Die erfolgreiche Ansiedlung und die Vermehrung dieser prachtvollen Pflanze erfordern eine präzise Vorbereitung und fachliche Kenntnisse. Das Frühjahr bietet die besten klimatischen Bedingungen, um junge Exemplare in ein neues Umfeld einzubetten. Zu dieser Zeit erwacht die Natur, und die Wurzeln besitzen die maximale Energie für das Anwachsen. Eine sorgfältige Planung des Pflanzprozesses legt das Fundament für ein langes, gesundes Leben des Gewächses.
Beim eigentlichen Pflanzvorgang muss die Setztiefe der Pflanze millimetergenau beachtet werden. Der Wurzelballen sollte bündig mit der Erdoberfläche abschließen oder nur minimal mit Substrat bedeckt sein. Ein zu tiefes Einpflanzen kann den Stammbereich schädigen und das Risiko von Fäulnisprozessen drastisch erhöhen. Nach dem Einsetzen wird die Erde rundherum sanft angedrückt, um Hohlräume im Wurzelbereich vollständig zu schließen.
Die Vermehrung dieser tropischen Kletterpflanze stellt für viele Hobbygärtner eine spannende und lohnende Herausforderung dar. Am häufigsten wird die Methode der Stecklingsvermehrung angewendet, die im Frühsommer die höchsten Erfolgsquoten verspricht. Dabei werden halbreife Triebe verwendet, die bereits eine gewisse Stabilität aufweisen, aber noch elastisch sind. Auch das Abmoosen oder die Vermehrung durch Absenker bieten interessante Alternativen für den erfahrenen Pflanzenfreund.
Die Pflege der frisch vermehrten Jungpflanzen verlangt eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit und gleichmäßige Temperaturen. Ein improvisiertes Minigewächshaus oder eine transparente Plastiktüte über dem Topf bewahren die Feuchtigkeit vor dem Verdunsten. Sobald sich die ersten neuen Blattaustriebe zeigen, ist dies ein sicheres Zeichen für eine gelungene Wurzelbildung. Ab diesem Zeitpunkt kann die Abdeckung schrittweise entfernt werden, um die Pflanzen an die normale Luft zu gewöhnen.
Die wahl des richtigen pflanzgefäßes
Die Auswahl des optimalen Kübels ist für die langfristige Entwicklung der Pflanze von herausragender Bedeutung. Da die Wurzeln empfindlich auf Staunässe reagieren, sind Abzugslöcher am Boden des Gefäßes absolut unverzichtbar. Tontöpfe bieten im Vergleich zu Kunststoffbehältern den Vorteil einer atmungsaktiven Wandung, die den Gasaustausch begünstigt. Zudem sorgt das höhere Eigengewicht von Ton für die nötige Standfestigkeit bei starkem Wind.
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Die Größe des Topfes sollte immer in einem ausgewogenen Verhältnis zur aktuellen Pflanzengröße stehen. Ein übermäßig großes Gefäß verleitet die Pflanze dazu, ihre gesamte Energie in das Wurzelwachstum statt in die Blütenbildung zu stecken. Ein engerer Raum regt dagegen den Überlebensdrang und somit die Produktion der farbenprächtigen Hochblätter an. Beim Umtopfen wählt man daher idealerweise eine Nummer, die nur wenige Zentimeter größer ist als der alte Topf.
Zusätzlich sollte auf die Form des Pflanzkübels geachtet werden, um das spätere Austopfen nicht unnötig zu erschweren. Nach oben hin enger werdende Gefäße machen ein zerstörungsfreies Entnehmen des Wurzelballens fast unmöglich. Konische oder zylindrische Formen sind daher die beste Wahl für eine unkomplizierte Handhabung. Eine glatte Innenwand verhindert zudem, dass sich die feinen Wurzeln zu fest am Material festfressen.
Vor der Wiederverwendung alter Töpfe müssen diese gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Kalkablagerungen und Reste alter Erde können Krankheitserreger oder Schädlinge enthalten, die die junge Pflanze gefährden. Ein heißes Bad mit etwas Essigwasser löst Verschmutzungen zuverlässig und schafft sterile Bedingungen. Diese einfache Hygienemaßnahme spart im späteren Verlauf oft viel Ärger mit Pflanzenkrankheiten.
Stecklingsvermehrung im detail
Die Gewinnung von Stecklingen erfolgt am besten am frühen Morgen, wenn die Triebe voll im Saft stehen. Es werden gesunde, kräftige Kopfstecklinge mit einer Länge von etwa zehn bis fünfzehn Zentimetern geschnitten. Der Schnitt erfolgt mit einer scharfen Schere knapp unterhalb eines Blattknotens, da dort die Konzentration an Wachstumshormonen am höchsten ist. Die unteren Blätter werden vorsichtig entfernt, um die Verdunstungsfläche auf ein Minimum zu reduzieren.
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Um die Chancen auf eine schnelle Bewurzelung zu steigern, kann ein spezielles Bewurzelungspulver verwendet werden. Die Schnittstelle wird leicht in das Pulver getaucht, bevor der Steckling in das vorbereitete Substrat gesteckt wird. Als Erde eignet sich eine nährstoffarme Anzuchterde, die mit reichlich Sand oder Perlit gemischt wurde. Diese magere Mischung zwingt den Steckling dazu, schnell eigene, kräftige Wurzeln auf der Suche nach Nährstoffen zu bilden.
Das Substrat muss während der gesamten Bewurzelungsphase gleichmäßig feucht, aber keinesfalls nass gehalten werden. Ein heller Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung bietet die idealen Rahmenbedingungen für die jungen Stecklinge. Die optimale Umgebungstemperatur liegt konstant zwischen zwanzig und vierundzwanzig Grad Celsius. Unter diesen Bedingungen dauert es meist vier bis sechs Wochen, bis sich die ersten feinen Wurzelstränge entwickeln.
Sobald der Topf gut durchwurzelt ist, können die jungen Pflanzen vorsichtig in Einzeltöpfe mit nährstoffreicherer Erde umgesetzt werden. Um eine buschige Verzweigung von Anfang an zu fördern, sollten die Spitzen der jungen Triebe regelmäßig ausgebrochen werden. Dies regt das Wachstum der schlafenden Augen in den Blattachseln an. So entsteht Schritt für Schritt eine kompakt wachsende und kräftige neue Pflanze.
Alternative methoden der vermehrung
Neben der klassischen Stecklingsmethode bietet die Vermehrung durch Absenker eine sehr sichere Möglichkeit der Verjüngung. Hierbei wird ein flexibler, bodennaher Trieb vorsichtig zum Boden gebogen und in der Erde fixiert. Die Rinde an der Unterseite des Triebes wird zuvor ganz leicht angeritzt, um den Impuls zur Wurzelbildung auszulösen. Der fixierte Bereich wird mit Erde bedeckt und feucht gehalten, während die Spitze aus dem Boden ragt.
Da der Absenker während des gesamten Prozesses von der Mutterpflanze mit Nährstoffen versorgt wird, ist das Risiko eines Fehlschlags minimal. Es erfordert jedoch etwas Geduld, da die Wurzelbildung oft mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. Erst im darauffolgenden Frühjahr wird die Verbindung zur Mutterpflanze mit einem scharfen Spaten endgültig gekappt. Die eigenständige Pflanze kann nun ausgegraben und an ihren endgültigen Bestimmungsort gepflannt werden.
Das Abmoosen ist eine weitere professionelle Technik, die vor allem bei älteren, bereits verholzten Exemplaren angewendet wird. Dabei wird ein kräftiger Ast direkt am Strauch geringelt, indem ein schmaler Streifen Rinde entfernt wird. Diese Stelle wird mit feuchtem Moos umwickelt und mit einer Plastikfolie luftdicht verschlossen. Unter der Folie bilden sich nach einiger Zeit neue Wurzeln direkt am schwebenden Ast.
Sobald durch die transparente Folie kräftige weiße Wurzeln sichtbar werden, kann der Ast unterhalb der Bewurzelungszone abgeschnitten werden. Diese Methode liefert sofort eine relativ große Pflanze, die bereits im selben Jahr blühen kann. Sie erfordert zwar handwerkliches Geschick, ist aber bei wertvollen Sorten eine äußerst lohnende Investition. Die Pflege des abgemoosten Teils entspricht nach dem Eintopfen der einer etablierten Pflanze.