Licht ist der wichtigste faktor, wenn es um die farbpracht und die allgemeine gesundheit der buntnessel geht. Ohne ausreichendes licht können die pflanzen keine pigmente bilden, was zu einem verblassen der charakteristischen muster führt. In ihrem natürlichen habitat wachsen sie oft im lichten schatten tropischer wälder, wo sie helles, aber gefiltertes licht erhalten. Wer die buntnessel erfolgreich kultivieren möchte, muss daher ein feines gespür für die richtige lichtintensität entwickeln.

An einem zu dunklen standort beginnen die pflanzen zu „geilen“, was bedeutet, dass sie lange, dünne triebe mit weiten blattabständen bilden. Die pflanze versucht so, buchstäblich zum licht zu wachsen, was sie jedoch instabil und anfällig für bruch macht. Die farben werden in diesem fall oft durch ein schlichtes grün ersetzt, da die pflanze ihre ganze energie in die photosynthese stecken muss. Ein heller standort ist daher die grundvoraussetzung für die optische qualität jeder buntnesselsorte.

Allerdings ist auch zu viel des guten schädlich, insbesondere wenn es sich um direkte, ungefilterte mittagssonne handelt. Die zarten blätter der buntnessel können in der prallen hitze schnell verbrennungen erleiden, die als braune oder weiße flecken sichtbar werden. Ein west- oder ostfenster bietet oft die ideale mischung aus morgendlicher oder abendlicher sonne und schutz während der heißesten tageszeit. Im garten sollte man plätze wählen, die über die mittagsstunden im schatten eines größeren baumes oder einer hauswand liegen.

Man sollte die pflanze regelmäßig um ihre eigene achse drehen, damit alle blätter gleichmäßig licht abbekommen. Pflanzen neigen dazu, sich immer zur lichtquelle hin auszurichten, was langfristig zu einem schiefen wuchs führen kann. Durch das wöchentliche drehen um neunzig grad bleibt die krone schön symmetrisch und kompakt. Dies ist eine einfache, aber sehr effektive maßnahme, um das ästhetische erscheinungsbild der buntnessel dauerhaft zu erhalten.

Unterschiede zwischen den sorten

Nicht jede buntnessel reagiert gleich auf licht, da es enorme unterschiede zwischen den einzelnen züchtungen gibt. Es gibt sorten mit sehr dunklen, fast schwarzen blättern, die deutlich mehr direkte sonne vertragen als hellere varianten. Die dunklen pigmente dienen der pflanze als natürlicher sonnenschutz und verhindern schäden am gewebe. Wer einen vollsonnigen platz auf dem balkon hat, sollte gezielt nach diesen robusten, dunklen sorten aussuchen.

Sorten mit einem hohen anteil an hellen, gelben oder weißen flächen sind hingegen extrem empfindlich gegenüber UV-strahlung. Bei ihnen kann schon eine kurze zeit in der mittagssonne zu irreversiblen blattschäden führen, da ihnen die schützenden pigmente fehlen. Diese varianten gedeihen am besten im hellen halbschatten oder an einem nordfenster mit sehr guter umgebungshelligkeit. Man erkennt ihre bedürfnisse oft schon an der zartheit ihrer blattstruktur und der helligkeit der farben.

Auch die größe der blätter kann einen hinweis auf den lichtbedarf der jeweiligen sorte geben. Großblättrige typen haben eine größere fläche zur lichtaufnahme und kommen oft mit etwas weniger intensität zurecht. Kleinblättrige, sehr dicht wachsende sorten benötigen oft viel licht, um ihre kompakte form nicht zu verlieren. Man sollte beim kauf immer auf die sortenbeschreibung achten oder die pflanze in den ersten tagen am neuen platz genau beobachten.

Wenn man verschiedene sorten in einem gefäß kombiniert, sollte man darauf achten, dass sie ähnliche lichtbedürfnisse haben. Es macht wenig sinn, eine extrem sonnenhungrige sorte mit einer empfindlichen, hellen sorte zusammenzupflanzen. Eine der beiden würde zwangsläufig leiden, was das gesamtbild der pflanzung beeinträchtigt. Eine harmonische zusammenstellung basiert immer auf den physiologischen ansprüchen der pflanzen an ihre umwelt.

Lichtmangel im winter erkennen

Während der wintermonate ist der lichtmangel in unseren breitengraden die häufigste ursache für das eingehen von buntnesseln. Selbst an einem fensterplatz reicht die lichtintensität oft nicht aus, um den stoffwechsel der pflanze stabil zu halten. Man merkt dies daran, dass die pflanze ihre unteren blätter abwirft und nur noch an den triebspitzen kleine, blasse blättchen bildet. Dies ist ein rettungsversuch der pflanze, um die restliche energie in die wichtigsten bereiche zu kanalisieren.

Ein deutliches signal für zu wenig licht ist auch das verschwinden der farbkontraste innerhalb eines blattes. Ein ehemals buntes muster verschwimmt zu einem einheitlichen, matten grün oder braunton. Dies geschieht, weil die pflanze das chlorophyll maximieren muss, um das spärliche licht überhaupt noch nutzen zu können. In diesem stadium ist die pflanze bereits sehr geschwächt und anfällig für schädlinge wie spinnmilben oder trauermücken.

Man kann versuchen, die lichtausbeute durch reflektoren oder helle wände im hintergrund zu verbessern. Jedes bisschen zusätzliches licht hilft der buntnessel, die dunkle jahreszeit besser zu überstehen. Es ist ratsam, die fensterscheiben im winter besonders sauber zu halten, da staubschichten viel licht schlucken können. Wer den platz hat, kann die pflanzen im winter auch näher an das glas rücken, sofern keine frostgefahr durch zugluft besteht.

Künstliche zusatzbeleuchtung mit speziellen pflanzenlampen ist die sicherste methode, um buntnesseln über den winter zu bringen. Diese lampen können per zeitschaltuhr gesteuert werden und simulieren einen längeren tag, als er draußen herrscht. Schon ein paar stunden zusatzlicht am morgen und abend können den entscheidenden unterschied machen. So bleiben die farben erhalten und die pflanze startet im frühjahr viel kräftiger in die neue wachstumsperiode.