Obwohl funkien für ihre robustheit und widerstandsfähigkeit bekannt sind, bleiben auch sie nicht gänzlich von krankheiten und schädlingen verschont. Ein wachsames auge und frühzeitiges erkennen von problemen sind entscheidend, um größere schäden an den wertvollen blattschmuckstauden zu verhindern und ihre gesundheit langfristig zu sichern. Der wohl bekannteste und gefürchtetste feind der hosta ist die schnecke, deren fraßspuren das makellose erscheinungsbild der blätter empfindlich stören können. Doch auch verschiedene pilzliche und virale erkrankungen sowie andere schädlinge können den pflanzen zusetzen. Eine gute kulturführung mit optimalen standortbedingungen ist die beste prävention, denn gesunde, kräftige pflanzen sind weniger anfällig für befall. Die kenntnis der häufigsten probleme und wirksamer, möglichst umweltschonender gegenmaßnahmen ist für jeden liebhaber dieser pflanzen unerlässlich.
Der kampf gegen schnecken stellt für viele gärtner die größte herausforderung in der hosta-pflege dar. Nacktschnecken haben eine besondere vorliebe für die zarten, saftigen blätter und können über nacht erhebliche schäden anrichten, von kleinen löchern bis hin zu komplett abgefressenen blättern. Besonders der neuaustrieb im frühjahr ist gefährdet. Es gibt eine vielzahl von bekämpfungsmethoden, die von präventiven maßnahmen wie der förderung natürlicher fressfeinde (igel, kröten) über mechanische barrieren wie schneckenzäune bis hin zum absammeln der tiere in den abend- oder frühen morgenstunden reichen. Der einsatz von umweltverträglichem schneckenkorn auf eisen-iii-phosphat-basis ist eine weitere effektive möglichkeit, die plage einzudämmen.
Neben den schnecken können auch verschiedene viruserkrankungen den funkien zu schaffen machen, von denen das hosta-virus x (hvx) das bekannteste und gefährlichste ist. Dieses virus verursacht symptome wie mosaikartige flecken, farbveränderungen, die entlang der blattadern verlaufen, verdrehte oder verkümmerte blätter und im schlimmsten fall das absterben der pflanze. Eine heilung gibt es nicht, und befallene pflanzen müssen umgehend aus dem bestand entfernt und im restmüll entsorgt werden, um eine weitere ausbreitung zu verhindern. Die übertragung erfolgt hauptsächlich mechanisch durch den pflanzensaft, beispielsweise über infiziertes gartenwerkzeug. Daher ist eine sorgfältige desinfektion von scheren und spaten nach der arbeit an jeder pflanze unerlässlich.
Pilzkrankheiten wie die blattfleckenkrankheit oder die anthracnose treten vor allem bei feuchter witterung und an zu dicht stehenden pflanzen auf. Sie äußern sich durch runde oder unregelmäßige, oft bräunliche bis schwarze flecken auf den blättern, die teilweise einen helleren hof haben. Ein starker befall kann zu einem vorzeitigen blattfall führen. Zur vorbeugung ist es wichtig, für eine gute luftzirkulation zu sorgen, die pflanzen nicht über die blätter zu gießen und befallenes laub konsequent zu entfernen und zu entsorgen. In schweren fällen kann der einsatz von geeigneten fungiziden notwendig sein, wobei präventive maßnahmen stets vorzuziehen sind.
Der umgang mit schnecken
Schnecken sind zweifellos der hartnäckigste und am weitesten verbreitete schädling an funkien, und ein befall kann die freude an den prachtvollen blättern erheblich trüben. Eine der effektivsten und umweltfreundlichsten methoden zur kontrolle ist das regelmäßige absammeln der tiere. Nacktschnecken sind dämmerungs- und nachtaktiv, daher sind die frühen morgenstunden oder die zeit nach einem regenschauer ideal, um sie auf frischer tat zu ertappen. Ausgestattet mit einer taschenlampe und einem eimer lassen sich so viele tiere von den pflanzen und aus ihren verstecken in der umgebung entfernen. Diese methode erfordert zwar konsequenz, ist aber sehr wirksam, um die population in schach zu halten.
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Präventive maßnahmen im garten können einen schneckenbefall von vornherein reduzieren. Die förderung natürlicher fressfeinde wie igel, spitzmäuse, vögel und kröten ist ein wichtiger beitrag zum biologischen gleichgewicht. Ein naturnaher garten mit laubhaufen, totholzecken und einem kleinen teich bietet diesen nützlingen lebensraum. Zudem sollte auf eine übermäßige stickstoffdüngung verzichtet werden, da diese zu weichem, wässrigem pflanzengewebe führt, das von schnecken besonders bevorzugt wird. Auch das entfernen von potenziellen verstecken wie hohem gras, unkraut oder brettern in unmittelbarer nähe der hosta-beete erschwert den schnecken das leben.
Mechanische barrieren können einzelne pflanzen oder ganze beete wirksam schützen. Spezielle schneckenzäune aus metall oder kunststoff, die eine nach außen gebogene kante haben, sind für schnecken kaum überwindbar. Auch scharfkantige materialien wie zerdrückte eierschalen, splitt, sägemehl oder kaffeesatz, die um die pflanzen gestreut werden, können eine barriere bilden, da schnecken ungern über solche oberflächen kriechen. Diese barrieren müssen jedoch nach starkem regen erneuert werden. Kupferbänder, die um töpfe oder beet-einfassungen geklebt werden, wirken ebenfalls abwehrend, da der schleim der schnecke mit dem kupfer reagiert und einen leichten elektrischen schock auslöst.
Wenn der befallsdruck sehr hoch ist, kann der einsatz von schneckenkorn notwendig werden. Hier sollte unbedingt zu produkten auf der basis von eisen-iii-phosphat gegriffen werden. Dieser wirkstoff ist für schnecken giftig, schont aber andere tiere wie igel, haustiere und nützlinge. Die schnecken ziehen sich nach der aufnahme des köders in ihre verstecke zurück und verenden dort. Im gegensatz dazu ist der wirkstoff metaldehyd, der in vielen herkömmlichen schneckenkörnern enthalten ist, auch für andere tiere giftig und sollte im naturnahen garten nicht verwendet werden. Das schneckenkorn sollte breitwürfig und nicht in häufchen ausgebracht werden.
Das hosta-virus x (hvx)
Das hosta-virus x, kurz hvx genannt, ist eine ernstzunehmende viruserkrankung, die ausschließlich funkien befällt und in den letzten jahrzehnten zu einem großen problem für züchter und liebhaber geworden ist. Die symptome können je nach hosta-sorte sehr unterschiedlich sein und werden daher oft nicht sofort als virusinfektion erkannt. Typische anzeichen sind tintenähnliche farbverläufe entlang der blattadern, mosaikartige, hell- und dunkelgrüne flecken, eine pockennarbige oder verdrehte blattstruktur sowie ein allgemein kümmerlicher wuchs. Bei manchen sorten können die blätter auch kollabieren und matschig werden. Es ist wichtig zu wissen, dass manche sorten auch infiziert sein können, ohne sichtbare symptome zu zeigen, und somit als stille überträger fungieren.
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Die übertragung des virus erfolgt ausschließlich mechanisch durch den kontakt mit infiziertem pflanzensaft. Es wird nicht durch insekten wie blattläuse oder durch samen übertragen. Die häufigste infektionsquelle ist die verwendung von nicht desinfiziertem werkzeug. Wenn mit einer schere, einem messer oder einem spaten eine infizierte pflanze geschnitten oder geteilt wird, kann das virus mit dem anhaftenden saft auf die nächste, gesunde pflanze übertragen werden. Auch die hände können das virus weitergeben. Daher ist es von größter wichtigkeit, gartenwerkzeuge nach der arbeit an jeder einzelnen hosta-pflanze sorgfältig zu desinfizieren, beispielsweise mit spiritus, desinfektionsmittel oder durch abflammen.
Eine heilung für das hosta-virus x gibt es nicht. Sobald eine pflanze infiziert ist, bleibt sie es ihr leben lang, und das virus breitet sich in allen pflanzenteilen aus. Um eine weitere ausbreitung im garten zu verhindern, müssen befallene pflanzen rigoros und vollständig entfernt werden. Die erkrankte hosta sollte mitsamt ihrem wurzelballen ausgegraben und im restmüll entsorgt werden, nicht auf dem kompost, da das virus dort überleben könnte. An der stelle, an der die infizierte pflanze stand, sollte für mindestens ein bis zwei jahre keine neue hosta gepflanzt werden, da im boden verbliebene wurzelreste noch infektiös sein können.
Die beste strategie gegen hvx ist die prävention. Bereits beim kauf neuer funkien sollte man auf verdächtige symptome achten und pflanzen nur aus vertrauenswürdigen quellen beziehen. Seriöse züchter und gärtnereien testen ihre bestände regelmäßig auf das virus. Jede neue pflanze sollte idealerweise für eine saison an einem isolierten „quarantäne-platz“ im garten beobachtet werden, bevor sie in die eigentlichen beete integriert wird. Die konsequente desinfektion des werkzeugs bleibt jedoch die wichtigste und effektivste maßnahme, um den eigenen, wertvollen hosta-bestand vor dieser unheilbaren krankheit zu schützen.
Pilzkrankheiten und ihre bekämpfung
Pilzkrankheiten wie anthracnose, botrytis (grauschimmel) oder verschiedene blattfleckenpilze können das erscheinungsbild von funkien besonders in feuchten jahren oder an ungünstigen standorten beeinträchtigen. Die anthracnose äußert sich durch große, unregelmäßige, wässrige flecken auf den blättern, die oft einen dunklen rand haben. Bei starkem befall können die flecken zusammenfließen und große teile des blattes absterben lassen. Blattfleckenkrankheiten zeigen sich typischerweise als kleinere, runde flecken, die oft als „schrotschusslöcher“ beschrieben werden, da das abgestorbene gewebe in der mitte des flecks herausfallen kann. Grauschimmel bildet einen samtigen, grauen pilzrasen, meist auf bereits geschwächtem oder absterbendem pflanzengewebe.
Die wichtigste vorbeugende maßnahme gegen pilzkrankheiten ist die schaffung von bedingungen, die für die pflanze optimal und für den pilz ungünstig sind. Dazu gehört ein ausreichender pflanzabstand, der eine gute luftzirkulation zwischen den pflanzen gewährleistet, sodass die blätter nach regen schnell abtrocknen können. Es sollte vermieden werden, die pflanzen von oben zu gießen; das wasser sollte immer direkt auf den boden im wurzelbereich gegeben werden. Eine ausgewogene ernährung stärkt die pflanze und macht sie widerstandsfähiger. Abgestorbenes und befallenes laub sollte sowohl während der saison als auch im herbst konsequent entfernt und entsorgt werden, um das infektionspotenzial für das nächste jahr zu reduzieren.
Bei einem ersten auftreten von pilzlichen blattflecken sollten die betroffenen blätter sofort entfernt und entsorgt werden, um eine weitere ausbreitung zu stoppen. Oftmals reichen diese hygienemaßnahmen bereits aus, um das problem in den griff zu bekommen. Natürliche pflanzenstärkungsmittel auf der basis von schachtelhalm- oder brennnesselextrakt können präventiv angewendet werden, um das pflanzengewebe zu festigen und die abwehrkräfte zu stärken. Diese mittel werden in regelmäßigen abständen auf die pflanzen gesprüht und unterstützen die pflanzengesundheit auf natürliche weise.
Der einsatz von chemischen fungiziden sollte die letzte option sein und nur bei sehr starkem, wiederkehrendem befall in betracht gezogen werden. Wenn der einsatz unumgänglich ist, sollte ein für den haus- und kleingarten zugelassenes, breit wirksames fungizid gewählt werden. Die anwendung muss genau nach den anweisungen des herstellers erfolgen, und es ist wichtig, die gesamte pflanze, insbesondere die blattunterseiten, gründlich zu benetzen. Oft sind mehrere anwendungen im abstand von 10 bis 14 tagen notwendig, um den pilz erfolgreich zu bekämpfen.
Wurzelfäule und stängelfäule
Wurzelfäule ist eine der schwerwiegendsten krankheiten, die funkien befallen kann, und wird meist durch staunässe im boden verursacht. Wenn der boden über einen längeren zeitraum zu nass ist, bekommen die wurzeln nicht genügend sauerstoff und beginnen zu faulen. Dies wird oft durch pilze aus der gattung phytophthora oder pythium begünstigt, die in nassen böden gedeihen. Die symptome oberhalb der erde sind oft unspezifisch: die pflanze welkt, obwohl der boden feucht ist, die blätter vergilben und das wachstum stagniert. Ein deutliches zeichen ist ein unangenehmer, fauliger geruch, wenn man die erde im wurzelbereich untersucht.
Die beste vorbeugung gegen wurzelfäule ist die richtige standortwahl und eine sorgfältige bodenvorbereitung. Funkien sollten niemals in senken oder bereichen gepflanzt werden, in denen sich wasser sammelt. Ein schwerer, lehmiger boden muss vor der pflanzung unbedingt mit sand, kompost und kies tiefgründig gelockert und drainiert werden, um den wasserabzug zu verbessern. Bei der kultur im topf sind drainage-löcher und eine drainageschicht am topfboden unerlässlich. Eine übermäßige bewässerung muss unter allen umständen vermieden werden. Der boden sollte feucht, aber niemals durchnässt sein.
Wenn eine funkie anzeichen von wurzelfäule zeigt, muss schnell gehandelt werden, um sie noch zu retten. Die pflanze sollte vorsichtig ausgegraben und der wurzelballen von der erde befreit werden. Alle matschigen, braunen und faulig riechenden wurzelteile müssen mit einem scharfen, sauberen messer großzügig bis ins gesunde, weiße gewebe zurückgeschnitten werden. Anschließend kann der verbleibende wurzelstock mit einem fungizid behandelt werden. Die pflanze sollte dann an einem neuen standort mit gut drainiertem boden oder in einen topf mit frischem, sterilem substrat gepflanzt werden.
Die stängelfäule, oft verursacht durch den pilz sclerotium rolfsii, ist eine weitere gefährliche krankheit, die vor allem in wärmeren klimazonen auftritt. Sie befällt die pflanze direkt an der basis, am übergang vom stängel zum boden. Die blattstiele werden matschig, verfärben sich gelb und fallen schließlich um. An der befallenen stelle und auf dem umliegenden boden bildet sich ein weißes, watteartiges pilzgeflecht (myzel), in dem sich kleine, runde, senfkorngroße sporenkörper (sklerotien) befinden. Befallene pflanzen sind meist nicht zu retten und müssen mitsamt der umliegenden erde entfernt und entsorgt werden, um eine ausbreitung der langlebigen sporen zu verhindern.
Weitere schädlinge
Neben den allgegenwärtigen schnecken gibt es noch einige andere schädlinge, die gelegentlich an funkien auftreten können, auch wenn sie in der regel keine so gravierenden schäden verursachen. Blattläuse können sich manchmal an den jungen blättern und besonders an den blütenstielen und knospen ansiedeln. Sie saugen den pflanzensaft, was zu verkrüppelten blüten und klebrigem honigtau führen kann, auf dem sich wiederum rußtaupilze ansiedeln können. Ein leichter befall kann oft mit einem scharfen wasserstrahl abgespült werden. Bei stärkerem befall helfen nützlinge wie marienkäfer und deren larven oder eine spritzbrühe aus wasser und kaliseife.
Dickmaulrüssler können an funkien gleich doppelten schaden anrichten. Die erwachsenen, nachtaktiven käfer verursachen den typischen buchtenfraß an den blatträndern, der zwar unschön, aber für die pflanze meist nicht lebensbedrohlich ist. Weitaus gefährlicher sind die im boden lebenden larven des käfers. Sie fressen an den wurzeln und am rhizom der funkie, was zu erheblichem wachstumsstillstand, welkeerscheinungen und im schlimmsten fall zum absterben der gesamten pflanze führen kann. Die bekämpfung der larven erfolgt am effektivsten biologisch durch den einsatz von nützlichen nematoden (heterorhabditis-bacteriophora), die im gießverfahren ausgebracht werden.
Blattälchen, auch nematoden genannt, sind mikroskopisch kleine würmer, die in den blättern leben und sich dort zwischen den blattadern bewegen. Ein befall äußert sich durch gelbliche, später braune und trockene streifen oder flecken, die scharf von den blattadern begrenzt sind. Die schäden werden meist erst im spätsommer deutlich sichtbar. Da sich die älchen bei feuchtigkeit auf der blattoberfläche ausbreiten und durch die spaltöffnungen in neue blätter eindringen, ist das trockenhalten der blätter die wichtigste vorbeugende maßnahme. Befallene blätter sollten umgehend entfernt und entsorgt werden. Eine chemische bekämpfung im hausgarten ist schwierig und kaum möglich.
Gelegentlich können auch wurzelgallennematoden ein problem darstellen. Diese schädlinge befallen die wurzeln und verursachen dort charakteristische verdickungen und knötchen (gallen). Diese schädigen die fähigkeit der wurzeln, wasser und nährstoffe aufzunehmen, was zu einem verkümmerten wuchs, welke und gelben blättern führt. Eine direkte bekämpfung ist sehr schwierig. Präventiv hilft eine gute bodenpflege mit reichlich kompost, da ein aktives bodenleben die nematodenpopulation unterdrückt. Eine pflanzung von tagetes (studentenblumen) in der nähe der hosta kann ebenfalls helfen, da deren wurzelausscheidungen für viele nematodenarten giftig sind.