Die erfolgreiche pflanzung der süßkartoffel beginnt mit der entscheidung, ob man fertige jungpflanzen kauft oder die vermehrung selbst in die hand nimmt. Da die süßkartoffel in unseren breitengraden keine samen bildet, erfolgt die vermehrung ausschließlich vegetativ über stecklinge oder knollenstücke. Diese methode garantiert, dass die neuen pflanzen exakt die gleichen eigenschaften wie die mutterpflanze besitzen. Der ideale zeitpunkt für den start der vermehrung ist der späte winter, um bis zum frühjahr kräftige jungpflanzen zu ziehen.
Für die eigene anzucht benötigst du eine gesunde, unbehandelte knolle aus biologischem anbau, die du im fachhandel oder im bioladen erwerben kannst. Es gibt zwei gängige methoden: das antreiben im wasserglas oder das einlegen in eine schale mit feuchter erde. Bei der wassermethode wird die knolle zur hälfte in wasser gestellt, woraufhin sich nach kurzer zeit wurzeln und triebe bilden. Sobald die triebe eine länge von etwa zehn bis fünfzehn zentimetern erreicht haben, können sie vorsichtig von der knolle abgebrochen werden.
Die stecklinge werden anschließend in ein glas mit frischem wasser gestellt, bis sie eigene wurzeln entwickelt haben, was meist nur wenige tage dauert. Alternativ können die triebe auch direkt in kleine töpfe mit anzuchterde gesteckt werden, wobei eine hohe luftfeuchtigkeit die wurzelbildung begünstigt. Es ist wichtig, die jungen pflanzen an einem sehr hellen und warmen ort aufzuziehen, damit sie nicht vergeilen. Ein sonniges fensterbrett oder ein beheiztes gewächshaus sind für diesen zweck hervorragend geeignet.
Bevor die selbst gezogenen pflanzen ins freiland dürfen, müssen sie schrittweise an die bedingungen im freien gewöhnt werden. Dieser prozess des abhärtens dauert etwa eine woche und verhindert einen pflanzschock durch direkte sonne oder wind. Stelle die töpfe tagsüber für einige stunden nach draußen und hole sie nachts wieder ins warme haus. Sobald keine gefahr durch nachtfröste mehr besteht, sind die jungpflanzen bereit für ihren endgültigen platz im gartenbeet.
Vorbereitung des pflanzplatzes
Der boden für die süßkartoffel sollte tiefgründig gelockert und frei von großen steinen oder wurzelresten anderer pflanzen sein. Eine gute struktur ermöglicht es den knollen, sich ohne widerstand auszudehnen und eine gleichmäßige form zu entwickeln. Du kannst den boden verbessern, indem du reifen kompost oder gut verrotteten mist oberflächlich einarbeitest. Dies liefert nicht nur nährstoffe, sondern erhöht auch die fähigkeit des bodens, wärme und feuchtigkeit zu speichern.
Weitere Artikel zu diesem Thema
Das anlegen von pflanzdämmen hat sich in der praxis sehr bewährt, da sich die erde in erhöhten beeten schneller erwärmt. Diese dämme sollten etwa zwanzig bis dreißig zentimeter hoch sein und einen abstand von etwa sechzig zentimetern zueinander haben. Durch die erhöhte position wird zudem die entwässerung verbessert, was fäulnisprobleme bei langanhaltenden regenfällen deutlich reduziert. In schweren böden ist diese methode fast schon eine voraussetzung für einen erfolgreichen anbau dieser kultur.
Die verwendung von mulchfolie auf den dämmen kann das wachstum der süßkartoffel zusätzlich beschleunigen und den pflegeaufwand senken. Die schwarze folie absorbiert die sonnenstrahlung und gibt die wärme direkt an das wurzelsystem der pflanzen weiter. Zudem wird die verdunstung minimiert, sodass die bodenfeuchtigkeit unter der folie deutlich konstanter bleibt als im offenen boden. Achte darauf, die folie fest am boden zu verankern, damit sie nicht von starken windböen davongetragen wird.
Bevor du die stecklinge setzt, solltest du das beet gründlich wässern, damit die erde im inneren des dammes bereits feucht ist. Ein trockener boden zum zeitpunkt der pflanzung kann dazu führen, dass die jungen wurzeln sofort austrocknen und die pflanze abstirbt. Es ist hilfreich, die pflanzlöcher bereits vorzubereiten und gegebenenfalls eine handvoll speziellen dünger in jedes loch zu geben. So schaffst du die besten startbedingungen für ein zügiges anwachsen und eine gesunde entwicklung deiner kultur.
Der eigentliche pflanzvorgang
Beim setzen der stecklinge ist darauf zu achten, dass mindestens zwei blattknoten unter der erdoberfläche liegen, da sich hier die neuen wurzeln bilden. Die pflanze sollte schräg in den boden gesetzt werden, um die kontaktfläche zur warmen oberflächenerde zu vergrößern. Drücke die erde vorsichtig, aber fest um den stängel an, damit keine hohlräume entstehen, die die wurzelbildung behindern könnten. Nach dem setzen muss jede pflanze einzeln und großzügig angegossen werden, um einen guten bodenschluss zu gewährleisten.
Weitere Artikel zu diesem Thema
Der ideale pflanzabstand innerhalb der reihe liegt bei etwa dreißig bis vierzig zentimetern, damit jede pflanze genügend platz zur entfaltung hat. Da die süßkartoffel sehr starkwüchsig ist, füllt sie die lücken zwischen den pflanzen innerhalb weniger wochen vollständig aus. Ein zu enger stand führt zu gegenseitiger beschattung und kann die bildung der wertvollen knollen negativ beeinflussen. Gib den pflanzen den raum, den sie benötigen, um ihre volle produktivität zu erreichen.
Es ist ratsam, die pflanzung an einem bedeckten tag oder in den späten abendstunden durchzuführen, um den verdunstungsstress zu minimieren. Die junge pflanze verliert über ihre blätter wasser, kann aber über die noch nicht etablierten wurzeln kaum feuchtigkeit aufnehmen. Eine leichte schattierung für die ersten zwei bis drei tage kann sehr hilfreich sein, falls die sonne doch sehr intensiv brennt. Mit ein wenig fingerspitzengefühl beim pflanzen legst du den grundstein für eine reiche ernte im herbst.
Solltest du dich für die pflanzung in kübeln entscheiden, wähle gefäße mit einem volumen von mindestens zwanzig litern pro pflanze. Achte auf ausreichende abzugslöcher am boden des topfes, um staunässe unbedingt zu vermeiden, die die wurzeln schädigen könnte. Eine mischung aus hochwertiger kübelpflanzenerde und etwas sand bietet die ideale basis für den anbau auf dem balkon oder der terrasse. Auch hier gilt: je wärmer und sonniger der standort, desto besser entwickeln sich die knollen im gefäß.
Nachsorge und erste wachstumsphase
In den ersten zwei wochen nach der pflanzung ist die regelmäßige kontrolle der bodenfeuchtigkeit die wichtigste aufgabe des gärtners. Die stecklinge brauchen eine konstante versorgung mit wasser, um neue wurzeln zu bilden und die ersten triebe zu schieben. Vermeide es jedoch, den boden völlig zu durchnässen, da sauerstoffmangel die wurzelentwicklung hemmen kann. Sobald du neues blattwachstum erkennst, ist das ein sicheres zeichen dafür, dass die pflanze erfolgreich angewachsen ist.
Falls einige stecklinge nicht anwachsen sollten, ist es sinnvoll, rechtzeitig ersatzpflanzen bereit zu halten und die lücken schnell zu schließen. Eine lückenhafte pflanzung fördert den unkrautwuchs und nutzt das potenzial des beetes nicht optimal aus. Du kannst auch später noch stecklinge von bereits gut gewachsenen pflanzen schneiden und diese in die lücken setzen. Da die vegetationszeit der süßkartoffel lang ist, haben auch später gesetzte pflanzen noch zeit, knollen zu bilden.
Beobachte das wetter genau und sei bereit, bei unerwarteten kälteeinbrüchen sofort maßnahmen zum schutz der jungpflanzen zu ergreifen. Ein vlies oder eine glocke aus plastik können in kalten nächten die entscheidenden grade wärme speichern, die die pflanze braucht. Sobald die temperaturen dauerhaft über fünfzehn grad steigen, beginnt die phase des intensivsten wachstums. Ab diesem zeitpunkt wird die süßkartoffel deutlich robuster und unempfindlicher gegenüber kurzzeitigen schwankungen der umweltbedingungen.
Eine erste leichte düngergabe etwa drei wochen nach der pflanzung kann den wachstumsschub zusätzlich unterstützen und die vitalität fördern. Achte dabei darauf, den dünger nicht direkt auf die blätter zu bringen, um verbrennungen durch die sonne zu vermeiden. Ein organischer flüssigdünger, der über das gießwasser ausgebracht wird, ist hierfür besonders gut geeignet und schnell für die pflanze verfügbar. Mit dieser aufmerksamkeit stellst du sicher, dass deine süßkartoffeln gesund und kräftig in den sommer starten.