Die richtige versorgung mit wasser und nährstoffen ist die größte herausforderung bei der pflege des weihnachtssterns und entscheidet oft über leben und tod der pflanze. Viele fehler, die zum vorzeitigen blattverlust führen, sind auf eine falsche bewässerungstechnik oder eine überdüngung zurückzuführen. Man muss verstehen, dass diese pflanze weder austrocknen noch im wasser stehen darf, was ein hohes maß an aufmerksamkeit erfordert. Wer die bedürfnisse der wurzeln richtig deutet, schafft die basis für eine gesunde und langlebige blütenpracht.
Die richtige bewässerungstechnik
Beim gießen des weihnachtssterns ist weniger oft mehr, solange eine gewisse grundfeuchtigkeit erhalten bleibt. Die bewährteste methode ist das sogenannte tauchbad, bei dem der gesamte wurzelballen kurz in wasser getaucht wird. Man wartet dabei so lange, bis keine luftblasen mehr aufsteigen, was signalisiert, dass das substrat komplett gesättigt ist. Danach muss man die pflanze jedoch unbedingt gut abtropfen lassen, bevor sie zurück in den übertopf gestellt wird.
Staunässe ist die häufigste todesursache für diese pflanzenart, da sie die wurzeln innerhalb kürzester zeit zum faulen bringt. Man sollte nach jedem gießen kontrollieren, ob sich wasser im übertopf oder untersetzer gesammelt hat und dieses sofort entfernen. Die wurzeln benötigen sauerstoff, und stehendes wasser verdrängt die luft aus den bodenporen. Ein trockenes gefühl an der oberfläche der erde bedeutet nicht zwangsläufig, dass die pflanze schon wieder wasser benötigt.
Die fingerprobe ist ein einfaches, aber sehr effektives mittel, um den tatsächlichen wasserbedarf festzustellen. Man steckt den finger etwa zwei zentimeter tief in das substrat, um die feuchtigkeit im inneren zu prüfen. Erst wenn sich die erde in dieser tiefe trocken anfühlt, ist es zeit für die nächste wassergabe. Mit der zeit entwickelt man ein gefühl für das gewicht des topfes, das ebenfalls aufschluss über den wassergehalt gibt.
Ein austrocknen des ballens sollte man jedoch ebenso strikt vermeiden, da die pflanze darauf sofort mit dem abwurf der unteren blätter reagiert. Wenn die blätter schlaff herunterhängen, ist es meist schon höchste eisenbahn für eine rettende wassergabe. In einem solchen fall hilft meist nur noch ein ausgiebiges tauchbad, um das substrat wieder vollständig zu reaktivieren. Regelmäßigkeit und kontrolle sind hier die wichtigsten faktoren für einen dauerhaften erfolg.
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Wasserqualität und temperatur
Das wasser zum gießen sollte immer zimmertemperatur haben, um den empfindlichen tropenbewohner nicht zu erschrecken. Eiskaltes wasser aus der leitung kann einen kälteschock an den wurzeln verursachen, was die wasseraufnahme blockiert. Man lässt die gießkanne am besten über nacht stehen, damit sich das wasser an die raumtemperatur anpassen kann. Dies hat zudem den vorteil, dass eventuell vorhandenes chlor entweichen kann.
Die pflanze bevorzugt weiches, kalkarmes wasser, da ein zu hoher kalkgehalt den ph-wert der erde ungünstig beeinflussen kann. Regenwasser ist die natürlichste und beste wahl, sofern man die möglichkeit hat, es zu sammeln. Alternativ kann man herkömmliches leitungswasser mit einem filter entkalken oder es zumindest längere zeit stehen lassen. Ein optimaler ph-wert im wurzelbereich sorgt dafür, dass alle nährstoffe problemlos aufgenommen werden können.
Kalkflecken auf den blättern sehen nicht nur unschön aus, sondern können auch die atmung der pflanze beeinträchtigen. Wenn man die pflanze besprüht, um die luftfeuchtigkeit zu erhöhen, ist kalkfreies wasser daher ein absolutes muss. Destilliertes wasser, gemischt mit einem kleinen teil leitungswasser, ist hierfür ebenfalls eine gute lösung. Man sollte immer darauf achten, dass die pflanze nicht in der prallen sonne steht, wenn die blätter noch feucht sind.
In den wintermonaten verdunstet die pflanze aufgrund der geringeren lichtintensität weniger wasser als im sommer. Man muss seine gießgewohnheiten daher an die jahreszeit anpassen und die mengen entsprechend reduzieren. Während des sommeraufenthalts im freien hingegen kann der wasserbedarf an heißen tagen enorm ansteigen. Ein aufmerksamer gärtner beobachtet das wetter und die pflanze täglich, um die wassermenge optimal zu dosieren.
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Nährstoffbedarf während der wachstumsphase
Nach der blütezeit und dem rückschnitt im frühjahr beginnt für den weihnachtsstern die wichtigste wachstumsphase. In dieser zeit benötigt das gewächs regelmäßig nährstoffe, um kräftige neue triebe und sattes grünes laub zu bilden. Ein hochwertiger volldünger für zimmerpflanzen ist hierfür meist völlig ausreichend und liefert alle notwendigen elemente. Man sollte mit der düngung beginnen, sobald sich der erste neue austrieb deutlich zeigt.
Eine wöchentliche gabe von flüssigdünger im gießwasser hat sich während der sommermonate sehr bewährt. Man sollte jedoch immer darauf achten, niemals auf staubtrockene erde zu düngen, da die wurzeln sonst verbrennen könnten. Es ist ratsam, die pflanze erst leicht mit klarem wasser anzugießen und erst danach die düngerlösung zu verabreichen. So werden die nährstoffe gleichmäßig verteilt und schonend von den wurzeln aufgenommen.
Stickstoff ist in dieser phase besonders wichtig, da er das wachstum von stängeln und blättern massiv fördert. Ein mangel an nährstoffen zeigt sich oft durch kleine, helle blätter und einen sehr schwachen, sparrigen wuchs. Die pflanze wirkt dann insgesamt unvital und wird im winter nicht genügend kraft für eine schöne färbung haben. Eine kontinuierliche versorgung ist daher der schlüssel zu einer kräftigen pflanzenstruktur.
Man kann auch langzeitdünger in form von stäbchen oder granulat verwenden, was die pflege im sommer deutlich vereinfacht. Diese geben die nährstoffe über einen zeitraum von mehreren monaten gleichmäßig an das substrat ab. Dennoch sollte man ab und zu kontrollieren, ob die wirkung noch anhält, besonders bei starkem regen im freien. Für die gezielte steuerung der entwicklung ist flüssigdünger jedoch oft die präzisere wahl.
Düngung während der hochblüte
Sobald sich die hochblätter im herbst zu färben beginnen, ändern sich die nährstoffbedürfnisse der pflanze grundlegend. Man sollte nun den stickstoffgehalt reduzieren und eher auf kalium- und phosphorbetonte dünger setzen. Kalium stärkt das gewebe und erhöht die widerstandskraft gegen kälte und krankheiten in der dunklen jahreszeit. Phosphor hingegen unterstützt die bildung und die farbintensität der prachtvollen brakteen.
Viele profis stellen die düngung während der eigentlichen blütezeit im dezember fast vollständig ein. Da die pflanze in dieser phase kaum noch neue masse produziert, reichen die gespeicherten nährstoffe meist völlig aus. Eine übermäßige düngung zu diesem zeitpunkt könnte sogar schädlich sein und zu einer schnelleren alterung der blüten führen. Man lässt der natur in diesen wochen am besten ihren lauf und konzentriert sich auf die wasserzufuhr.
Wenn man merkt, dass die farbe der hochblätter nicht so intensiv ist wie gewünscht, kann eine letzte schwache düngergabe helfen. Hierbei sollte man jedoch nur die hälfte der empfohlenen konzentration verwenden, um kein risiko einzugehen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die farbe primär durch das licht und nicht durch den dünger gesteuert wird. Der dünger liefert lediglich die energetische basis für die ausprägung der pigmente.
Nach dem kauf einer neuen pflanze im laden sollte man mit dem düngen mindestens vier bis sechs wochen warten. Die meisten gewächse aus dem handel sind bereits optimal mit langzeitdünger versorgt und benötigen vorerst keine weiteren zusätze. Eine zu frühe düngung würde die salzkonzentration im topf nur unnötig erhöhen und die wurzeln belasten. Geduld ist auch hier ein wichtiger teil der professionellen pflanzenpflege.
Anzeichen von fehlern bei der versorgung
Gelbe blätter, die nach und nach abfallen, sind oft ein sicheres zeichen für eine übermäßige bewässerung und beginnende wurzelfäule. In diesem stadium ist die erde meist matschig und verströmt einen leicht muffigen geruch. Man sollte sofort das gießen einstellen und die pflanze gegebenenfalls in trockenes substrat umtopfen, um zu retten, was noch zu retten ist. Dabei müssen alle fauligen, braunen wurzelteile mit einer sauberen schere entfernt werden.
Trockene, braune blattränder hingegen deuten meist auf eine zu niedrige luftfeuchtigkeit oder einen völlig ausgetrockneten wurzelballen hin. Auch eine überdüngung kann ähnliche symptome hervorrufen, da die salze im boden das wasser aus den wurzeln ziehen. Wenn man den verdacht einer überdüngung hat, sollte man das substrat gründlich mit kalkfreiem wasser durchspülen. Dies wäscht überschüssige nährstoffsalze aus und gibt den wurzeln die chance zur regeneration.
Wenn die pflanze insgesamt kümmert und kaum neue blätter bildet, liegt meist ein allgemeiner nährstoffmangel vor. Die blätter wirken dann oft blass und die abstände zwischen den blattknoten werden unnatürlich lang. Ein wechsel des standorts zu mehr licht und eine regelmäßige düngung können hier wunder wirken. Man sollte jedoch keine wunder über nacht erwarten, da die pflanze zeit braucht, um ihren stoffwechsel umzustellen.
Ein plötzlicher abwurf von grünen blättern ist fast immer auf kalte zugluft oder einen krassen temperaturschock zurückzuführen. Hierbei handelt es sich um eine schutzreaktion der pflanze, die jedoch oft das optische aus bedeutet. Man kann in diesem fall nur die ursache abstellen und hoffen, dass die pflanze aus den achselknospen neu austreibt. Vorbeugung durch einen geschützten standort bleibt die beste strategie gegen solche schäden.