Die Pflanzung der Bluthasel entscheidet über ihre spätere Vitalität, ihre Laubfärbung und ihre Widerstandskraft gegenüber Trockenheit oder Frost. Ein gut vorbereiteter Standort erleichtert dem Strauch das Einwurzeln und reduziert Pflegeprobleme in den folgenden Jahren. Auch bei der Vermehrung ist Fachwissen wichtig, weil sortenechte Jungpflanzen nicht zuverlässig aus Samen entstehen. Wer die Besonderheiten von Wurzelraum, Pflanzzeit und Vermehrungsmethode berücksichtigt, schafft die Grundlage für gesunde und langlebige Pflanzen.

Geeignete pflanzzeit und standortwahl

Die beste Pflanzzeit für die Bluthasel liegt im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Im Herbst ist der Boden noch warm, und die Pflanze kann vor dem Winter neue Feinwurzeln bilden. Im Frühjahr gelingt die Pflanzung ebenfalls gut, wenn anschließend regelmäßig gewässert wird. Heiße Sommerperioden sind dagegen für Neupflanzungen ungünstig.

Der Standort sollte sonnig bis leicht halbschattig sein. Eine gute Belichtung unterstützt die intensive dunkle Blattfärbung. In starkem Schatten verliert der Strauch oft einen Teil seiner Farbwirkung. Außerdem wächst er dort häufig lockerer und weniger kompakt.

Windgeschützte Plätze sind besonders für junge Pflanzen vorteilhaft. Trockene Ostwinde und starke Sommerhitze können frisch gepflanzte Sträucher belasten. Trotzdem sollte der Standort nicht völlig luftstill sein. Eine gewisse Luftbewegung hilft, feuchte Blätter schneller abtrocknen zu lassen.

Beim Platzbedarf sollte großzügig geplant werden. Die Bluthasel kann mit den Jahren eine breite, kräftige Krone entwickeln. Zu enge Pflanzabstände führen später zu Konkurrenz und schlechter Durchlüftung. Ein solitärer Standort oder eine lockere Gehölzgruppe ist meist ideal.

Bodenvorbereitung und pflanztechnik

Vor der Pflanzung wird der Boden tiefgründig gelockert. Verdichtete Schichten sollten aufgebrochen werden, damit Wasser abziehen und Wurzeln eindringen können. In schweren Böden verbessert mineralisches Material die Durchlässigkeit. In sehr sandigen Böden erhöhen Kompost und Tonminerale die Speicherfähigkeit.

Das Pflanzloch sollte deutlich breiter als der Wurzelballen sein. Die Tiefe richtet sich nach der Ballenhöhe, damit die Pflanze später nicht zu tief steht. Der obere Ballenrand sollte ungefähr mit der umgebenden Bodenoberfläche abschließen. Zu tiefes Pflanzen kann Sauerstoffmangel im Wurzelbereich verursachen.

Vor dem Einsetzen wird der Wurzelballen gründlich gewässert. Containerpflanzen lassen sich dafür in einen Eimer Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Stark verfilzte Außenwurzeln werden leicht gelockert. Dadurch wachsen sie schneller in den umgebenden Gartenboden ein.

Nach dem Einpflanzen wird die Erde vorsichtig angetreten und ein Gießrand geformt. Anschließend sollte reichlich eingeschlämmt werden, damit Hohlräume im Wurzelbereich geschlossen werden. Eine dünne Mulchschicht hält die Feuchtigkeit stabil. Der Stammfuß bleibt dabei frei, damit keine Fäulnis entsteht.

Vermehrung durch absenker und steckhölzer

Die Vermehrung durch Absenker ist für Gartenbesitzer besonders praktikabel. Ein bodennaher, biegsamer Trieb wird im Frühjahr oder Frühsommer zur Erde geführt. An einer Kontaktstelle wird er leicht angeritzt und mit Erde bedeckt. Die Triebspitze bleibt frei und wächst weiter nach oben.

Bis zur Bewurzelung braucht der Absenker gleichmäßige Feuchtigkeit. Der Bodenkontakt muss stabil bleiben, weshalb ein Haken oder Stein hilfreich sein kann. Nach einigen Monaten können sich ausreichend Wurzeln gebildet haben. Die neue Pflanze wird erst abgetrennt, wenn sie erkennbar selbstständig weiterwächst.

Steckhölzer sind eine weitere Möglichkeit, erfordern jedoch mehr Geduld. Dafür werden im Spätherbst oder Winter verholzte, gesunde Triebe geschnitten. Die Stücke sollten mehrere Knospen besitzen und in lockeres Vermehrungssubstrat gesteckt werden. Ein geschützter, gleichmäßig feuchter Platz fördert die Wurzelbildung.

Bei sortenreinen Zierformen ist die vegetative Vermehrung besonders wichtig. Sämlinge können von der Mutterpflanze abweichen und zeigen nicht immer die gewünschte Blattfarbe. Deshalb sind Absenker, Steckhölzer oder professionell veredelte Pflanzen zuverlässiger. Wer eine identische Pflanze erhalten möchte, sollte keine Aussaat als Hauptmethode wählen.

Anwuchspflege nach der pflanzung

In den ersten Wochen nach der Pflanzung ist gleichmäßige Feuchtigkeit entscheidend. Der Wurzelballen darf nicht austrocknen, weil junge Feinwurzeln sehr empfindlich sind. Gleichzeitig darf keine Staunässe entstehen. Regelmäßiges Prüfen des Bodens ist besser als Gießen nach starrem Kalender.

Ein Pflanzschnitt ist nur maßvoll notwendig. Beschädigte oder ungünstig stehende Triebe können entfernt werden. Ein starker Rückschnitt direkt nach der Pflanzung ist bei gut entwickelten Containerpflanzen meist nicht erforderlich. Wichtiger ist, die natürliche Strauchform von Anfang an zu erhalten.

In windigen Lagen kann eine junge Pflanze vorübergehend gestützt werden. Ein niedriger Pfahl verhindert, dass der Wurzelballen durch Bewegung im Boden gelockert wird. Die Bindung sollte locker sitzen und nicht in die Rinde einschneiden. Nach erfolgreichem Anwachsen kann die Stütze entfernt werden.

Die erste Düngung sollte zurückhaltend erfolgen. Zu viele Nährstoffe fördern oberirdisches Wachstum, bevor ausreichend Wurzeln vorhanden sind. Reifer Kompost als Bodenverbesserung genügt meistens vollständig. Im zweiten Standjahr kann die regelmäßige Frühjahrspflege beginnen.

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