Rotes Lungenkraut richtig gießen und düngen
Eine ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung entscheidet wesentlich über die Vitalität des roten Lungenkrauts. Die Staude bevorzugt gleichmäßig frische Erde, reagiert jedoch empfindlich auf dauerhafte Staunässe. Auch bei der Düngung gilt, dass maßvolle und organisch ausgerichtete Maßnahmen meist bessere Ergebnisse liefern als hohe Mineraldüngergaben. Wer Bodenstruktur, Witterung und Entwicklungsphase berücksichtigt, erhält kräftiges Laub und eine reiche Frühjahrsblüte.
Wasserbedarf und Bodenfeuchtigkeit
Das rote Lungenkraut besitzt relativ große, weiche Blätter, über die bei warmem Wetter viel Wasser verdunstet. Deshalb sollte der Boden im Wurzelbereich nie über längere Zeit vollständig austrocknen. Kurze Trockenphasen werden von älteren Pflanzen meist überstanden, hinterlassen aber häufig welke oder braun gerandete Blätter. Wiederholter Wassermangel schwächt den Bestand und verkürzt die Blütezeit.
Ein frischer Boden fühlt sich unterhalb der Oberfläche leicht feucht, aber nicht nass an. Zur Kontrolle kann man einige Zentimeter tief mit dem Finger oder einer kleinen Pflanzkelle prüfen. Ist nur die oberste Schicht trocken, muss nicht immer sofort gegossen werden. Trocknet auch der tiefere Bereich aus, ist eine gründliche Wassergabe sinnvoll.
Der tatsächliche Wasserbedarf hängt stark von Bodenart und Standort ab. Sandige Erde verliert Feuchtigkeit schneller als humoser Lehm und muss daher häufiger kontrolliert werden. Unter großen Gehölzen kann zusätzlich starke Wurzelkonkurrenz entstehen. Selbst an schattigen Plätzen kann der Boden dort überraschend trocken sein.
Mulch hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu stabilisieren. Geeignet sind Laubhumus, verrottetes Laub, feiner Rindenhumus oder reifer Kompost. Das Material sollte locker aufliegen und nicht direkt die Pflanzenkrone bedecken. Eine zu dicke, dauerhaft nasse Schicht kann Schnecken und Fäulnis begünstigen.
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Die richtige Gießtechnik
Selteneres, aber durchdringendes Gießen ist günstiger als häufige kleine Wassermengen. Bei einer gründlichen Bewässerung dringt das Wasser tiefer in den Boden ein und fördert ein kräftigeres Wurzelsystem. Oberflächliches Besprühen befeuchtet hauptsächlich die Blätter und die oberste Erdschicht. Dadurch bleibt die Pflanze trotz regelmäßiger Wassergaben im tieferen Wurzelraum unterversorgt.
Das Wasser wird möglichst direkt auf den Boden gegeben. Ein Gießstab, eine Brause mit weichem Strahl oder ein langsam laufender Tropfschlauch sind dafür gut geeignet. Nasses Laub trocknet im Schatten oft nur langsam und kann Pilzkrankheiten begünstigen. Besonders am Abend sollte das Blattwerk nach Möglichkeit trocken bleiben.
Der frühe Morgen ist die beste Zeit zum Gießen. Die Pflanze kann das Wasser aufnehmen, bevor die Verdunstung zunimmt, und versehentlich benetzte Blätter trocknen tagsüber ab. Bei großer Hitze kann zusätzlich am späten Nachmittag gegossen werden. Kaltes Wasser auf stark erwärmte Pflanzen sollte vermieden werden.
Regenwasser eignet sich besonders gut, weil es meist weich und temperiert ist. Leitungswasser kann ebenfalls verwendet werden, sollte bei sehr hohem Kalkgehalt aber nicht dauerhaft die einzige Quelle sein. In Gefäßen oder kleinen Hochbeeten sammeln sich Salze schneller an als im offenen Boden. Dort ist gelegentliches gründliches Durchspülen sinnvoll, sofern überschüssiges Wasser ablaufen kann.
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Bewässerung im Jahresverlauf
Im Frühjahr steigt der Wasserbedarf mit Austrieb und Blütenbildung deutlich an. Trockene Wochen im März oder April werden leicht unterschätzt, weil die Temperaturen noch niedrig sind. Unter Gehölzen erreicht zudem nur ein Teil des Regens den Boden. Eine Kontrolle der Feuchtigkeit ist deshalb auch nach schwachen Niederschlägen sinnvoll.
Während der Blüte sollte die Versorgung möglichst gleichmäßig bleiben. Wassermangel führt dazu, dass Blüten schneller welken und junge Blätter kleiner bleiben. Staunässe ist jedoch ebenso problematisch und kann Wurzelschäden verursachen. Zwischen den Wassergaben muss überschüssige Feuchtigkeit abziehen können.
Im Sommer benötigt die Staude vor allem während Hitzeperioden zusätzliche Aufmerksamkeit. An schattigen, humosen Standorten reicht häufig ein gründliches Gießen in größeren Abständen. Auf leichten Böden oder unter durstigen Bäumen kann eine häufigere Bewässerung erforderlich sein. Welke Blätter am Nachmittag sind ein Warnzeichen, sollten aber stets zusammen mit der Bodenfeuchte beurteilt werden.
Im Herbst wird weniger gegossen, doch vollständig austrocknen sollte der Boden nicht. Neu gepflanzte und geteilte Exemplare benötigen bis zur sicheren Einwurzelung weiterhin Wasser. Vor längeren Frostperioden ist ein mäßig feuchter Boden vorteilhaft. Im Winter wird nur an frostfreien Tagen gegossen, wenn außergewöhnliche Trockenheit herrscht.
Nährstoffbedarf und geeignete Dünger
Das rote Lungenkraut hat einen mäßigen Nährstoffbedarf. Auf humusreichen Gartenböden genügt meist eine jährliche Kompostgabe. Zu viel Stickstoff führt zu weichem, mastigem Blattwachstum und kann die Anfälligkeit für Mehltau erhöhen. Eine ausgewogene Ernährung ist daher wichtiger als maximale Düngermenge.
Reifer Kompost liefert nicht nur Nährstoffe, sondern verbessert zugleich die Bodenstruktur. Er wird im Frühjahr dünn um die Pflanzen verteilt und nur oberflächlich eingearbeitet. Dabei darf das Werkzeug die flachen Wurzeln nicht verletzen. Eine Schicht von etwa einem bis zwei Zentimetern reicht bei gut versorgtem Boden meist aus.
Laubhumus ist besonders passend, weil er den natürlichen Bedingungen eines Waldstandorts nahekommt. Sein Nährstoffgehalt ist geringer als der von Kompost, dafür fördert er Bodenleben und Wasserspeicherung. Er kann im Frühjahr oder Herbst aufgebracht werden. In Kombination mit einer kleinen Kompostgabe entsteht eine langfristig stabile Versorgung.
Organische Staudendünger können auf armen Böden ergänzend eingesetzt werden. Die Dosierung sollte eher am unteren Bereich der Herstellerangabe liegen. Gedüngt wird vor allem zu Beginn des Austriebs, nicht mehr spät im Sommer. Späte Stickstoffgaben verzögern die Ausreifung des Gewebes und können die Winterhärte mindern.
Mangelerscheinungen und Überdüngung erkennen
Hellgrüne oder gelbliche Blätter können auf Nährstoffmangel hinweisen, haben aber nicht immer dieselbe Ursache. Auch Staunässe, verdichtete Erde oder beschädigte Wurzeln behindern die Nährstoffaufnahme. Bevor gedüngt wird, sollte deshalb die Bodenfeuchte und -struktur geprüft werden. Eine wahllose Düngergabe kann bestehende Probleme verschärfen.
Stickstoffmangel zeigt sich häufig durch insgesamt blasses Wachstum und kleine Blätter. Auf langjährig gemulchten Flächen mit frischem, grobem Holzmaterial kann Stickstoff vorübergehend gebunden sein. Eine maßvolle Kompostgabe schafft meist Abhilfe. Schnell wirkende Stickstoffdünger sind nur in klar begründeten Fällen notwendig.
Überdüngte Pflanzen entwickeln oft sehr große, weiche Blätter und instabile Blattstiele. Das Gewebe wird empfindlicher gegenüber Trockenheit, Frost und Pilzbefall. Zudem kann ein Übermaß an Nährsalzen feine Wurzeln schädigen. Bei Verdacht auf Überdüngung werden weitere Gaben ausgesetzt und der Boden bei guter Drainage gründlich gewässert.
Eine Bodenanalyse ist sinnvoll, wenn trotz guter Pflege wiederholt Wachstumsprobleme auftreten. Sie liefert Informationen zu pH-Wert und Hauptnährstoffen und verhindert unnötige Düngemaßnahmen. Besonders in intensiv genutzten oder regelmäßig gedüngten Beeten kann das Nährstoffverhältnis aus dem Gleichgewicht geraten. Eine gezielte Korrektur ist dann wirksamer als pauschales Nachdüngen.