Das Pflanzen und Vermehren von Hängegeranien ist eine wunderbare Möglichkeit, den eigenen Garten kostengünstig und nachhaltig zu verschönern. Es macht großen Spaß zu beobachten, wie aus einem kleinen Steckling innerhalb weniger Monate eine prächtige, blühende Pflanze wird. Mit ein wenig Geduld und dem richtigen Wissen gelingt dieser Vorgang fast jedem Pflanzenfreund problemlos. In den folgenden Abschnitten erfährst du alles Wichtige über den richtigen Start und die verschiedenen Techniken.
Wahl des richtigen pflanzgefäßes
Die Auswahl des passenden Gefäßes ist der erste Schritt für ein gesundes Wachstum deiner Hängegeranien. Da diese Pflanzen einen hängenden Wuchs haben, sind Balkonkästen, Hängeampeln oder hohe Töpfe besonders gut geeignet. Das Material des Gefäßes spielt eine Rolle für die Feuchtigkeitsspeicherung im Wurzelbereich. Kunststoffgefäße halten das Wasser länger, während Tontöpfe eine bessere Belüftung der Wurzeln ermöglichen, aber schneller austrocknen.
Achte unbedingt darauf, dass das gewählte Gefäß über ausreichend große Abflusslöcher am Boden verfügt. Staunässe ist der größte Feind der Geranie und führt unweigerlich zu faulenden Wurzeln. Du kannst zusätzlich eine Schicht aus Blähton oder Tonscherben als Drainage am Boden einfüllen. Dies stellt sicher, dass überschüssiges Gießwasser immer ungehindert abfließen kann und die Erde nicht versumpft.
Die Größe des Topfes sollte dem Wurzelballen der Pflanze angemessen sein und noch etwas Raum für Wachstum bieten. Ein zu kleiner Topf schränkt die Entwicklung ein und führt dazu, dass du im Sommer extrem oft gießen musst. In einem größeren Gefäß hingegen bleibt der Wasserhaushalt stabiler, was die Pflege im Alltag deutlich erleichtert. Denke daran, dass eine voll entwickelte Hängegeranie ein beachtliches Gewicht erreichen kann, wenn die Erde nass ist.
Die Stabilität der Aufhängung ist ein wichtiger Sicherheitsaspekt bei der Wahl deiner Blumenampeln. Da die Pflanzen im Laufe des Sommers sehr schwer werden, müssen Haken und Ketten robust und gut befestigt sein. Es wäre sehr schade, wenn deine prachtvollen Blumen bei einem starken Sommerwind abstürzen würden. Prüfe die Befestigungen regelmäßig, um böse Überraschungen zu vermeiden und die Freude an der Pracht zu sichern.
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Der ideale zeitpunkt für die pflanzung
Der richtige Zeitpunkt für das Pflanzen im Freien ist entscheidend für das Überleben der jungen Gewächse. Hängegeranien stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen und vertragen absolut keinen Frost. Es ist daher ratsam, mit dem Auspflanzen bis nach den Eisheiligen Mitte Mai zu warten. Erst wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, können die Pflanzen sicher draußen bleiben.
Du kannst die Pflanzen jedoch schon früher in Innenräumen oder in einem beheizten Gewächshaus vorziehen. Dies gibt ihnen einen wertvollen Vorsprung, sodass sie beim Rausstellen bereits kräftig und gut verwurzelt sind. Achte in dieser Zeit auf einen sehr hellen Platz direkt am Fenster, damit die Triebe nicht vergeilen. Zu wenig Licht führt zu langen, instabilen Stängeln, die später im Wind leicht abbrechen.
Beim Umzug nach draußen sollten die Pflanzen schrittweise an die direkte Sonne gewöhnt werden. Die Blätter, die im Haus gewachsen sind, haben noch keinen UV-Schutz und können leicht einen Sonnenbrand bekommen. Stelle die Kästen für die ersten Tage an einen schattigen Ort und erhöhe die Sonnendauer dann langsam. Dieser Prozess des Abhärtens macht die Pflanzen deutlich robuster für den Rest der Saison.
Falls du deine Geranien selbst aus Samen ziehen möchtest, musst du bereits im Januar oder Februar damit beginnen. Die Keimdauer und die anschließende Entwicklung der Jungpflanzen nehmen viel Zeit in Anspruch. Eine Zusatzbeleuchtung mit speziellen Pflanzenlampen ist in diesen dunklen Monaten oft notwendig für einen kompakten Wuchs. Die Mühe lohnt sich jedoch, wenn man den gesamten Lebenszyklus der Pflanze miterleben möchte.
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Vermehrung durch stecklinge
Die Vermehrung durch Stecklinge ist die effektivste und beliebteste Methode, um identische Kopien deiner Lieblingspflanzen zu erhalten. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das späte Frühjahr oder der Spätsommer, wenn die Mutterpflanze kräftig im Saft steht. Du benötigst dafür lediglich ein scharfes Messer und ein wenig Anzuchtsubstrat. Es ist ein faszinierender Vorgang, wie aus einem einfachen Trieb eine neue, eigenständige Pflanze entsteht.
Wähle für den Steckling einen gesunden, nicht blühenden Trieb aus und schneide ihn etwa zehn Zentimeter lang ab. Der Schnitt sollte direkt unterhalb eines Blattknotens erfolgen, da dort die Konzentration an Wachstumshormonen am höchsten ist. Entferne die unteren Blätter, damit sie nicht mit der Erde in Berührung kommen und dort eventuell faulen. Die verbleibenden Blätter an der Spitze sorgen für die nötige Energie durch Photosynthese während der Wurzelbildung.
Stecke den vorbereiteten Trieb etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die lockere Anzuchterde und drücke diese leicht an. Eine hohe Luftfeuchtigkeit fördert die Wurzelbildung, weshalb eine Abdeckung mit einer transparenten Haube oder Folie hilfreich sein kann. Achte jedoch auf regelmäßiges Lüften, um Schimmelbildung unter der Abdeckung konsequent zu vermeiden. Ein warmer Platz ohne direkte Mittagssonne bietet die idealen Bedingungen für das Anwachsen.
Nach etwa zwei bis drei Wochen zeigen sich meist die ersten neuen Blattaustriebe als Zeichen einer erfolgreichen Bewurzelung. Du kannst dann die Abdeckung dauerhaft entfernen und die junge Pflanze langsam an normalere Bedingungen gewöhnen. Sobald der kleine Topf gut durchwurzelt ist, wird es Zeit für das Umtopfen in nahrhaftere Geranienerde. Es ist immer wieder ein Erfolgserlebnis, wenn aus einem kleinen Zweig eine stolze Pflanze wird.
Aussaat von hängegeranien
Die Aussaat von Hängegeranien erfordert etwas mehr Geduld und Fingerspitzengefühl als die Vermehrung über Stecklinge. Die Samen sind oft recht teuer, bieten aber den Vorteil, dass du auf eine riesige Sortenvielfalt zugreifen kannst. Da Geranien Lichtkeimer sind, dürfen die Samen nur ganz leicht mit feiner Erde bedeckt oder lediglich angedrückt werden. Eine gleichmäßige Feuchtigkeit ist für den Keimprozess absolut lebensnotwendig und muss ständig kontrolliert werden.
Verwende für die Aussaat unbedingt spezielle Aussaaterde, die nährstoffarm und keimfrei ist, um Umfallkrankheiten zu vermeiden. Die ideale Keimtemperatur liegt zwischen 20 und 22 Grad Celsius, was auf einer Fensterbank über einer Heizung gut erreicht werden kann. Du wirst sehen, dass die ersten Keimblätter oft schon nach einer Woche die Erdoberfläche durchbrechen. Ab diesem Moment ist maximales Licht der wichtigste Faktor für die weitere gesunde Entwicklung.
Sobald sich nach den Keimblättern das erste richtige Blattpaar gebildet hat, müssen die kleinen Pflänzchen pikiert werden. Das bedeutet, dass sie vorsichtig aus der Saatschale gehoben und in einzelne, kleine Töpfe umgesetzt werden. Sei dabei besonders vorsichtig mit den zarten Wurzeln, die in diesem Stadium noch sehr empfindlich sind. Das Pikieren gibt jeder Pflanze den nötigen Raum und die Nährstoffe für den nächsten Wachstumsschritt.
Nach dem Pikieren sollten die Temperaturen etwas gesenkt werden, um ein zu schnelles und weiches Wachstum zu verhindern. Eine kühlere Phase bei etwa 16 bis 18 Grad fördert einen kompakten und stabilen Aufbau der Jungpflanzen. Beginne nun auch mit einer sehr schwachen Düngung, um die Entwicklung der grünen Masse zu unterstützen. Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür, wann die kleinen Geranien bereit für den großen Balkonkasten sind.