Obwohl der Geldbaum als eine der robustesten Zimmerpflanzen gilt, bleibt auch er nicht von Krankheiten und Schädlingen verschont. Oft sind es kleine Pflegefehler, die die Abwehrkräfte der Pflanze schwächen und sie somit angreifbar für Parasiten oder Pilzinfektionen machen. Ein aufmerksames Auge ist daher die beste Prophylaxe, um Probleme bereits im Keim zu ersticken, bevor sie die gesamte Pflanze gefährden. In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit den häufigsten Widersachern und wie man sie auf natürliche oder fachmännische Weise erfolgreich bekämpft.
Wollläuse und ihre Bekämpfung
Wollläuse sind zweifellos die am häufigsten auftretenden Schädlinge an Geldbäumen und anderen Sukkulenten. Man erkennt sie leicht an den kleinen, weißen und wattigen Gespinsten, die sich meist in den Blattachseln oder an der Unterseite der Blätter verbergen. Diese Insekten saugen den zuckerhaltigen Pflanzensaft und schwächen dadurch das Gewebe, was bei starkem Befall zu Blattverformungen führen kann. Zudem scheiden sie Honigtau aus, auf dem sich in der Folge oft Rußtaupilze ansiedeln, die die Blätter schwarz färben.
Bei einem leichten Befall kann man versuchen, die Läuse manuell mit einem in Spiritus oder Alkohol getränkten Wattestäbchen abzutupfen. Der Alkohol löst die schützende Wachsschicht der Tiere auf und tötet sie effektiv ab, ohne die Pflanze bei vorsichtiger Anwendung zu schädigen. Es ist jedoch wichtig, diesen Vorgang über mehrere Wochen alle paar Tage zu wiederholen, da immer wieder neue Larven aus versteckten Eiern schlüpfen können. Eine gründliche Kontrolle aller benachbarten Pflanzen ist ebenfalls ratsam, da sich die Schädlinge schnell verbreiten.
Sollte der Befall bereits fortgeschritten sein, können ölhaltige Präparate auf Basis von Neem- oder Rapsöl sehr hilfreich sein. Diese Mittel bilden einen feinen Film über den Schädlingen und ersticken sie, wobei man darauf achten muss, die Pflanze danach nicht direkt in die Sonne zu stellen. Das Öl kann in Kombination mit UV-Strahlung zu Verbrennungen auf den fleischigen Blättern führen. Biologische Nützlinge wie die Larven des Australischen Marienkäfers können in Innenräumen ebenfalls erfolgreich eingesetzt werden, um die Population natürlich zu kontrollieren.
Vorbeugend hilft vor allem ein Standort mit guter Luftzirkulation und die Vermeidung von zu trockener Heizungsluft im Winter. Wollläuse lieben stehende, warme Luft und vermehren sich unter diesen Bedingungen explosionsartig. Ein gelegentliches Abbrausen der Pflanze mit lauwarmem Wasser kann ebenfalls dazu beitragen, vereinzelte Schädlinge mechanisch zu entfernen. Eine gesunde Pflanze mit festem Zellgewebe ist zudem für die Saugrüssel der Läuse eine deutlich schwierigere Beute als eine weich gezogene Überdüngte.
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Befall durch Schildläuse erkennen
Schildläuse sind aufgrund ihrer Tarnung oft schwerer zu entdecken als Wollläuse, da sie wie kleine, bräunliche Erhebungen auf den Stielen oder Blättern aussehen. Sie sitzen meist unbeweglich an einer Stelle und schützen sich durch einen harten, wachsartigen Schild gegen äußere Einflüsse und viele Kontaktinsektizide. Ein deutliches Anzeichen für ihren Befall ist oft ein klebriger Film auf den Blättern oder sogar auf der Fensterbank unter der Pflanze. Dieser klebrige Honigtau ist ein Nebenprodukt ihrer Saugtätigkeit und zieht oft Ameisen an, falls die Pflanze im Freien steht.
Da die Schilde der Läuse sehr widerstandsfähig sind, hilft ein einfaches Besprühen mit Wasser meist nicht gegen diese Parasiten. Man kann versuchen, die Schilde vorsichtig mit einem stumpfen Messer oder dem Fingernagel abzukratzen, ohne dabei die Rinde der Pflanze zu verletzen. Eine anschließende Behandlung der Stellen mit einer Seifen-Spiritus-Lösung kann verbliebene Larven abtöten und eine Neubesiedlung erschweren. Auch hier ist Ausdauer gefragt, da Schildläuse sehr zählebige Gegner sind, die sich hartnäckig halten können.
In hartnäckigen Fällen können systemische Mittel sinnvoll sein, die über das Gießwasser aufgenommen werden und die Pflanze von innen her schützen. Diese Wirkstoffe verteilen sich im gesamten Saftstrom und töten die Schädlinge ab, sobald diese an der Pflanze saugen. Solche Maßnahmen sollten jedoch immer das letzte Mittel der Wahl sein, wenn mechanische und biologische Methoden versagt haben. Man sollte sich im Fachhandel beraten lassen, welches Mittel für Sukkulenten verträglich ist, um keine Blattschäden zu riskieren.
Ein regelmäßiger Standortwechsel und das Säubern der Umgebung des Topfes können helfen, den Befallsdruck zu senken. Schildläuse verstecken sich oft auch am Topfrand oder an den Untersetzern, von wo aus sie die Pflanze immer wieder neu besiedeln. Eine gründliche Reinigung des gesamten Umfeldes ist daher ein wichtiger Teil der erfolgreichen Schädlingsbekämpfung. Wer wachsam bleibt und bei den ersten braunen Punkten reagiert, kann seine Pflanze meist ohne große Verluste retten.
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Pilzerkrankungen und Wurzelfäule
Pilzerkrankungen treten beim Geldbaum meist als Folge von zu hoher Feuchtigkeit in Kombination mit mangelnder Luftbewegung auf. Echter Mehltau kann sich als weißlicher, abwischbarer Belag auf den Blättern zeigen, was besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit im Sommer vorkommt. In solchen Fällen hilft oft schon das Umstellen an einen luftigeren Ort und das Reduzieren des Gießens, um die Ausbreitung zu stoppen. Befallene Blätter sollten umgehend entfernt und im Hausmüll entsorgt werden, um die Sporenlast zu verringern.
Viel gefährlicher als Oberflächenpilze ist jedoch die bereits erwähnte Wurzelfäule, die durch Bodenpilze der Gattung Phytophthora oder Fusarium ausgelöst wird. Diese Pilze gedeihen prächtig in nasser, sauerstoffarmer Erde und zerstören systematisch das Wurzelwerk der Sukkulente. Wenn die Basis des Stammes dunkel und weich wird, ist die Fäulnis oft schon bis weit in die Leitungsbahnen aufgestiegen. Hier hilft meist nur noch ein radikaler Rückschnitt bis ins gesunde, grüne Gewebe, um aus den Resten Kopfstecklinge zu ziehen.
Ein weiteres pilzliches Problem kann der sogenannte Grauschimmel (Botrytis) sein, der vor allem verletzte Pflanzenteile oder abgestorbene Blätter befällt. Er zeigt sich durch einen grauen, pelzigen Belag und führt schnell zum Faulen des betroffenen Gewebes. Sauberkeit im Topf und das schnelle Entfernen von welken Pflanzenteilen sind die besten Schutzmaßnahmen gegen diesen Pilz. Achte darauf, beim Schneiden immer sauberes Werkzeug zu verwenden, um keine Pilzsporen in die offenen Wunden zu transportieren.
Die beste Therapie gegen Pilze ist immer die Optimierung der Kulturbedingungen, da gesunde Sukkulenten über wirksame eigene Abwehrmechanismen verfügen. Trockenheit ist der natürliche Feind der meisten Pilzarten, weshalb ein gut durchlässiges Substrat und angemessene Gießpausen die beste Versicherung sind. Wer seine Pflanze eher trocken und hell hält, wird selten Probleme mit Pilzerkrankungen bekommen. Es ist die Balance zwischen notwendiger Feuchtigkeit und lebenswichtiger Trockenheit, die den Erfolg ausmacht.
Blattfall und seine vielfältigen Ursachen
Ein plötzlicher Blattfall löst bei vielen Pflanzenbesitzern Panik aus, hat aber oft harmlose oder leicht korrigierbare Ursachen. Wenn die Pflanze im Winter viele Blätter verliert, kann dies schlicht an einem zu warmen Standort in Kombination mit zu wenig Licht liegen. Die Pflanze versucht in diesem Fall, ihre Verdunstungsfläche zu reduzieren, da sie unter den Bedingungen nicht genügend Energie produzieren kann. Ein Umzug an einen kühleren, helleren Platz löst das Problem meist innerhalb weniger Wochen von selbst.
Ein weiterer Grund für den Verlust von Blättern kann extremer Trockenstress sein, wenn die Pflanze über einen sehr langen Zeitraum überhaupt kein Wasser erhalten hat. Die Blätter werden dann erst schrumpelig, verfärben sich gelb und fallen schließlich bei der kleinsten Berührung ab. In diesem Fall hilft ein vorsichtiges, schrittweises Wässern, um die Wasserspeicher der Pflanze wieder aufzufüllen, ohne die Wurzeln zu schockieren. Meist regeneriert sich der Geldbaum erstaunlich schnell und treibt an den kahlen Stellen wieder neu aus.
Chemische Reize, wie etwa durch ungeeignete Dünger oder scharfe Reinigungsmittel, können ebenfalls zu einer Abstoßungsreaktion der Blätter führen. Sukkulenten reagieren empfindlich auf plötzliche Veränderungen in der Bodenbeschaffenheit oder auf Schadstoffe in der Luft. Auch ein Standortwechsel von einem schattigen Platz direkt in die pralle Mittagssonne kann einen massiven Blattabwurf provozieren. Man sollte Veränderungen in der Umgebung daher immer schrittweise vornehmen, um der Pflanze Zeit zur Anpassung zu geben.
Schließlich gehört ein gewisser Blattverlust im unteren Bereich des Stammes zum ganz natürlichen Alterungsprozess der Pflanze. Während der Geldbaum in die Höhe wächst, verliert er unten seine alten Blätter, was zur charakteristischen Stammbildung führt. Solange an den Triebspitzen gesundes neues Wachstum zu sehen ist, besteht kein Grund zur Sorge über ein paar abgefallene Blätter im Inneren. Es ist der natürliche Lauf der Dinge, der aus einer kleinen Pflanze einen stattlichen Baum formt.
Vorbeugung durch richtige Standortwahl
Ein gesunder Standort ist die wichtigste Voraussetzung, um Krankheiten und Schädlingen dauerhaft vorzubeugen. Viel Licht stärkt das Zellgewebe und sorgt dafür, dass die Blätter eine dicke, schützende Wachsschicht ausbilden können. Diese Schicht dient als natürliche Barriere gegen stechende und saugende Insekten sowie gegen das Eindringen von Pilzsporen. Pflanzen, die an zu dunklen Plätzen stehen, entwickeln hingegen weiche, dünne Blätter, die eine leichte Beute für alle Arten von Parasiten darstellen.
Gute Belüftung ohne kalte Zugluft verhindert die Entstehung eines Kleinklimas, in dem sich Schädlinge besonders wohlfühlen. In stehender Luft können sich Insekten schneller von Pflanze zu Pflanze bewegen und Pilzsporen setzen sich leichter auf dem Laub fest. Ein regelmäßiges Öffnen der Fenster sorgt für frischen Wind und stärkt die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegenüber Umweltstress. Im Sommer ist ein geschützter Platz auf dem Balkon oder der Terrasse wie eine Kur für den Geldbaum und festigt seine Gesundheit.
Die Sauberkeit des Gießwassers und des verwendeten Werkzeugs sollte niemals vernachlässigt werden, um keine Krankheitserreger einzuschleppen. Töpfe sollten vor der Wiederverwendung gründlich gereinigt und am besten desinfiziert werden, besonders wenn zuvor eine kranke Pflanze darin stand. Auch die eigenen Hände können Überträger von Schädlingen sein, wenn man zuvor andere befallene Pflanzen berührt hat. Ein gewisses Maß an Hygiene im Umgang mit den grünen Mitbewohnern zahlt sich langfristig immer aus.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein aufmerksamer Besitzer die meisten Probleme frühzeitig erkennen und beheben kann. Die Kombination aus optimalen Lichtverhältnissen, angepasster Bewässerung und regelmäßiger Kontrolle ist der beste Garant für eine prachtvolle Pflanze. Sollte doch einmal etwas schiefgehen, ist der Geldbaum glücklicherweise sehr verzeihlich und regeneriert sich oft schneller, als man denkt. Mit ein wenig Wissen und Geduld bleibt der kleine Baum ein gesundes Highlight in jedem Raum.