Bevor du den Spaten in die Hand nimmst, solltest du dir genau überlegen, wo deine japanische Skimmie die nächsten Jahre verbringen soll. Da sie ein Flachwurzler ist und saure Bodenverhältnisse liebt, ist der gewählte Ort entscheidend für das spätere Anwachsen. Ein schattiger bis halbschattiger Platz ist ein absolutes Muss, da die Blätter in der prallen Sonne schnell verbrennen würden. Ideal ist ein Bereich unter hohen Bäumen oder an der Nordseite eines Gebäudes, wo das Licht gefiltert wird.
Achte darauf, dass der Boden an der gewählten Stelle locker und gut durchlässig ist, damit sich keine Staunässe bilden kann. Wenn du den Boden vorbereitest, mische am besten reichlich Laubhumus oder saure Pflanzerde unter das vorhandene Material. Ein zu schwerer Boden kann dazu führen, dass die feinen Wurzeln ersticken und die Pflanze innerhalb weniger Monate eingeht. Du kannst die Durchlässigkeit auch erhöhen, indem du etwas Sand in das Pflanzloch einarbeitest, falls der Boden zu lehmig ist.
Der Abstand zu benachbarten Pflanzen sollte so gewählt werden, dass die Skimmie genügend Platz hat, um ihre natürliche, runde Form zu entwickeln. Da sie langsam wächst, neigt man oft dazu, sie zu eng an andere Sträucher zu setzen, was später zu Lichtmangel führt. Plane etwa einen halben bis einen ganzen Meter Abstand ein, je nachdem, welche Endgröße die gewählte Sorte erreichen kann. So stellst du sicher, dass die Luft gut zirkulieren kann und die Pflanze von allen Seiten attraktiv aussieht.
Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung ist entweder das zeitige Frühjahr oder der frühe Herbst, wenn die Temperaturen moderat sind. Im Frühling hat die Pflanze die gesamte Wachstumsperiode Zeit, um ein stabiles Wurzelsystem aufzubauen, bevor der erste Frost kommt. Die Herbstpflanzung hingegen nutzt die Restwärme des Bodens und die natürlichen Regenfälle für eine stressfreie Etablierung. Vermeide die Pflanzung an extrem heißen Sommertagen, da die Verdunstung über die immergrünen Blätter dann zu hoch ist.
Der fachgerechte Pflanzvorgang
Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit und anderthalbmal so tief sein wie der Wurzelballen der Pflanze im Topf. Bevor du die Skimmie einsetzt, ist es ratsam, den Wurzelballen in einem Eimer mit Wasser vollständig vollzusaugen. Tauche ihn so lange unter, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, was ein Zeichen für eine komplette Sättigung ist. Dies gibt der Pflanze einen wichtigen Wasservorrat für die ersten kritischen Tage im neuen Boden.
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Setze die Pflanze so tief in das Loch, dass die Oberkante des Ballens bündig mit der Erdoberfläche abschließt. Ein zu tiefes Einpflanzen kann dazu führen, dass der Stammfuß zu faulen beginnt, während ein zu hohes Einpflanzen die Wurzeln austrocknen lässt. Fülle die Zwischenräume mit einer Mischung aus Aushub und spezieller Moorbeeterde vorsichtig auf und drücke das Substrat leicht an. Es ist wichtig, keine großen Hohlräume zu hinterlassen, damit der Wurzelkontakt sofort hergestellt ist.
Nach dem Verfüllen des Loches solltest du einen kleinen Gießrand aus Erde um die Pflanze herum formen. Dies hilft dabei, das Gießwasser direkt zu den Wurzeln zu leiten, anstatt es oberflächlich im Garten weglaufen zu lassen. Wässere die Neupflanzung kräftig ein, auch wenn es gerade regnet, um die Erde an die Wurzeln zu schwemmen. Eine abschließende Mulchschicht aus Rindenmulch schützt den Boden vor dem Austrocknen und unterdrückt gleichzeitig den Unkrautwuchs.
In den ersten Wochen nach der Pflanzung musst du die Bodenfeuchtigkeit besonders aufmerksam kontrollieren und bei Bedarf nachwässern. Da die Wurzeln noch nicht weit in den umliegenden Boden vorgedrungen sind, ist die Pflanze voll auf das Wasser im ursprünglichen Ballen angewiesen. Sobald du einen neuen Austrieb bemerkst, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Skimmie erfolgreich angewachsen ist. Ab diesem Zeitpunkt kannst du die Gießintervalle langsam vergrößern und die Pflanze sich selbst überlassen.
Vermehrung durch Stecklinge im Sommer
Die einfachste Methode, um neue Skimmien zu gewinnen, ist die Vermehrung über halbverholzte Stecklinge im Hochsommer. Hierfür schneidest du etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter lange Triebe ab, die im unteren Bereich bereits etwas fester sind. Idealerweise wählst du Triebe ohne Blütenknospen, da diese ihre Energie besser in die Wurzelbildung stecken können. Die beste Zeit für dieses Vorhaben ist der Juli oder August, wenn das Gewebe noch aktiv ist.
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Entferne die unteren Blätter des Stecklings, sodass nur noch zwei bis drei Blattpaare an der Spitze übrig bleiben. Ein sauberer, schräger Schnitt am unteren Ende vergrößert die Fläche für die Wurzelbildung und erleichtert die Wasseraufnahme. Du kannst das untere Ende in ein Bewurzelungspulver tauchen, um den Prozess zu beschleunigen, obwohl es bei Skimmien oft auch ohne Chemie klappt. Stecke die vorbereiteten Triebe in ein Gefäß mit einer Mischung aus Torfersatz und Sand für eine optimale Belüftung.
Die Stecklinge benötigen einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung und eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit für den Erfolg. Du kannst eine transparente Plastiktüte über den Topf stülpen oder ein Minigewächshaus verwenden, um gespannte Luft zu erzeugen. Lüfte die Abdeckung täglich für einige Minuten, um Schimmelbildung an den Blättern oder am Substrat zu verhindern. Nach etwa sechs bis acht Wochen sollten sich die ersten feinen Wurzeln gebildet haben, was du an einem leichten Widerstand beim Ziehen merkst.
Sobald die jungen Pflanzen kräftige Wurzeln und erste neue Blättchen zeigen, können sie in Einzeltöpfe mit Moorbeeterde umgesetzt werden. Den ersten Winter verbringen die kleinen Skimmien am besten an einem frostfreien, aber kühlen Ort im Haus oder im Gewächshaus. Sie sind in diesem Stadium noch sehr empfindlich gegenüber extremen Wetterbedingungen und benötigen Schutz. Im nächsten Frühjahr, wenn keine harten Fröste mehr zu erwarten sind, können sie dann an ihren endgültigen Platz im Garten umziehen.
Aussaat und geschlechtliche Vermehrung
Die Vermehrung durch Samen ist bei der japanischen Skimmie ebenfalls möglich, erfordert aber deutlich mehr Geduld und Zeit. Die Samen gewinnst du aus den reifen, roten Beeren der weiblichen Pflanzen im späten Herbst oder frühen Winter. Das Fruchtfleisch muss vollständig entfernt werden, da es keimhemmende Stoffe enthält, die den Prozess blockieren würden. Wasche die Samen gründlich ab und lass sie an einem kühlen Ort kurz antrocknen, bevor du sie weiterverarbeitest.
Skimmien sind Kaltkeimer, was bedeutet, dass die Samen einen Kältereiz benötigen, um die Keimruhe zu durchbrechen. Du kannst sie entweder direkt im Winter in Schalen im Freien aussäen oder sie für einige Wochen im Kühlschrank stratifizieren. Bei der Direktsaat im Freien übernimmt die Natur diesen Prozess, du musst die Samen jedoch vor Vögeln und Nagetieren schützen. Die Aussaat erfolgt flach auf saurem Substrat, da die Samen Licht zum Keimen benötigen und nur minimal mit Erde bedeckt werden sollten.
Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen, beginnen die Samen langsam mit dem Keimvorgang, der sich über mehrere Wochen hinziehen kann. Die jungen Sämlinge wachsen anfangs sehr langsam und benötigen einen geschützten Standort mit gleichmäßiger Feuchtigkeit. Achte darauf, dass das Substrat niemals austrocknet, da die winzigen Wurzeln sofort Schaden nehmen würden. Sobald die Pflänzchen groß genug zum Anfassen sind, werden sie pikiert und in kleine Töpfe mit nährstoffarmer Anzuchterde gesetzt.
Ein wichtiger Punkt bei der Vermehrung durch Samen ist die Ungewissheit über das Geschlecht der neuen Pflanzen. Da die Skimmie zweihäusig ist, weißt du erst nach einigen Jahren bei der ersten Blüte, ob du eine männliche oder weibliche Pflanze gezogen hast. Zudem können die Sämlinge in ihren Eigenschaften von der Mutterpflanze abweichen, was jedoch auch zu interessanten neuen Varianten führen kann. Für die meisten Hobbygärtner bleibt die Stecklingsvermehrung jedoch die schnellere und zuverlässigere Methode für den Eigenbedarf.