Die erfolgreiche etablierung und vermehrung von funkien im eigenen garten beginnt mit dem richtigen wissen über die pflanzung und die verschiedenen methoden der fortpflanzung. Obwohl hosta als pflegeleichte und robuste stauden gelten, legt eine fachgerechte pflanzung den grundstein für ihre langfristige gesundheit und prachtvolle entwicklung. Die wahl des richtigen zeitpunkts, die sorgfältige vorbereitung des bodens und die korrekte pflanztiefe sind entscheidende faktoren, die darüber bestimmen, wie schnell und kräftig die pflanze anwächst. Ebenso ermöglicht die kenntnis der vermehrungstechniken, wie der teilung, nicht nur die verjüngung bestehender pflanzen, sondern auch die kostengünstige erweiterung des eigenen bestandes. So lässt sich die faszinierende vielfalt an formen, farben und größen dieser blattschmuckstauden im gesamten garten verbreiten.
Die beste pflanzzeit für funkien ist das frühjahr, von märz bis mai, nachdem die gefahr starker fröste vorüber ist und der boden sich bereits erwärmt hat. Eine pflanzung in diesem zeitraum gibt der hosta genügend zeit, um vor der hitze des sommers ein kräftiges wurzelsystem zu etablieren und gut anzuwachsen. Alternativ ist auch eine pflanzung im frühherbst, von september bis anfang oktober, möglich. Der boden ist dann noch warm genug für die wurzelbildung, und die pflanze kann sich vor dem wintereinbruch ausreichend etablieren. Eine pflanzung im hochsommer sollte vermieden werden, da die kombination aus hitze und trockenheit einen erheblichen stress für die frisch gesetzte pflanze darstellt und einen stark erhöhten gießaufwand erfordert.
Vor dem eigentlichen pflanzvorgang ist eine gründliche vorbereitung des pflanzlochs unerlässlich. Dieses sollte mindestens doppelt so breit und tief wie der wurzelballen der funkie ausgehoben werden, um den umliegenden boden zu lockern und den wurzeln das ausbreiten zu erleichtern. Der aushub kann mit reifem kompost oder hochwertiger pflanzerde angereichert werden, um die nährstoffversorgung und die bodenstruktur zu verbessern. Bei schweren, undurchlässigen böden ist es ratsam, eine drainageschicht aus kies oder grobem sand am boden des pflanzlochs einzubringen, um staunässe effektiv vorzubeugen. Diese maßnahmen schaffen optimale startbedingungen und fördern ein schnelles anwachsen.
Die pflanztiefe ist ein weiterer wichtiger aspekt, der beachtet werden muss. Die funkie sollte so tief in die erde gesetzt werden, dass die oberkante des wurzelballens mit dem umliegenden bodenniveau abschließt oder nur minimal darunter liegt. Eine zu tiefe pflanzung kann zu fäulnis am rhizom führen, während eine zu hohe pflanzung dazu führen kann, dass die wurzeln austrocknen. Nach dem einsetzen der pflanze wird das loch mit der vorbereiteten erde aufgefüllt, die erde leicht angedrückt, um luftlöcher zu vermeiden, und anschließend wird die pflanze kräftig angegossen. Ein gießrand um die pflanze hilft dabei, das wasser direkt im wurzelbereich zu konzentrieren.
Der ideale zeitpunkt für die pflanzung
Die wahl des optimalen pflanzzeitpunktes ist ein entscheidender faktor, der maßgeblich über den anwachserfolg von funkien entscheidet. Das zeitige frühjahr, typischerweise zwischen ende märz und anfang mai, gilt als die ideale periode für die pflanzung. In dieser zeit ist der boden bereits frostfrei und beginnt sich langsam zu erwärmen, was die wurzelbildung anregt. Die pflanze hat somit die gesamte vegetationsperiode vor sich, um sich am neuen standort zu etablieren, ein starkes wurzelwerk auszubilden und genügend reserven für den kommenden winter zu sammeln. Zudem ist die witterung im frühling oft gemäßigt und feucht, was den stress für die neugepflanzte hosta reduziert und den gießaufwand minimiert.
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Eine weitere gute möglichkeit für die pflanzung bietet der herbst, insbesondere die monate september und oktober. Der boden ist von der sommersonne noch aufgewärmt, was die wurzeln dazu anregt, weiterzuwachsen und sich zu verankern. Gleichzeitig sind die temperaturen bereits milder, und die niederschläge nehmen in der regel zu. Diese bedingungen ermöglichen es der funkie, sich vor dem einsetzen des winters gut zu etablieren. Es ist jedoch wichtig, die pflanzung nicht zu spät im herbst durchzuführen, damit die pflanze noch mindestens vier bis sechs wochen zeit hat, vor dem ersten starken frost anzuwachsen. Eine zu späte pflanzung birgt das risiko, dass die pflanze den winter nicht übersteht.
Die pflanzung während der heißen sommermonate, insbesondere im juli und august, ist zwar möglich, aber nicht empfehlenswert und sollte nur im notfall erfolgen. Die hohe hitze und die intensive sonneneinstrahlung stellen einen enormen stressfaktor für die frisch gesetzte pflanze dar. Der wasserbedarf ist in dieser zeit extrem hoch, und es bedarf einer sehr konsequenten und täglichen bewässerung, um ein austrocknen zu verhindern. Trotz aller bemühungen kann es vorkommen, dass die pflanze unter diesen bedingungen nur schwer anwächst, blätter verliert oder im wachstum stagniert. Wer dennoch im sommer pflanzen muss, sollte dies an einem kühleren, bewölkten tag tun und für eine anschließende schattierung sorgen.
Bei containerware, also funkien, die bereits in töpfen kultiviert wurden, ist man bezüglich des pflanzzeitpunktes etwas flexibler als bei wurzelnackter ware. Theoretisch können topf-hosta während der gesamten gartensaison von frühling bis herbst gepflanzt werden, solange der boden nicht gefroren ist. Dennoch gelten auch hier das frühjahr und der frühherbst als die optimalen zeiträume. Vor dem einpflanzen sollte der wurzelballen aus dem topf genommen und, falls er stark durchwurzelt ist, an den seiten leicht aufgerissen werden. Dies regt die wurzeln an, in den umliegenden gartenboden hineinzuwachsen und sich nicht weiter im kreis zu drehen.
Die vorbereitung des pflanzortes
Eine sorgfältige und durchdachte vorbereitung des pflanzortes ist die grundlage für eine gesunde entwicklung der funkien und erspart spätere mühen. Der erste schritt ist die auswahl des richtigen standortes im garten, der den lichtbedürfnissen der jeweiligen hosta-sorte entspricht. Die meisten bevorzugen halbschatten oder schatten, wobei panaschierte sorten etwas mehr licht vertragen als blau- oder grünblättrige. Sobald der ort festgelegt ist, muss der bereich gründlich von unkraut, wurzelresten und steinen befreit werden. Insbesondere hartnäckige wurzelunkräuter wie giersch oder quecke sollten sorgfältig entfernt werden, da sie später nur schwer aus dem dichten horst der funkie zu beseitigen sind.
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Im nächsten schritt wird der boden tiefgründig gelockert, um eine gute drainage und belüftung zu gewährleisten, was für die vermeidung von wurzelfäulnis entscheidend ist. Mit einem spaten oder einer grabegabel sollte die erde mindestens 30 bis 40 zentimeter tief umgegraben werden. Bei verdichteten oder schweren lehmböden ist es ratsam, noch tiefer zu lockern und die bodenstruktur durch die einarbeitung von grobem sand oder feinem kies zu verbessern. Dies erleichtert den wurzeln das eindringen in tiefere bodenschichten und verhindert, dass sich wasser im pflanzloch staut. Ein gut vorbereiteter boden ist die beste investition in die zukunft der pflanze.
Nach der lockerung folgt die anreicherung des bodens mit organischem material, denn funkien lieben einen humus- und nährstoffreichen untergrund. Reifer kompost ist hierfür die beste wahl, da er nicht nur wertvolle nährstoffe liefert, sondern auch die fähigkeit des bodens verbessert, wasser zu speichern, und das bodenleben aktiviert. Pro quadratmeter sollten etwa drei bis fünf liter kompost flächig verteilt und in die obere bodenschicht eingearbeitet werden. Alternativ können auch gut verrotteter mist, lauberde oder hochwertige pflanzerde verwendet werden, um den boden aufzuwerten und den funkien optimale startbedingungen zu bieten.
Zuletzt wird das eigentliche pflanzloch ausgehoben, dessen größe an den wurzelballen der zu pflanzenden hosta angepasst sein sollte. Als faustregel gilt, dass das loch etwa doppelt so breit und eineinhalb mal so tief wie der topfballen sein sollte. Der boden des pflanzlochs wird ebenfalls gut gelockert. Bevor die pflanze eingesetzt wird, ist es empfehlenswert, den wurzelballen gründlich zu wässern, indem man ihn so lange in einen eimer mit wasser taucht, bis keine luftblasen mehr aufsteigen. Dadurch wird sichergestellt, dass die pflanze von anfang an gut mit feuchtigkeit versorgt ist.
Die kunst der teilung
Die teilung ist die gebräuchlichste und einfachste methode, um funkien zu vermehren und gleichzeitig ältere, verkahlende horste zu verjüngen. Durch die teilung wird die wuchskraft der pflanze angeregt, was zu einem kräftigeren austrieb und einer üppigeren blattentwicklung führt. Der ideale zeitpunkt für diese maßnahme ist, ähnlich wie bei der neupflanzung, das zeitige frühjahr, kurz bevor die triebspitzen aus dem boden kommen. Zu diesem zeitpunkt ist die pflanze in einer aktiven wachstumsphase und die teilstücke können schnell neue wurzeln bilden und anwachsen. Alternativ kann die teilung auch im spätsommer oder frühherbst nach der blüte erfolgen.
Für die teilung wird der gesamte horst der funkie vorsichtig mit einer grabegabel aus dem boden gehoben. Es ist wichtig, dabei mit ausreichend abstand zur pflanze einzustechen, um das rhizom und die wurzeln so wenig wie möglich zu beschädigen. Nachdem der wurzelballen aus der erde gehoben wurde, wird die lose erde vorsichtig abgeschüttelt, um die struktur des rhizoms besser erkennen zu können. Nun kann der wurzelstock in mehrere stücke geteilt werden. Bei jüngeren, kleineren pflanzen lässt sich der ballen oft einfach mit den händen auseinanderziehen.
Bei älteren, stark verholzten und dichten horsten ist mehr kraftaufwand und werkzeug erforderlich. Hier haben sich zwei grabegabeln bewährt, die rücken an rücken in die mitte des horstes gesteckt und dann auseinandergehebelt werden, um den wurzelballen zu spalten. Eine andere methode ist die verwendung eines scharfen, stabilen messers oder eines spatenblattes, um den wurzelstock sauber zu durchtrennen. Jedes teilstück sollte über mindestens ein bis zwei kräftige triebknospen (augen) und einen gesunden anteil an wurzeln verfügen, um sicherzustellen, dass es wieder gut anwächst.
Die so gewonnenen teilstücke können sofort an einem neuen, vorbereiteten standort eingepflanzt werden. Die pflanztiefe sollte dabei so gewählt werden, dass die triebknospen nur knapp unter der erdoberfläche liegen. Nach dem pflanzen werden die neuen funkien kräftig angegossen, um die erde an die wurzeln zu schwemmen und die wurzelbildung zu fördern. In den ersten wochen nach der teilung ist eine gleichmäßige bodenfeuchtigkeit besonders wichtig. Die teilung ist eine lohnende arbeit, die nicht nur den pflanzenbestand vergrößert, sondern auch die vitalität und schönheit der mutterpflanze für viele weitere jahre erhält.
Vermehrung durch samen
Obwohl die teilung die bei weitem gängigste methode zur vermehrung von funkien ist, können sie auch aus samen gezogen werden, was eine spannende, wenn auch langwierigere alternative darstellt. Diese methode ist besonders für experimentierfreudige gärtner interessant, da die nachkommen (sämlinge) oft nicht die gleichen eigenschaften wie die mutterpflanze aufweisen. Es können neue, überraschende kombinationen von blattfarben, -formen und -größen entstehen, was den reiz der aussaat ausmacht. Wer jedoch eine bestimmte sorte sortenecht vermehren möchte, muss zwingend auf die vegetative vermehrung durch teilung zurückgreifen.
Die samenernte erfolgt im herbst, nachdem die blüten verwelkt sind und sich die samenkapseln gebildet haben. Man sollte warten, bis die kapseln trocken und bräunlich sind und bei leichtem druck aufplatzen. Im inneren befinden sich die kleinen, schwarzen und oft geflügelten samen. Die samen werden aus den kapseln gelöst und sollten an einem trockenen, kühlen und dunklen ort gelagert werden, bis es zeit für die aussaat ist. Für eine bessere keimung kann eine kältebehandlung (stratifikation) förderlich sein. Dazu werden die samen für einige wochen in feuchtem sand im kühlschrank aufbewahrt.
Die aussaat erfolgt am besten im späten winter oder zeitigen frühjahr in anzuchtschalen oder kleinen töpfen, die mit einer hochwertigen, feinkrümeligen aussaaterde gefüllt sind. Die samen werden auf der oberfläche der erde verteilt und nur ganz dünn mit erde oder feinem sand bedeckt, da hosta lichtkeimer sind. Anschließend wird das substrat vorsichtig mit einem zerstäuber befeuchtet und die schale mit einer transparenten haube oder folie abgedeckt, um eine hohe luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Der standort sollte hell, aber ohne direkte sonneneinstrahlung sein, bei einer temperatur von etwa 18 bis 22 grad celsius.
Die keimung kann einige wochen bis monate dauern und erfordert geduld. Sobald die sämlinge die ersten richtigen blätter nach den keimblättern entwickelt haben, können sie vorsichtig pikiert und in einzelne kleine töpfe umgesetzt werden. Die jungen pflänzchen müssen weiterhin hell und gleichmäßig feucht gehalten werden. Es dauert in der regel mehrere jahre, bis die aus samen gezogenen funkien zu stattlichen pflanzen herangewachsen sind und ihre endgültigen blattmerkmale zeigen. Dieser prozess ist eine belohnung für geduldige gärtner, die freude an der entstehung neuer, einzigartiger pflanzen haben.