Aufzucht neuer Exemplare selbst Anfängern ohne große Schwierigkeiten. Durch das richtige Vorgehen beim Einsetzen und die Wahl der passenden Methode zur Vermehrung kannst du schnell eine ganze Sammlung aufbauen. In diesem Leitfaden erfährst du alles Wichtige, um deine Efeutute erfolgreich zu vermehren und ihr den perfekten Start im neuen Topf zu ermöglichen.

Efeutute
Epipremnum aureum
pflegeleicht
Französisch-Polynesien
Immergrüne Kletterpflanze
Umgebung & Klima
Lichtbedarf
Hell indirektes Licht
Wasserbedarf
Wenn Substrat oberflächlich trocken
Luftfeuchtigkeit
Mäßig bis hoch
Temperatur
Warm (18-24°C)
Frosttoleranz
Frostempfindlich (10°C)
Überwinterung
Innenraum (18-22°C)
Wachstum & Blüte
Höhe
100-300 cm
Breite
30-100 cm
Wachstum
Schnell
Schnitt
Jederzeit möglich
Blütekalender
Keine - Keine
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M
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Boden & Pflanzung
Bodenansprüche
Durchlässige Universalerde
Boden-pH
Leicht sauer (6.0-6.5)
Nährstoffbedarf
Mäßig (zweiwöchentlich im Sommer)
Idealer Standort
Ampel oder Moosstab
Merkmale & Gesundheit
Zierwert
Panaschiertes Laub
Laubwerk
Herzförmige Blätter
Duft
Keine
Toxizität
Giftig für Haustiere und Menschen
Schädlinge
Wollläuse, Spinnmilben
Vermehrung
Stecklinge

Beim Pflanzen einer Efeutute ist die Wahl des Gefäßes der erste entscheidende Faktor für einen gesunden Wuchs. Du solltest unbedingt ein Gefäß mit Abflussloch wählen, damit überschüssiges Gießwasser problemlos entweichen kann und keine Staunässe entsteht. Das Material des Topfes, ob Kunststoff oder Terrakotta, beeinflusst zudem, wie schnell das Substrat zwischen den Wassergaben wieder abtrocknet. Ein Kunststofftopf speichert die Feuchtigkeit länger, während Terrakotta durch seine Poren Wasser verdunsten lässt und so für eine bessere Belüftung der Wurzeln sorgt.

Bevor du die Pflanze in den Topf setzt, solltest du eine Drainageschicht am Boden vorbereiten, die das Substrat vor Verdichtung schützt. Hierfür eignen sich Materialien wie Blähton, Tonscherben oder grober Kies, die eine Barriere zwischen Erde und Topfboden bilden. Diese Schicht stellt sicher, dass die empfindlichen Wurzeln niemals direkt im Wasser stehen, selbst wenn du es einmal zu gut mit dem Gießen meinst. Erst über diese Drainage füllst du eine erste Schicht deines vorbereiteten, lockeren Substrats ein, um das Fundament zu legen.

Helena
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Das Einsetzen der Pflanze sollte mit viel Fingerspitzengefühl geschehen, damit die feinen Wurzeln nicht geknickt oder abgerissen werden. Platziere die Efeutute so im Topf, dass sie etwa auf der gleichen Höhe sitzt wie zuvor in ihrem alten Behälter oder Anzuchtgefäß. Fülle die Hohlräume vorsichtig mit Erde auf und drücke diese nur leicht an, um eine gute Verbindung zum Wurzelsystem herzustellen. Ein abschließendes, vorsichtiges Wässern hilft der Erde, sich zu setzen und schließt größere Lufthohlräume im Wurzelbereich effektiv.

Die klassische Vermehrung durch Stecklinge

Die Vermehrung durch Kopf- oder Stammstecklinge ist die gängigste und sicherste Methode, um neue Pflanzen aus deiner Mutterpflanze zu ziehen. Du suchst dir dafür einen gesunden Trieb aus und schneidest ihn mit einem scharfen, sauberen Messer unterhalb eines Knotens ab. An diesen Knotenpunkten befinden sich die Anlagen für die Luftwurzeln, aus denen später das neue Wurzelsystem entstehen wird. Ein Steckling sollte idealerweise zwei bis drei Blätter besitzen, um genügend Energie für die Wurzelbildung durch Photosynthese zu generieren.

Sobald du die Stecklinge geschnitten hast, hast du die Wahl zwischen der Bewurzelung in Wasser oder direkt in einem Anzuchtsubstrat. Die Wassermethode ist besonders beliebt, da du den Fortschritt der Wurzelbildung täglich durch das Glas beobachten kannst. Stelle die Stecklinge in ein Gefäß mit zimmerwarmem Wasser und achte darauf, dass keine Blätter unter die Wasseroberfläche geraten. An einem hellen, warmen Ort ohne direkte Sonne entwickeln sich meist schon nach ein bis zwei Wochen die ersten weißen Wurzelspitzen.

Wenn die Wurzeln eine Länge von etwa drei bis fünf Zentimetern erreicht haben, sind sie bereit für den Umzug in die Erde. Zu langes Warten im Wasser kann dazu führen, dass die Wurzeln sich zu sehr an die flüssige Umgebung anpassen und später in der Erde Schwierigkeiten haben. Verwende für den ersten Topf eine eher nährstoffarme Anzuchterde, um die jungen Wurzeln nicht zu verbrennen und sie zur weiteren Suche nach Nährstoffen anzuregen. Drücke die Erde sanft um den Steckling fest und halte das Substrat in der ersten Zeit gleichmäßig leicht feucht.

Falls du dich für die direkte Bewurzelung in Erde entscheidest, solltest du die Schnittstelle des Stecklings kurz antrocknen lassen, um Fäulnis zu vermeiden. Du kannst den Steckling dann direkt in kleine Töpfe mit einem Gemisch aus Torfersatz und Sand stecken und leicht andrücken. Eine übergestülpte Plastiktüte oder ein kleines Zimmergewächshaus erhöht die Luftfeuchtigkeit und verbessert die Anwuchsraten in den ersten kritischen Tagen erheblich. Achte jedoch auf regelmäßiges Lüften, damit sich unter der Abdeckung kein Schimmel bildet und die Stecklinge gesund bleiben.

Bewurzelung im Wasserglas optimieren

Die Bewurzelung im Wasser ist nicht nur funktional, sondern kann in schönen Glasgefäßen auch äußerst dekorativ in deiner Wohnung wirken. Damit der Prozess reibungslos verläuft, solltest du das Wasser etwa alle drei bis fünf Tage gegen frisches, abgestandenes Wasser austauschen. Dies verhindert die Vermehrung von Bakterien und sorgt für einen ausreichend hohen Sauerstoffgehalt, den die jungen Wurzeln zum Atmen benötigen. Ein kleiner Brocken Holzkohle im Wasser kann zusätzlich dabei helfen, das Wasser länger frisch zu halten und Fäulnisprozesse zu unterdrücken.

Der Standort des Wasserglases sollte warm sein, da Wärme die Zellteilung und somit das Wurzelwachstum maßgeblich beschleunigt. Temperaturen um die 20 bis 22 Grad Celsius sind ideal für die meisten Efeututen-Arten, um schnell neue Wurzeln zu treiben. Achte jedoch darauf, dass das Glas nicht direkt auf einer heißen Heizung steht, da das Wasser sonst zu warm werden könnte und die Stecklinge schädigt. Indirektes Licht ist vollkommen ausreichend, da die Wurzeln selbst kein Licht für ihre Entwicklung benötigen, die Blätter hingegen schon.

Manchmal kann es vorkommen, dass ein Steckling im Wasserglas einfach nicht wurzeln will oder sogar anfängt matschig zu werden. In diesem Fall solltest du den betroffenen Steckling sofort entfernen und den Trieb bis in das gesunde Gewebe zurückschneiden, bevor du es erneut versuchst. Oft hilft es auch, das Gefäß gründlich zu reinigen, um eventuelle Krankheitserreger zu eliminieren, bevor neue Stecklinge eingesetzt werden. Geduld ist hier der Schlüssel zum Erfolg, da jeder Steckling seine eigene Zeit braucht, um sich an die neue Situation anzupassen.

Sobald sich ein dichtes Geflecht aus Primär- und Sekundärwurzeln gebildet hat, ist der optimale Zeitpunkt für die Einpflanzung in das finale Substrat gekommen. Du wirst bemerken, dass die im Wasser gezogenen Wurzeln oft etwas spröder sind als jene, die direkt in der Erde gewachsen sind. Gehe daher beim ersten Eintopfen besonders vorsichtig vor und vermeide es, die Wurzeln fest in die Erde zu pressen. Eine gute Starthilfe nach dem Einpflanzen ist das Angießen mit einer sehr schwachen Lösung aus Bewurzelungshilfe, falls du den Prozess zusätzlich unterstützen möchtest.

Das Einpflanzen der jungen Ableger

Nachdem deine Stecklinge erfolgreich Wurzeln geschlagen haben, beginnt die Phase der Etablierung in ihrem neuen Zuhause. Wähle für den Anfang eher kleinere Töpfe, da junge Pflanzen in großen Gefäßen oft mit dem Überschuss an Feuchtigkeit in der Erde überfordert sind. Ein kleiner Topf erlaubt es dir, das Gießverhalten besser zu kontrollieren und sorgt dafür, dass die Erde schneller wieder abtrocknet. Sobald der Ballen vollständig durchwurzelt ist, kannst du die Pflanze in ein größeres Gefäß umsetzen, um ihr mehr Raum für Wachstum zu geben.

Die ersten Wochen nach dem Einpflanzen sind entscheidend dafür, wie gut sich die junge Efeutute an das Leben im Substrat gewöhnt. Halte die Erde konstant leicht feucht, aber vermeide es, sie komplett zu durchnässen, damit die frischen Wurzeln nicht ersticken. Du wirst sehen, dass die Pflanze nach einer kurzen Ruhephase anfängt, neue Blätter aus der Triebspitze zu schieben, was ein sicheres Zeichen für das Anwachsen ist. In dieser Phase benötigt die Pflanze viel Licht, aber weiterhin keine direkte Bestrahlung durch die Sonne, um die zarten Blätter zu schonen.

Du kannst auch mehrere bewurzelte Stecklinge zusammen in einen Topf pflanzen, um von Anfang an ein buschiges und volles Erscheinungsbild zu erzielen. Setze die Stecklinge kreisförmig in den Topf und lasse in der Mitte etwas Platz für einen späteren Moosstab oder eine andere Kletterhilfe. Durch die Kombination verschiedener Stecklinge erzeugst du sofort eine optische Dichte, die sonst erst nach Monaten des Wachstums entstehen würde. Achte dabei darauf, dass jeder Steckling genug Platz hat, um seine eigenen Wurzeln im Substrat auszubreiten.

Sobald die jungen Pflanzen stabil wachsen, kannst du mit einer sehr vorsichtigen Düngung beginnen, um den Aufbau neuer Blattmasse zu unterstützen. Nutze hierfür einen flüssigen Zimmerpflanzendünger in halber Konzentration, um die jungen Wurzeln nicht mit Salzen zu überlasten. Mit der Zeit werden die Triebe immer länger, und du kannst entscheiden, ob du sie klettern oder dekorativ herabhängen lassen möchtest. Deine selbst gezogene Efeutute ist nun bereit, als eigenständiges Exemplar deine Räume zu verschönern und vielleicht bald selbst als Mutterpflanze für neue Stecklinge zu dienen.

Häufig gestellte Fragen