Obwohl diese mediterrane Kletterpflanze von Natur aus als recht robust gilt, kann sie unter falschen Bedingungen von Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Eine frühzeitige Diagnose ist der entscheidende Schlüssel, um bleibende Schäden an der Pflanze erfolgreich abzuwenden. Das Mikroklima am Standort spielt eine fundamentale Rolle bei der Entstehung von gesundheitlichen Problemen. Gärtner sollten daher die Blätter und Triebe regelmäßig einer gründlichen Inspektion unterziehen.
Pilzerkrankungen treten meist dann auf, wenn die Blätter über einen längeren Zeitraum feucht bleiben und die Luftzirkulation unzureichend ist. Der Echte Mehltau zeigt sich als weißer, abwischbarer Belag auf den Blattoberflächen und schwächt die Photosynthesekraft. Die gefährliche Wurzelfäule entwickelt sich im Verborgenen durch anhaltende Staunässe im Topf. Betroffene Pflanzen zeigen oft welkes Laub, obwohl die Erde scheinbar feucht genug ist.
In trockenen und heißen Sommerwochen finden Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben oft ideale Lebensbedingungen vor. Blattläuse besiedeln mit Vorliebe die zarten, nährstoffreichen Triebspitzen und saugen dort den wertvollen Pflanzensaft. Spinnmilben machen sich durch feinste Gespinste in den Blattachseln und eine silbrige Punktierung des Laubs bemerkbar. Ein zu trockener Standort begünstigt die explosionsartige Vermehrung dieser winzigen Spinnentiere massiv.
Schild- und Wollläuse gehören zu den hartnäckigsten Plagen, mit denen Pflanzenbesitzer konfrontiert werden können. Sie schützen sich durch kahnförmige Schilde oder weiße, wattierte Wachsgespinste vor äußeren Einflüssen und Kontaktinsektiziden. Als Ausscheidungsprodukt hinterlassen diese Insekten klebrigen Honigtau auf den darunter liegenden Blättern. Dieser süße Belag dient wiederum als idealer Nährboden für Rußtaupilze, die das Laub unansehnlich schwarz färben.
Pilzerkrankungen und ihre ursachen
Die Entstehung von Pilzinfektionen lässt sich fast immer auf Fehler im Kulturmanagement oder ungünstige Witterungsverhältnisse zurückführen. Wenn die Pflanze zu dicht an Mauern oder anderen Gewächsen steht, kann der Wind das Laub nach einem Regen nicht schnell genug abtrocknen. Die stehende Feuchtigkeit bietet den Pilzsporen die perfekte Gelegenheit, in das Pflanzengewebe einzudringen. Ein luftiger, gut belüfteter Standort ist daher der beste natürliche Schutz vor solchen Infektionen.
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Sollte sich der Echte Mehltau bereits ausgebreitet haben, müssen infizierte Pflanzenteile umgehend mit einer sauberen Schere entfernt werden. Das Schnittgut gehört keinesfalls auf den Kompost, da die Sporen dort überwintern und im nächsten Jahr neue Pflanzen infizieren können. Zur biologischen Bekämpfung hat sich eine Mischung aus Frischmilch und Wasser im Verhältnis von eins zu acht bestens bewährt. Die in der Milch enthaltenen Lecithine und Proteine bekämpfen den Pilz effektiv.
Die gefürchtete Wurzelfäule, verursacht durch bodenbürtige Pilze, ist deutlich schwieriger zu behandeln und verläuft oft tödlich. Wenn die Wurzeln durch Sauerstoffmangel absterben, haben die Krankheitserreger leichtes Spiel. Die Pflanze kann kein Wasser mehr transportieren und vertrocknet paradoxerweise mitten in der nassen Erde. Im Anfangsstadium hilft nur ein sofortiges Austopfen, das Abschneiden der faulen Wurzeln und das Einsetzen in frisches, trockenes Substrat.
Blattfleckenkrankheiten, die sich durch braune oder schwarze Kreise mit hellem Hof äußern, werden ebenfalls durch Pilze verursacht. Sie treten häufig bei anhaltendem Regenwetter im Spätsommer auf, wenn die Widerstandskraft der Pflanze langsam nachlässt. Ein gezieltes Stärken der Pflanze mit Schachtelhalmextrakt im Vorfeld festigt die Zellwände und erschwert den Pilzen das Eindringen. Bei starkem Befall kann der Einsatz eines zugelassenen, umweltschonenden Fungizids unumgänglich werden.
Häufige schädlinge im sommerquartier
Die Überwachung der Pflanze im Sommer sollte sich besonders auf die Unterseiten der Blätter konzentrieren, da sich Schädlinge dort gerne verstecken. Blattläuse lassen sich im Anfangsstadium oft noch ganz einfach mit einem gezielten, harten Wasserstrahl mechanisch abspülen. Hilft dies nicht mehr, kann eine Seifenlauge aus Kernseife und warmem Wasser aufgesprüht werden. Diese Lauge verstopft die Atemöffnungen der Insekten und führt zu deren schnellem Absterben.
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Spinnmilben lieben eine niedrige Luftfeuchtigkeit, wie sie oft auf überdachten Südbalkonen herrscht. Um einem Befall vorzubeugen, kann die Pflanze an heißen Tagen regelmäßig mit kalkarmem Wasser eingenebelt werden. Haben sich die Schädlinge bereits etabliert, hilft das gründliche Abduschen der Pflanze und das anschließende Einhüllen in eine transparente Plastiktüte für einige Tage. Das entstehende feucht-warme Mikroklima überleben die Spinnmilben in der Regel nicht.
Thripse sind eine weitere Plage, die durch silbrig glänzende Flecken und winzige schwarze Kotpunkte auf den Blättern auffällt. Diese Insekten sind extrem flink und verstecken sich bei Gefahr sofort in den Blütenknospen. Blautafeln, die im Geäst aufgehängt werden, locken die Schädlinge an und halten sie zuverlässig fest. Bei einem massiven Befall im Gewächshaus können auch Nützlinge wie Raubmilben erfolgreich und biologisch eingesetzt werden.
Ein regelmäßiger Wechsel des Standorts innerhalb des Gartens kann den Schädlingsdruck manchmal spürbar senken. Ameisen spielen oft eine unrühmliche Rolle, da sie Blattläuse vor Fressfeinden schützen und sie regelrecht melken. Ein Leimring am Stamm der Pflanze verhindert, dass die Ameisen den Strauch erklimmen können. Ohne ihre Leibwächter fallen die Blattläuse schnell natürlichen Fressfeinden wie Marienkäfern oder Florfliegenlarven zum Opfer.
Wollläuse und schildläuse effektiv bekämpfen
Der Befall mit Wollläusen wird meist erst bemerkt, wenn sich bereits größere, watteartige Nester in den Blattachseln gebildet haben. Aufgrund ihrer wasserabweisenden Wachsschicht perlen rein wässrige Spritzmittel oft wirkungslos an den Tieren ab. Eine bewährte Methode für den Hausgarten ist das gezielte Betupfen der einzelnen Schädlinge mit einem in Alkohol getauchten Wattestäbchen. Der Alkohol löst die Wachsschicht auf und tötet das Insekt darunter sofort ab.
Schildläuse tarnen sich perfekt auf den verholzten Trieben, da ihre braunen Schilde wie kleine Unebenheiten der Rinde aussehen. Sie lassen sich im Anfangsstadium mit einer harten Bürste oder dem Fingernagel vorsichtig von den Ästen abschaben. Dabei muss sorgfältig vorgegangen werden, um die darunter liegende Pflanzenrinde nicht großflächig zu verletzen. Nach dem Schaben sollte der Stamm mit einer ölhaltigen Emulsion eingestrichen werden.
Präparate auf der Basis von Neemöl oder Rapsöl sind im biologischen Pflanzenschutz sehr effektiv gegen diese hartnäckigen Schädlinge. Das Öl legt sich als feiner Film über die Atmungsorgane der Läuse und deren Eier. Da diese Mittel jedoch auch die Blätter belasten können, sollten sie nicht bei praller Sonneneinstrahlung angewendet werden. Eine wiederholte Anwendung im Abstand von einer Woche ist notwendig, um auch frisch geschlüpfte Larven zu erfassen.
Wenn der Befall trotz aller Bemühungen nicht zurückgeht, müssen stark betroffene Triebe radikal zurückgeschnitten werden. Dies schmerzt zwar im ersten Moment, rettet aber oft das Überleben der restlichen Pflanze. Die restliche Pflanze sollte danach isoliert gestellt werden, um eine Übertragung auf Nachbarpflanzen zu verhindern. Systemische Pflanzenschutzmittel, die über das Gießwasser aufgenommen werden, bieten bei wertvollen Exemplaren die letzte Rettung.
Vorbeugende maßnahmen zur pflanzengesundheit
Die beste Medizin gegen Krankheiten und Schädlinge ist eine rundum vitale und kräftige Pflanze. Optimale Standortbedingungen und eine ausgewogene Nährstoffversorgung bilden die natürliche Schutzmauer des Gewächses. Pflanzen, die unter permanentem Stress durch Lichtmangel oder falsches Gießen leiden, sind weitaus anfälliger für jede Art von Infektion. Vorbeugung beginnt also bereits bei der täglichen, gewissenhaften Pflege im Garten.
Die regelmäßige Anwendung von Pflanzenstärkungsmitteln hat sich in der professionellen Gartenpraxis fest etabliert. Brühen aus Brennnesseln liefern wertvollen Stickstoff und Spurenelemente, welche die Pflanze von innen heraus kräftigen. Rainfarntee wirkt durch seine Bitterstoffe abschreckend auf many saugende Insekten und kann präventiv gespritzt werden. Diese biologischen Helfer belasten die Umwelt nicht und fördern ein gesundes Ökosystem im Garten.
Beim Zukauf neuer Pflanzen sollte immer eine genaue Quarantänezeit eingehalten werden, bevor sie zu den etablierten Beständen gestellt werden. Oft schleppt man sich Schädlinge unbemerkt aus dem Gartencenter ein, die sich dann rasch ausbreiten. Eine Isolierung von zwei Wochen reicht meist aus, um versteckte Krankheiten oder Eigelege zu entdecken. Diese Vorsichtsmaßnahme schützt die gesamte private Pflanzensammlung effektiv.
Schließlich spielt auch die Sauberkeit der verwendeten Werkzeuge eine entscheidende Rolle bei der Krankheitsprävention. Schneidwerkzeuge sollten nach jedem Gebrauch an einer Pflanze mit Alkohol oder einer Flamme desinfiziert werden. Über die Klingen können Viruserkrankungen oder Pilzsporen ansonsten leicht von einer Pflanze zur nächsten übertragen werden. Eine saubere Arbeitsweise ist das Markenzeichen eines jeden professionellen Gärtners.