Rotes Lungenkraut schneiden und zurücksetzen
Das rote Lungenkraut benötigt keinen regelmäßigen Formschnitt, profitiert aber von gezielten Rückschnittmaßnahmen. Das Entfernen alter Blütenstiele, kranker Blätter und geschädigter Pflanzenteile verbessert das Erscheinungsbild und fördert einen gesunden Neuaustrieb. Der richtige Zeitpunkt hängt davon ab, ob die Blüte, die Blattgesundheit oder die Bestandsverjüngung im Vordergrund steht. Sauberes Werkzeug und eine schonende Arbeitsweise verhindern Verletzungen an den flach liegenden Erneuerungsknospen.
Rückschnitt nach der Blüte
Nach dem Verblühen können die Blütenstiele bis knapp über dem Blattansatz zurückgeschnitten werden. Dadurch wirkt die Pflanze ordentlicher und investiert weniger Energie in die Samenbildung. Der Rückschnitt ist besonders sinnvoll, wenn eine unkontrollierte Selbstaussaat vermieden werden soll. Wer Sämlinge wünscht, lässt einige kräftige Blütenstände ausreifen.
Die Blätter werden bei diesem Pflegeschritt nicht automatisch vollständig entfernt. Gesundes Laub versorgt die Wurzeln weiterhin mit Energie. Nur stark beschädigte, gelbe oder von Pilzen befallene Blätter werden mit abgeschnitten. Ein vollständiger Rückschnitt ist nur bei deutlichen Gesundheitsproblemen notwendig.
Das Werkzeug sollte scharf und sauber sein. Stumpfe Scheren quetschen die weichen Stiele und hinterlassen schlecht heilende Wunden. Zwischen erkrankten Pflanzen wird die Klinge gereinigt oder desinfiziert. So wird die Übertragung von Pilzsporen und anderen Krankheitserregern reduziert.
Nach dem Schnitt erhält die Pflanze bei trockenem Wetter ausreichend Wasser. Eine dünne Kompostgabe kann den Blattneuaustrieb unterstützen, ist auf nährstoffreichen Böden aber nicht zwingend erforderlich. Stark konzentrierter Dünger sollte unmittelbar nach dem Rückschnitt vermieden werden. Gleichmäßige Feuchtigkeit ist in dieser Phase wichtiger als eine hohe Nährstoffmenge.
Weitere Artikel zu diesem Thema
Radikaler Rückschnitt bei Blattproblemen
Bei starkem Mehltaubefall kann ein bodennaher Rückschnitt sinnvoll sein. Dabei werden alle erkrankten Blätter und alten Blütenstiele entfernt. Die Pflanzenkrone selbst darf nicht verletzt werden. Meist beginnt nach kurzer Zeit ein frischer, gesünderer Austrieb.
Das abgeschnittene Material wird vollständig aus dem Beet entfernt. Befallene Blätter sollten nicht als Mulch liegen bleiben, weil sie eine erneute Infektion begünstigen können. Auch die unmittelbare Umgebung wird von stark belasteten Pflanzenresten gereinigt. Anschließend verbessert man Luftzirkulation und Wasserversorgung.
Ein radikaler Rückschnitt darf nicht während extremer Hitze und Trockenheit erfolgen. Ohne Blätter kann die Pflanze zunächst weniger Energie bilden und benötigt günstige Regenerationsbedingungen. Ein bewölkter, milder Zeitraum ist besser geeignet. Der Boden wird nach dem Schnitt gleichmäßig feucht gehalten.
Wenn der Bestand sehr dicht geworden ist, kann der Rückschnitt mit einer Teilung verbunden werden. Alte, schwache Mittelteile werden entfernt, während vitale Randstücke neu gepflanzt werden. Dadurch entsteht mehr Abstand zwischen den Pflanzen. Eine bessere Belüftung senkt künftig das Risiko für Pilzbefall.
Weitere Artikel zu diesem Thema
Schnitt im Herbst und Frühjahr
Gesundes Laub darf im Herbst möglichst lange stehen bleiben. Es schützt die Pflanzenkrone und liefert weiterhin Reservestoffe für das folgende Frühjahr. Vollständig abgestorbene oder matschige Blätter können dagegen entfernt werden. Ein radikales Abräumen vor dem Winter ist meist nicht erforderlich.
Im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr werden alte Blattreste zurückgeschnitten. Dieser Arbeitsschritt muss vorsichtig erfolgen, weil die neuen Blütenstiele oft bereits dicht über dem Boden sichtbar sind. Die Schere wird seitlich angesetzt, damit junge Triebe nicht versehentlich gekappt werden. Bei unübersichtlichen Horsten arbeitet man besser Blatt für Blatt.
Frostgeschädigte Teile erkennt man an dunklem, weichem oder glasigem Gewebe. Sie werden bis in den gesunden Bereich entfernt. Leichte Schäden an einzelnen Blattspitzen sind rein optisch und erfordern keinen sofortigen Schnitt. Sobald neues Laub wächst, verschwinden solche Spuren meist von selbst.
Nach dem Frühjahrsschnitt kann eine dünne Schicht Kompost verteilt werden. Sie fördert Bodenleben und Austrieb, ohne die Pflanzenkrone zu bedecken. Anschließend wird bei trockener Witterung vorsichtig angegossen. Richtig ausgeführt unterstützt der Schnitt einen kompakten, blühfreudigen und dauerhaft gesunden Bestand.